29. April 2011
Wenn die Schüler nicht zum Verein kommen, dann kommt der Verein eben zu den Schulen: so oder so ähnlich dürfte die Intention hinter dem interessanten Ansatz des VfL Duisburg-Süd gelautet haben, den sich der Verein zur Nachwuchsgewinnung ausgedacht hat. Der bietet nämlich nun Grundschulen an, regelmäßig Fußball-Unterricht zu geben.
Eine erste Schule hat bereits zugesagt: am 5. Mai wird auf dem VfL-Gelände während der Schulzeit eine erste Trainingseinheit mit der Gemeinschaftsgrundschule Albert-Schweitzer-Straße stattfinden, weitere Trainingsstunden folgen. Auch die Realschule Süd, Andrea Blankenheim, hat mit dem Verein eine Kooperation beschlossen: in Zusammenarbeit mit dem VfL Duisburg-Süd werden 40 Schülerinnen und Schüler das Abzeichen des Deutschen Fußball-Bundes ablegen. Der Verein ermuntert ausdrücklich weitere Schulen, Kontakt aufzunehmen und freut sich auf weitere Kooperationen.
Der Erfolg gibt dem VfL Duisburg-Süd: im Gegensatz zu anderen Vereinen plagen den Club keine Nachwuchssorgen. Insgesamt 150 Mitglieder zählen die Jugendabteilungen des Vereins derzeit, Tendenz steigend. Damit erbringt der Verein den Beweis, dass das Interesse der Jugend nach wie vor ungebrochen ist – nur werden offensive Werbemaßnahmen nötig, um Kinder und Jugendliche in die Vereine zu holen. Mit diesem Schritt hat der VfL Wolfsburg-Süd gezeigt, wie eine aktive Promotion mit gegenseitigem Nutzen ablaufen kann: auch Fußball-Vereine müssen ständig auf sich aufmerksam machen.
- Training von Sprint, Koordination und Torschuss -
Hintergrund:
Wie schon zu erwarten, war die Partie in Frankfurt für den FC Bayern München alles andere als ein Sparziergang. Im Gegenteil: Die Bayern verloren am Wochenende wichtiger Punkte für das Ziel Champions League. Dem Spielverlauf nach hätte Eintracht Frankfurt sogar gewinnen können. Umso interessanter sind die heutigen Trainingseindrücke. Wobei man festhalten muss, dass die Übungen in gewohnter Art und Weise stattfanden und keine Auffälligkeiten zeigten. Nächstes Wochenende spielen der FC Bayern vor heimischer Kulisse gegen den FC Schalke 04. Zusätzliche Brisanz bekommt das Spiel durch den voraussichtlichen Wechsel von Manuel Neuer nach München. Sowohl das Hinspiel als auch das Halbfinale im DFB-Pokal konnte Schalke 04 für sich entscheiden.
Sprint- und Koordinationstraining
Übung 1:
Die erste Sprintübung ist geprägt durch eine hohe Anzahl an Richtungswechseln innerhalb einer Gesamthandlung. Nachdem der Spieler zur linken Fahnenstange angetreten ist, vollzieht er einen abrupten Richtungswechsel nach rechts. Am Ende umläuft er die rechte äußere Stange, indem er sie einmal umrundet, um dann einen geradlinigen Sprint über 10 bis 15 Meter hinzulegen. Besonders an den „Wendepunkten“ der Stangen ist neben der allgemeinen Aktionsschnelligkeit die Koordination und Wendigkeit des Spielers gefragt. Besonders die Umrundung der letzten Stange erfordert ein bestimmtes Geschick des Spielers. Große Spieler haben, ob ihrer längeren Hebel, dabei oft größere Schwierigkeiten, die Geschwindigkeit optimal umzusetzen.

Diese Übung wurde mit Easy2Coach erstellt.
