29. Dezember 2010
Ein Blick in die Bundesliga genügt um zu erkennen, dass in Fußballmannschaften Spieler aus mehreren Kulturkreisen versammelt sein können. Das ist im Profisport, in dem alleine die Leistung zählt, eher die Regel als die Ausnahme. Doch auch in den meisten Amateurmannschaften bis hin zu den Jugendmannschaften sind verschiedene Kulturen vertreten.
Kultur ist mehr als Religion. Es wäre deswegen eine unzulässige Verkürzung des Themas, alle Muslime als einen Kulturkreis zu verstehen. Es gibt zudem innerhalb des Islams sehr unterschiedliche Richtungen. Darüber hinaus spielt auch die Herkunft eine wichtige Rolle. So sind z.B. die meisten Türken und Araber Muslime und trotzdem gibt es viele kulturelle Unterschiede.
Auch die Sprache kann ein Problem sein. Wenn ein Spieler neu in die Mannschaft kommt, der nicht die deutsche Sprache beherrscht, ist das eine sehr schwierige Situation. Ohne einen Dolmetscher im Team ist dann eine Kommunikation kaum möglich.
In Deutschland spielen sehr viele Türken bzw. Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund Fußball. Aber es gibt auch andere Kulturen, die einen Trainer vor neue Herausforderungen stellen können. Der Umgang mit einem afrikanischen Spieler erfordert z.B. ganz andere Verhaltensweisen als der Umgang mit einem asiatischen Spieler.
Ein einfaches Rezept, das bei allen Kulturen sehr gut funktioniert lautet:
Kommunikation!
Der Trainer sollte auf neue Spieler zugehen und sie kennen lernen. Zudem sollte er in der Mannschaft ein Klima schaffen, in dem neue Spieler freundlich aufgenommen werden. Das ist eine wichtige Aufgabe des Spielführers. Dazu gehört weit mehr als die Akzeptanz auf dem Platz. Persönliche Gespräche, die dem neuen Spieler signalisieren, dass ein Interesse an ihm vorhanden ist, sind entscheidend.
Damit die Spieler sich und ihre Kulturen besser kennenlernen, können Mannschaftsabende durchgeführt werden, an denen die Kulturen vorgestellt werden. Muslime können z.B. etwas über ihren Glauben erzählen oder türkische Migranten berichten von der Geschichte ihrer Familie. Ein afrikanischer Spieler kann etwas über sein Land erzählen und die Unterschiede zu Europa. Aber auch die deutschen Spieler ohne Migrationshintergrund sollten die Gelegenheit bekommen, etwas über ihre Kultur zu erzählen. Gegenseitiges Verständnis ist die Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander.
Wenn viele Muslime im Team sind, kann es eine gute Idee sein, das traditionelle Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadans gemeinsam zu begehen. Der Trainer kann dies mit den muslimischen Spielern absprechen und ein gemeinsames Fest anregen. Ohnehin ist es auch für einen Trainer von muslimischen Akteuren wichtig zu wissen, wann der Ramadan stattfindet. Der Termin verschiebt sich jedes Jahr, da er auf einem Mondkalender basiert. Das traditionelle Fasten kann zu einer deutlichen Reduzierung der Leistungsfähigkeit führen. Deswegen müssen eventuell die Trainingsumfänge verändert werden. Da im Ramadan auch das Trinken tagsüber verboten ist, kann es leichter zu einer Dehydrierung kommen.
Viele Trainer stehen auf dem Standpunkt, dass nur die Leistung auf dem Platz zählt. Der Rest sei uninteressant und reine Privatsache der Spieler. Das ist eine legitime Meinung, für die es gute Gründe gibt. Auf der anderen Seite muss aber bedacht werden, dass eine Fußballmannschaft ein Team sein soll. In einem Team muss aber Vertrauen zwischen den Spielern vorhanden sein. Dieses kann aber nicht entstehen, wenn kulturelle Unterschiede dafür sorgen, dass in der Mannschaft Gräben entstehen. Die Spieler müssen keine Freundschaften schließen. Aber sie dürfen auf keinen Fall Feinde werden.
