8. Februar 2011

Effektives Sprungkrafttraining für alle Leistungsklassen


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Voraussetzung für eine optimale Entwicklung der Sprungkraft bzw. für ein effektives Sprungkrafttraining ist immer eine individuelle Trainingssteuerung mit den Inhalten:

Leistungsdiagnostik, Zielsetzung, Trainingsplanung, Trainingsdurchführung, Trainingskontrolle und dem Re-Check durch einen Experten. Darüber hinaus sollte vorab eine Untersuchung beim qualifizierten Physiotherapeuten erfolgen, um eventuelle physiologische Defizite, die ein effektives Sprungkrafttraining beeinträchtigen könnten, aufzuspüren und zu beseitigen.

Professionelle Lösungen haben allerdings auch immer seinen Preis und viele Club-Budgets sind für diese Herangehensweise leider nicht ausgelegt! Somit möchte ich nachfolgend sowohl wissenschaftlich fundierte Studien als auch eigene Erfahrungen aus dem Trainingsalltag mit Fussballern aller Leistungsklassen vorstellen, welche eine gewisse Allgemeingültigkeit für das Training zur Verbesserung der Sprungkraft besitzen.

Hinweise zum Aufwärmen
Unabdingbar für Schnellkraftleistungen ist eine umfangreiche Aufwärmarbeit. Die dadurch erzielte erhöhte Körperkern- und Muskeltemperatur begünstigt eine erhöhte Erregbarkeit des Zentralnervensystems und führt u.a. zu einer gesteigerten Kontraktionsgeschwindigkeit der Muskelfasern. So bewirkt ein Ansteigen der Körpertemperatur um 2 Grad C eine Beschleunigung der Kontraktionsgeschwindigkeit um ca. 20%. (Quelle: Hill, A.V.: The design of muscles. Brit. Med. Bull. 12, 1956, 165f)
Beim Mobilisationstraining bzw. beim passiv-statischen Dehnen im Rahmen der Aufwärmarbeit ist darauf zu achten, dass die Dehnübung bzw. der Dehnreiz eine Zeitdauer von 8 Sekunden nicht überschreitet. Längere statische Dehnreize können die Muskelspannung und damit einhergehend die Leistungsfähigkeit der Kraftfähigkeiten Maximal, Schnell- und Reaktivkraft reduzieren.

Physiologisch günstiges Landen
Was bringen die höchsten und weitesten Sprünge, wenn man beim Landen durch falsche Sprung-, Knie- und Hüftgelenkstellung den passiven und aktiven Bewegungsapparat übermäßig stark beansprucht und somit Verletzungen und/oder Überlastungsschäden provoziert? Aus diesem Grund ist mit jedem Sportler vorab das richtige, gelenkschonende Landen und Stabilisieren nach einem Sprung zu trainieren. Praxis: Bevor wir unseren Focus auf maximale Weite und Höhe der Sprünge legen, trainieren wir mit dem Sportler eine hüftbreite, sanfte Landung auf dem Vorfuß. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass der Sportler in der Landephase nicht mit den Knien nach innen knickt. Erst bei Beherrschen der gelenkschonenden Landetechnik mit vollständiger Stabilisationsphase bei Counter Movement und Standweitsprüngen sollte das Sprungtraining um reaktive bzw. prellende Sprünge erweitert werden.

