Medizinbälle

Trainingshilfen - Medizinball

Der Medizinball ist bei vielen Spielern gefürchtet. Aber es gibt viele Trainer, die Medizinbälle gerne im Training einsetzen. Auf der Profi-Ebene ist Felix Magath nicht zuletzt deswegen gefürchtet, weil er gerade in der Vorbereitung immer wieder Medizinbälle nutzt, um die Spieler an die Belastungsgrenze zu führen. Medizinbälle können beim Lauftraining ebenso wie beim Kraft – und Koordinationstraining eingesetzt werden. Sie haben unterschiedliche Größen und Gewichte, so dass für jede Übung und für jeden Spieler der passende Medizinball zur Verfügung steht.

Ein guter Medizinballhat eine leicht aufgeraute Oberfläche, so dass die Spieler ihn gut tragen und bewegen können. Ein glatter Medizinball rutscht leicht aus der Hand, insbesondere wenn in der Sommer-Vorbereitung die Hände stark schwitzen. Wenn Medizinbälle in mehreren Farben und mit unterschiedlichen Gewichten zur Verfügung stehen, kann der Trainer zahlreiche Übungen durchführen. Übertreiben sollte man das Training mit dem Medizinball im Amateurbereich allerdings nicht, denn die Spieler haben in der Regel wenig Spaß dabei. Im Profibereich bekommen die Spieler viel Geld und haben einen Vertrag unterschrieben, so dass sie keine Wahl haben. Im Amateurbereich muss der Trainer hingegen sehr viel mehr darauf achten dass die Spieler mitziehen und das Training nicht einfach ablehnen. Aber ganz ohne Medizinball würde den Spieler natürlich auch das nötige Quäntchen Leidensfähigkeit fehlen.

Beispielübung 1: Ausdauertraining mit Medizinball

Trainingshilfen - Medizinball 1

Die Spieler bilden eine Schlange. Sie halten einen Abstand von etwa einem Meter. Der erste Spieler bekommt einen schweren Medizinball und muss 20-30 Sekunden an der Spitze spurten. Dabei soll er mehrmals die Richtung wechseln, bevor er den Ball an den nächsten Spieler übergibt und sich an das Ende der Schlange zurückfallen lässt. Nachdem alle Spieler den Medizinball hatten, wird die Übung in lockerem Tempo wiederholt. Dann folgt wieder ein schneller Durchgang. Diese Abfolge geht weiter, bis die Spieler die Belastungsgrenze erreichen.

Alternativ kann auch ein fester Rundkurs aufgebaut werden: Dieses Mal bekommt der letzte Spieler den Ball und muss dann die gesamte Gruppe überholen und wieder einholen. Danach erfolgt die Ballübergabe und der nächste Spieler startet. Mit dem Tempo der Gruppe wird der Schwierigkeitsgrad bestimmt. Wie bei der ersten Variante gibt es einen Wechsel zwischen Belastungs- und Erholungsphasen. Das ist beim Ausdauertraining sehr wichtig, denn wenn die Belastung zu lange auf einem hohen Niveau gehalten wird, sinkt die Leistung irgendwann rapide ab. Der Trainingseffekt ist viel besser, wenn die Spieler sich immer wieder erholen können.

Beispielübung 2: Sprintkraft mit einem Medizinball trainieren

Trainingshilfen - Medizinball 2

Der Medizinball kann bei anspruchsvollen Koordinationsübungen den Schwierigkeitsgrad beträchtlich erhöhen. Es ist z.B. nicht ganz einfach, mit einem Medizinball über eine Hürde zu springen. Koordination und Sprintfähigkeiten können sehr gut  in einer Übung gemeinsam trainiert werden. Die Übung könnte dann folgendermaßen aussehen:

A: Hürdenlauf (mit einem Bein abspringen).

B: Mit beiden Beinen von Feld zu Feld in der Koordinationsleiter hüpfen.

C: Sprint im Höchsttempo.

D: Lockeres Auslaufen und Ballübergabe.

Bei den Sprungtechniken sind viele andere Varianten möglich und statt des Sprints kann ein Steigerungslauf über C und D durchgeführt werden. Zu Beginn und bei schlechter Kondition kann es sinnvoll sein, mit leichten Medizinbällen zu starten. Der Trainer kann aber auch von Spieler zu Spieler das Gewicht des Balles variieren, um ein individuelles Training zu ermöglich. Schließlich sind selten alle Spieler einer Mannschaft gleichzeitig in Topform.

Grundsätzlich sollte bei allen Übungen mit Medizinbällen kein Spieler sehr lange Strecken mit Ball absolvieren. Ein Waldlauf mit Medizinbällen kann aber dennoch durchgeführt werden: Die Spieler wechseln sich dann unterwegs in relativ kurzen Abständen beim Tragen des Balls ab, so dass die Belastung immer nur eine kurze Zeit anhält. Bei großen Gruppen kann auch ein zweiter Medizinball mit in den Wald genommen werden. Schließlich soll sich ja niemand unterfordert fühlen.

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