Die Raumaufteilung – Wie wichtig sind die korrekten Abstände?

„Eine erfolgreiche Raumaufteilung war heute ausschlaggebend für unseren Sieg“ – ein Satz den man immer öfter nach einem Spiel von einem Trainer oder den Spielern zu hören bekommt. Doch was genau ist damit gemeint, inwiefern beeinflusst das die Taktik und das Spielgeschehen und wie kann man das im täglichen Training an eine Mannschaft herantragen und von ihr verinnerlichen lassen? Der moderne Fußball hat sich so rasant entwickelt, dass die taktischen Elemente, wozu auch die Raumaufteilung des Platzes gehört, heute unverzichtbar geworden sind und schon in den jüngsten Altersstufen trainiert und geübt werden.

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Was bedeutet es eine gute Raumaufteilung zu haben?

Die Deutung dieses Satzes ist, dass eine Fußballmannschaft, bestehend aus zehn Feldspielern und einem Torwart, sich auf dem Spielfeld während eines Spiels in einer Art und Weise bewegt und verteilt, dass der Raum und der Platz ideal für das eigene Spiel genutzt werden können und so letztlich auch die Kontrolle über das Spielgeschehen garantieren. Natürlich sollte dieses Bewegungsmuster nicht so aussehen, dass man die Fläche des Platzes rein rechnerisch in elf Planquadrate aufteilt und jeder Spieler ein spezielles Viereck zur Bewachung zugeteilt bekommt.

Es bedeutet vielmehr, dass sowohl die Grundordnungen der Verteidigung, des Mittelfeldes und des Angriffs so miteinander agieren, dass der Gegner in jedem Raum, in dem er sich bewegt, eine maximal schwierige Aufgabe vorfindet, um diesen mit bleibendem Ballbesitz zu überwinden. Gleiches gilt natürlich auch für die einzelnen Spieler der drei Grundordnungen, sie sollen natürlich auch flexibel und variabel ihre Laufwege so verteilen, dass man sich gegenseitig aushelfen kann und wenn möglich Situationen der Überzahl erzeugen kann.

Inwieweit fördert eine gute Raumaufteilung das erfolgreiche Spiel?

Ganz logisch betrachtet fördert eine gute Raumaufteilung die Balleroberung und führt somit zu mehrheitlichem eigenem Ballbesitz. Innerhalb des eigenen Ballbesitzes verhindert eine gute Raumaufteilung eine zu einfache Balleroberung durch die gegnerische Mannschaft, was schlussendlich bedeutet, dass man über das ganze Spiel betrachtet die Mannschaft sein wird, die die Mehrheit der Spielzeit über entscheiden kann, wohin der Ball gespielt wird, ob das Tempo im Spiel erhöht wird oder bei einer Führung das Spieltempo deutlich langsamer gemacht wird. Ballbesitz alleine schießt zwar keine Tore, erhöht jedoch die Möglichkeit in aussichtsreiche Abschlusspositionen in der Nähe des gegnerischen Tores zu gelangen und sich Torchancen zu erspielen.

Merkmale einer guten Raumaufteilung

Die charakteristischsten Merkmale einer guten Raumaufteilung sind, dass der Gegner bei eigenem Ballbesitz viel mehr Laufarbeit betreiben muss, um den Ball zurückerobern zu können, und somit in der Regel im Laufe der zweiten Halbzeit oftmals konditionell einbricht und die Mannschaftsleistung nachlässt. Optisch sichtbare Merkmale einer guten Raumaufteilung sind sehr breit auseinanderstehende Verteidiger und Flügelspieler, die sich sehr weit in der gegnerischen Spielhälfte nach außen auf die Flügel begeben und somit ein sehr weitläufiger Raum entsteht, in dem es dem Gegner schwerfällt, die Räume eng zu halten und mit einer Überzahl Druck auf den ballführenden Spieler auszuüben.

Beim gegnerischen Ballbesitz erkennt man eine gute Raumaufteilung daran, dass die eigenen Verteidiger sehr hoch stehen und sich nahe der Mittellinie positionieren, um so eine Ausdehnung des Raumes einzugrenzen. Die vor der Viererkette positionierten Spieler lassen sich wiederum bis auf 30 Meter zur Mittellinie hin fallen, so entsteht ein quaderförmiger und kompakter Raum, der vom Gegner nur schwer überwunden werden kann.

