30. Januar 2012

FC Bayern München – VfL Wolfsburg, Trainingsreport


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Bei eiskalter Witterung knapp unter dem Gefrierpunkt und frischen Windzügen bat Trainer Jupp Heynckes seine Mannen am Sonntagvormittag zum Training an der Säbener Straße. Trotz der Temperaturen zogen hunderte Bayernfans zum Rekordmeister und begutachteten die Trainingsfortschritte der Roten, insbesondere nach dem dürftigen 2:0-Sieg am Vortag gegen den VfL Wolfsburg, der die hoch gesteckten Erwartungen der Anhänger kaum erfüllen konnte.

Auslaufen nach Wolfsburg-Spiel

Aufgrund der Belastung der Partie am Samstagnachmittag teilte das Trainerteam um Heynckes die Mannschaft daher in zwei Gruppen ein. Die tags zuvor über 90 Minuten aktiven Spieler bildeten die Regenerationsgruppe und zeigten sich den zahlreichen Fans über 45 Minuten beim Auslaufen unter Anleitung von Fitnesstrainer Marcelo Martins. Die hierbei angeschlagene Geschwindigkeit lag bei im extensiven Grundlagenausdauerbereich bei schätzungsweise ca. 60% der maximalen Herzfrequenz. Anschließend ging die Stammelf vom Samstag geschlossen in das Leistungszentrum, was auf weitere Regenerationsmaßnahmen im Fitnessbereich schließen lässt.

Druck- und Steilpässe im Positionswechsel

Währenddessen durften die restlichen Spieler dem regulären Trainingsbetrieb unter Führung von Heynckes von Peter Hermann beiwohnen. In einer ersten Passübung zur Ballgewöhnung sollte insbesondere der steile Druckpass in die Tiefe und das „Steil-Klatsch-Prinzip“ eingeübt werden. Hierzu spielt A auf B, der nach einer Auftaktbewegung entgegenkommt und das Leder für den nachrückenden A abstoppt. Während dieser nun erneut in den Ball startet, kommen C und D ebenfalls nach einer Auftaktbewegung kurz und bieten sich für ein Anspiel an. A spielt jedoch konstant auf C, weshalb D sein Angebot sofort abbricht, sich dreht und mit dem richtigen Timing in den von D abprallenden Pass sprinten und diesen direkt auf E weiterleitet.

Anschließend startet das Spielchen von der anderen Seite aus, das E mit einem Pass auf C einleitet. Währenddessen wechseln die anderen Spieler ihre Position. A übernimmt die Rolle von B und B wechselt übernimmt die Aufgabe von D, der sich nach seinem Abspiel wieder hinter E anstellt. Diese Übung lässt sich sehr gut mit wenigen Spielern einsetzen und wurde wohl auch deshalb von Hermann ausgewählt. Theoretisch reichen sieben Akteure um eine gut funktionierende Endlosschleife zu generieren, bei der die oben erwähnten Inhalte eingeübt werden können. Mit zunehmender Dauer forderte Hermann immer mehr Passschärfe und wollte nur direktes Spiel sehen, bei der der Angespielte immer wieder den Druck aus dem Ball nehmen sollte

Doppelpaesse im Bayern-Training

Trainingsspiel mit 2 freien Anspielern

Anschließend ging die achtköpfige Rumpftruppe um Tymoshchuk, Breno und Co. in die bekannte Spielform „3vs3+2“, wobei auf einem ca. 10×10 Meter großem Quadrat drei gegen drei mit zwei freien Zuspielern gezeigt wurde. Ziel des Spielchens ist es, die Kugel in den eigenen Reihen zu halten und durch Einbindung der zwei „Freien“ möglichst lange im Ballbesitz zu bleiben. Durch die engen Räume wird immer wieder sehr viel Druck auf den Ballführenden erzeugt und somit unter anderem dessen Handlungsschnelligkeit geschult. Bei Ballverlust einer Mannschaft muss diese in die defensive Rolle schlüpfen und versuchen das Leder wieder zu erobern.