Übung 2:
Eine zweite Sprintübung verbindet die Fähigkeit der Schnelligkeit mit einer weiteren wichtige Komponente im Fußball: dem Zweikampfverhalten. Zwei Spieler stehen an der Grundlinie und starten auf ein Signal hin in gerader Richtung. Nach 5 bis 10 Metern kommt es zum aktiven Körperkontakt beider Spieler – nach einem kurzen „Schulter-Rempler“ mit angelegtem Oberarm sprinten beide Spieler in entgegen gesetzte Richtungen. Diese Sprintübung ist äußerst spielnah und fußballspezifisch, da sie den direkten Körperkontakt mit einfließen lässt. Neben der Schnelligkeit und einer gewissen Robustheit im Zweikampfverhalten spielt die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten, eine wesentliche Rolle. Derjenige Spieler, der den Zweikampf störungsfreier übersteht, kann auch schneller wieder in den einfachen Lauf übergehen und vollzieht somit die Gesamthandlung auch schneller. Das Training des Gleichgewichts wird beim Fußballtraining oft vernachlässigt. Dabei muss sich ein Fußballer permanent im Gleichgewicht halten. Wer das besser kann oder einen tieferen Körperschwerpunkt hat, kann gewisse Situationen im Zweikampf oder beim Torschuss erfolgreicher lösen.
Torschusstraining
Übung 1:
Der Spieler startet von der rechten Strafraumgrenze aus. Der Trainer steht auf Höhe des Elfmeterpunktes und spielt den Ball kurz an. Dabei wählt der Trainer verschiedene Varianten (Anspiel nach vorn, hinten oder oben). Das Schwierige für den Spieler: Er hat nur eine relativ kurze Zeit, um auf das Anspiel zu reagieren und einen erfolgreichen Abschluss folgen zu lassen. Erst im letzten Moment erfolgt das Anspiel des Trainers. Da der Torschuss aus kurzer Distanz erfolgt, ist es sinnvoll, Vorgaben hinsichtlich der Ziel-Torecke zu machen. Nach einer Reihe von Wiederholungen erfolgt der gleiche Ablauf über die andere Seite. Eine andere Variante ist das Hinterlaufen des Trainers, der den Ball dann direkt in den Lauf spielt (Bayern Torschuss 2). Eine weitere Abwandlung würde einen Richtungs- und Tempowechsel voranstellen. (Bayern Torschuss 3) Wie schon angesprochen, liegt die Brisanz in der Kürze der Reaktionszeit. Der Spieler muss relativ schnell auf den willkürlich gespielten Ball reagieren und eine Entscheidung treffen. Auch im Spiel ist der Strafraum der Ort der kürzesten Reaktionszeiträume.
Grafiken:
Übung 2:
Diese Übung ist eine Kombination aus Anspielen, Sprints und Torschüssen. Spieler 1 positioniert sich an der Grundlinie, der andere in der Nähe des Elfmeterpunktes – hinter ihm steht ein Trainer. Der Spieler 1 an der Grundlinie spielt den Ball zum Elfmeterpunkt, wo der Spieler 2 wartet und dann abschließt. Sofort nach dem Schuss dreht dieser sich um und sprintet die 2-3 Meter zurück zum Trainer, um abzuklatschen. Dann dreht er im vollen Tempo wieder Richtung Elfmeterpunkt ab, wohin schon der nächste Ball gespielt wird. Bei den Bayern-Profis musste jeder Spieler 8 Bälle in Serie auf das Tor schießen. Wobei Spieler 1 danach auch noch von der anderen Seite des Tores spielt. Bei dieser Übung gibt es zwei Schwerpunktebenen. Spieler 1 muss einen genauen und gut temperierten Pass spielen. Zudem muss er den Pass zu Spieler 2 im richtigen Moment spielen. Nur eine kleine zeitliche Differenz kann den Handlungsablauf stören oder zum Abbruch der Spielaktion führen. Der zweite Schwerpunkt ist der Torabschluss von Spieler 2. Aus einem kurzen Antritt heraus, muss Spieler 2 den Ball entsprechend einschätzen und gezielt im Tor unterbringen. Erst kurz vor dem Abschluss nimmt der Spieler den Ball entsprechend wahr. Der Schwierigkeitsgrad wird erhöht, wenn die Bälle von Spieler 1 auf unterschiedliche Art und Weise angeschlagen werden. So kann der Ball mal als scharfer Vollspannstoß getreten werden oder mit einem entsprechenden Effet. Auch ein hoher Ball oder Aufsetzer ist als Variante denkbar.