Auf keinen Fall darf in einer Mannschaft Rassismus geduldet werden, auch nicht gegenüber gegnerischen Spielern. Ein Trainer sollte bei diesem Thema keinerlei Toleranz zeigen. Das heißt aber nicht, dass ein Spieler, der durch einen rassistischen Spruch aufgefallen ist, gleich aus der Mannschaft entfernt wird. Jeder sollte die Chance bekommen, seine Meinung zu überdenken und sich zu entschuldigen. Ein offener Umgang mit diesem Thema ist sehr hilfreich. Dadurch werden Vorurteile abgebaut, die fast immer auf Unwissenheit basieren. Der Trainer ist in solchen Situationen als Vorbild und Pädagoge gefragt.
23. Dezember 2010
Dass sich der VfL Wolfsburg in einer nicht wegzuleugnenden Krise befindet, dürfte sich inzwischen auch im Bewusstsein von Optimisten eingebrannt haben. Nachdem der Meister von 2009 nun aber auch noch aus dem DFB-Achtel geflogen ist, nachdem er zuhause 1:3 gegen Zweitligisten Energie Cottbus unterlag, herrscht bei den Niedersachsen Entsetzen. Während sich Bayern in Stuttgart mit einem neuen Sieg im Aufwärtstrend befindet, ist in Wolfsburg nun klar: es wird Zeit zu handeln.
Und so hat sich der Vorstand unter Manager Dieter Hoeneß heute Morgen zurückgezogen, um zu beraten, wie es mit dem Club weitergehen soll – so wie bisher kann es nicht weitergehen, ohne die Daseinsberechtigung in der Bundesliga zu gefährden. In jedem Fall sind Titelverteidigung und Europapokal nun praktisch unerreichbar – derzeit dürften den Verantwortlichen die ersten düsteren Gedanken um den Klassenerhalt das Weihnachtsfest vermiesen. Coach McClaren, der bis zu seinem Wechsel vom niederländischen Meister Twente Enschede nach Wolfsburg durchaus respektable Ergebnisse erzielen konnte, fordert nun auch selbst Konsequenzen: “Ich denke, es braucht ein paar Veränderungen in diesem Club. Die können auch drastisch sein. Was das für Veränderungen sind, kann ich nicht sagen, das muss diskutiert werden. Ich habe es nicht in der Hand.” Er erbat sich eine schnelle Entscheidung – wie auch immer sie ausfallen möge, wohlwissend, dass auch sein eigener Stuhl wackelt. Es wird sich also zeigen, ob McClaren zu Weihnachten noch einen Job hat.
22. Dezember 2010
Die Saison in der Fußball-Bundesliga ist kaum zu Ende und schon dreht sich das Transfer-Karussell unaufhaltsam – macht ein Gerücht um das andere die Runde. Nach dem der Wechsel von Schalke-Goalie Manuel Neuer zu den Bayern aus München endgültig gestrichen wurde, macht in Gelsenkirchen bereits der nächste leistungsträger auf sich aufmerksam. Jefferson Farfan soll bereits im Winter die Magath-Elf verlassen und nach Spanien wechseln. Doch Magath versicherte, dass Farfan derzeit unverkäuflich sei.
Mehr als nur ein Flirt dürfte das Gerücht um Stuttgarts Khalid Boulahrouz sein – der bullige Verteidiger wird mit Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht. Boulahrouz wechselte erst 2008 vom FC Chelsea für fünf Millionen Euro zum VfB Stuttgart. Er absolvierte 47 Spiele für die Schwaben. Der Vertrag des niederländischen Nationalspielers, dessen Marktwert bei drei Millionen Euro liegt, ist bis 2012 gültig. Ein weiterer Wechsel ist auch schon perfekt. Mike Hanke übersiedelt von Hannover 96 zum Bundesliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach. Der 27-Jährige soll die Borussen zum Klassenerhalt schießen.