Hans-Jörg Butt im Torwarttraining

Währenddessen beschäftigte sich Torwarttrainer Toni Tapalovic mit Rouven Sattelmaier und Hans-Jörg Butt und bereitete die beiden Keeper auf die folgende Torschlussübung vor. Hierbei wurde insbesondere die laterale Schnelligkeit und die Ballsicherheit mit dem linken Fuß geschult. Hierzu sollten die Torleute Hindernisse vor dem Tor seitlich überqueren und auf ihrer linken Seite den zugeworfenen Ball volley zurückpassen, auf der rechten Seite den geschossenen Ball abwehren. In mehreren Durchgängen erhöhte Tapalovic zusehends die Intensität und die Höhe der zu überquerenden Hindernisse (erst Stangen auf dem Boden, dann auf Hütchen usw.)

Jörg Butt beim Torwarttraining

Angfriffskombinationen mit Torabschluss

In der abschließenden Torschussübung wurden die Spieler nun auf vier Stangen verteilt. Hermann spielt aus der Position A einen Pass auf B, der sich seitlich nach Außen von seiner Stange löst und die Kugel mit zwei Kontakten diagonal auf C weiterleitet. Dieser lässt dasselbe Verhaltensmuster erkennen, löst sich ebenfalls nach Außen, nimmt das Leder möglichst dynamisch in Laufrichtung mit und vollendet.

Bayern beim Torschuss-Training

In einer abschließenden Variation versuchte Hermann nun das „Steil-Diagonal-Prinzip“ auszuhebeln, denn der zweite Pass sollte nicht mehr diagonal gespielt werden, sondern der offensive der selben Seite sollte sich in die Tiefe lösen.

Autor: Dominik Langenegger

Alle Grafiken erstellt mit www.easy2coach.net

25. Januar 2012

Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München, Trainingsreport vom 23.01.2012


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An einem verregneten Montagnachmittag konnte Jupp Heynckes fast auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Lediglich die verletzten Daniel van Buyten und Diego Contento konnten die Trainingseinheit nicht absolvieren, dafür nahmen jedoch Emre Can und Dennis Chessa von der zweiten Mannschaft am Betrieb teil und ermöglichten dem FCB-Trainerteam somit groß angelegte Spielformen. Bis zur Partie gegen den VfL Wolfsburg hat Heynckes in dieser Woche noch sechs Einheiten terminiert und untermauert somit, dass die Bayernprofis die Schmach aus der Partie gegen Mönchengladbach möglichst schnell tilgen möchten. Die hohe Trainingsbelastung in dieser Woche sorgte jedoch offenbar für eine etwas ruhigere Einheit am Montag.


Doppelpass-Übungen im Bayern-Training

Kurzpassspiel, Doppelpässe und Passwege

Nach einer ca. 30-minütigen Laufschule zur Erwärmung kamen die Bayern-Akteure auf den Trainingsplatz und gingen sofort in die von Assistenz-Trainer Herrmann gewohnten Passschemata über und starteten in die Einheit somit klassisch mit Ballgewöhnung. In der ersten Variante spielt A den Ball auf den zentral agierenden B, der mit der Ballannahme aufdreht, die Kugel auf den diagonal postierten C weiterleitet und mit diesem einen Doppelpass spielt. C nimmt das Leder nach kurzem Antritt an und mit und stellt sich wieder bei A an. Alle Akteure laufen ihren jeweiligen Passwegen nach, so dass ein konstanter Übungsablauf gewährleistet wird.


Doppelpass-Übungen im Bayern-Training

Anschließend änderte Herrmann den Ablauf etwas ab, so dass der zentrale Spieler B den Ball nun als Wandspieler auf den nachrückenden A klatschen lässt, dieser den Ball weiterhin diagonal in die Tiefe auf C spielt und C und B die Aktion erneut einen Doppelpass abschließen

In der letzten Variante kommt B sehr kurz auf A zu, lässt die Kugel passieren und setzt den auf der Gegenseite startenden C in Szene.

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Bayern-Spielform auf Stangentore

Direkt im Anschluss winkte das Trainergespann die Profis weiter und bildete zwei gleich große Teams. Auf einem Viertel Spielfeld wurden die Stangentore in der abgebildeten Art und Weise aufgestellt, ein erfolgreicher Druckpass durch ein solches Tor zu einem Mitspieler ergibt einen Punkt – allerdings bedarf es drei erfolgreicher Anspiele innerhalb des Teams, um den Ball zuvor „scharf“ zu machen, d.h. erst nach einer kurzem Passstafette mit drei Stationen wurde ein Zuspiel durch ein Tor als Punkt gewertet. Aufgrund der großen Spielerzahl wurden hier immer wieder sehr viel Druck auf den Ballbesitzer generiert und somit auch der öffnende Pass aus Drucksituationen heraus forciert und honoriert. Diese Übung wendete das Trainerteam in intervallartiger Belastung an mit drei jeweils fünfminütigen Belastungsphasen und dazwischen je ein bis zwei Minuten lohnender Pause.