28. April 2011
Der Limburger Pädagoge Hans-Dieter te Poel und der Trainer des Zweitligisten Alemannia Aachen, Peter Hyballa, haben in der Sporthochschule Köln auf Einladung von Professor Dr. Daniel Memmert über das Erfolgsgeheimnis der niederländischen Nachwuchsspieler gesprochen. Memmert arbeitet seit mehreren Jahren mit Schalke-Coach Ralf Rangnick und Hansi Flick zusammen. In Holland folgt man den Thesen von Trainer Rinus Michels, der davon ausging, dass Fußballtalente sich von selbst melden und in der Regel nicht das Resultat eines ausbalancierten Trainings sind.
Die beiden Autoren bauten auf diese These auf und erarbeiteten daraus einen Masterplan, der die drei Säulen Technik, Spielintelligenz und Kommunikation umfasst. Hans-Dieter te Poel erklärte hierzu: “Die Niederländer sagen: Während des Agierens im Fußballwettkampf zeigt jeder Spieler sein wahres Gesicht. Daher werden im Trainingsprozess auch primär auf fußballspezifische Formen, Parteispiele und Positionsspielformen mit Wettkampfcharakter in einer teamorientierten Art und Weise gesetzt.” Anschließend präsentierten die beiden Autoren die neuen Trainingsmethoden bei Allemania Aachen zum Angriffstraining: Andribbeln statt Abspiel, Weglaufen statt Zulaufen des Raums, und weitere neue Methoden. Die Diskussion zeigt: auch im Fußballtraining bewegt sich inzwischen einiges. Erst vor einer Woche berichteten wir über deutliche Kritik am bisherigen starren Training – wird es Zeit zum Umdenken?
27. April 2011
Nach dem desolaten 1:4 in Wolfsburg riss der bisherige Trainer des FC Köln, Frank Schaefer, die Reißleine und trat mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Seinen Posten übernimmt bis zum Saisonende Volker Finke – was die vereinsinternen Streitigkeiten nicht wirklich verbessern wird. Denn obwohl Finke stets betonte, dass er als Sportdirektor und nicht als Trainer nach Köln zurückgekehrt sei, wuchs der Zwist.
Schaefer war im Oktober in sein Amt gekommen – der FC rangierte zu diesem Zeitpunkt weit abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Es folgten ganze sieben Siege in Folge, durch die der FC sich auf einen komfortablen elften Platz hocharbeiten konnte – bis Finke kam. Es begannen lange Auseinandersetzungen zwischen Schaefer und dem Rückkehrer, die auch an der Mannschaft nicht vorbeigingen: Finke mischte sich ins laufende Training an, gab als Sportdirektor während Trainingseinheiten taktische Anweisungen und untergrub Stück für Stück Schaefers Autorität, bis dieser nach einem Eklat Mitte April, wo Finke Schaefers Religion in den Fokus zog und für die Erfolglosigkeit des FC verantwortlich machte. Kurz darauf erklärte Schaefer seinen Rücktritt zum Saisonende, nach dem vergangenen Spiel allerdings warf er sogar fristlos das Handtuch und verließ das Geißbockheim. Es liegt nun an Finke, der betont – nur vorübergehend – in das Amt des Trainers eintritt, die Lage zu entschärfen, denn in den verbleibenden 3 Spieltagen droht nach wie vor der Abstieg – trotz 6 Punkten Distanz zu den beiden Tabellenletzten St. Pauli und Gladbach. Wieder einmal zeigt sich: Rivalitäten, die auf dem Rücken der Mannschaft ausgetragen werden, schaden allen Beteiligten…
26. April 2011
Am Montagabend stand es fest: Hertha BSC kehrt nach einem Jahr in der zweiten Bundesliga wieder zurück in die erste Liga – ein 1:0 in Duisburg war bereits ausreichend, um drei Tage vor Saisonende ausreichend Distanz zum Tabellenzweiten Augsburg zu gewinnen und den Aufstiegstraum perfekt zu machen. Die Berliner Fans fielen in einen Freudentaumel – doch im Vereinsmanagement hält man sich zurück. Das klare Ziel: die Fehler von Dieter Hoeneß, dessen großfußiger Auftritt nun bereits ein Jahr später auch dem VfL Wolfsburg zum Problem wurde, nicht zu wiederholen.
