Interview Adrian Römer – FC Steinen-Höllstein U13

Heute im Interview: Adrian Römer vom FC Steinen-Höllstein

fussballtraining.de: Für welchen Verein wirst du nächste Saison tätig sein und welche Mannschaft betreust Du?

Adrian Römer: Ich bin nunmehr seit 2002 Jugendtrainer beim FC Steinen-Höllstein und habe alle Altersklassen zwischen F- und C-Jugend trainiert. Nächste Saison (die Vorbereitung hat bereits angefangen) trainiere ich unsere D1-Junioren in der Bezirksliga.

fussballtraining.de: Was hat sich Euer Trainerstab für die Vorbereitung vorgenommen?

Adrian Römer: Unser Trainerstab besteht aus einem Co-Trainer und einem Koordinations-/Konditionstrainer und mir als Hauptverantwortlichem. Unseren diesjährigen D1-Junioren wurden aus sage und schreibe sechs(!) Mannschaften aus der Vorsaison gebildet. Zunächst wären da die leistungsstärksten Spieler aus der letztjährigen D1, D2, D3, E1 und E2 und dazu kommt noch der Torwart, der von einem anderen Verein zu uns gewechselt ist. Da ist das oberste Ziel, dass sich die Spieler gegenseitig und ihre jeweiligen Stärken und Verbesserungspotentiale kennenlernen. Als nächstes ist es natürlich wichtig, alle Spieler möglichst schnell auf einen taktischen Gundkenntnisstand zu bringen. Um beide Ziele unter einen Hut zu bringen, trainierten wir bereits vor und in den Sommerferien hauptsächlich in Spielformen. Auch wenn bei den D-Junioren die Positionen noch immer gewechselt werden, versuchen wir außerdem in diesen Spielformen herauszufinden, welcher Spieler sich auf welcher Position am wohlsten fühlt. Auch einige Vorbereitungsspiele sind hierfür natürlich hilfreich.

fussballtraining.de: Welche Ambitionen habt ihr für die kommende Saison?

Adrian Römer: Letzte Saison hatten wir einen sehr starken D-Junioren-Jahrgang, der lange Zeit um die Meisterschaft mitspielen konnte. Dieses Jahr schätze ich unsere D1-Junioren nicht ganz so stark ein, sodass wir zunächst versuchen wollen die Klasse zu halten. Auch wenn den Spielern und Trainern (und Eltern) der Tabellenplatz am Ende der Saison nicht ganz unwichtig ist, stehen andere Dinge für uns Trainer im Vordergrund (siehe Frage 4).

fussballtraining.de: Welche Philosophie verfolgst Du als Trainer? Was ist Dir besonders wichtig?

Adrian Römer: Ich war begeisterter Fußballer in der Jugend und im Aktivbereich. Diese Begeisterung gilt es bei den heutigen Kindern und Jugendlichen vorzuleben und zu wecken. Das gleiche gilt für eine gewisse Disziplin ohne die es schwierig ist, Ziele zu erreichen. Sei es in ergebnisorientierter Hinsicht, sei es im sozialen Bereich, indem ich einen angemessen Umgang untereinander, mit dem Trainer, Gegner und Schiedsrichter einfordere. Außer den individualtaktischen Elementen, bringe ich bereits bei den D-Junioren auch gruppentaktische Elemente ins Training und Spiel mit ein.

fussballtraining.de: Wer ist Dein Vorbild als Trainer und warum?

Adrian Römer: Ich habe nicht einen Trainer als Vorbild. So gefällt mir z.B. an Jürgen Klinsmann seine Offenheit gegenüber allem Neuen und Teilaufgaben an andere abgeben zu können, die in einem bestimmten Thema vielleicht mehr Erfahrung und Kenntnisse haben.
Bei Pep Guardiola hat mir imponiert, wie er sich auf breiter Ebene (nicht nur fussballerisch) auf neue Aufgaben einstellt. Zum Beispiel hat er zuerst mal die deutsche Sprache gelernt als feststand, dass er zum FC Bayern wechselt.
Aber auch ich selbst durfte als A-Jugendlicher unter einem extrem begeisterten Trainer mit immer neuen Ideen trainieren. Auch von ihm habe ich mir einiges abgeschaut.

fussballtraining.de: Welche Schwerpunkte setzt Du in Deinem Training?