Bayern-Training nach Gladbach-Spiel

Bayern-Abschlussspiel mit Anspielern

Abschließend ging die Bayern-Truppe in eine Spielform auf zwei Tore über. Bei diesem Spiel auf doppeltem Strafraum wurde im Feld Sechs gegen Sechs gespielt. Zusätzlich hatten beide Teams in der offensiven Hälfte vier Anspieler außerhalb des Feldes: Zwei neben den Toren, zwei auf den Flügeln. So sollte ein schneller Aufbau aus der eigenen Hälfte gelingen und die Kugel auf direktem Weg in die Angriffshälfte geleitet werden. Über die dort vorhandene Überzahl sollten die Profis so schnell und präzise zum Abschluss kommen. Aufgrund der sehr engen Raumverhältnisse musste somit auch beim Torschuss jederzeit mit attackierenden Gegenspielern gerechnet werden.

Bei nasskaltem Wetter boten die Profis den wenigen Zuschauern somit einiges an Action und viele intensive Zweikämpfe. Franck Ribéry hatte sich offensichtlich bei den Temperaturen für ein besonderes Schmankerl entschieden: Auf dem Kleiderschrank wählte der kleine Franzose eine schwarze enganliegende Leggins unter seinen Shorts und sorgte somit für einige erstaunte Blicke unter den modebewussten Münchener Fans.

Autor: Dominik Langenegger

1. Dezember 2011

FC Bayern München – SV Werder Bremen, Trainingsreport 30.11.2011


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Bis auf Bastian Schweinsteiger betraten alle fitten Bayernspieler das Trainingsgelände an der Säbener Straße, so dass den Zuschauern das fast vollständige Starensemble des Rekordmeisters präsentiert wurde und somit 20 Feldspieler und drei Torleute auf Beschäftigung warteten. Chefcoach Jupp Heynckes, der offensichtlich gesundheitlich immer noch angeschlagen war, hielt sich hierbei aus der aktiven Trainingsgestaltung zurück und überlies seinen Assistenten Peter Hermann und Hermann Gerland das Feld. Stürmer Mario Gomez musste das Training bereits nach einer knappen Stunde aufgrund eines Schlages auf das Schienbein abbrechen und wurde sofort behandelt. Genaueres zu dem Zustand des Nationalspielers liegt noch nicht vor.

Vorbereitung gegen Bremen

Mario Gomez und Ivica Olic im Passkombinationstraining

Bayern Training Bremen

Nach einer ausführlichen Laufschule auf dem Nebenplatz wies Hermann seine Mannen erneut in die bekannten Passkombinationsmuster ein – mit den Vorgaben immer seinem Pass nachzulaufen, so die neue Position zu besetzen und abwechselnd über die rechte und linke Seite zu spielen. In der ersten Variante passt Spieler A zu B, der mit der Ballannahme aufdreht und auf C weiterleitet. Der grau dargestellte, stationäre C (zumeist Mario Gomez oder Ivica Olic) lässt auf B klatschen, der wiederum D anspielt. Dieser löst sich mit der Ballannahme nach Außen, spielt einen Doppelpass mit E und schickt diesen damit zurück zur Ausgangsposition. Eine kleine Änderung fügte Hermann nach einiger Zeit ein, als B nicht mehr aufdrehen, sondern ebenfalls prallen lassen sollte.

Passkombinationen mit Tiefenpass

Vorbereitung gegen Dortmund

In der zweiten Version wurde B mit einem direkten Pass von A in die Tiefe zu C überspielt, der wieder auf B ablegte. B überspielte nun seinerseits C mit einem Druckpass auf D, der sich nach Innen löste, um einen Doppelpass mit C zu spielen. Anschließend bediente D den Spieler E per Steilpass in die Tiefe.

Passkombinationen, Variante C

Grafik Bayern Training

In einer dritten Abwandlung wies Hermann die Bayern an B abermals aufdrehen zu lassen und anschließend direkt auf D weiterzuspielen. D ließ das Leder auf den nachrückenden C klatschen, der das Leder direkt auf E weiterleitete. E spielte nun den aus Variante 1 bekannten Doppelpass mit „klatschen lassen und steil gehen“ mit D und kam so wieder zu A zurück.