Im DFB-Pokal-Achtelfinale gab es einige faustdicke Überraschungen. Die Zweitliga-Vereine machten den Bundesligisten das Leben mehr als nur schwer. Sowohl Aachen (besiegte Eintracht Frankfurt im Elfmeterschießen) und Duisburg (2:1 gegen Köln), also auch Cottbus (3:1-Sieger über Wolfsburg) sicherten sich das Ticket für die nächste Runde. Wie auch in der Bundesliga gab es zwischen Stuttgart und Bayern München ein Schützenfest. Am letzten Wochenende siegten die Münchner gegen die Schwaben mit 5:3 – nur ein paar Tage später gab es wieder viele Tore, aber auch hier hatten die Bayern mit 6:3 das bessere Ende für sich.
Im Fußball gibt es eine lange Tradition, dass Spieler nach ihrer Karriere Trainer werden. Das liegt nahe, denn viele fühlen sich dem Fußball verbunden und wollen ihr Wissen und ihre Erfahrung weitergeben. Ein Paradebeispiel für diesen Weg ist Franz Beckenbauer, der als Spieler und Trainer die Weltmeisterschaft gewinnen konnte. Ein negatives Beispiel ist Lothar Matthäus, der als Spieler Weltklasse verkörperte, als Trainer aber keine großen Erfolge erzielen konnte.
Es gibt auch aktuell einige Trainer, die keine bemerkenswerte Spielerkarriere vorweisen können, aber trotzdem im Profigeschäft Erfolg haben. Christoph Daum ist als Spieler nur Amateur gewesen, konnte aber u.a. beim 1. FC Köln, dem VfB Stuttgart und bei Besiktas Istanbul große Erfolge feiern. Noch wesentlich erfolgreicher ist José Mourinho, der als Spieler nur in der zweiten portugiesischen Liga einige Partien bestreiten durfte. Als Trainer konnte er mit dem FC Porto und Inter Mailand die Champions League gewinnen.
Auch abseits des Profifußballs ist es üblich, dass ehemalige Spieler zu Trainern werden. Allerdings lässt sich beobachten, dass nur selten ein erheblicher Aufstieg in der Spielklasse möglich ist. Ein Zweitliga-Spieler kann zum Bundesligatrainer werden, aber dass ein ehemaliger Kreisliga-Spieler z.B. eine Regionalligamannschaft trainiert, kommt kaum vor.
Ein Grund dafür ist die Akzeptanz der Spieler. Vor allem einem unerfahrenen Trainer wird mehr Respekt entgegengebracht, wenn er ein guter Spieler war. Auf Dauer reicht das nicht aus, aber zu Beginn ist dies ein großer Vorteil. Wer als Spieler hingegen selbst deutlich schlechter war als die Spieler, die er trainieren soll, wird sich sehr schwertun.
Ein anderer Grund sind die Vereine, die bei der Trainerauswahl selten kreativ sind. Es wird auf bewährte Kräfte gesetzt. Ein ehemaliger Spieler bekommt viel eher die Chance auf einen guten Trainerposten als ein Trainer, der völlig unbekannt ist. Da gerade in den oberen Spielklassen nur wenige Trainerstellen vorhanden sind, ist es schwierig für einen Aufsteiger, Fuß zu fassen.
Es ist eine falsche Annahme, dass ein guter Spieler auch ein guter Trainer ist. Grundsätzlich handelt es sich um völlig verschiedene Aufgaben. In vielen anderen Sportarten ist es durchaus üblich, dass Trainer ohne Profi-Hintergrund erfolgreich sind. In der NBA, der wichtigsten Basketball-Liga der Welt, arbeiten z.B. viele Trainer, die nie selbst auf hohem Niveau Basketball gespielt haben.
Ein Grundfehler der Trainerausbildung des DFBs besteht darin, dass jeder mit der entsprechenden Lizenz (manchmal auch ohne) sofort in der Bundesliga Trainer werden kann. Besser wäre es, wenn jeder Trainer zunächst einige Jahre als Co-Trainer und Cheftrainer in unteren Spielklassen Erfahrungen sammeln müsste. Das würde die Qualität insgesamt anheben. Zudem hätten es dann auch Trainer ohne große Spielerkarriere leichter.
