Warum der Kopfball so schwierig ist

Der Kopfball ist eine leicht zu erlernende und einfach durchzuführende Technik beim Fußball. Wird jedenfalls oft behauptet. Natürlich stimmt das so nicht. Das Wichtigste ist, das Kopfballspiel oft zu trainieren und vor allem, es richtig zu coachen.

Es sieht so einfach aus. Die Flanke kommt, ob aus dem Spiel, nach einem Eckball oder nach einem Freistoß, ein Spieler steigt hoch, köpft, und drin ist der Ball. Oder wie Horst Hrubesch es mal ausgedrückt hat: „Manni Flanke, ich Kopf, Tor.“ Gemeint war Manni Kaltz, auf dessen Hereingaben hin Hrubesch jahrelanKopfballduell1g Treffer um Treffer erzielt hat. Dass das Kopfballspiel nicht ganz so leicht ist, wie es auf den ersten Blick scheint, dürfte hingegen jedem klar sein, der es schon einmal versucht hat.
Wir beginnen mal mit jenen Dingen, die beim Kopfball gern falsch gemacht werden. Grundlegende Fehler sind: die Muskulatur im Nacken nicht anzuspannen (kein Druck auf den Ball, Gefahr von Verletzungen), den Ball nicht mit der Stirn köpfen (keine Ballkontrolle, Schmerzen auf der Schädeldecke), Passivität (keine Rückenspannung und somit wiederum kein Druck auf den Ball). Das alles sind Fehler, die im Offensivspiel dazu führen können, dass aus guten Chancen kein Tor entsteht. Im Defensivspiel sind es hingegen eher ein schlechtes Timing oder ein unzureichendes Stellungsspiel, die dazu führen, dass das Kopfballduell verloren geht und daraus womöglich ein Gegentor resultiert.

Das Kopfballspiel will früh erlernt sein

Das alles sind Fehler, die sich schnell einschleichen, wenn der Kopfstoß nicht regelmäßig trainiert wird. Fast noch schlimmer ist es da nur, dass generell in Deutschland wenig – zu wenig? – Wert darauf gelegt wird, schon den kleinen Stars von morgen (nicht jeder wird ein Hrubesch) zu zeigen, welche Techniken nötig sind, um einen „guten“ Kopfball ausführen zu können. Zwar sind Kopfbälle nicht das A und O beim Fußball. Doch wichtig genug, um sie sowohl als Defensiv- wie als Offensivspieler richtig ausüben zu können, ist der Kopfstoß allemal.

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Im modernen Fußball, der ganz wesentlich geprägt ist vom Stil eines FC Barcelona (immerhin Gewinner der Champions League der Jahre 2006, 2009, 2011 und 2015) mit seinen zumeist klein gewachsenen Spielern, hat das Kopfballspiel viel von seiner Bedeutung eingebüßt. Aber nur im Spitzensport und selbst da auch nicht überall. In den großen europäischen Ligen (und nicht nur in England), bei Welt- und Europameisterschaften, in den oberen und unteren Spielklassen in Deutschland und in den internationalen Pokalwettbewerben ist der Kopfball noch immer ein probates Mittel, um nach Standards, nach Ecken oder nach Flanken zum Torerfolg zu kommen. Doch welche Techniken sind es, die das ABC des Kopfballspiels ausmachen?

Vier Kopfballarten werden unterschieden

Ganz grob gesagt, unterscheidet man in vier verschiedene Grundtypen beim Kopfball. Dabei stellt das defensive Kopfballspiel einen eigenen Typus dar, weil es hier oft gar nicht auf die richtige Technik ankommt, sondern darauf, den Gegner beim Offensivkopfball aus dem Konzept zu bringen, ohne dabei ein Foul zu begehen. Oft reicht es dabei schon aus, nur mit hochzuspringen oder den Gegner (mit angelegtem Arm) etwas abzudrängen. Oder der Abwehrspieler steigt hoch und streift den Ball nur leicht mit dem Kopf, so dass die Flanke für den gegnerischen Stürmer nicht mehr verwertbar ist.

