24. Februar 2011

Personalnot St. Pauli: Vom Medien-Praktikant zum Profikicker


(Bisher keine Bewertungen)
Loading ... Loading ...

Kommentar abgeben     passende Trainingshilfen    Weitersagen Weitersagen


Die derzeitige Personalsituation beim FC St. Pauli spitzt sich nicht nur zu, sondern hat in der Fußfraktur bei Kapitän Fabio Morena seinen momentanen Höhepunkt gefunden – und das ausgerechnet in der ersten Saison, in der die Kiezkicker wieder Bundesliga-Luft am Millerntor schnuppern dürfen. Für Trainer Holger Stanislawski sind die Ausfälle durch Verletzungen und Rotsperren eine Katastrophe, denn: der Klassenerhalt ist noch lange nicht gesichert, zu dünn ist die Luft nach unten. (weiterlesen …)

23. Februar 2011

Verlässt Armin Veh den HSV doch vorzeitig?


(Bisher keine Bewertungen)
Loading ... Loading ...

Kommentar abgeben     passende Trainingshilfen    Weitersagen Weitersagen


Es scheint so, als sei das zerrüttete Verhältnis zwischen dem gebeutelten Hamburger SV und Coach Armin Veh nicht mehr zu kitten. Der HSV glänzt mit einem Auf und Ab, die Leistungen bleiben meist im Mittelmaß – daran änderte sich auch nichts im Mai 2010, als Bruno Labbadia aus dem Nordclub verbannt wurde und Armin Veh an seine Stelle trat. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass auch die Ära Veh beim HSV bald Geschichte sein wird. (weiterlesen …)

Mannschaftssitzung planen und durchführen


(2 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Kommentar abgeben     passende Trainingshilfen    Weitersagen Weitersagen


Die Mannschaftssitzung ist ein wichtiger Teil der Vorbereitung auf ein Spiel. Sie kann nach dem letzten Training oder unmittelbar vor dem Spiel durchgeführt werden. Vieles spricht dafür, die Mannschaftssitzung aufzuteilen. Nach der letzten Trainingseinheit kann eine ausführliche Einstellung auf den Gegner erfolgen. Direkt vor dem Spiel ist eine relativ kurze Ansprache sinnvoll, um die Spieler nicht zu überfordern.

Akribische Vorbereitung auf ein Spiel

Wenn ein Trainer seine Mannschaft auf ein Spiel einstellen will, muss er möglichst viele Fakten kennen. Die Beobachtung des Gegners ist besonders wichtig. Auch in der Kreisklasse ist es möglich, im Vorfeld ein oder zwei Spiele anzuschauen, um Schwachstellen und Stärken aufzudecken. Gerade in unterklassigen Teams reicht es oft aus, weniger Spieler konsequent zu bekämpfen, um den entscheidenden Vorteil zu bekommen. Das kann aber nur gelingen, wenn der Trainer diese Spieler und ihr Verhalten auf dem Platz kennt.

Bevor die Aufstellung zum Thema wird, sollte ein Trainer ein taktisches Konzept erarbeiten. Dabei sind die zur Verfügung stehenden Spieler natürlich nicht unwichtig. Aber vor allem kommt es darauf an, einen Plan zu entwickeln, der im Spiel angewendet wird. Gegen einen überlegenen Gegner kann z.B. eine defensiv ausgerichtete Mannschaft ein gutes Mittel sein. Gegen eine schwache Abwehr kann frühes Angreifen der Schlüssel zum Erfolg sein.

Einfache und klare Anweisungen geben – Hilfsmittel nutzen

Eine Mannschaftssitzung sollte sachlich gehalten werden. Die grundlegenden Konzepte sollten anschaulich erklärt werden. Dabei ist eine Tafel oder ein Flipchart hilfreich. Diese sollten nach Möglichkeit vorbereitet werden, so dass zügig gearbeitet werden kann. Es ist nicht empfehlenswert, jedem Spieler seine Aufgaben in detailliert zu erläutern. Das geschieht besser in Einzelgesprächen.