Verbesserung der vertikalen Sprungkraft -
Überkopfziel versus Hürdensprünge

Oftmals werden von Trainern zur Verbesserung der vertikalen Sprungkraftleistung (Sprunghöhe) als Trainingsmittel vorrangig Hürden großer Höhe verwendet. Dabei wird sich oftmals weder um das Trainingsziel ausreichend Gedanken gemacht noch wird die qualitative Ausführung der Sprünge der Spieler ausreichend kontrolliert. Verwendet man Trainingshürden großer Höhe mit dem Ziel der Verbesserung der vertikalen Sprungkraft (und nicht wie richtigerweise zur Verbesserung der Reaktivkraft und der Explosivkraft der Hüftbeuger), so sollte man sich im klaren sein, dass ein Spieler mit einer durchschnittlichen Sprungkraft von ca. 40cm bei einer Hürdenhöhe von 50 cm und mehr die Knie anziehen muss, um die Hürdenhöhe zu meistern. Die Motivation des Spielers sowie sein Blick sind nach unten gerichtet was nicht sinnvoll ist! Predigen wir nicht schon den Jugendspielern nicht nach unten zu schauen? Was macht der Spieler bei einer hohen Flanke oder Eckball? Hilft es ihm dann wenn er die Knie anzieht? Oder muss er dann nach oben springen? Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass in Sportarten mit einem Überkopfziel wie beim Basketball oder beim Volleyball die Sportler im Vergleich zu anderen Spielsportlern überdurchschnittliche vertikale Sprungkraftleistungen aufweisen. (Quelle: Ford KR, Meyer GD, Smith RL, Byrnes RN, Dopirak SE, Hewett TE: Use of an overhead goal alters vertical jump performance and biomechanics, J Strength and Cond Res 19, 2005, 394-399).
Bei meiner Tätigkeit als Schnelligkeits- und Athletiktrainer habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht. So habe ich bei Sprungkraftanalysen zahlreiche Sportler einen Counter Movement Jump zunächst mit der Anweisung „Nun spring mal so hoch wie du kannst“ ausführen lassen. Danach habe ich die Sportler den gleichen Sprung noch einmal ausführen lassen. Bei diesem Versuch habe ich als Motivation einen mobilen Kopfballpendel verwendet und den Ball so hoch positioniert, dass es für den Sportler eine echte Herausforderung darstellte, den Ball zu erreichen. Motivation und Blick waren nach oben gerichtet! Das Ergebnis: Die Sportler erreichten alle samt eine bessere Sprunghöhe beim Sprung mit Kopfballpendel bzw. durch die nach oben gerichtete Motivation des Balles. Im Schnitt ca. 8% Sprungkraftsteigerung! Der Transfer in die Praxis dürfte hier einfach sein. Möchte man effektives vertikales Sprungkrafttraining durchführen, so ist der Kopfballpendel das Trainingsgerät der Wahl (ideal auch für das Timing beim Kopfball).

Maximalkraft als Grundlage der Sprungkraft
Zahlreiche Studien belegen den Einfluss des Maximalkraftniveaus des Sportlers auf seine horizontale und vertikale Sprungkraftleistung. So lassen Untersuchungen erkennen, dass sowohl die vertikale als auch die horizontale Sprungkraft durch eine Verbesserung der Maximalkraft der Bein- und Wadenmuskulatur zunehmen. Hier wurde ermittelt, dass vertikale und horizontale Sprungkraftleistungen um bis zu 74% vom Maximalkraftniveau abhängig sind. (Quelle: Heyden, G./Droste, J./Steinhöfer, D.: Zum Zusammenhang von Maximalkraft, Schnellkraft und Bewegungsschnelligkeit. Leistungssport 2, 1988, 36-46.) Somit sollte ein Trainingsplan zur Verbesserung der Sprungkraft auch immer ein Training zur Verbesserung der Maximalkraft von Bein- und Wadenmuskulatur beinhalten. Übungsbeispiel: Kniebeuge.

Überschwellige Trainingsreize, Erholungs- und Superkompensationszeiten
Um zielgerichtet Trainingsfortschritte durch trainingsbedingte Anpassungsprozesse auszulösen, benötigt der Organismus ein gesteuerten Wechsel von Beanspruchung durch überschwelligeTrainingsreize und Erholung. Damit der Körper nach einer überschwelligen Belastung eine Wiederherstellung des Leistungsniveaus über das Ausgangsniveau vollziehen kann (Superkompensation) ist zudem das Wissen um Superkompensationszeiten von großer Bedeutung. Reicht zu Beginn beim Sprungkrafttraining das Körpergewicht des Sportlers, um Trainingsfortschritte zu erzielen, bedarf das fortgeschrittene Sprungkrafttraining Zusatzgewichte bzw. Zugwiderstände, um Leistungssteigerungen herbeizuführen. Im Bereich des Belastungsparameters Intensität wäre hier ein Zugwiderstand oder Zusatzlast ideal, die es dem Sportler ermöglicht 70% seiner maximalen Sprunghöhe noch zu erreichen. Arbeitet man mit Gewichtswesten, so ist hier die Empfehlung von 5- 10% des Körpergewichtes auszusprechen, möchte man dieser Forderung nachkommen. Für den Leistungssteigernden Effekt nach Sprungkrafttrainingseinheiten hier einige Superkompensationszeiten für trainierte Sportler:

