Kindgerechtes Coaching

Das Kinder im Training und auch im Wettkampf vom Trainer anders „behandelt“ werden müssen als jugendliche oder erwachsene Spieler, sollte völlig klar sein. Im Folgenden geben wir einige hilfreiche Tipps für Eltern und Jugendtrainern, wie sie optimal mit den Kleinen umgehen sollten.

I – Lernprozess begleiten

Immer wenn eine neue Saison startet, gibt es auch neue Mannschaften und somit werden neue Trainer benötigt. Die wachsen jedoch nicht auf den Bäumen. Deshalb ist es wichtig, dass die Vereine die Qualifikation ihrer Trainer in den Fokus nehmen, wenn die Übungsleiter aus der Elternschaft rekrutiert werden.

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Denn nur dann kann die Frage, was eigentlich kindgerechtes Coaching ist, zielgerichtet beantwortet werden. So brauchen Kinder nämlich keinen Druck von außen, um beim Fußball Spaß zu haben. Der Trainer sollte die jungen Kicker kindgerecht begleiten.

Fußball ist für Kinder ein pures Wettspiel. Wenn wir es als Trainer schaffen, durch Ansporn und Lob dieses tolle Erlebnis noch positiver zu gestalten, sind optimale Bedingungen erreicht, um ein Leben lang den Fußball in den Kinderherzen als All-Time-Sportart zu etablieren. Deshalb sollte der Trainer den Lernprozess mit einer bildhaften und kindgemäßen Sprache begleiten. Außerdem ist eine individuelle Ansprache nicht nur zu positiven, sondern auch zu negativen Aspekten erforderlich.

Der Trainer sollte geduldig, verständnisvoll und nachsichtig arbeiten, ferner seine Spieler durch Anerkennung und Lob positiv bestärken. Der Lernprozess muss helfend und korrigierend begleitet werden, ständig muss der Trainer in die Analyse gehen, gelungenes erkennen und Fehler herausfinden.
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Der Trainer muss seinen Spielern die Problemstellungen erklären, und sie mit gezielten Fragen an einem Lösungsansatz beteiligen. Keinen Sinn macht das Meckern vom Spielfeldrand, es muss kindgerecht gecoacht werden! Schließlich kann davon ausgegangen werden, dass von sich aus jedes Kind ein Fußballspiel gewinnen will.

Oft wird der Fehler gemacht, der Taktik im Kinderfußball eine zu große Rolle beizumessen. Das Spielverhalten der Kinder kann dennoch mit grundlegenden und einfachen Tipps verbessert werden. Beispielsweise indem man immer wieder darauf hinweist, Einwürfe nach vorne ins Spiel zu bringen.

II – Ansprache bei Fehlern

Wenn einem Spieler in einem Wettspiel ein Eigentor unterläuft, warte ich als Trainer zuerst einmal ab, wie das Kind auf den vermeintlichen Fauxpas reagiert.
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Wenn es sich davon nicht beeindrucken lässt, belasse ich es bei einer kurzen Aufmunterung. Reagiert der Unglücksrabe enttäuscht, spende ich Trost. „Kopf hoch, das passiert auch Weltklassekickern!“

III – Kreative Dribbelkünstler

Wer kreative Dribbelkünstler in seinen Reihen hat, kennt das Problem, dass Eltern und vor allem Mitspieler oft ungehalten darauf reagieren, wenn der Ball nicht schnell genug abgegeben wird.

Hier muss ich darauf achten, dass das Umfeld beruhigt wird, und den Spieler das nächste Mal loben, wenn er den Ball abgegeben hat.
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Solch einen Spieler in seiner Dribbelstärke zu beschneiden, wäre kontraproduktiv. Später wird jede Mannschaften und jeder Trainer froh sein, solch einen virtuosen Ball-Zauberer in seinen Reihen zu haben, der dann auch noch gelernt hat, die Kugel im richtigen Moment abzugeben.

IV – positive Kommunikation

Ich habe auch schon Spieler in meinen Reihen gehabt, die mit Gegen- und Mitspielern ständig gemeckert haben. Gerade im Spiel neigen sie dazu, häufig zu schimpfen. „Ich habe keine Lust mehr!“ oder „Der gibt nie ab!“, sind Parolen, die ich häufig zu hören bekomme.