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Die drei anderen Kopfballarten sind der gerade Kopfball, bei dem der Rumpf nach hinten durchgedrückt wird und nach vorne schnellt, dann der schräge Kopfball, der seine Energie aus der Körperdrehung des Stürmers bezieht – und als letztes der Spezialfall Flugkopfball. Dieser ist für jüngere Mädels und Jungs in Fußballmannschaften etwas Besonderes, weil viele sich regelrecht überwinden müssen, um ihn zu trainieren (niemand fällt gern freiwillig hin, und Kinder schoKopfballduell2n gleich gar nicht). Aber man kann als Trainer daran arbeiten, dass Kindern die Angst vor dem Fliegen und dem Fallen etwas genommen wird, und zwar mit recht einfachen Übungen. Die erste Stufe wäre es, dass die Kids sich auf den Platz knien und der Trainer ihnen von vorn den Ball so zuwirft, dass sie aus den Knien nach vorne kippen und den Ball köpfen. Hat das funktioniert, so ist der nächste Schritt, dass sie die gleiche Übung aus der Hocke heraus machen. Wenn auch das sitzt, ist der Schritt zum „richtigen“ Flugkopfball schon gar nicht mehr besonders weit.

Nicht nur beim Flugkopfball, wie am Ende von Teil eins dargestellt, kann es sein, dass jüngere Fußballer ein wenig ängstlich sind. Ganz generell existiert bei einigen eine natürliche Scheu, einen – womöglich hart aufgepumpten – Ball mit dem Kopf zu spielen, Kinder und Jugendliche verspüren dabei andere Schmerzen als Erwachsene. Ein denkbarer Weg, der Angst vor dem Kopfballspiel ein wenig entgegenzuwirken (zumindest im Training), könnte darin liegen, für die Übungen einen leichteren Ball zu verwenden. Denn am Anfang geht es vor allem darum, die kleineren Fußballer spielerisch an das Thema Kopfball heranzuführen.

Elementar dabei ist, dass der Trainer erstens das Zuwerfen übernimmt, weil die Wurfkoordination bei Kindern noch nicht besonders ausgeprägt ist. Und zweitens sollte der Trainer von Beginn an schon darauf achten, dass die Kopfbälle auch mit der Stirn ausgeführt werden.

Nach und nach den Schwierigkeitsgrad steigern

Sind diese grundlegenden Elemente (vor allem das Treffen des Balles mit der Stirn) erlernt, so kann man mit seinen Schützlingen als Trainer peu à peu an der Optimierung des Kopfballspiels arbeiten. Das beinhaltet zum einen natürlich die stete Wiederholung des Kopfballs an sich, zum anderen aber auch andere – in diesem Fall – körperliche Faktoren. So können zum Beispiel Absprung immer weiter trainiert und verfeinert werden. Und auch der Frage nach der Stabilisierung des Körpers während des Sprungs kann man sich als Trainer jüngerer Fußballer durchaus widmen. Vieles geht dabei über den Einsatz der Arme, die dem Körper die nötige Balance im Sprung verleihen.

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Natürlich ersetzen Übungen dieser Art keinen Luftzweikampf, wie er im Spiel vorkommt, doch gibt es Mittel und Wege, solche Situationen zu simulieren. Ein erster Schritt wäre dabei, dem köpfenden einen – zunächst passiven – Gegenspieler zur Seite zu stellen, der einfach nur pro forma mit hoch springt, um zumindest ansatzweise einen Zweikampf nachzuahmen. Je weiter die richtigen Techniken des KopfballspieKopfball1ls bei den Spielern verfangen, desto aktiver kann der dafür abgestellte Gegenspieler in der genannten Situation sein, bis hin zu einem „echten“ Gegner, der im Sprung auch den Körperkontakt sucht. Auf diese Weise lassen sich gleichzeitig auch die defensiven Merkmale beim Kopfballspiel trainieren und verbessern. Wichtig ist dabei auch, dass der Trainer immer wieder korrigierend eingreift, wenn er Defizite feststellt.

Auch beim Aufwärmen lässt sich der Kopfball trainieren

Um das Kopfballspiel auch spielerisch üben zu lassen und nicht nur in eigens dafür kreierten Situationen innerhalb einer Trainingseinheit, kann ein Trainer bereits für die Aufwärmphase Übungen anordnen, in denen der Kopfball eine Rolle spielt. Die einfachste Form dabei ist sicher das Dreieck, dessen Eckpunkte von Spielern gebildet werden, die den im ersten Teil bereits erwähnten schrägen Kopfball üben. Der Grad der Schräge hängt dabei von den Winkeln ab, die dadurch gebildet werden, wie die Spieler zueinander stehen. Dabei wirft ein Spieler den Ball zum zweiten, welcher das Spielgerät dann per seitlichem Kopfball zum dritten Spieler befördert. Dieser wiederum wirft den Ball zu Spieler eins, der zum zweiten köpft und so weiter. Um beide „Richtungen“ zu trainieren, kehrt man die Reihenfolge nach einigen Minuten einfach um.

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