Die Aufmerksamkeit der meisten Spieler reicht kaum länger als eine halbe Stunde. Viel länger sollte eine Mannschaftssitzung deswegen nicht dauern. Ansonsten ist die Wirkung eher kontraproduktiv. Der Trainer sollte sich Stichpunkte machen und diese abarbeiten. Dabei sollte nur das absolut Notwendige Erwähnung finden. Jede überflüssige Information gefährdet den Erfolg der Mannschaftssitzung.

Die Ansprache vor dem Spiel

Dieser Teil der Mannschaftssitzung darf und soll mit Emotionen aufgeladen werden. Die Spieler müssen wach und motiviert in ein Spiel gehen. Zunächst sollten aber die wesentlichen Aufgaben noch einmal sachlich vorgetragen werden. Zum Schluss kann dann noch eine Motivationsrede folgen. Wie diese gestaltet wird, ist auch eine Frage der Persönlichkeit des Trainers.

Bevor die Mannschaft den Platz betritt, können noch letzte Anweisungen gegeben werden. Empfehlenswert sind auch Motivationsrituale, z.B. das Bilden eines Kreises, um das Team endgültig auf Betriebstemperatur zu bringen. Im Fußball ist eine positive Aggressivität wichtig. Diese muss ein Trainer wecken, indem er sein Team heiß macht. Viele Spieler werden verloren, weil die Spieler die ersten Minuten eines Spieles verschlafen. Dafür ist letztlich der Trainer verantwortlich, der es nicht geschafft hat, seine Spieler in einen aktiven Zustand zu versetzen.

Abläufe und Regeln vorgeben

Die unmittelbare Vorbereitung auf ein Spiel sollte ein Trainier präzise vorgeben. Ein möglicher Ablaufplan könnte so aussehen:

60 Minuten vor dem Spiel: Mannschaftssitzung/Ansprache
45 Minuten vor dem Spiel: Umziehen!
35 Minuten vor dem Spiel: Warmmachen!
10 Minuten vor dem Spiel: Zusammenkunft in der Kabine/letzte Anweisungen

22. Februar 2011

Armin Veh glücklos beim HSV – Personalwechsel im Sommer?


(Bisher keine Bewertungen)
Loading ... Loading ...

Kommentar abgeben     passende Trainingshilfen    Weitersagen Weitersagen


Der HSV scheint derzeit aus seinen Personaldiskussionen nicht herauszukommen: bereits letzten Sommer, als Armin Veh den geschassten Bruno Labbadia abgelöst hatte, wollte sich kein Ende des Knisterns einstellen. Nun, nachdem der HSV im Mittelmaß der Tabelle versinkt und zuletzt auch noch erstmalig seit 1977 im Lokalderby gegen die Kiezkicker von St. Pauli eine Niederlage hinnehmen mussten, ziehen schwarze Wolken über Veh auf. (weiterlesen …)

21. Februar 2011

Nach Sieg gegen Schalke: Verhindert Gladbach den Abstieg?


(Bisher keine Bewertungen)
Loading ... Loading ...

Kommentar abgeben     passende Trainingshilfen    Weitersagen Weitersagen


Borussia Mönchengladbach war am Sonntagabend kaum wiederzuerkennen: zum Auftakt kassierten die Gladbacher gleich in der zweiten Spielminute ein Tor durch Schalkes Kluge – ein nicht ungewöhnliches Szenario für leidgeprüfte Gladbach-Fans im eigenen Stadion, wenn auch die Defensive in Rekordzeit gefallen war. Doch dann schien ein Ruck durch das Team gegangen zu sein: statt lustlos weiterzukicken, schien die Mannschaft plötzlich aufzuleben. (weiterlesen …)

16. Februar 2011

Mit großen Leistungsunterschieden in einer Mannschaft umgehen


(3 Bewertungen, Durchschnitt: 4,33 von 5)
Loading ... Loading ...

Kommentar abgeben     passende Trainingshilfen    Weitersagen Weitersagen


Insbesondere in den unteren Amateurligen kommt es häufig vor, dass innerhalb einer Mannschaft extreme Leistungsunterschiede zu beobachten sind. Oft gibt es einige wenige herausragende Spieler, die vielleicht schon in höheren Spielklassen aktiv waren. Es kommt sogar vor, dass ehemalige Bundesliga-Profis nach ihrer Karriere in der Kreisklasse spielen, meist weil es private Kontakte gibt.