Die Zielsetzungen für die kommende Saison sind nun deutlich realistischer: von Champions League ist bei Hertha BSC nichts mehr zu hören. Präsident Werner Gegenbauer erklärt, “Wir formulieren kein kleines, sondern ein realistisches Ziel” und fährt fort: “Wir wollen wie jeder Aufsteiger erst mal die Klasse halten.” Von einer überzogenen Erwartungshaltung seitens der Fans will Gegenbauer nichts wissen. Für ihn steht fest, dass die Fans einen etablierten Club und keine Träumereien wollen – man will zum festen Bestandteil der ersten Bundesliga zurückkehren, gleichzeitig aber nicht mit Millioneneinkäufen und Luftblasen für Unmut sorgen. Große Budgets sind dafür ohnehin nicht vorhanden: Dieter Hoeneß hatte dem Verein nicht unerhebliche Schulden hinterlassen, an denen der Club noch einige Jahre zu knabbern haben wird. Deshalb steigt der Etat mit dem Aufstieg auch nur eher marginal – was möglicherweise für die realistische Sicht der Dinge kein wirklicher Nachteil ist.
25. April 2011
Trainingseinheit vom 25. April 2011 von Thomas Voggenreiter (DFV – Der Fussballverlag)
Aufwärmen/Hauptteil: Richtungswechsel am Hütchen

Stabilisieren von Erlerntem: Bekannte Richtungswechsel an Hütchen und mit passiven Gegnern verfeinern
Das sagen die DFB-Stützpunktspieler (1999er) zur Variation dieser Übung:
„Im freien Feld waren die Richtungswechsel viel einfacher als an den Hütchen!“
„Mit den Gegnern am Hütchen ist der Parcours noch schwerer, weil man die Bewegungen noch genauer machen muss!“
„Mit den Gegnern am Hütchen ist es einfacher, weil man sich die Situation besser vorstellen kann!“
„Es ist ganz schön schwierig, immer abwechselnd mit dem starken und dem schwachen Fuß zu arbeiten!“
|
|
Organisation und Ablauf
- Die Aufwärmform wiederholt den Hauptteil der letzten Einheit, um die dort erlernten Bewegungen zu stabilisieren.
- Richtungswechsel mit dem gegnernahen Fuß am Hütchen, dann Abschluss auf das Tor.
- Die wartenden Spieler sind an den Hütchen verteilt und simulieren den Gegner mit einer lockeren Laufbewegung zum Hütchen hin.
- Der Dribbler soll die „Gegner“ am Hütchen umspielen.
- Die Gegner bleiben bei einer guten Bewegungsausführung des Dribblers passiv, spitzeln den Ball aber bei einem groben technischen Fehler des Dribblers weg.
- So erleben die Dribbler die Steigerung vom Hütchen zum (noch passiven) Gegner, die wartenden Spieler nehmen die Richtungswechsel aus einer weiteren Perspektive wahr.
- Der Schütze passt den Ball nach seinem Schuss zu den wartenden Spielern am Starthütchen und stellt sich am tornahen Hütchen auf. Die Spieler an den Parcourshütchen rücken um je eine Position näher zum Starthütchen.
- Danach auf der anderen Seite anstellen.
| WICHTIG: Parallelen erkennen lassen!
1) Bekanntes variieren: Neu Erlerntes in gesteigerter Form weiterentwickeln!
2) Kontinuierlich arbeiten: Inhalte nicht durch eine Unzahl an verschiedenen Übungen verkümmern lassen!
|
Hinweise
- Die im letzten Training in der Grobform erlernten Abläufe konsequent verfeinern.
Variationen
- Variation der gelernten Richtungswechsel.
|
Schlussteil: Kleine Teams auf Dribbeltore

3-gegen-3-Turnier auf je drei Dribbeltore: Richtungswechsel, Gegner überwinden.
Shop-Tipp für Trainer und Vereine:

|
Organisation und Ablauf
- 3-gegen-3-Turnier auf je drei Dribbeltore.
- Alternativ 4-gegen-4, aber keine größeren Mannschaften, damit jeder Spieler möglichst viele Spielanteile hat.
- Entsprechend das Spielfeld so klein aufbauen, dass viele Zweikämpfe zu führen sind. Enge Situationen erfordern Richtungswechsel, um sich aus dem Druck zu befreien!
Hinweise
- Mehrere Tore führen zu vielen Richtungswechseln und Fintierbewegungen (gegnerüberwindendes Dribbling).