Reines konzentrisches Krafttraining ca. 1 Tag
Einfache plyometrische Sprungformen ca. 1 Tag
Krafttraining (Muskelaufbau) ca. 3 Tage
Mittlere plyometrische Sprungformen ca. 3 Tage
Maximalkrafttraining ca. 7 Tage
Intensive plyometrische Sprungformen ca. 9 Tage

Praxisbeispiele zahlreicher Übungen zur Verbesserung der vertikalen und horizontalen Sprungkraft, reaktiver und nichtreaktiver Sprungformen sowie einem möglichen Belastungsgefüge zur Trainingsplanung finden Sie unter: www.soccer5x.de auf der Seite der Trainingsclips in den Kategorien Kraft, Schnellkraft und Reaktivkraft. Tipp: 2 x pro Woche 3-4 Übungen zusätzlich zum Basisfussballtraining.


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26. Januar 2011

Vorbereitung auf die Rückserie


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Der Blog von Hans-Dieter Schmidt

Zuerst sollte man sich Gedanken über die wichtigsten Kriterien des Sportspiels Fußball machen:

1. Talent
2. Ausdauer
3. Kraft
4. Schnelligkeit
5. Beweglichkeit
6. Gewandtheit
7. Koordination
8. Technik
9. Parteispiele
10. Taktisches Verständnis
11. Nervliche Stabilität
12. Kinetische Untersuchungen
13. Soziales Verhalten
14. Teamfähigkeit
15. Willen zum Erfolg
16. Gemeinsame Festlegung der Ziele
17. Ernährung
18. Schlaf
19. Persönliches Umfeld
20. Außendarstellung in den Medien

Die Vorbereitung auf die Rückserie der Saison ist im Winter sehr viel
schwieriger zu gestalten, als im Sommer. Das Wetter macht oftmals einen
Strich durch die Rechnung und setzt ein hohes Maß an Flexibilität und
Organisationstalent bei den verantwortlichen Trainern und Managern
voraus. Viele Vereine starten mit viel Aufwand in südliche Gefilde,
manche bleiben auf der heimischen “ Scholle “. Ich bin mit meinen
Mannschaften gern im Hotel Veronello in Bardolino/Gardasee in Italien
gewesen. 12 – 15 Grad, eine herrliche Anlage ( Trainingszentrum von
Chievo Verona ) italienische Küche und umgeben von Weinbergen .
Freundschaftsspiele gegen italienische Mannschaften im
Trainingszentrum sind immer möglich, Ausflüge in das nahe Verona oder
nach Mailand eine willkommene Abwechslung. Es besteht auch die
Möglichkeit, in diesen Städten mal ein Serie A Spiel live zu erleben. Ein
Erlebnis für die Spieler und zusätzlicher Ansporn zugleich.
Amateurvereine können zusätzlich Edelfans mitnehmen, um die
Gesamtkosten zu minimieren. Für die natürlich auch ein spezielles
Programm angeboten werden sollte.

Im Trainingslager könnte dreimal täglich gezielt trainiert werden.

Bis 08.30 Uhr Frühstück
Bis 09.45 Uhr Massagen und Verbände
10.00 Training mit Schwerpunkt nach Stand der Vorbereitung
12.30 Mittagessen
13.00 Mittagsruhe
14.30 Vorbereitung Spiel + Kaffee + Stück Kuchen
15.30 Freundschaftsspiel ( 3 Blöcke – 2 Blöcke spielen, einer pausiert )
18.15 Ausdauerbereich
Spieler Regeneration 40 Minuten 130 – 150 Puls
Pausierende Spieler 2 x 30 Minuten 2 x 30 140 – 170 Puls
20.00 Abendessen

Abendgestaltung:
Massagen, Taktikbesprechung, Freizeit

Möglichkeit:
3 x wöchentlich Sauna abends ( zwei Flaschen Bier sind erlaubt )

Begründung:
Öffnung der Blutgefäße, Der letzte Gang ohne Kälteeinwirkung ( damit bleiben
im Schlaf die Gefäße geöffnet und das Laktat ( Milchsäure ) wird leichter abgebaut.