Gerade in den unteren Klassen gibt es aber auch Spieler, die erhebliche Defizite im spielerischen, athletischen und taktischen Bereich haben. Das kann in der Praxis bedeuten, dass einige Spieler kaum einen vernünftigen Pass spielen können, während andere über eine exzellente Technik verfügen. Es liegt auf der Hand, dass solche Konstellationen brisant werden können.

Ein Trainer muss dafür sorgen, dass die starken Spieler die schwachen besser werden lassen. Das bedeutet z.B., dass die guten Spieler auf dem Platz Kommandos geben, nach denen sich die schlechteren Spieler richten. Auf diese Weise kann auch ein Team mit schlecht ausgebildeten Spielern eine solide taktische Leistung hinbekommen. Die ständige Anleitung auf dem Platz muss aber so erfolgen, dass sie motivierend wirkt. Das kann schon im Training eingeübt werden. Abfällige Bemerkungen und Beleidigungen sollten vom Trainer sofort unterbunden werden.

Schlechte Spieler müssen notfalls vom Trainer darauf hingewiesen werden, dass es andere Spieler gibt, die deutlich besser sind. Leider gibt es auch Spieler, die nicht über genügend Selbstkritik verfügen. Es ist aber sehr wichtig für das Mannschaftsgefüge, dass alle Spieler ihre Rollen annehmen. Für die schwächeren Spieler heißt dies z.B., dass sie sich als Teamplayer verstehen müssen, die den besseren Spielern auf dem Platz mit dem gebührenden Respekt begegnen. Insbesondere müssen sie bereit sein, Anweisungen auszuführen. Eine klare Hierarchie ist in einer ungleich besetzten Elf unentbehrlich.

Für die besseren Spieler kann es mitunter sehr frustrierend sein, mit deutlich schlechteren Spielern in einer Mannschaft zu sein. Allerdings fällt die Entscheidung für oder gegen einen Verein vor der Saison. Es ist völlig legitim, nicht in einer Mannschaft spielen zu wollen, wenn die Qualität nicht stimmt. Aber wenn die Entscheidung für eine Mannschaft einmal getroffen worden ist, dann sollte ein Spieler konsequent sein. Es kann schließlich auch sehr viel Spaß machen, in einem Team eine herausragende Rolle zu spielen. Damit geht allerdings auch eine Verantwortung einher, der sich die Leistungsträger stellen müssen. Ein Trainer sollte dafür sorgen, dass die besten Spieler nie vergessen, dass sie maßgeblich daran beteiligt sind, ob die Mannschaft Erfolg hat oder nicht.

Große Leistungsunterschiede sind ein Anreiz für die schlechteren Spieler. Sie können im Training und im Spiel beobachten, wie bessere Fußballer agieren. Dieser Prozess kann noch verstärkt werden, indem sich die stärkeren Spieler intensiv um die schwächeren kümmern. Das kann auch soweit gehen, dass ein erfahrener Könner zum Mentor eines jungen Spielers ernannt wird. Dadurch wird der Zusammenhalt im Team gestärkt. Allerdings sollte eine solche Maßnahme zunächst mit den jeweiligen Spielern in einem Vieraugengespräch erörtert werden. Nur wenn beide Akteure die nötige Bereitschaft zeigen, kann ein Mentoren-Programm funktionieren.

Die schlechteren Spieler verlieren schnell die Motivation, wenn sie respektlos behandelt werden. Da sie aber auch einen Beitrag zum Erfolg der Mannschaft leisten, darf dies nicht passieren. Der Trainer kann z.B. dafür sorgen, dass auch die Schwächeren Erfolgserlebnisse haben. Das geht aber nur, indem sie Aufgaben bekommen, die sie meistern können. Ein technisch unbegabter, aber körperlich fitter Spieler kann z.B. zu einem guten Manndecker ausgebildet werden. Im Trainingsspiel bekommt er dabei stets einen Gegner zugewiesen, dem er gewachsen ist. Durch ständigen Zuspruch wird die Motivation hoch gehalten. Mit der Zeit können die Aufgaben dann schwieriger werden. Der Trainer muss dem Spieler immer wieder vermitteln, dass er eine wichtige Arbeit für sein Team erledigt. Letztlich gilt für die Starken und die Schwachen gleichermaßen: Nur ein gutes Team hat auf Dauer Erfolg!