- Spaßturnier: Zur Anwendung des Gelernten animieren, aber nur aufmunternd, lobend und anerkennend coachen – dafür in der Trainingsform zuvor sehr exakt arbeiten!
|
Hier die pdf-Version dieses Trainingsplans herunterladen:
Bitte seid so nett und kommentiert diese Montagseinheit als Dankeschön!
|
21. April 2011
Kleine Vereine haben es oft schwer: nur selten stehen hinter den Clubs finanzkräftige Sponsoren und Geldgeber wie Hoppenheim-Mäzen Dietmar Hopp. In vielen Fällen finanzieren sich Fußballvereine aus Mitgliedsbeiträgen und schmalen Sponsorenspenden von lokalen Handwerkern und anderen Gewerbetreibenden, und oftmals führt dies zu finanziellen Engpässen und unzureichender Ausstattung. So beispielsweise beim VfL Munderkingen auf der schwäbischen Alb.
Dort steht eine kleine Hütte am Rand des Riedplatzes zur Verfügung, die gleichzeitig als Lager und als Umkleide für die Mädchen dient – und natürlich ist an ungestörtes Umziehen kaum zu denken. Die Jungs haben es noch schwerer: Umkleiden gibt es für sie nicht, ebensowenig stehen Toiletten oder gar Duschen zur Verfügung. Wer mal muss, verschwindet in den Büschen – zurück zur Natur, was insbesondere für Mädchen nicht sonderlich angenehm ist. Der Rasen bräuchte ebenfalls eine Sanierung – doch woher nehmen?
Derzeit ist die Vereinsführung dabei, ein Konzept auszuarbeiten, um wenigstens den Rasen wieder auf Vordermann zu bringen – löchrige Pisten oder Schlammlöcher trüben schließlich nicht nur deutlich den Spielspaß, sondern stellen auch durchaus eine Gefahr dar. Umkleiden und ähnliche Neuanschaffungen müssen daher hintenanstehen – wie so vieles. Viele Vereine stehen vor ähnlichen Situationen und wissen nicht, wie sie die nötige Infrastruktur bezahlen sollen – schnelle Abhilfe ist nur selten greifbar, solange nicht genügend ortsansässige Unternehmen oder Privatpersonen zur Verfügung stehen, die dem Verein ohne große Gegenleistung Gelder spenden. Sparzwang ist ohnehin angesagt – hier hilft dann das Web, um günstige Anbieter von Sportzubehör wie beispielsweise Teamsportbedarf.de zu finden, um unnötig hohe Ausgaben einzusparen. Doch gänzlich ohne Geld geht es leider nirgends.
- Gummiband-Training / Sprint- und Koordinationsübungen -
Hintergrund:
Nachdem dem der FC Bayern München in beeindruckender Art und Weise Bayer Leverkusen jeglicher Meisterschaftshoffnungen entledigt hat und sich selber wieder ins Champions- League-Geschäft manövriert hat, wartet mit Eintracht Frankfurt am Wochenende der nächste schwere Gegner. Die Eintracht steht mit dem Rücken zur Wand und benötigt jeden Punkt, um nicht weiter in den Abstiegsstrudel zu geraten. Mit Sicherheit eine spannende Partie. Das Hauptaugenmerk dieser Trainingseinheit an der Säbener Straße lag auf Sprint- und Koordinationseinheiten. Ein weitere Schwerpunkt waren Kräftigungs- und Dehnungsübungen mit dem Gummiband.