Manuel Neuer – Kraft- und Reaktionstraining

Vorbereitung gegen Dortmund

Anschließend trennte das Trainergespann die Truppe – Torwarttrainer Toni Tapalovic kümmerte sich um die drei Torhüter und absolvierte unter anderem folgende interessante Übung. Tapalovic stand mit einem kleinen Medizinball hinter dem Gehäuse, der Torwart wandte ihm den Blick zu und musste den über das Tor zugeworfenen Medizinball in der Luft fangen und direkt zurückwerfen. Anschließend folgten zwei schnell aufeinanderfolgende Distanzschüsse der beiden anderen Keeper.

Bayern-Trainingsspiel Zehn gegen Zehn

Die Feldspieler hingegen wurden von Hermann und Gerland auf der anderen Feldhälfte betreut. In dieser Spielform „Zehn gegen Zehn mit zehn Zuspielen“ auf zwei Tore setzte das Trainerteam folgende Vorgaben: Erst nach zehn erfolgreichen Pässen innerhalb eines der beiden Teams durfte ein Tor erzielt werden. Somit konnte der Ball erst nach zehn Zuspielen „scharfgemacht“ werden und auch anschließend zählte der Treffer nur, wenn der Ball direkt verwandelt wurde. Diese Belastungsform wurde vom Trainerteam über drei Sätze á fünf Minuten gesteuert und lieferte viel Lerninhalte bezüglich des Stellungsspiels, sorgte aber für sehr geringe Ballkontaktzeiten. Beim zweiten Satz erlitt Gomez in einem Zweikampf unglücklich einen Schlag auf sein Schienbein und brach das Training schließlich ab. Es bleibt abzuwarten, ob Mario Gomez für das Spiel gegen den SV Werder Bremen wieder fit gemacht werden kann.

Trainingsspiel der Bayern mit vier Mannschaften

Anschließend ging Hermann auf ein freies Spiel mit Torleuten über, in welchem in einem schmalen und tiefen Korridor (ca. 30x50m) schnell der Pass in die Spitze gesucht werden sollte. Hierbei setzte der Coach auf vier Fünferteams, die jeweils in den dreiminütigen Belastungsphasen gegeneinander antraten und für viele Abschlüsse sorgen sollten. Die jeweils anderen beiden Teams agierten in der Zwischenzeit in einem Kreisspiel mit drei Spielern in der Mitte.

Autor: Dominik Langenegger

25. November 2011

FC Bayern München gegen 1. FSV Mainz 05, Trainingsreport 23.11.2011


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Nach dem erfolgreichen Auftritt des Rekordmeisters am Vorabend in der Champions League, als Ribery und Co. Villareal mit 3:1 nach Hause schickten, nahmen am Vormittag lediglich die Spieler am Mannschaftstraining teil, die gegen die Spanier nicht oder nur wenig Minuten auf dem Rasen standen. So betraten bei wolkenverhangenem Himmel und frostigen Temperaturen neun Feldspieler und zwei Torleute den Haupt-Trainingsplatz an der Säbener Straße 51, während die gegen Villareal eingesetzten Akteure nicht zu sehen waren und vermutlich Regenerationsmaßnahmen durchführten.

Vorbereitung gegen Dortmund

Vorbereitung gegen Dortmund

Doppelpass, Passfolgen und Tempodribbling

Vorbereitung gegen Dortmund

In einer ersten Übung setzten Jupp Heynckes, Peter Hermann und Hermann Gerland auf eine simple Dreiecks-Anordnung mit drei Hütchen im Abstand von ca. 15m für die neun Profis. An jedem Hütchen wurden demnach drei Spieler positioniert, die folgenden Übungsablauf absolvierten. In einer ersten Variante (Grafik siehe „1. Variante“) spielte A auf B, der sich seitlich aus dem Deckungsschatten des Hütchens löste und die Kugel wieder auf A klatschen ließ. A passte den Ball anschließend wiederum auf den antretenden B – also im Prinzip ein einfacher Doppelpass der beiden Beteiligten. Mit der folgenden Ballmitnahme führt B die Aktion mit C durch usw. Dieser schlichte Kreisablauf wurde in diversen Variationen fortgeführt und in jeder Abänderung je ca. fünf Minuten auf die rechte und die linke Seite absolviert. Im zweiten Durchgang wurde eine einfache Ball-Mitnahme des angespielten Partners in die neue Bewegungsrichtung durchgeführt. Im dritten Ablauf kehrte Übungsleiter Hermann wieder zurück auf die Klatsch-Aktion des Passempfängers (C) zurück, wollte allerdings einen anderen Passwinkel der Beteiligten schulen (Grafik siehe „3. Variante“). Demnach sollte B Leder nun nicht mehr in den Lauf von C spielen, sondern die Kugel direkt auf A weiterleiten und somit C überspielen. Zum Abschluss dieser Konstellation ging Hermann vom Passaufbau weg und wies seine Mannen an, auf den nächsten Spieler per Tempodribbling zuzumarschieren und den Folgepartner so spät wie möglich innenseitig den Ball zu übergeben. (siehe erstes Video)