15. Februar 2011

Frontzeck-Nachfolger Favre sucht neuen Kurs für Gladbach


(Bisher keine Bewertungen)
Loading ... Loading ...

Kommentar abgeben     passende Trainingshilfen    Weitersagen Weitersagen


Überraschend spät kam die Entscheidung des Mönchengladbacher Vorstands, Trainer Frontzeck zu entlassen: bis dato hatten die Manager an dem Coach festgehalten, trotz des miserablen Saison-Starts von Borussia Mönchengladbach, der sich während der letzten 22 Spieltage nicht bessern wollte. Nun soll der Schweizer Lucien Favre die Kohlen aus dem Feuer holen. (weiterlesen …)

Offensives 1 gegen 1 in zwei Zonen


(4 Bewertungen, Durchschnitt: 3,25 von 5)
Loading ... Loading ...

Kommentar abgeben     passende Trainingshilfen    Weitersagen Weitersagen


Diese Übung wurde uns von Marco Paulo Boucinha vom SV Sissach zur Verfügung gestellt.

Ziel:
offensives 1 gegen 1
Zweikampfverhalten
Schneller Sprint mit dem Ball
Torabschluss

Organisation:
halbes Spielfeld
Hütchen und Fußballtor

Regeln:
Der Angreifer muss 2 Zonen überwinden ehe er auf das Tor schießen kann.
Die erste Zone muss mit viel Tempo überwunden werden, sodass ihn der Verteidiger,
der zur gleichen Zeit von der Aussenlinie starten nicht einholen kann.

In der zweiten Zone wartet dann der zweite Verteidiger.

Zu beachten:
Der Stürmer muss mit maximalem Tempo durch die erste Zone.
Der Verteidiger versucht den Ball wegzuschlagen oder gar zu erorbern.

Wesentliche Punkte für den Trainer:
Der Verteidiger soll nicht zu großen Einfluss haben.
Das Spiel so gestalten, das der Stürmer zu vielen Abschlüssen kommt.
Rythmus des Spiels stets hochhalten.
Bei längeren Zweikämpfen das Spiel unterbrechen.

9. Februar 2011

Die Hierarchie in einem Team ermitteln


(2 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Kommentar abgeben     passende Trainingshilfen    Weitersagen Weitersagen


Ein Trainer, der eine Mannschaft übernimmt, muss sich mit der bestehenden Hierarchie auseinandersetzen. Das ist wichtig, um die Struktur des Teams zu verstehen. Erst dann ist eine sinnvolle Veränderung überhaupt möglich. Zunächst einmal ist eine Hierarchie wertneutral. In der Praxis kann sie aber positive und negative Auswirkungen haben.

Beobachtung

Ein guter Trainer hat schon nach wenigen Trainingseinheiten und Spielen durch genaue Beobachtung des Verhaltens der Spieler ein Gefühl dafür, wie die Macht im Team verteilt ist. Führungsspieler zeichnen sich z.B. dadurch aus, dass sie Kommandos geben, die auch befolgt werden. Der zweite Teil ist besonders wichtig, denn es gibt auch Spieler, die Anweisungen geben, ohne dass sich jemand daran hält.

Streitereien auf dem Platz können ein Indiz dafür sein, dass keine klare Hierarchie vorhanden ist. Aber es ist keineswegs so, dass jede verbale Auseinandersetzung ein Zeichen einer fehlenden Hackordnung ist. Ein Streit kann auch leistungsfördernd sein.

In Mannschaften mit einer gut funktionierenden Hierarchie ziehen die Starken die Schwachen mit. Fehlt eine Hackordnung, kommt es häufig vor, dass die schwächsten Team-Mitglieder zum Ziel verbaler Angriffe werden.