Wer Trainer werden möchte, ohne selbst ein guter Spieler zu sein (auf welchem Niveau auch immer), sollte sich nicht gleich entmutigen lassen. Mit einer guten Ausbildung und Beharrlichkeit ist es durchaus möglich, eine Chance zu bekommen. Ein prominentes Beispiel ist Robin Dutt, der Trainer des SC Freiburg. Als Spieler ist er nie über die Verbandsliga hinausgekommen. Heute ist er Bundesligatrainer und gilt als einer der modernsten Vertreter seiner Zunft.
21. Dezember 2010
Für den 30jährigen Kameruner läuft im Jahr 2010 wirklich nichts, wie es soll: noch im Sommer hatte er mit wehenden Fahnen den abstiegsbedrohten SC Freiburg verlassen, um ablösefrei nach Mönchengladbach zu wechseln. Dabei soll er Mitspielern mitgeteilt haben, er habe “sowieso keine Lust mehr, mit den Absteigern zu spielen” und fügte an: “Nächstes Jahr spiele ich Champions League.” Bei der Partie in der vergangenen Woche gegen Freiburg wurde er entsprechend hämisch von den Breisgauer Fans begrüßt: “Idrissou spielt Champions League auf PS3 – die ganze Nacht, von 12 bis 8″ schallte ihm aus der Fankurve entgegen. Kein Wunder: während die Saison für Freiburg brillant verlief, steht Gladbach vor dem Aus und geht mit der roten Laterne in die Winterpause.
Nun hat sich seine Wut am Gladbacher Management entladen. Gegenüber der Bild-Zeitung schimpfte er auf seinen Club: “Ich weiß nicht, warum ich nicht spiele. Das habe ich satt. Bis zum Ende geht das so nicht”, teilte er mit und setzte nach: “Ich bin nicht gewechselt, um Letzter zu sein, sondern um oben mitzuspielen.” Auch Gladbach-Coach Michael Frontzeck kamen diese Worte nur allzu bekannt vor und handelte: er strich Idrissou aus dem Kader für das Achtelfinale gegen Hoffenheim, belegte den widerspenstigen Stürmer mit einer Geldstrafe und händigte ihm eine Abmahnung aus. Seine harte Linie begründet der sonst so umgängliche Gladbach-Trainer so: “Sobald hier jemand meint, er müsste sein Ego über die Mannschaft stellen, hat der hier keine Chance mehr.”
20. Dezember 2010
Nach den beeindruckenden Ergebnissen aus den letzten Spielen strotzt der FC Bayern München nur so voller Selbstvertrauen. Jetzt wartet am Mittwoch im DFB-Pokal-Achtelfinale der VFB Stuttgart auf Lahm & Co. – auch nach dem 5:3-Sieg am Wochenende über die Schwaben dürfen sich die Münchner über den Aufstieg in die nächste Runde nicht so sicher sein.
Denn mit einigen Ausfällen muss Bayern-Trainer Louis van Gaal rechnen. Neben den Fixausfällen Ivica Olic, Toni Kroos, Holger Badstuber, Arjen Robben und Hamit Altintop (Adduktorenproblem), zwickt es auch Spielmacher Bastian Schweinsteiger, konnte allerdings schon ein Lauftraining absolvieren, und Andreas Ottl (Grippe). Auch wenn es viele verletzte oder kranke Spieler bei den Münchnern geben wird, Bayern hat ja immer noch einen Knipser in Hochform – Mario Gomez. In den letzten 15 Spielen für die Münchner traf der Nationalspieler unglaubliche 18 Mal ins Schwarze. Jetzt wartet für den Ex-Stuttgarter innerhalb von nur vier Tagen das zweite Duell mit seinem ehemaligen Klub. Vielleicht gelingt Gomez ja der nächste Triple-Pack.
Erfreuliche Neuigkeiten aus Münchner Sicht gibt es auch über das Heimspiel in der UEFA Champions League am 15. März 2011 gegen Klubweltmeister (3:0-Sieg über T.P. Mazembe Lubumbashi) und Titelverteidiger Inter Mailand zu berichten. Die Allianz Arena war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Auch Resttickets sind keine mehr zu haben.
19. Dezember 2010
Der FC Barcelona scheint in dieser Saison wieder zur absoluten Gala-Form zurückgefunden zu haben. So hat man in den letzten 5 Pflichtspielen satte 26 Tore geschossen. Grund genug, die Barca-Spielweise hier auf fussballtraining.de etwas genauer zu beleuchten.