Dieser Partner sollte ebenfalls nach einer Auftaktbewegung in die neue Richtung starten und das Leder gefühlvoll auf den Fuß gelegt bekommen.

Im der folgenden Spielform rief Hermann die erarbeiteten Inhalte wieder ab. Hierbei spielten drei Teams á drei Spieler gegeneinander – eines der Teams war „in der Mitte“ und sollte den Ball erobern, während die restlichen beiden Mannschaften ein präzises Kurzpassspiel zeigen sollten und die Kugel immer wieder behaupten mussten. In den ersten Abläufen, die Hermann nach einigen Minuten immer wieder unterbrach damit Heynckes diverse individuelle Korrekturen vornehmen konnte, durfte die verteidigende Mannschaft nach Balleroberung wieder den aktiven Part übernehmen, während das Team, welches den Ballverlust verschuldete, nun die Kugel jagen musste (siehe zweites Video).

In einer zweiten, hochintensiven Variante (siehe drittes Video) sollte das Team „in der Mitte“ anschließend 30 Sekunden am Stück versuchen möglichst viele Bälle zu erobern/abzufangen, ohne bei Ballgewinn zu wechseln. Der gewonnene Ballbesitz wurde somit augenblicklich wieder nichtig und das Trainergespann spielte einen neuen Ball in die Runde. In dieser kurzen begrenzten Zeitphase sollten die drei Spieler daher immens hohen Druck auf den Ball generieren und somit die Handlungsschnelligkeit der Anderen hochgradig schulen. Nach dieser laktaziten Belastung wurde je eine lohnende Pause eingeschoben und anschließend wechselte ein anderes Team ins Zentrum. Dieser Durchlauf fand in zwei Sätzen statt, so dass jede Dreiermannschaft zweimal den Ball jagen musste.

Komplexe Angriffsübung mit Torabschluss

Vorbereitung gegen Dortmund

In der folgenden Übung sollten die Spieler die gezeigten Passkombinationen mit schnellen Druckpässen in die Tiefe in Tormöglichkeiten ummünzen. A spielte einen schnellen Pass auf den Flügel (B), der das Leder sofort auf zentrale Mittelstürmerposition (C) weiterleitete. C ließ auf den nachrückenden D klatschen, der zuerst ein Hindernis umlief und anschließend wiederum den in die Gasse startenden B bediente. Alle Spieler liefen ihren Pässen nach, wodurch ein reibungsloser und einfacher Übungsablauf gewährleistet wurde. Nach zehnminütiger Durchführung strikt über die rechte Seite wurde ebensoviel Zeit auf die linke Seite verwendet. Besonderes Augenmerk legten die Trainer auf den letzten Gassenpass, denn der Passende sollte den starken Fuß des Passempfängers gezielt anspielen, um einen sofortigen Abschluss zu ermöglichen.

Heynckes schult das Defensivverhalten

Im Schlussteil spielten die Akteure in einem schmalen Korridor auf zwei Tore (ca. 20x30m) zwei gegen zwei. Hermann und Heynckes wollten insbesondere das Defensivverhalten, die ständige Absicherung der beiden Verteidigenden schulen und wiesen deshalb das angreifende Duo an, wenig zu kreuzen und zu versuchen mit individuellem Durchbruch oder Doppelpässen zum Torabschluss zu kommen. Das Trainergespann wechselte die Teams hier selbstständig durch und führte die Übung zum Abschlussspiel auf demselben Korridor über. Hierbei musste dann schließlich immer eines der drei Teams pausieren. Im letzten Durchgang durfte immer die Mannschaft auf dem Feld bleiben, die ein Tor erzielte.