Teilnehmer:
Bayern-Profis plus eine Handvoll Amateure aus dem Kader der II. Mannschaft
Nicht dabei: Lahm, Schweinsteiger, Badstuber, Altintop und Olic
Impressionen (Bilder) vom Bayern-Training:


Übungen mit dem Gummiband (Theraband)
Übung 1:
Das Theraband wird knapp oberhalb der Knie positioniert – der Spieler steht mit leichter Spreizstellung mit beiden Beinen auf dem Boden. Nun wird abwechselnd jeweils zu einer Richtung das rechte oder linke Bein gegen den Widerstand des Gummibandes nach außen gespreizt, während das andere fest auf dem Boden stehen bleibt. Bei dieser Übung wird insbesondere die äußere Oberschenkelmuskulatur trainiert. Variieren kann man diese Übung durch das Abspreizen des Beines nach hinten oder vorne. Das Ziel dieser Übung ist die dynamische Kräftigung und Stabilisierung der Oberschenkelmuskulatur. Je nachdem, zu welcher Seite man das ausführende Bein wegspreizt, wird die innere, äußere, vordere oder hintere Oberschenkelmuskulatur stimuliert. Besonders im Fußball nehmen die Adduktoren (innere Oberschenkelmuskulatur) und die Abduktoren (äußere Oberschenkelmuskulatur) eine Schlüsselrolle ein. Sie sind für das Heranziehen und Abspreizen der Beine verantwortlich und sind bei fußballspezifischen Ausweichbewegungen (Abwehrhaltungen, Dribblings oder Antrittsbewegungen) von besonderer Wichtigkeit. Zudem regulieren sie eine Vielzahl von Oberschenkelbewegungen und stabilisieren das Becken. Selbst auf das Hüft- und Kniegelenk nehmen sie Einfluss. Gut ausgebildete Adduktoren bzw. Abduktoren minimieren das Risiko von Knieverletzungen. Das Training mit einem Theraband kräftigt die Muskulatur effektiver, weil es die natürliche Bewegung nachahmt und dadurch auch Teile der Bewegungskoordination mit tangiert. Das Training der Muskulatur findet wesentlich effektiver und schonender statt, als das mit Hanteln aus dem Fitnessstudio der Fall ist. Zudem lassen sich Gummibänder leicht transportieren beziehungsweise verstauen.
Bild:

Übung 2:
Auch hier spielt das Gummiband eine entscheidende Rolle. Wobei es weniger der Kräftigung als der Orientierung für den Fußballer dient. Zwei Trainer stellen sich im Abstand von 3 bis 4 Metern gegenüber und spannen in Höhe der Knöchel ein Gummiband als Rechteck zwischen ihren Beinen. Die Spieler starten von einer Seite und springen jeweils ein Gummistrang zwischen den Beinen im Schlusssprung von links nach rechts und dann wieder zum Ausgangspunkt zurück, von dem aus sie einen kurzen Antritt über 10 Meter folgen lassen. Mit leicht gebeugten Knien und aufrechten Oberkörper liegt auch hier der Fokus auf der Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur. Durch den Charakter der Sprünge erfahren alle unteren Extremitäten eine Kräftigung, insbesondere die Wadenmuskulatur. Der anschließende Sprint stellt den Bezug zum Training der Schnellkraft her. Die Schwelle vom letzten Sprung über das Gummiband geradewegs in den Sprint stellt hohe Anforderungen an die Bewegungskoordination. Im Spiel oder Wettkampf müssen immer wieder Antrittsbewegungen aus Sprungstafetten heraus praktiziert werden. Je fließender der Übergang beider Bewegungsmerkmale ist, umso schneller kann die Gesamthandlung ausgeführt werden. Das Springen mit nur einem Bein durch den Gummiband-Parcours erhöht den Schwierigkeitsgrad und die Anforderungen an die Bewegungskoordination.
Bild:

Sprint- und Koordinationstraining
Der zweite Hauptteil des Bayern-Trainings wurde durch Sprint- und Koordinationsübungen geprägt. Die Trainingshilfen waren Stangen, Hütchen und Hürden. Zuerst fanden sich zwei Gruppen auf Höhe der Grundlinie ein. In einem einfachen Slalomlauf wurde der erste Stangenparcours bewältigt. (Grafik 1) Neben der Antrittsschnelligkeit und der allgemeinen Sprintfähigkeit des einzelnen Spielers entscheidet die Güte der Koordination wie schnell oder mit welcher Gewandtheit der Spieler diesen Parcours durchläuft. Besonders an den Wendepunkten der Stangen, wo ein Richtungswechsel stattfindet, können wertvolle Zehntelsekunden verloren oder gewonnen werden. Die zweite Übung aus diesem