Kommunikation

Ein neuer Trainer sollte das Gespräch mit allen Spielern suchen. Durch präzise Fragen und genaues Zuhören ergeben sich viele Hinweise auf die innere Struktur der Mannschaft. Ein großer Fehler, den viele Trainer machen, ist es, nur das Gespräch mit den sportlichen Leistungsträgern zu suchen. Für eine funktionierende Mannschaft sind aber alle Spieler, auch die Auswechselspieler, wichtig.

Einschätzung der Spieler

Jeder Spieler bekommt einen Fragebogen, den er ausfüllen und bis zum nächsten Training abgeben muss. Möglich Fragen sind:

Welche Spieler sind für das Kapitänsamt geeignet?
Welche Spieler werden in der Mannschaft nicht akzeptiert?
Bist du in der Mannschaft akzeptiert?
Welche Spieler motivieren ihre Mitspieler im Spiel?
Welche Spieler fallen durch abwertende Gesten und Äußerungen im Spiel auf?
Was ist das größte Problem der Mannschaft?
Was ist die größte Stärke der Mannschaft?
Was muss verbessert werden?

Die Umfrage sollte anonym durchgeführt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass viele Spieler zurückhaltend sind und bestehende Probleme verdeckt werden.

Eine Spielform aus dem Teambuilding

Es gibt einfache Methoden, um in kurzer Zeit die Hierarchie in einem Team aufzudecken. Ein probates Mittel besteht z.B. darin, die Mannschaft in zwei Linien aufzustellen. Die Spieler schauen jeweils auf die andere Gruppe. Ein Abstand von etwa einem Meter reicht aus. Alle müssen einen Arm samt Zeigefinger ausstrecken und in einer vorgegebenen Höhe halten. Der Trainer legt schließlich einen langen Stab auf die Finger. Die Aufgabe besteht nun darin, den Stab auf den Boden zu legen. Das ist schwierig, denn wenn nicht jede Bewegung als Team erfolgt, rutscht der Stab weg. Der Trainer kann bei diesem Spiel beobachten, wer Anweisungen gibt, wer sich widersetzt, wer motiviert, etc.

Ist die bestehende Hierarchie positiv oder negativ?

Diese Frage kann nicht nur am Erfolg gemessen werden. Negativ ist es, wenn einzelne Spieler ihr Potential nicht ausschöpfen, weil sie in der Hierarchie unterdrückt werden. Umgekehrt kann es auch sein, dass ein Spieler durch eine Führungsposition überfordert ist, so dass sein eigenes Spiel leidet.

8. Februar 2011

Effektives Sprungkrafttraining für alle Leistungsklassen


(4 Bewertungen, Durchschnitt: 4,75 von 5)
Loading ... Loading ...

Kommentar abgeben     passende Trainingshilfen    Weitersagen Weitersagen


Voraussetzung für eine optimale Entwicklung der Sprungkraft bzw. für ein effektives Sprungkrafttraining ist immer eine individuelle Trainingssteuerung mit den Inhalten:

Leistungsdiagnostik, Zielsetzung, Trainingsplanung, Trainingsdurchführung, Trainingskontrolle und dem Re-Check durch einen Experten. Darüber hinaus sollte vorab eine Untersuchung beim qualifizierten Physiotherapeuten erfolgen, um eventuelle physiologische Defizite, die ein effektives Sprungkrafttraining beeinträchtigen könnten, aufzuspüren und zu beseitigen.

Professionelle Lösungen haben allerdings auch immer seinen Preis und viele Club-Budgets sind für diese Herangehensweise leider nicht ausgelegt! Somit möchte ich nachfolgend sowohl wissenschaftlich fundierte Studien als auch eigene Erfahrungen aus dem Trainingsalltag mit Fussballern aller Leistungsklassen vorstellen, welche eine gewisse Allgemeingültigkeit für das Training zur Verbesserung der Sprungkraft besitzen.