Merkmale einer schlechten Raumaufteilung

Die Merkmale einer schlechten Raumaufteilung sind zum Beispiel eine erhöhte Laufarbeit, um einen verlorenen Ball zurückzuerobern. Ausschlaggebend dafür ist oft das Stehenbleiben der Offensivspieler oder fehlender Kampfgeist, der es dem Gegner erleichtert mit einer Überzahl die eigenen Reihen zu überspielen. Bei eigenem Ballbesitz sind die Merkmale einer schlechten Raumaufteilung die fehlenden Anspielstationen. Dies erhöht die eigene Fehlpassquote immens und führt zu schnellen und gefährlichen Ballverlusten.

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Vorteile einer gelungenen Raumaufteilung

Die Vorteile einer guten Raumaufteilung sind wie oben bereits genannt eine hohe Ballbesitzquote, eine gut organisierte Defensive und die Kontrolle über den Ball und den Gegner. Ein weiterer Vorteil ist das Einsparen von Kräften und eine nicht selten eintretende vorzeitige läuferische Schwächung des Gegners. Somit besteht der größte Vorteil darin, dass man innerhalb eines Spiels mehr Torchancen haben wird als der Gegner und man so eine größere Wahrscheinlichkeit dafür hat, mehr Tore als der Gegner erzielen zu können.

Nachteile einer guten Raumaufteilung

Die Nachteile einer guten Raumaufteilung beschränken sich wohl rein auf die optischen Aspekte. Das Spiel wird ein wenig einseitiger und vorhersehbarer, dies konnte man beispielsweise in der deutschen Bundesliga in der Zeit von Pep Guardiola beim FC Bayern München beobachten. Rein spielerisch gesehen ergeben sich keine einflussreichen Nachteile.

Unterschiede zwischen einer guten defensiven und einer guten offensiven Raumaufteilung

Die Unterschiede bestehen hauptsächlich in der Größe des kreierten Spielfeldes und des somit bespielbaren Raumes. Das bedeutet, dass man in der Defensive kompakt und eng steht, während man sich in der Offensive weit auseinander fallen lässt, um so einen viel größeren Platz für jeden einzelnen und besonders die kreativen Spieler zu erzeugen. Man versucht so den eigenen Spielern ein größeres Zeitfenster für die Ballannahme, Ballverarbeitung, Ballmitnahme und die gezielte Ballabgabe zu ermöglichen, während man in der Defensive all diese aufgeführten Vorgänge zeitlich gesehen so kurz und knapp wie möglich für den Gegner halten möchte, und auf diese Art Fehler provozieren will.

Die Wichtigkeit des Trainers und der Spieler selbst beim Coachen in Bezug auf die Raumaufteilung

Das Coachen des Trainers ist natürlich auch in diesem Bereich äußerst wichtig, damit die Raumaufteilung optimal gelingt. Der Trainer hat von außen noch einmal eine ganz andere Sicht und einen anderen Blickwinkel auf alle Spieler und das Spielfeld. Die Mannschaft braucht die ein oder andere Anweisung ihres Trainers, wenn sie von alleine falsche oder unwichtige Laufwege wählt. Generell gibt der Trainer durch seine gewählte Taktik und seine Spielphilosophie die Raumaufteilung sowieso vor und sollte dann auch dafür da sein, dass sie eingehalten wird. Auch die Spieler selbst sind wichtig, da sie sich untereinander absprechen müssen, um so eine optimale Raumaufteilung zu erzielen.
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Außerdem gibt es in jeder Mannschaft auch jüngere und neue Mitspieler, denen es guttut, wenn eine verbale Führung und ein Kommando zu den Laufwegen von den Führungsspielern oder vom Spielführer erfolgt. Des Weiteren müssen sich die Spieler gegenseitig vertrauen und sich helfen, damit die Raumaufteilung zum gewünschten Ziel führt. Daher ist die Wichtigkeit des Coachens des Trainers und des Coachens der Spieler selbst auf Augenhöhe zu sehen, da das eine Puzzleteil das andere ergänzt und jeweilig aufeinander angewiesen ist.

Training einer guten Raumaufteilung

Das Trainieren einer guten Raumaufteilung kann man optimal mit sogenannten Positionsspielen umsetzen. Hierbei handelt es sich um Spiele, bei denen der Ballbesitz und das Halten des Balles im Vordergrund stehen. Dadurch, dass man innerhalb eines abgesteckten Feldes ohne Tore den Ball halten muss, ist automatisch das Positionsspiel der einzelnen Spieler gefragt, die Laufbereitschaft und das Kreieren von Anspielstationen hat oberste Priorität. Somit wird automatisch die Raumaufteilung trainiert und erscheint den Spielern auch logisch, wenn sie merken, dass sie als ballbesitzende Mannschaft den Ball lange halten können, oder als angreifende Mannschaft eine sehr lange Zeit benötigen, um überhaupt in den gewünschten Ballbesitz zu gelangen.

