3.10. Gruppentaktisches Abwehrverhalten im Viererblock


Nachdem die grundsätzlichen Verteidigungsmuster geschult sind, werden nun positionsspezifische Aufgaben erlernt. Im Normalfall dauert dies natürlich mehr als eine Woche, aber Sie können je nach dem Leistungsstand Ihrer Mannschaft den nächsten Schritt gehen oder auch weiterhin die Grundlagen einstudieren, bis diese passen.

Die heute präsentierten positionsspezifischen Abläufe betreffen einen Viererblock in seiner Defensivarbeit. Sie sind anhand der Zusammenarbeit der Innenverteidiger und der Sechser aufgezeigt, jedoch ist die zwischen der Doppelsturmspitze und der Doppel-6 identisch.

Auch am Flügel verteidigt der Viererblock nach dem gleichen Muster (z. B. 2,4,6,7). Übrigens ist diese Form des Verteidigens auch im Hallenturnier optimal.

Aufwärmen: Handball-Kopfball

Latten Basketball 3.10. Gruppentaktisches Abwehrverhalten im Viererblock
 3.10. Gruppentaktisches Abwehrverhalten im Viererblock

Organisation und Ablauf

• Die Spieler werden in vier Mannschaften eingeteilt und spielen auf zwei parallelen Spielfeldern ein Handball-Kopfball-Turnier.
• Der Ballbesitzer darf mit dem Ball in der Hand nicht laufen. Gepasst wird mit Volleyschüssen aus der Hand, Torerzielung in das Juniorentor per Kopfball.
• Jeder gegen jeden, Spielzeit je 4 Minuten.

Hinweise

• Das Fangen und das Spiel aus der Hand ist leichter als die Ballkontrolle im normalen Fußballspiel, das taktische Spielverhalten bleibt jedoch gleich.
• Daher können sich die Spieler auf ihr taktisches Verhalten konzentrieren, wodurch der Trainer gezielt auf den Trainingshauptteil hinführen kann (vgl. frühere Montagseinheiten).
• Handball-Kopfball kann jedoch auch einfach nur dem freudvollen Aufwärmen dienen.

Variationen

• Zuwürfe statt Zuspiele aus der Hand (vereinfachen).
• Taktische Vorgaben (erschweren): keine Überkopfzuspiele außer zum Abschluss, keine Rück­pässe.
• Ziele: Wurf an die Torlatte (vgl. Basketball), Touchdown über eine Linie (vgl. Football).

Hauptteil: 4-gegen-4 im Zentrum

Abwehr Zentrum 3.10. Gruppentaktisches Abwehrverhalten im Viererblock
 3.10. Gruppentaktisches Abwehrverhalten im Viererblock

Organisation und Ablauf

• Die Viererteams beibehalten. Zwei Teams spielen im Handball-Kopfball-Feld frei 4-gegen-4, die beiden anderen Mannschaften spielen im Coachingfeld: Doppelter Strafraum mit zwei Hütchenkontertoren.
• Hin- und Rückspiel: Jede Mannschaft greift je einmal auf das Großtor an und verteidigt es.
• Spielzeit je 5 Minuten, Turnier jeder gegen jeden.

Hinweise

• Das Coaching des Trainers hilft den Spielern, Fehler abzustellen. Dazu die Spielsituation unterbrechen und Lösungen vorschlagen:
A) Der ballnahe 6er läuft den Gegner frontal an, um schnell Balldruck herzustellen. Dann versucht er, ihn nach außen abzudrängen. Der ballferne 6er sichert etwas eingerückt gegen den Pass durch die Lücke und kann im Falle des Querpasses seinen direkten Gegner schnell attackieren.

B) Ist der Dribbler zur Seite abgedrängt, sichert der ballferne 6er im Dreieck vor den Innenverteidigern (Abb.: gelbes Dreieck), weil der freie Gegner im Deckungsschatten (Abb.: rot) nicht angespielt werden kann. Beim Zuspiel in die Spitze doppelt er nach hinten gemeinsam mit dem Innenverteidiger.

C) Die Innenverteidiger sichern zweierlei: Einerseits am Rande des Deckungsschattens des Sechsers gegen den Lückenpass, andererseits so am Gegner, dass sie den kurzen Pass ablaufen können. Beachte den Innenverteidi­ger links im Bild: Er steht NICHT zwischen Tor und Gegner, weil der Gegner dort gar nicht angespielt und gefährlich werden kann. Er steht so überlappend, dass er den Pass ablaufen kann!

D) Ball außen: Der ballferne Innenverteidiger schließt die Lücke zwischen seinem Nebenmann und dem 6er vor ihm. Er ist zur Tiefensicherung etwas nach hinten versetzt und übernimmt die Liberorolle.

Hauptteil: 9-gegen-9

9vs91 3.10. Gruppentaktisches Abwehrverhalten im Viererblock
 3.10. Gruppentaktisches Abwehrverhalten im Viererblock

Organisation und Ablauf

• Die Viererteams zu zwei 8er-Mannschaften zusammenfügen und im halben Feld auf zwei Großtore mit Torhütern spielen lassen.
• Die einstudierten Verhaltensweisen im 9-gegen-9 einfordern und coachen – nur spielen alleine bringt die Spieler nicht so schnell weiter.
• Gute Anwendungen der Inhalte simultan zum Spiel loben, bei Fehlern die Situation anhalten und im Standbild korrigieren.