Bereich (Grafik 2) verbindet den geradlinigen Sprint mit kurzen Sidestep-Kombinationen. Auch hier spielt der Gesamtrhythmus der Übung eine wesentliche Rolle. Die Übergänge vom Sprintmodus in die Sidestep-Bewegung müssen fließend sein, ohne die notwendige Dynamik zu verlieren. Dabei sollte der Trainer darauf achten, dass die technische und inhaltliche Ausführung sauber erfolgt. Gerade die Side-Step-Schritte müssen explosiv und kraftvoll praktiziert werden. Diese Übung wurde beim Bayern-Training in einer Gruppe über den gesamten Parcours ausgeführt. Die Abschlussübung (Grafik 3) bildete eine Kombinationsübung aus Sprint- und Sprungelementen – es wurde wieder in zwei Gruppen aufgeteilt. Nach einem Sprung über die auf der Grundlinie befindliche Hürde, folgte ein kurzer seitlicher Sprung zurück, dem ein Sprint zur nächsten Stange anschloss. Angekommen an dieser, wurde ein weiterer Schlusssprung ein, zwei Meter nach hinten vollzogen, um nach der Landung explosionsartig zur nächsten Stange zu starten. Es handelt sich dabei um ein sehr fußballspezifisches Sprinttraining, bei dem die unterschiedlichen Elemente und Bewegungsmuster des Fußballs angemessen Berücksichtigung finden. Es zeigt ganz deutlich, dass eine genetisch bedingte Grundschnelligkeit im Fußball nur einen Teil der Gesamtschnelligkeit im Sinne der höchsten Leistungsfähigkeit begründet. Eine nicht minder wichtige Rolle spielen die Handlungsschnelligkeit, die Qualität der Bewegungskoordination und die Gewandtheit eines Spielers. Deshalb sollten Sprinteinheiten auch im Amateurbereich diese Anforderungen an ein gezieltes Schnelligkeitstraining berücksichtigen.

Diese Übungen wurden mit Easy2Coach erstellt.

Diese Übungen wurden mit Easy2Coach erstellt.

20. April 2011
Dr. Christoph Anrich, Hirnforscher und Mediziner, übt häufig Kritik an Trainingsmethoden, wie sie auch in der Bundesliga tägliche Praxis sind. Inzwischen spricht er Worte, die auch Bundesligatrainer verstehen dürften – seine These: “Falsches Training kostet die Bundesliga 50 Millionen pro Jahr!”. Was steckt dahinter, was kritisiert Anrich?
Das Grundproblem, so Dr. Anrich, sei der mangelnde Fortschritt: seit den Sechzigern und Siebzigern hat sich nur wenig an der Trainingslehre verändert, obwohl die Sportmedizin sehr große Fortschritte gemacht hat. Dadurch resultieren zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle, die vermeidbar wären und die Bundesliga bares Geld kosten. Die derzeitigen Spielkonzepte widersprechen seiner Ansicht nach dem heutigen Wissen über die menschliche Wahrnehmung und führen zu einer Reizüberflutung. So entstehen überflüssige Verletzungen – häufig wird Training falsch aufgebaut und resultiert in Verkrampfungen, die sich in Adduktorenschmerzen, Muskelfaserrissen, Meniskusschäden, Kreuzbandrissen und vielen ähnlichen Verletzungen widerspiegeln.
Die Bewegungen und das Gehirn unterliegen laut Dr. Anrich bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Als Beispiel nennt Dr. Anrich das Oberschenkeltraining, wo schwerpunktmäßig die vordere Muskulatur trainiert wird. Hier wird zwangsläufig die hintere Muskulatur automatisch mitinvolviert, aber nicht gezielt aufgebaut, sodass wertvolle Leistungsressourcen ungenutzt bleiben. Das permanente Spiel gegen den Ball widerspricht nach Dr. Anrichs Meinung der Wahrnehmungsfähigkeit der Augen – hier ist Abwechslung und gezieltes Training notwendig. Zudem prangert er an, dass gerade im Jugendtraining häufig gespart und Väter ohne Vorbildung eingesetzt werden – qualifizierte Trainer sind auch hier das A und O.
Ein Trainer muss sich stets neu beweisen. Oft reichen schon wenige Niederlagen aus, um eine positive in eine negative Stimmung kippen zu lassen. Der Druck ist dementsprechend groß. Dennoch muss ein Trainer sich unter Kontrolle haben und darf auch in schwierigen Situationen keine Fehler machen, die sich langfristig auswirken. Damit sind nicht Fehler wie falsche Auswechslungen gemeint. Kleine Fehler können jederzeit passieren. Solange sie sich nicht häufen, mindern sie nicht den Respekt der Spieler.