Um den Schwierigkeitsgrad der Übungen zu steuern, kann man die Anzahl der Spieler pro Mannschaft, die Feldgröße oder die erlaubten Ballkontakte pro Spieler beliebig ändern. Diese Übungen sind auch deswegen sinnvoll, weil das ballbesitzende Team die Räume optimal nutzen muss und den Ball im richtigen Moment mit dem richtigen Tempo zum Mitspieler passen muss. Das Passspiel und die Mitnahmetechniken werden so unter Druck trainiert und perfektioniert.

Trainieren der Offensive

Für das Trainieren in der Offensive bietet es sich an, innerhalb eines Spielfeldes auf den Flügeln Zonen einzuteilen, in die die offensiven Spieler gelangen müssen, um eine Flanke vor das Tor schlagen zu dürfen. Das bedeutet, dass die angreifende Mannschaft sich automatisch auf die Flügel bewegt und das Spielfeld so in die Breite gezogen wird. in der Mitte entstehen Räume und der Gegner kann keine Überzahl herstellen, um einen Angreifer auf dem Flügel mit mehr als einem Mann zu stellen.

Bei einem Training für die Defensive ist die formative Kompaktheit und Geschlossenheit von zentraler Bedeutung. Die verteidigende Mannschaft muss sich in allen Teilen nahe zum Nebenmann aufhalten, damit die Räume eng sind und gegebenenfalls schnell geschlossen werden können. Hier können Spielformen trainiert werden, bei denen die verteidigende Mannschaft auf Kommando das Pressing anwendet und einen maximalen Druck auf den ballführenden Spieler ausübt, um so einen Fehler zu erzwingen und den Ball zu gewinnen. Geeignet sind auch sämtliche Übungen, bei denen das Verschieben im Verbund auf eine Spielhälfte gezielt geübt wird. Diese Situationen können beispielsweise mit einem langen Ball aus der eigenen Hälfte zu einem gegnerischen Flügelspieler erzeugt werden. Während der Ball noch in der Luft ist, kann die Mannschaft schon kompakt auf die jeweilige Seite verschieben und dann direkt Druck auf den angespielten Spieler ausüben.

Unterstützende Trainingsmaterialien

Um die Übungen sauber durchführen zu können sind Materialien wie Hütchen zur Markierung verschiedener Felder und Zonen oder auch Trainingshemdchen für die Mannschaften unbedingt notwendig. Außerdem empfiehlt es sich mit einer kleinen tragbaren Taktiktafel und Magnetknöpfen den Spielern die Spielzüge aufzuzeigen, man kann so auch Laufwege und das Stellungsspiel auf verschiedenen Positionen in bestimmten Situationen verständlich aufzeigen. Auch die gute alte Stoppuhr kann hilfreich sein, wenn man seinen Spielern zum Beispiel eine zeitliche Vorgabe macht, innerhalb der ein Torabschluss erreicht werden muss.

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Fazit

Das Fazit ist also, dass die Raumaufteilung das wichtigste Element innerhalb eines Fußballspiels ist. Wenn sie gelingt, kann man dem Gegner sein Spiel und seine Art des Fußballs aufzwingen, kann sich die Mehrzahl der Torchancen innerhalb einer Spieldauer erspielen und im Gegenzug erfolgreich verhindern, dass der Gegner zu oft in den eigenen Gefahrenzonen auftaucht. Sollte dies trotzdem passieren, dann gewährleistet eine gute Raumaufteilung immerhin, dass in einer angemessenen Zeit genug Spieler zur Stelle sein können, um die Gefahr für das eigene Tor zu beseitigen.

Es ist also extrem wichtig, dass die eigenen Spieler die Abstände zwischen einander sowohl in der Offensive als auch in der Defensive einhalten, damit das gewünschte Ergebnis erzielt werden kann. Die Trainingsmöglichkeiten sind vielfältig und variabel, so dass auch in der routinemäßigen Trainingsarbeit keine Langeweile aufkommt und die Spieler mit Spaß am Spiel mit von der Partie sind. Bei einem regelmäßigen Training in der Vorbereitung auf ein Spiel wird die Schulung der eigenen Mannschaft schnell die gewünschten Ergebnisse aufzeigen, was auch zur Folge hat, dass die Spieler die Wichtigkeit der Raumaufteilung auf dem Platz erkennen und die Ideen des Trainers bereitwillig und engagiert verfolgen und ausführen werden.

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