Hinweise zum Aufwärmen
Unabdingbar für Schnellkraftleistungen ist eine umfangreiche Aufwärmarbeit. Die dadurch erzielte erhöhte Körperkern- und Muskeltemperatur begünstigt eine erhöhte Erregbarkeit des Zentralnervensystems und führt u.a. zu einer gesteigerten Kontraktionsgeschwindigkeit der Muskelfasern. So bewirkt ein Ansteigen der Körpertemperatur um 2 Grad C eine Beschleunigung der Kontraktionsgeschwindigkeit um ca. 20%. (Quelle: Hill, A.V.: The design of muscles. Brit. Med. Bull. 12, 1956, 165f)
Beim Mobilisationstraining bzw. beim passiv-statischen Dehnen im Rahmen der Aufwärmarbeit ist darauf zu achten, dass die Dehnübung bzw. der Dehnreiz eine Zeitdauer von 8 Sekunden nicht überschreitet. Längere statische Dehnreize können die Muskelspannung und damit einhergehend die Leistungsfähigkeit der Kraftfähigkeiten Maximal, Schnell- und Reaktivkraft reduzieren.

Physiologisch günstiges Landen
Was bringen die höchsten und weitesten Sprünge, wenn man beim Landen durch falsche Sprung-, Knie- und Hüftgelenkstellung den passiven und aktiven Bewegungsapparat übermäßig stark beansprucht und somit Verletzungen und/oder Überlastungsschäden provoziert? Aus diesem Grund ist mit jedem Sportler vorab das richtige, gelenkschonende Landen und Stabilisieren nach einem Sprung zu trainieren. Praxis: Bevor wir unseren Focus auf maximale Weite und Höhe der Sprünge legen, trainieren wir mit dem Sportler eine hüftbreite, sanfte Landung auf dem Vorfuß. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass der Sportler in der Landephase nicht mit den Knien nach innen knickt. Erst bei Beherrschen der gelenkschonenden Landetechnik mit vollständiger Stabilisationsphase bei Counter Movement und Standweitsprüngen sollte das Sprungtraining um reaktive bzw. prellende Sprünge erweitert werden.

Verbesserung der vertikalen Sprungkraft -
Überkopfziel versus Hürdensprünge

Oftmals werden von Trainern zur Verbesserung der vertikalen Sprungkraftleistung (Sprunghöhe) als Trainingsmittel vorrangig Hürden großer Höhe verwendet. Dabei wird sich oftmals weder um das Trainingsziel ausreichend Gedanken gemacht noch wird die qualitative Ausführung der Sprünge der Spieler ausreichend kontrolliert. Verwendet man Trainingshürden großer Höhe mit dem Ziel der Verbesserung der vertikalen Sprungkraft (und nicht wie richtigerweise zur Verbesserung der Reaktivkraft und der Explosivkraft der Hüftbeuger), so sollte man sich im klaren sein, dass ein Spieler mit einer durchschnittlichen Sprungkraft von ca. 40cm bei einer Hürdenhöhe von 50 cm und mehr die Knie anziehen muss, um die Hürdenhöhe zu meistern. Die Motivation des Spielers sowie sein Blick sind nach unten gerichtet was nicht sinnvoll ist! Predigen wir nicht schon den Jugendspielern nicht nach unten zu schauen? Was macht der Spieler bei einer hohen Flanke oder Eckball? Hilft es ihm dann wenn er die Knie anzieht? Oder muss er dann nach oben springen? Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass in Sportarten mit einem Überkopfziel wie beim Basketball oder beim Volleyball die Sportler im Vergleich zu anderen Spielsportlern überdurchschnittliche vertikale Sprungkraftleistungen aufweisen. (Quelle: Ford KR, Meyer GD, Smith RL, Byrnes RN, Dopirak SE, Hewett TE: Use of an overhead goal alters vertical jump performance and biomechanics, J Strength and Cond Res 19, 2005, 394-399).
Bei meiner Tätigkeit als Schnelligkeits- und Athletiktrainer habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht. So habe ich bei Sprungkraftanalysen zahlreiche Sportler einen Counter Movement Jump zunächst mit der Anweisung „Nun spring mal so hoch wie du kannst“ ausführen lassen. Danach habe ich die Sportler den gleichen Sprung noch einmal ausführen lassen. Bei diesem Versuch habe ich als Motivation einen mobilen Kopfballpendel verwendet und den Ball so hoch positioniert, dass es für den Sportler eine echte Herausforderung darstellte, den Ball zu erreichen. Motivation und Blick waren nach oben gerichtet! Das Ergebnis: Die Sportler erreichten alle samt eine bessere Sprunghöhe beim Sprung mit Kopfballpendel bzw. durch die nach oben gerichtete Motivation des Balles. Im Schnitt ca. 8% Sprungkraftsteigerung! Der Transfer in die Praxis dürfte hier einfach sein. Möchte man effektives vertikales Sprungkrafttraining durchführen, so ist der Kopfballpendel das Trainingsgerät der Wahl (ideal auch für das Timing beim Kopfball).