Achtung: Achten Sie mit den medizinischen Mitarbeitern auf alle
Anzeichen von grippalen Infekten. Rausnehmen aus der Gruppe und ab
in ein Einzelzimmer.

Nun gehen wir einmal zurück in eine Vorbereitung zu Hause:
Diese Vorbereitung ist schwieriger zu organisieren als ein Trainingslager.
Witterung, Platzverhältnisse, freie Hallenzeiten,städtische Sportämter;
Unwägbarkeiten und Entscheidungen, die sich täglich ändern können.

Belastungen:
Ausdauer:

Die Energiebereitstellung geschieht durch das Verbrennen von Fetten (
120 – 150 Puls ), dem Entleeren der Kohlehydratspeicher ( ca. 150 – 180
Puls ) und dem kurzen Ausnutzen des im Körper vorhandenen Glykogen
( über 180 Puls ). Entscheidend ist es, durch Laktatuntersuchungen (
Bildung von Milchsäure ) die Schwelle festzustellen, wo die aerobe auf
die anaerobe Energiezufuhr umschaltet. Diese Schwelle ist bei fast allen
Spielern unterschiedlich und dürfte, um als gut bezeichnet zu werden,
über 4mm liegen. Genauso bedeutend ist es, die Erholungsfähigkeit der
Spieler festzustellen, davon hängt es ab, wie oft und wann er wieder
bereit ist, mit Energieeinsatz an der nächsten Aktion teilzunehmen. Die
Schwelle der einzelnen Akteure gezielt nach oben zu entwickeln
bedeutet, dass die Mannschaft mittelfristig in der Lage ist, von einem
höheren Ausgangsniveau in ein Spiel zu gehen und dieses auch im
gesamten Spiel nutzen zu können.

Torwarte klammern wir mal aus, Innenverteidiger kann man von der
vermuteten Schwelle mit Stürmern vergleichen, Außenverteidiger mit
Mittelfeldspielern. Hilfreich wäre hier eine Laktatuntersuchung vor der
Vorbereitung und 14 Tage in der Saison, danach können auch wirklich
hilfreiche Rückschlüsse auf die individuelle Trainingsarbeit gezogen
werden. Durch eine überschnittliche Ausdauerfähigkeit, als Grundlage
der körperlichen Fitness, ist es möglich, ein Spiel und natürlich eine
Saison ökonomischer durch zu stehen und vielleicht sogar die Karriere
zu verlängern. Geringere Verletzungsgefahr läuft durch eine gute
Grundlagenausdauer einher.

Manche Länder haben in Ihrer Trainingslehre unterschiedliche
Auffassungen: Holland und auch Norwegen verfolgen einen anderen
Weg: Alle Ausdauerarbeit wird mit Ball gemacht.

Vorteil:
1. Gleichzeitige Verbesserung der Technik mit Ball und Kombinationssicherheit.
2. Motivation für die Spieler ist höher

Nachteil:
1. Unsichere Steuerung der Trainingsbelastung
2. Den Spielern wird es zu leicht gemacht
3. Verletzungsgefahr erhöht sich

1. Steigen sie nicht zu hart ein, gehen sie gezielt vor:

1. Leichte Ausdauerarbeit in der ersten Woche
( bis 150 Puls, mit Pulsuhren überprüfen )
Zuzüglich Sprünge zur Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur
2. Allgemeine Kräftigung ( Halle oder Studio )
3. Koordination ( Halle oder Klubhaus )
4. Beweglichkeit und Gewandtheit ( Halle )
5. Technik ( Halle )

Dies sind die Schwerpunkte für die erste Woche

Achten Sie auf grippale Infekte : Betroffene Akteure sofort rausnehmen

2. Woche

1. Ausdauerarbeit in der 2. Woche
( bis 170 Puls, mit Pulsuhren überprüfen )
Hürdensprünge zur Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur