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Jetzt kommt es darauf an, die angespannte Atmosphäre und die entstehende Unruhe mit positiver Kommunikation im Keim zu ersticken, weshalb ich ruhig bleibe und vermittelte. „Wenn Du weiter den Ball forderst und Dich zeigst, wird Finn Dich auch anspielen, mach weiter so!“

V – Einfluss der Eltern

Oft erlebe ich auch Väter, die durch Reinrufen bei Training oder Spiel massiven Einfluss auf ihr Kind und die Gruppe nehmen.

Dann suche ich das Gespräch mit dem betreffenden Vater nach dem entsprechenden Ereignis und erkläre ihm sachlich und ruhig, dass für die Entwicklung seines Kindes freies Spielen eminent wichtig ist.
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Ich erkenne dabei sein Engagement an und offeriere ihm unter Umständen andere Optionen der Mithilfe. „Ich weiß, dass Sie für Ihr Kind nur das Beste wollen, aber im Kinderfußball sind Aspekte wie Tabellenstand, Tore und Punkte nicht von Bedeutung. Das wichtigste für das Kind ist es, dass es unbeschwert und ohne Druck spielen kann.“

VI – Trost spenden und Erste-Hilfe-Maßnahmen

Es passiert nicht selten, dass ein Kind mit einem anderen Spieler zusammen prallt, mit Schmerz verzerrtem Konterfei auf dem Rasen liegen bleibt und weint.

Jetzt kommt es darauf an, dass man die Blessur möglichst schnell erkennt, einordnet und Trost spendet. Auf die betreffende Stelle kann als Erste-Hilfe-Maßnahme beispielsweise ein kühler Schwamm gedrückt werden, deshalb sollte entsprechendes Equipment wie zum Beispikindgerechtes Coaching 5el die Eisbox oder auch der Erste-Hilfe-Kasten von Teamsportbedarf.de mit dabei sein.

Ansprache: „Mensch, bist du mutig in den Zweikampf gegangen. Das tut bestimmt tierisch weh. Fühlt sich das jetzt besser an? Kannst du weitermachen oder möchtest Du erstmal eine kleine Pause haben, um etwas zu trinken?“

VII – Wütender Spieler

Kinder sind selten damit einverstanden, wenn sie ausgewechselt werden, was sich auch schon mal als Wut auf den Trainer entlädt.

Hier kommt es zu unterschiedlichen Reaktionen, die vom wütenden mit dem Fuß auf den Rasen stampfen bis hin zur Sitzblockade auf dem Platz reichen.

Bringt der Traikindgerechtes Coaching 6ner jetzt Verständnis für seinen Spieler auf, kann dies bereits wieder für eine Verbesserung der Situation sorgen.

„Mensch Jonas, es wollen doch alle spielen! Deshalb wird jeder einmal ausgewechselt. Ich weiß, dass du sauer bist, aber du kommst ja auch später wieder rein!“

Nach dem Spiel sorgt auch ein Abschluss-8-Meter-Schießen immer für eine kurzweilige und spannende Auflockerung sowie viel Spaß bei den Kindern!

VIII – Diskussion mit dem Unparteiischen

Grundsätzlich ist eine Diskussion mit dem Schiedsrichter für den Trainer ein absolutes No-Go. Ich muss einen respektvollen, disziplinierten Umgang mit dem Unparteiischen vorleben.

Deshalb nehme ich auf meine Spieler und die Eltern beruhigend Einfluss.

In der Halbzeit oder auch nach dem Abpfiff kann ich die eine oder andere Entscheidung durchaus hinterfragen, bleibe dabei aber stets freundlich und sachlich.

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Ist einer meiner Spieler mit einer Entscheidung nicht einverstanden interveniere ich: „Komm, Max! Jetzt konzentrieren wir uns wieder auf den Fußball! Du hast bisher so gut gespielt, das wirst Du auch weiter so schaffen!“

Text und Fotos: Uwe Jansen

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