Maximalkraft als Grundlage der Sprungkraft
Zahlreiche Studien belegen den Einfluss des Maximalkraftniveaus des Sportlers auf seine horizontale und vertikale Sprungkraftleistung. So lassen Untersuchungen erkennen, dass sowohl die vertikale als auch die horizontale Sprungkraft durch eine Verbesserung der Maximalkraft der Bein- und Wadenmuskulatur zunehmen. Hier wurde ermittelt, dass vertikale und horizontale Sprungkraftleistungen um bis zu 74% vom Maximalkraftniveau abhängig sind. (Quelle: Heyden, G./Droste, J./Steinhöfer, D.: Zum Zusammenhang von Maximalkraft, Schnellkraft und Bewegungsschnelligkeit. Leistungssport 2, 1988, 36-46.) Somit sollte ein Trainingsplan zur Verbesserung der Sprungkraft auch immer ein Training zur Verbesserung der Maximalkraft von Bein- und Wadenmuskulatur beinhalten. Übungsbeispiel: Kniebeuge.

Überschwellige Trainingsreize, Erholungs- und Superkompensationszeiten
Um zielgerichtet Trainingsfortschritte durch trainingsbedingte Anpassungsprozesse auszulösen, benötigt der Organismus ein gesteuerten Wechsel von Beanspruchung durch überschwelligeTrainingsreize und Erholung. Damit der Körper nach einer überschwelligen Belastung eine Wiederherstellung des Leistungsniveaus über das Ausgangsniveau vollziehen kann (Superkompensation) ist zudem das Wissen um Superkompensationszeiten von großer Bedeutung. Reicht zu Beginn beim Sprungkrafttraining das Körpergewicht des Sportlers, um Trainingsfortschritte zu erzielen, bedarf das fortgeschrittene Sprungkrafttraining Zusatzgewichte bzw. Zugwiderstände, um Leistungssteigerungen herbeizuführen. Im Bereich des Belastungsparameters Intensität wäre hier ein Zugwiderstand oder Zusatzlast ideal, die es dem Sportler ermöglicht 70% seiner maximalen Sprunghöhe noch zu erreichen. Arbeitet man mit Gewichtswesten, so ist hier die Empfehlung von 5- 10% des Körpergewichtes auszusprechen, möchte man dieser Forderung nachkommen. Für den Leistungssteigernden Effekt nach Sprungkrafttrainingseinheiten hier einige Superkompensationszeiten für trainierte Sportler:

Reines konzentrisches Krafttraining ca. 1 Tag
Einfache plyometrische Sprungformen ca. 1 Tag
Krafttraining (Muskelaufbau) ca. 3 Tage
Mittlere plyometrische Sprungformen ca. 3 Tage
Maximalkrafttraining ca. 7 Tage
Intensive plyometrische Sprungformen ca. 9 Tage

Praxisbeispiele zahlreicher Übungen zur Verbesserung der vertikalen und horizontalen Sprungkraft, reaktiver und nichtreaktiver Sprungformen sowie einem möglichen Belastungsgefüge zur Trainingsplanung finden Sie unter: www.soccer5x.de auf der Seite der Trainingsclips in den Kategorien Kraft, Schnellkraft und Reaktivkraft. Tipp: 2 x pro Woche 3-4 Übungen zusätzlich zum Basisfussballtraining.