Autor: Dominik Langenegger

18. November 2011

FC Bayern München gegen Borussia Dortmund, Trainingsreport 16.11.2011


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Aufgrund der Länderspielpause begrüßte Trainer Jupp Heynckes am frühen Mittwochmorgen erneut nur eine kleine Trainingsgruppe auf dem Gelände an der Säbener Straße. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt standen in der absolvierten Einheit erneut viele Passkombinationen im Mittelpunkt, die mit steigendem Gegnerdruck schließlich in hochgradig intensive Belastung mündeten. Eine wichtige Erkenntnis für den FC Bayern lautete, dass Arjen Robben das komplette Teamtraining absolvieren konnte.

Vorbereitung gegen Dortmund

Vorbereitung gegen Dortmund

Kombinationsübungen: Passschärfe und 2 Ballkontakte

Nach einer ausgiebigen Laufschule auf dem Nebenplatz marschierten die 12 Profis und zwei Torleute auf den Hauptplatz, um die von Co-Trainer Peter Hermann vorbereitete und in Grundzügen bekannte Kombinationsübung zu starten.

Bayern gegen Dortmund

In der ersten Variante sollten die Akteure folgende diagonal orientierte Kombinationsfolge einhalten (im Bild von unten nach oben). Spieler A passt zu B, der mit der Ballannahme aufdreht und weiter zu C spielt. Der im Bild in grauer Farbe dargestellte C lässt auf den nachrückenden B klatschen, der die Kugel wiederum auf D steil weiterleitet. D löst sich mit der Ballannahme nach Außen vom Hütchen und gibt das Leder mit dem zweiten Kontakt auf E weiter. E löst sich nach Auftaktbewegung ebenfalls, lässt den Ball prallen und wird per Steilpass und Antritt vom nachrückenden D in die Tiefe geschickt. Hermann legte hierbei insbesondere Wert auf Passschärfe und Präzision und gab als zusätzliche Anweisung mit höchstens zwei schnell aufeinanderfolgenden Kontakten zu agieren. Spieler C agierte stationär und wurde nicht ausgewechselt, alle anderen liefen immer auf die nächstfolgende Position im Passschema nach. Ebenso wurde im gesamten Übungsablauf nach jeder Aktion die initiierende Seite gewechselt, so dass im nächsten Durchgang bei A der andere Spieler begann.

Passfolgen mit Pass in die Tiefe

In der zweiten Variante wurde B überspielt mit einem direkten Pass von A in die Tiefe zu C. Anzumerken ist hier, dass Hermann viel Wert darauf legte, dass B den Passweg durch eine offene Seitwärtsbewegung freizog, um danach erneut spritzig in den von C zurückgelegten Ball zu starten. Denn C wurde erneut mit einem Druckpass auf D überspielt, der sich dieses Mal auf die innere Seite des Hütchens lösen sollte, um per Doppelpass mit C erneut auf Außen zu gelangen. Die Auftaktbewegung von E führte nun entgegengesetzt zuerst zum Ball, um nach anschließendem Antritt in die Gasse den Steilpass von D zu erhalten. Spieler C agierte nun nicht mehr stationär, sondern wurde stets vom nachrückenden B wieder aufgefüllt.

Bayern Training

In einer dritten Änderung wies Hermann seine Mannen an B erneut aufdrehen zu lassen und dieser sollte C wiederum auf D überspielen. D ließ das Leder auf C prallen, der die Kugel sofort auf Außen (E) weiterleitete. E spielte nun den aus Variante 1 bekannten Doppelpass mit klatschen lassen und steil gehen mit D und kam so wieder zum Anfang A zurück.

Bayern beim Training

Trainingsspiel: Handlungsschnelligkeit und Gegnerdruck

Vorbereitung gegen Dortmund

Anschließend erarbeiteten Heynckes und Hermann mit den Profis eine intensive Spielform, bei der viel auf sehr kleinem Raum (ca. 10x20m) viel Gegnerdruck simuliert und somit in großem Umfang Handlungsschnelligkeit gefordert wurde. Denn in diesem kleinen Feld spielten zwei Teams (6 gegen 6) mit zwei freien Mitspielern gegeneinander, ein Punkt konnte durch ein erfolgreiches Anspiel auf einen Mitspieler durch eines der Stangentore erzielt werden. Diese Vorgabe forcierte neben dem präzisen Kurzpassspiel insbesondere die Faktoren Raumaufteilung und das räumliche Orientierungsvermögen, um Passwege und Hütchentore zu öffnen bzw. zu schließen. Die beiden Freien stellten Philipp Lahm und Arjen Robben dar – wie vom Trainergespann gewohnt wurde einer der Beiden angewiesen eine zentrale Anspielstation zu bilden, während der Andere sich außen linienbezogen aufhalten sollte. Lahm besetzte hierbei die zentrale Rolle, während Robben sich außen aufhielt, was womöglich auch aufgrund seiner Verletzungshistorie geschuldet war. Denkbar wäre diese Anordnung in jedem Fall für Spieler, die nach einer Verletzungspause wieder zur Mannschaft stoßen und auf diese Weise intensive Defensivzweikämpfe umgehen können.