Adrian Römer: Ganz oben steht bei mir immer wieder das „saubere Passspiel“ und Ballbesitz. Zunächst beim Aufwärmen als Übungsform ohne Gegnerdruck, um dann jedoch schnell wieder in Spielformen überzugehen, wo das Passspiel im Vordergrund steht, aber auch individualtaktische Elemente wie Freilaufen, Doppelpässe mit Anschlussaktionen trainiert werden. Selbstverständlich kommen auch Torschusseinheiten (das Salz in der Suppe) nicht zu kurz. Aber immer mit wettkampfnahen Übungsformen und/oder mit Gegnerdruck.
Gerade in diesem Alter halte ich auch Koordinationsübungen für sehr wichtig. Für diesen Part habe ich einen Trainerkollegen, der aus der Leichtathletik kommt, welcher in unregelmäßigen Abständen Trainingseinheiten übernimmt. Speziell für die Wintermonate in der Halle habe ich mir zum ersten Mal ein Life-Kinetik-Programm vorgenommen.

fussballtraining.de: Welche Utensilien dürfen in Deinen Trainingseinheiten nie Fehlen?

Adrian Römer: Ich bin froh, dass es uns in unserem Verein eigentlich an nichts fehlt. Und sollte doch einmal neues Gerät benötigt werden, springt der Förderverein unserer Jugendabteilung gerne ein. Um Abwechslung in den Trainingsalltag zu bringen, kommen immer wieder verschiedene Geräte wie Koordinationsleitern, Hürden, Medizin-, Tennis- und Rugbybälle zum Einsatz. Am meisten verwende ich natürlich Hütchen. Aber auch hier versuche ich deren Verwendung auf das unbedingt nötige zu beschränken und keinen „Hütchenwald“ aufzubauen. So simuliere ich damit eher die herkömmlichen Spielfeldmarkierungen wie Auslinie, Strafraum, etc. Auf dem „richtigen“ Spielfeld stehen ja auch keine Hütchen und die Spieler müssen sich an den normalen Spielfeldmarkierungen orientieren.

fussballtraining.de: Wie bildest Du Dich als Trainer weiter?

Adrian Römer: Ich bin im Besitz einer C-Lizenz und besuche weiterhin jährlich Fortbildungsmaßnahmen an der Sportschule, auch wenn für die Verlängerung der Lizenz die Teilnahme nur alle drei Jahre nötig ist. Des Weiteren habe ich inzwischen zu Hause bereits eine kleine „Fußballbibliothek“. Auch das Internet ist ein unerschöpflicher Fundus an neuen Ideen, insbesondere die Training-Online-Seite des DFB nutze ich häufig. Nicht zu vergessen natürlich das monatlich erscheinende Heft von fussballtraining. Sehr empfehlenswert finde ich auch die DVDs aus der Serie „DVDFussballtrainer“ von David Niedermeier.

fussballtraining.de: Wie lauten Deine persönlichen Ziele als Trainer?

Adrian Römer: Zunächst ist es wichtig, dass die Spieler immer mit Spass zum Training kommen und somit am Ende der Saison noch die gleichen Spieler (oder weitere neue) im Kader zu haben wie zu Beginn. Daraus ergeben sich Folgeziele von selbst:
Anspruchsvolles Training anzubieten. Leistungsstarke Spieler fordern und leistungsschwächere Spieler fördern. Ein gutes Klima in der Mannschaft schaffen. Jedem Spieler (auch den leistungsschwächeren) die Möglichkeit geben, ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft zu werden. Und nicht zuletzt soziale Kompetenzen vermitteln.
Und wenn sich daraus am Ende Siege und ein guter Tabellenplatz ergeben, umso besser!

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