2. Punkte 2 – 5 der ersten Woche beibehalten

3. Je nach Platzverhältnissen große Spiele auf dem Platz 11:11, 13: 13,10:10 bis 5:5

Je nach Platzverhältnissen Spielformen Feld 60m – 40 m

1 Torwart – 4er Kette – 3 MF – 1 Stürmer – 1 Torwart – 2er Kette – 4 MF – 2 ST – 2 Kontakte
Torschüsse, Flanken, Hinterlaufen, Passformen

Erstes Freundschaftsspiel bestreiten ( Halbzeit komplett wechseln )

3. Woche

1. Ausdauerarbeit in der 3. Woche bis kurze Spitzen
( 180 und höher, mit Pulsuhren überprüfen)

Diese Form bis 2 x wöchentlich, sonst bis 150 Puls oder 180 Puls
zuzüglich Hürdensprünge zur Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur

Je nach Platzverhältnissen 8 -8 2 x 20 Minuten – 2 Kontakte – Strafraum – Strafraum

Spielformen mit taktische Schwerpunkten

Pressing, Zustellen
2 x wöchentlich kleine Parteispiele in der Halle oder Soccerhalle.
4:4 Belastung 2 Minuten Wechsel gleiche Zeit aktive Pause -
3:3 Belastung 1 ½ Minuten Wechsel “
2:2 Belastung 1 Minute “ “
1:1 Belastung 30 sek “ “

2 Freundschaftsspiele

4. Woche

Schwerpunkt:
1. Ausdauerbereich 3 8er Teams -Strafraum – Strafraum

8 – 8 Spiel 10 Minuten 2 Kontakte, 1 8er Team läuft
( 4 x spielen, 2 x laufen )

Laufen 2 x 30 Minuten, Hürdensprünge zur Stärkung der Oberschenkelmuskulatur

2. 1 x Parteispiele

3. 2 Freundschaftsspiele ( Halbzeit komplett wechseln )

4. 3 + 4 der ersten Woche

5. Dynamische Sprints mit und ohne Ball mit Ruhepausen ( Halle oder Platz )

Sind aufgrund von Spielabsagen 6 Wochen Vorbereitung möglich,
strecken Sie das Programm jeweils auf 1 !/2 Wochen.
Nehmen Sie die älteren A Jugendspieler ab der Rückrunde in den Kader
auf. Setzen sie sie auch in den Spielen ein. So wissen Sie frühzeitig, wer
es zu Ihnen schafft. Das jeweilige Aufwärmen wird durch den Ort und
die Platzverhältnisse bestimmt. Reichen Sie während der
Trainingseinheiten heißen Tee oder Mineraldrinks. Legen Sie mal einen
Sauna + Massagetag + ein oder besuchen sie gemeinsam ein
Thermalbad.Versuchen Sie in den Freundschaftsspielen auch mal
taktische Schwerpunkte einzustreuen (Pressing, verschieben, zustellen,
direktes Spiel in die Spitze, Standards defensiv wie offensiv – ).
Sollten Einladungen zu Hallenturnieren vorliegen, würde ich bei 2
Turnieren zusagen. Druck durch Zuschauer, schnelles Passspiel, schnelle
Defensiv+Offensivaktionen helfen jungen Spielern bei der Entwicklung.
Antrittsgagen bekommt der Klub, gewonnene Prämien die Mannschaftskasse.

Vorschlag: 2 Gruppen bilden

1. Gruppe trainiert normal auf dem Platz

2. Gruppe für das Turnier
2 Torleute, 2 x 4 Spieler ( pro Position 2 Spieler ) + 2
Auswechselspieler mit Teileinsätzen ( z. B. bei Verletzungen )
Gewechselt wird jeweils komplett nach 2 Minuten.
Beim nächsten Turnier werden die Gruppen gewechselt.