Nach einer Belastungszeit von ca. 10 Minuten in dieser Spielform unterbrach das Trainergespann für eine kurze Trinkpause. Die ausgelaugten Spieler, die streckenweise hervorragende Lösungen aus den verschiedenen Bedrängungssituationen fanden, nutzten die kurze Unterbrechung um anschließend in einem zweiten Durchgang die kleinen individuell erklärten Korrekturen umzusetzen und erneut hochkonzentriert an der Aufgabe arbeiteten.

Autor: Dominik Langenegger

14. November 2011

FC Bayern München gegen Borussia Dortmund, Trainingsreport 12.11.2011


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Länderspielpause – das bedeutet an der Säbener Straße immer ruhige Tage mit wenigen Spielern und sehr wenigen Zuschauern. Nur ca. 100 Interessierte trieb es so an einem nebligen Sonntagmorgen zum Trainingsgelände zu FC Bayern, wo mit Philipp Lahm, Arjen Robben, Rafinha, Breno, Diego Contento und Hans-Jörg Butt doch einige hochkarätige Namen warteten. Die anwesende Rumpftruppe wurde von Peter Hermann und Hermann Gerland gecoacht, denn Trainer Jupp Heynckes übertrug seinen Assistenten für einige Tage die tägliche Trainingsarbeit.


Breno und Rafinha mit kurzen Hosen bei frostigen Temperaturen

Trotz frostiger Temperaturen in der Landeshauptstadt überraschten ausgerechnet die beiden Brasilianer Breno und Rafinha mit kurzen Hosen und mussten sich so auch einige Sprüche ihrer Mitspieler gefallen lassen. Allgemein wurde die Einheit insgesamt sehr locker und mit viel Spaß angegangen – so feierten die Profis des Rekordmeisters lautstark jeden gelungen Trick des Trainergespanns bei den Aufwärmübungen und brachten trotz der frühen Uhrzeit viel Enthusiasmus auf den Platz. Insbesondere der „Tiger“ (Gerland) ließ beim Aufwärmspiel 5 gegen 2 immer wieder sehenswerte Ballbehandlung aufblitzen und wurde dadurch lautstark gefeiert. Selbst der niederländische Superstar Arjen Robben, der sich mit Fitnesstrainer Thomas Wilhelmi auf dem Nebenplatz individuell aufwärmte, warf immer neugierigere Blicke auf die Trainingsgruppe und stieß schließlich auch zur kleinen Einheit hinzu.

Lahm und Contento mit Gummi-Gurt zu mehr Schnellkraft


Nach einem halbstündigen 5 gegen 2 begann der Rekordmeister schließlich mit einer Athletiktrainingseinheit, die Fitnesstrainer Marcelo Martins in Zusammenarbeit mit Andreas Kronmayer leitete. Der Schwerpunkt lag hierbei auf intensivem und extensivem Schnellkrafttraining. Zuerst arbeitete das Team mit dem Sprintgurt im intensiven Bereich und forcierte insbesondere die Lateralbewegung der Spieler gegen Widerstand – zu Zweit fungierte der hintere Partner als „Bremse“, der Vordere arbeitete dagegen. Im lateralen Trainingsteil mussten die Spieler zuerst einen, dann zwei Sprünge gegen den Gurt auf eine Seite absolvieren. Nach jedem Übungsteil wurden innerhalb der Zweierteams gewechselt, so dass der andere Partner den ausführenden Part übernahm. Nachdem die seitlichen Antritte sowohl nach links als auch nach rechts erfolgt waren, zogen die Profis nochmals ohne Gurt zwei Schritte seitlich weg und sollten flüssig aus der Bewegung in einen kurzen Antritt über wenige Meter übergehen. Anschließend wurde der Gurt wieder angelegt und die Bayern mussten Kniehebeläufe gegen Widerstand absolvieren – zuerst gehend und in einem zweiten Durchgang mit erhöhter Schrittfrequenz. Als nächstes ging man direkt in den Hopserlauf mit Gurt über, der die letzte Sprintgurtübung einleitete. Dazu war ein Sprint über eine Distanz von ca. 20 Metern angesagt, bei dem der hintere Partner nach ca. 10 Metern den Gurt löste und dem Vordermann somit in frontale Bewegungsrichtung zusätzlichen Impuls mitgab.