Es gibt aber Fehler, die einen Trainer in kurzer Zeit untragbar werden lassen. Ganz oben auf der Liste steht dabei der Verlust von Glaubwürdigkeit. Ein Trainer, bei dem Worte und Taten nicht miteinander in Einklang stehen, wird schnell den Respekt seiner Spieler verlieren. Wer z.B. Pünktlichkeit einfordert, selbst aber ständig durch Unzuverlässigkeit auffällt, verliert seine Autorität.
Ein Trainer muss zu seinem Wort stehen. Deswegen sollte er keine Versprechungen machen. Das klingt zynisch, ist aber in der Realität die beste Vorgehensweise. Selbstverständlichkeiten wie Fairness, Loyalität zum Verein und Zuverlässigkeit müssen nicht durch ein Versprechen bestätigt werden. Es reicht völlig, wenn diese Werte in der Praxis gelebt werden. Andere Versprechen können im schnelllebigen Fußball schnell zum Problem werden. Wenn ein Trainer einem Spieler verspricht, im nächsten Spiel auf jeden Fall zu spielen, klingt das im ersten Moment unproblematisch. Doch was ist, wenn ein verletzter Spieler sich zurückmeldet oder der auserkorene Spieler schlecht trainiert? Dann hat der Trainer plötzlich ein Dilemma und muss vielleicht sein Versprechen brechen. Für den Spieler ist am Ende entscheidend, ob er spielt oder nicht. Das Versprechen des Trainers wird nur dann wichtig, wenn es gebrochen wird.
Ebenso kann es einem Trainer sehr schaden, wenn er Spieler ungleich behandelt. Das führt zu Neid in der Mannschaft, der auf Dauer eine zersetzende Wirkung im Team haben kann. Wenn ein Trainer einzelne Spieler anders behandelt, muss er dafür gute Gründe haben und diese der Mannschaft mitteilen. Es kann z.B. sein, dass ein Spieler extrem gut ist, aber aus beruflichen Gründen kaum trainieren kann. Wenn der Trainer ihn trotzdem aufstellt, sollte er dies erklären und rechtfertigen.
Es gibt viele Trainer, die niemals einen Fehler zugeben. Das muss nicht problematisch sein, aber ein Zeichen von Souveränität ist es auch nicht. Kompliziert wird es, wenn ein Trainer einen Fehler nicht nur nicht zugibt, sondern ihn auch noch zur richtigen Entscheidung umdeutet. Wenn z.B. ein Einwechselspieler zwei spielentscheidende Eigentore macht und der Trainer hinterher behauptet, die Einwechslung war richtig und erfolgreich, wird ihm das wohl kaum jemand glauben.
Trainer sollten niemals etwas persönlich nehmen. Fußballer sind natürlich Menschen, aber ihre Handlungen auf dem Platz sollten nicht in den persönlichen Bereich ausgeweitet werden. Wenn ein Trainer seinen Spielern Charakterschwäche unterstellt, ist das nicht zweckdienlich. Ebenso wenig sind persönliche Demütigungen hilfreich, vor allem wenn sie vor der versammelten Mannschaft erfolgen. Ein Trainer, der sich auf diese Ebene begibt, verliert schnell den Rückhalt in der gesamten Mannschaft, auch wenn er nur einzelne Spieler schlecht behandelt.
Fairness ist im Sport das oberste Gebot. Danach muss sich auch ein Trainer richten. Auf Dauer kann ein Trainer nur dann auf seine Spieler zählen, wenn er sie fair behandelt. Damit ist nicht nur gemeint, dass die Aufstellung nachvollziehbar, weil leistungsgemäß ist. Vielmehr gibt es im Alltag der Beziehung zwischen Trainer und Mannschaft viele Details, bei denen ein Trainer gefragt ist. Es ist extrem hilfreich, wenn der Trainer seinen Spielern immer wieder erläutert, warum er eine bestimmte Entscheidung so und nicht anders getroffen hat. Blinder Gehorsam darf in der heutigen Zeit nicht erwartet werden.
Bei aller nötigen Selbstkritik sollte ein Trainer stets selbstbewusst auftreten. Wenn ein Trainer anfängt, sich und die Mannschaft in Frage zu stellen, entsteht eine negative Stimmung. Ein Trainer muss immer an den Erfolg glauben. Falls er das nicht kann, sollte er zurücktreten.