Bei Freundschaftsspielen würde ich nicht nur die angebliche
Stammmannschaft einsetzen, weil die gibt es im Fußball nicht.
Verletzungen ( Adler, Neuer WM 2010 ), gelb – rote Karten, rote Karten,
Formschwankungen können schnell zu Veränderungen führen. Deshalb
macht es Sinn, den Spielern das Gefühl in der Vorbereitung zu
vermitteln, dass Veränderungen in der Aufstellung positiv sein können
und nicht automatisch zu Leistungseinbrüchen führen müssen. Man muss
sich nur darauf einstellen.

Sehen Sie die Trainingsschwerpunkte als Bausteine, wo unterschiedliche
Übungen zum gleichen Effekt führen ( Koordinationsleiter). Suchen Sie
aus vielen Übungen immer wieder andere aus. Fachliteratur,
Internet,Fachzeitschrift Fußballtraining, DFB sind Möglichkeiten, um
individuell für Profis, Amateure oder ältere Jugendmannschaften die
unterschiedlichen Bausteine mit kreativen Trainingsaufgaben zu füllen.
Gerade die Vorbereitung gibt dem Trainer auch mal die Möglichkeit, an
Standards defensiv und offensiv zu arbeiten.

Defensiv: Weg vom Festhalten im Strafraum, die kopfballstarken Spieler
gehen zum Flankenball

Offensiv: Von der Seite wird ein hoher Flankenball zum Tor ( lange
Ecke ) über die gesamte Abwehr gespielt. 6 – 7 eigene Spieler
laufen in den Raum ein und versuchen zu vollstrecken. Durch
das Einlaufen wird der Torwart irritiert und der Ball geht
manchmal sogar direkt ins Tor ( schwer zu verteidigen )


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13. Januar 2011

Philosophien


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Der Blog von Hans-Dieter Schmidt

Um im Fußballsport als Trainer erfolgreich arbeiten zu können,
ist es wichtig, sich gedanklich unabhängig zu machen.
Dies ist nicht so einfach, weil materielle Abhängigkeiten vom
Verein, seinen handelnden Personen, dem Druck der Anhänger,
dem Druck der Medien, den anders gelagerten Interessen von
Spieleragenten und Beratern, sowie den Eigeninteressen der
Spieler dem entgegenstehen.

Um einer neuen Mannschaft einen passenden, taktischen
Maßanzug zu verpassen, bedarf es einiger, planbarer
Komponenten.

1. Spielphilosophie des Vereins und des Trainers in Einklang zu bringen
Blicken wir mal kurz auf Arsenal London und den FC Bayern
München. Beides seriöse und erstklassige Klubs. Mit völlig
unterschiedlichen Trainern und Philosophien. Hier der
Franzose Arsen Wenger, dort der Holländer Louis van Gaal.
Bei Arsenal kreativer Offensivfußball mit Schwerpunkt
druckvollem Kurzpassspiel, unter Risikonahme einer
geschwächten Abwehrarbeit. Manchmal sogar schöner
Fußball, als Selbstzweck ; ohne immer erfolgreich zu sein.

Beim FC Bayern Konzeptfußball, Ballsicherung mit hohen
Prozentzahlen für Statistiker. Ohne dieser Kreativität, die man
dem holländischen Fußball so gern nachsagt, allerdings
ausgesprochen erfolgsorientiert. Das Ergebnis rechtfertigt Vieles.

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2. Nicht jeder Trainer oder Spieler passt zu jedem Verein
Der VfL Bochum oder der TSV 1860 München suchen andere
Trainer und Spieler wie Bayer Leverkusen oder der FC
Bayern. Kampf wird geschätzt und nicht immer Filigranarbeit.
Das hat auch etwas mit speziellen Regionen zu tun und ihrer
Historie . Die Vereine des “ Ruhrpotts “ und der
Arbeiterverein aus München sind eben nicht mit der Werkself
oder dem Weltklub von der Säbener Strasse zu vergleichen.
Trainer und Spieler können bei einem Verein die Stars sein und
versagen unter anderen Bedingungen vollständig.

Auch ist es eine Tatsache, dass oftmals erstklassige Trainer oder
Spieler gerade überraschend scheitern, wenn sie den Sprung zu
einem ausländischen Klub wagen. Eine neue Kultur, fehlende
Sprachkenntnisse und eine entsprechende Eingewöhnungszeit
lassen die Leistungsfähigkeit manchmal um 30% sinken; genug,
um nicht an die 100% Hoffnungen der Vertragspartner zu kommen.