Thomas Mangold, der hier bereits schon mehrere tolle Trainingsübungen veröffentlicht hat, war gegen Sociedad live im Stadion und hat uns diesen Bericht zukommen lassen:
“Ich schreibe diese Zeilen am Flughafen von Barcelona, während ich auf meinen Heimflug nach Wien warte und bin noch immer begeistert von der gestrigen Partie zwischen dem FC Barcelona und Real Sociedad. Für mich als Amateurtrainer eine beeindruckende Leistung von Barcelona, die einen Fußball auf höchstem Niveau boten. Und das in allen Belangen (technisch, taktisch und läuferisch). Real Sociedad hatte nicht den Funken einer Chance.
Neben der beeindruckenden Atmosphäre im Camp Nou, war auch das Tor zum 3:0 durch Messi ein echter Leckerbissen. Über ganze 24 Stationen ließ der FC Barcelona den Ball laufen, bis Messi zum 3:0 einschoss.
Natürlich fliegt man nach so einem Erlebnis mit einigen Ideen im Gepäck zurück zur eigenen Mannschaft. Einen Tiki-taka-Fußball ala Barca von meinem Team zu erwarten wäre mit Sicherheit zu viel des Guten, dennoch war es auch gerade die Einfachheit im Spiel von Barcelona die mich beeindruckte:
Erstens war das Prallen lassen, mit dem Rücken zum Gegner oder zum gegnerischen Tor. Nicht ein einziges Mal versuchten die Katalanen in solch einer Situation ein Dribbling. Regelmäßig wurde der Ball zurück zu einem Mitspieler gespielt um sich in der Folge sofort wieder anzubieten. Auch Spieler wie Messi, Xavi oder Iniesta, die alle technisch mehr als nur in der Lage dazu wären wählten den einfachen und effektiven Weg und ließen den Ball prallen.
Zweiter Punkt der mir besonders ins Auge stach waren die Tempowechsel. Man könnte es fast als lustloses herumgeschiebe des Balles bezeichnen, wie die Katalanen bis 20 Meter vor dem gegnerischen Tor agierten. Dann jedoch wurde es plötzlich ganz schnell. Passes und Sprints in den freien Raum wechselten einander ab. Dazu kam sagenhafter Instinktfußball.
Die Situation zum 1:0 habe ich in einer Grafik zusammengefasst und eine Trainingsübung daraus gestaltet, sie ist im Anhang zu finden!
Drittens beeindruckte mich die Defensivleistung. Jetzt mag der eine oder andere vielleicht denken, dass bei einem 5:0 die Defensive ja nicht besonders gefordert sein kann. Das mag schon auch seine Richtigkeit haben, jedoch kam es im Spiel auch vor, dass durch (wenn auch sehr seltene) Ballverluste im Angriffsspiel die Defensivordnung verloren ging. Blitzschnell schalteten die Spieler um und genau so schnell war auch die Ordnung wieder hergestellt. So sah man auch einen David Villa kurzfristig links in der Viererkette und einen Messi im rechten Mittelfeld.
Ich könnte diese Liste wahrscheinlich noch um viele Punkte erweitern, jedoch sind das für mich diese Punkte, die ich auch in das Spiel meiner Mannschaft integrieren will. Die Vorbereitungsphase bietet genügend Zeit dafür.”

Wir freuen uns über jeden Kommentar. Was denkst du, lassen sich diese Punkte auch im Amateurbereich erfolgreich umsetzen?
16. Dezember 2010
Michael Ballack hat aus dem Jahr Bilanz gezogen – und dabei auch noch einmal die alte Fehde hervorgeholt, die bereits seit der WM in Südafrika zwischen ihm und Philipp Lahm entbrannt war: die Frage, wer denn nun die Kapitänsbinde für sich beanspruchen darf. Zur Zeit der WM trug diese Philipp Lahm, nachdem es Ballack im englischen Pokalfinale zwischen Chelsea und Portsmouth hart getroffen hatte. Kevin-Prince Boateng war hart ins Duell eingestiegen, was der Nationalelf-Kapitän mit einem Riss des Syndesmosebandes, der Sehne zwischen Schien- und Wadenbein, bezahlte.
