Ergänzungsspieler verinnerlichen Gladbacher Spielsystem

Viele Bundesligatrainer nutzen die Einheiten mit den Reservisten vom vorigen Spiel für ein lockeres Trainingsspiel ohne den ganz großen Ernst. Dieter Hecking handhabt dies bei Borussia Mönchengladbach anders: Die Ergänzungsspieler sollen jederzeit bereit sein, Topleistungen zu bringen und sich ins System einzufinden. Daher trainieren sie auch in Abwesenheit der Stammelf mit vollem Einsatz konkrete Spielzüge.

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Passstafetten zu Beginn

Einen Tag nach dem letzten Pflichtspiel hatte der Coach seiner Startformation einen lockeren 25-minütigen Lauf am Borussia-Park verordnet. Die restlichen zwölf Feldspieler und drei Torhüter ackerten dagegen hart auf dem Trainingsplatz. Nach einer kurzen Besprechung in Abwesenheit des Cheftrainers (kam erst nach der Laufeinheit der Stammakteure hinzu) liefen sich die Profis auf dem Rasen kurz warm, dehnten sich und starteten dann damit, sich den Ball zu zweit hin- und her zu spielen. Es folgte eine Passübung zur Verbesserung des Kombinationsspiels. Im Fokus stand die Bildung eines Dreiecks zum schnellen Überspielen des Gegners.



Torhüter arbeiten an Sprungkraft

Die Keeper Tobias Sippel, Christopher Heimeroth und Moritz Nicholas trainierten währenddessen unter Aufsicht vom Torwart-Verantwortlichen Uwe Kamps ihre Sprungkraft. Nach drei beidbeinigen Hüpfern über Hürden bekamen sie zunächst flache Schüsse zu halten, nach einer weiteren Runde über die Hürden hohe Bälle.



Spiel ohne Tore mit je zwei Anspielern außen

Die klassische Spielform ohne Tore führten die Fohlen unter der Leitung der Co-Trainer Fran Geideck und Dirk Bremser in leicht abgewandelter Variante aus: Zwei Kicker jedes Teams postierten sich je an eine Grundlinie des Spielfeldes, sodass in der Mitte ein intensives 4 gegen 4 stattfinden konnte, unterstützt von den beiden Anspielern außen.

Diagonalbälle hinter die Abwehr

Im anschließenden Hauptteil offenbarte sich den Zuschauern der Einheit, welcher Schwerpunkt schon mit der Passübung und dem Spiel ohne Tore vorbereitet wurde: Spielzüge vom Reißbrett. In der ersten Form spielte einer der beiden – etwa fünf Meter voneinander entfernt stehenden – Profis einen Querpass zum anderen, der wiederum gegen die Laufrichtung der Abwehr einen Diagonalball in die Tiefe und den Lauf des einlaufenden Flügelspielers schlug.




Je vier Akteure stellten sich dazu auf die linke Bahn, vier auf die rechte und je zwei auf die Positionen im Zentrum. Erlaubt waren zudem höchstens zwei Ballkontakte pro Spieler. Die gegnerische Abwehrlinie wurde durch zwei Freistoß-Aufsteller simuliert.


In dieser Phase gesellte sich auch Dieter Hecking zu seinen Assistenten auf den Rasen und packte sich gleich Defensiv-Spezialist Nico Elvedi zum kurzen Einzelgespräch. Der Trainer führt diese Vier-Augen-Konversationen regelmäßig mit seinen Schützlingen durch und ruft sie dafür bei den Trainingseinheiten zu sich.

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Ball zirkulieren lassen und in den Rückraum flanken

Im nächsten Spielzug ging es dann weniger darum, den Gegner in der Tiefe zu verwunden, als ihn vielmehr durch schnelle Flachpässe quer übers Feld in der Breite auseinanderzuziehen. Aus dem Halbfeld erfolgte danach ein flacher Ball in den Rückraum den im Sprint nachgerückten zentralen Spieler. Wichtig für die Effektivität ist hierbei, dass die Abspiele sauber und druckvoll ausgeführt werden und das Timing des aufrückenden Mannes passt. Im zweiten Schritt verlangte das Trainerteam bei gleichem Grundaufbau eine hohe Hereingabe in die Mitte, vorzugsweise als Volley verwertbar. Für die meisten kassierten Gegentreffer musste Gladbachs Nummer 2 Sippel am Ende Liegestütze ableisten.



Spiel 4+2 gegen 4+2

Nach dem Spielzug-Training traten dieselben Mannschaften wie schon beim Match ohne Tore im Abschlussspiel gegeneinander an. Beide Teams besaßen je vier Spieler auf dem kleinen Spielfeld sowie zwei weitere hinter dem Kasten, in den sie treffen mussten. Wieder bot sich somit das Kombinationsspiel im Angriff an mit scharfen Bällen in den Rückraum. Der Transfer von Übung zum Spiel war demnach klar erkennbar.



Den Ernstfall proben

Grundsätzlich ist die Intensität der sonst häufig laschen Einheiten der Reservisten bei der Borussia extrem hoch. Das passt zu den sehr ausgereiften und relevanten Inhalten. Das Training der Ergänzungsspieler ist hier ganz klar mehr als eine Gruppen-Bespaßung für diejenigen, die hinten dran sind: Die Konkurrenten der Stammkräfte sollen top vorbereitet auf mögliche Einsätze in allen drei Wettbewerben (Bundesliga, DFB-Pokal, Europa League) sein, in denen sich der Club noch befindet.

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Jeder Mann könnte im Endspurt wichtig werden. Ein Wehrmutstropfen an diesem Tag war die Knieverletzung von Tobias Sippel im Abschlusskick. Er beendete die Einheit vorzeitig.

Tom Trilges

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