3. Meine Philosophie:
In den letzten Jahren wurde den Fußballanhängern suggeriert,
dass der Fußball mit 3 Spitzen das Nonplusultra der Offensive
sei. Ein Trainer, der mit 2 Spitzen oder sogar nur einer Spitze
agieren ließ, stand oft unberechtigt in der Kritik. Entscheidend
meiner Ansicht nach ist es nicht, mit wie viel vermeintlichen
Spitzen eine Mannschaft spielt, sondern wie ein Team als
kompakte Einheit mit Kreativität und individueller Klasse auftritt.

1. Im 1+4+2+3+1 System:
1. Torwart – Stabilisator und Libero -

2. Innenverteidiger – Groß, schnell, beweglich und
gewandt, Kopf-und zweikampfstark
ohne Foul zu spielen, gute
Spieleröffnung und gefährlich bei
eigenen Standards, taktische Führung -

3. Außenverteidiger – Meist kleinere Spieler, schnell und
ausdauernd, sehr gute Technik,
sauberes Passspiel, Einschalten in den
Angriff mit Dribblings und
torgefährlichen Flanken, bei
Ballbesitz der eigenen Mannschaft
Einrücken in die 2er Defensive, um
im Mittelfeld Überzahl zu schaffen,
taktisches Verschieben in der Kette,
Kombinationsspieler.

4. Zentrale Mittelfeldspieler: Der defensive Part könnte von
einem Vario gespielt werden ( vielseitig,lauf- und
zweikampfstark ), Ablaufen, keine Fouls, kopfballstark,
taktischer Leader, torgefährlich bei eigenen Standards, großer Spieler.

Der offensive Part würde vom ersten Spielmacher ausgefüllt
werden. Spielstark, beweglich und gewandt, sicheres
Passspiel, verdeckte Pässe in die Spitze, Einrücken in die
Räume zur Unterstützung der Offensive, Freistöße und
Eckbälle, Zustellen der Räume

5. Dreierreihe hinter der Spitze:
Halb – rechts ( nicht Außen ): Schnell, kann Räume aufreißen,
Dribbelstark, Flanken, torgefährlich, laufstark, läuft
Ballbesitzer an, kombinationssicher, defensiv abdeckend

6. halb-links: genau wie halb-rechts

7. Zentraler Spielmacher wie Spielmacher auf der zentralen
Mittelfeldposition.

8. Spitze:
groß, schnell, kopfballstark, beweglich, kann den Ball
halten, kommt aus dem Rücken des Abwehrspielers,
schafft Räume für die nachstoßenden
Mittelfeldspieler, lauert auf Quer-und Rückpässe, legt auf.

Fussballtraining.de-Tipp:Praktische und moderne Trainingsgestaltung mit Kartotheken.

Eingebettet in ein funktionierendes Team soll sich ein jeder
Spieler, nach Erfüllung seiner mannschaftstaktischen Vorgaben,
individuell kreativ zu einer Spielerpersönlichkeit entwickeln.
Die Erkenntnis aus den letzten Weltmeisterschaften war in erster
Linie, dass 2006 Italien und Frankreich mit einer Spitze
erfolgreich waren und 2010 die deutsche Mannschaft meist
ähnlich auftrat.

Im 1+4+1+3+2 System spielen die äußeren Mittelfeldspieler am
jeweiligen Flügel.

In beiden Systemen wird in einem bestimmten Raum
ergebnisorientiert agiert und ballorientiert verschoben, gepresst,
Zweikämpfe gewonnen und mit schnellem Tempofußball in die
Spitze gespielt und nachgerückt. Dies geschieht ohne Foulspiel,
um dem Gegner keine Pausen oder Standardsituationen zu
gestatten. Besonders dann, wenn die eigene Elf im Rückstand
ist. Ist man in Führung, kann durch ballsicheres
Kombinationsspiel die Grundlage für ein erfolgreiches Spiel
gelegt werden.

Ich würde mich freuen, wenn sie einen Kommentar schreiben.

Hans – Dieter Schmidt


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