Joachim Löw ernannte nach dem klaren Ausfall von Ballack für die gesamte WM Philipp Lahm zum Mannschaftskapitän – der teile direkt vor dem Halbfinale gegen Spanien gegenüber der Presse mit, dass er nicht beabsichtige, die Kapitänsbinde wieder abzugeben. Löw ließ die Entscheidung darüber fast ein Vierteljahr offen und schürte damit die Rivalität zwischen den beiden Kontrahenten. Ballack teilte nun aus: “Ich bleibe dabei: So etwas macht man nicht. Diese Sache hat etwas mit Respekt gegenüber dem Kapitän zu tun. Ich habe da eine klare Meinung. Die Frage öffentlich und zu diesem Zeitpunkt zu thematisieren, war falsch!” Dabei hatte Lahm ein für ihn berechtigtes Ansinnen – völlig nachvollziehbar. Das Timing allerdings war mehr als überarbeitungsbedürftig…
15. Dezember 2010
Organisation:
Bei einem Freistoß aus halblinker Position in 24 Meter Entfernung nimmt die ausführende Mannschaft folgende Positionen einen: Freistoßschütze links ist Spieler E und rechts G. Den Ball bei einem indirekten Freistoß legt Mittelfeldspieler F auf. Auf die linke Außenbahn begibt sich Außenverteidiger A und nach rechts D. Links neben die Mauer geht der Stürmer I. Rechts neben der Mauer positioniert sich Spieler J und einige Meter neben ihm Spieler H. Auf Höhe der Mittellinie stehen die Innenverteidiger B und C, platziert.
TW = Torwart
A = linker Außenverteidiger
B = linker Innenverteidiger
C = rechter Innenverteidiger
D = rechter Außenverteidiger
E = linker äußerer Mittelfeldspieler
F = halblinker Mittelfeldspieler
G = halbrechter Mittelfeldspieler
H = rechter äußerer Mittelfeldspieler
I = linker Stürmer
J = rechter Stürmer
Durchführung:
Spieler G sprintet über den Ball rechts an der Mauer vorbei. F sprintet über den Ball und links an der Mauer vorbei. E passt den Ball rechts neben der Mauer vorbei in den Laufweg von Spieler G, welcher aufs Tor schießt.
Die nachfolgende Grafik wurde erstellt mit easy2coach.

Diese Übung wurde erstellt von und mit easy2coach.
Die Bekanntgabe des Siegers der Bewerbungen um den Austragungsort der Weltmeisterschaft 2022 sorgt weiterhin für Wirbel. Theo Zwanziger ließ dazu verlauten, dass auch ihn die überraschend klare Entscheidung für Katar verwundert habe und merkte an, dass die derzeitigen Verdachtsmomente gegen die FIFA wegen möglicher Bestechungsgelder einer genauen Prüfung bedürften. Aber, so merkte er an: “Mehr als einen Verdacht kann ich im Moment noch nicht erkennen.”
Nicht nur die Vergabepolitik, sondern auch die Kommunikation innerhalb der FIFA und nach außen sorgt öffentlich für Unmut. Schon am Wahltag hatte Franz Beckenbauer als Mitglied des Exekutivkommitees bemängelt, er sei nicht darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die Entscheidungen detailliert bekannt gegeben würden, und er kritisierte auch die Art und Weise, wie mit den Wahlverlierern umgegangen war. Im kommenden Jahr wird er seinen Platz räumen – Theo Zwanziger kandidiert bereits für eine Nachfolge und lässt anklingen: “Sollte ich in das FIFA-Exekutivkomitee gewählt werden, werde auch ich mich diesen Aufgaben und die nötigen Fragen stellen” – kurzum, er sieht sich als entschiedener Gegner von Korruption und Befürworter absoluter Transparenz. Die Wiederwahl von Joseph Blattner als FIFA-Chef hingegen unterstützt Zwanziger trotz der Vorkommnisse: “Was hätten wir als DFB denn für einen Grund, einen neuen FIFA-Präsidenten zu suchen?”