Freiburger Training: Vertikalpässe durch die gegnerischen Reihen

Wenn die Länderspielpausen anstehen, heißt es für die Trainer in der Bundesliga, dass sie improvisieren müssen. Christian Streich konnte anstatt mindestens 20 Spielern, wie bei normalen Trainingseinheiten, diesmal nur auf 15 Spieler zurückgreifen. Dafür waren die Zuschauer zahlreich erschienen.

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Der Hauptgrund dafür waren die Füchsletage, die der SC immer in der ersten Länderspielpause der neuen Saison abhält. Bei dieser zweitägigen Veranstaltung dürfen mehrere Hundert Kinder aus der Region in der Fußballschule vorspielen. Das Highlight bildet das gemeinsame Training mit der Profimannschaft und der anschließende Besuch beim „richtigen“ Training der Profis.

Der Fokus der Freiburger Trainingseinheit lag auf dem Passspiel und der dazugehörigen Positionierung der Spieler. Wichtiges Trainingselement stellte der Vertikalpass dar.

Freies Passspiel zur Erwärmung


In einem 10m x 10m großem Feld waren jeweils fünf Spieler, die sich den Ball locker zuspielten. Ein Spieler bewegte sich in der Mitte und verteilte die Bälle mit zwei Kontakten. Zur Erschwerung der Aufgabe wurde ein aufblasbarer Dummy in die Mitte des Feldes gestellt, um einen Gegenspieler darzustellen. Christian Streich legte großen Wert darauf, dass die Spieler nicht bloß im Feld trabten, sondern sehr spielnah den Ball forderten, indem sie vor dem Fordern einen Schulterblick tätigten und aus dem Schatten des Dummies entgegenkamen. Nachdem jeder Spieler einmal die Mitte besetzte, wurden in einem zweiten Durchgang die Passschärfe und damit das Tempo deutlich erhöht.

Die nächste Übung stellte die Profis vor einige Probleme, obwohl sie schon öfter trainiert wurde. Die Konstellation mit vier Spielern außen und einem in der Mitte blieb bestehen, doch die Spieler mussten ständig die Positionen wechseln. Der Ablauf sah dabei vor, dass ein Pass in die Mitte gespielt und durch den zentralen Spieler verteilt wurde. Der Spieler, welcher den Pass in die Mitte spielte und der zentrale Spieler mussten nun die Position tauschen. Außen wurde ein Pass longline gespielt, bevor der Ablauf von vorne losging.


Die Herausforderung bei dieser Übung ist, dass lediglich der Spieler, der den Pass in die Mitte spielt, seinem Pass auch nachläuft. Der zentrale Spieler läuft seinem Pass nach außen nicht nach, sondern nimmt die Position des ersten Spielers ein.

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Lösen aus dem Deckungsschatten

Der Dummy wurde nun entfernt und durch einen Spieler ersetzt. So spielten drei Spieler außen und ein Spieler in der Mitte gegen einen passiven Abwehrspieler. Dieser begleitete den Spieler in der Mitte und forderte jenen, sich aktiv aus dem Deckungsschatten zu lösen. Es war auch erlaubt, dass die äußeren Spieler sich einige Bälle zuspielten, bevor sich die Gelegenheit für einen Pass auf den mittleren Spieler ergab, welcher den Ball direkt weiterleiten musste.

Temporeiche Spielform auf engem Feld

Die Torhüter wurden für die nächste Übung zur Unterstützung herangezogen. In einem 30m x 15m großem Feld wurde 7-gegen-7 auf Ballhalten gespielt. Die Mannschaft in Ballbesitz hatte drei Spieler zur Unterstützung. Ein neutraler Spieler bewegte sich im Feld und die beiden Torhüter an den kürzeren Außenlinien. Ziel der Übung war es, so zu kombinieren, dass der Ball zwischen den Torhütern pendelte. Es sollte eine ständige Verlagerung des Ballbesitzes im Feld stattfinden. Ziel, war es, die Strecke zwischen den Torhütern so schnell und direkt wie möglich zu überbrücken. Ein probates Mittel sind hier kurze und lange Vertikalpässe.

Die erfolgreichere Mannschaft schaffte es, das Spielfeld zu groß wie möglich zu machen. Dafür wurden die Ecken des Feldes besetzt und die restlichen Spieler fanden eine gute Staffelung in der Feldmitte. Besonders die Besetzung der Ecken auf der jeweils zu bespielenden Seite ist hier hervorzuheben. Hiermit wurden Vertikalpässe durch die gegnerischen Reihen überhaupt erst möglich gemacht.

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Nach fünf Durchgängen über jeweils 8 Minuten, schickte Christian Streich seine Spieler in die Kindermassen zum Schreiben zahlreicher Autogramme.

Autor: Lars Petersson

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