Im Anschluss standen Martins und Kronmayer ca. zwei Meter gegenüben, spannten ein langes Gummiband um ihre Hüfte und bildeten somit ein ca. ein Meter hohes Hindernis, welches die Grundlage für die nächsten Übungen stellte. Zuerst sprangen die Spieler über das Band und sollten nach der Landung sofort wieder einen kurzen explosiven Sprint zeigen. Hierbei forderte der Übungsleiter immer wieder kurze Bodenkontaktzeit und sofortigen Abdruck zum Antritt um den plyometrisch angehauchten Gedanken der Übung zu entsprechen. Darauffolgend lies Martins die Spieler erneut über das Hindernis springen: Die Profis sollten stabil auf einem Bein landen und die Bewegungsenergie abfedern – erst nach einem sehr deutlich sichtbaren Gleichgewichtsgewinn (ca. drei Sekunden lang) durfte die Position wieder aufgelöst werden. Danach wurde nochmal der Antritt nach Landung geschult, allerdings mit einem kurzen Zwischensprung.

Arjen Robben mit Spezialtraining für Dortmund

Währenddessen absolvierte Arjen Robben mit Peter Hermann ein technisches Individualprogramm, welches nach jeder kurzen Belastung durch langsames Auslaufen mit Wilhelmi unterbrochen wurde.


Bei Übung A sollte der Niederländer immer rückwärts um eine Pylone herum starten und Hermann den folgenden Pass zu einem der beiden Hütchen direkt klatschen lassen. In einer weiteren Variante integrierte Hermann schließlich nicht nur flache Druckpässe, sondern auch hoch zugeworfene und Kopfbälle. In Übung B sollte Robben sich auf zwei Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks bewegen und die Pässe von Hermann immer wieder kurz verarbeiten, mit einem Kontakt in Bewegungsrichtung mitnehmen, zurückziehen und zum Übungsleiter zurückpassen. Dies wurde mit acht Pässen von Satz durchgeführt, bevor Robben wieder einige Runden auslief.

In Übung C bekam der 27-Jährige drei Bälle auf einer Seite des Korridors. Robben sollte nun je einen Ball im Slalom durch den Hütchenparcours dribbeln, auf der anderen Seite ablegen und diesen Vorgang sofort mit der nächsten Kugel wiederholen. Hierbei gab Hermann stets die Anweisung, mit welchem Bein der Linksfuß das Leder führen sollte – wobei hier in jedem Durchgang mit den drei Bällen stets alle Varianten (rechts, links, beide) angesprochen wurden.

Im Anschluss kam das Team nochmals gemeinsam zusammen und absolvierte Übungen im zyklischen Schnelligkeitsausdauerbereich. Die Spieler sollten immer wieder über steigende Distanzen von 25 bis 40 Metern mit höchster Intensität abspulen. Anschließend fanden ausgedehnte Regenerationsläufe in geringer Belastungsstufe statt – allerdings zeigte sich hier der große Nachholbedarf Brenos, der beim gemeinsamen „Auslaufen“ trotz des geringen Tempos jedes Mal hinter die Gruppe zurückfiel.

Autor: Dominik Langenegger

8. November 2011

FC Bayern München gegen Borussia Dortmund, Trainingsreport 7.11.2011


(3 Bewertungen, Durchschnitt: 2,67 von 5)
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Mit 2:1 hatte der FC Bayern München am Sonntagabend gegen den FC Augsburg gewonnen. Dementsprechend baten Jupp Heynckes und seine Assistenten Hermann Gerland und Peter Herrmann am Montagmorgen nur die Spieler auf den Trainingsplatz, die am Vorabend pausierten oder nur wenig Spielzeit erhielten. Ergänzt wurde diese Truppe um Diego Contento, Nils Petersen und Jerome Boateng mit einigen Jugendspielern. Der zuletzt Genannte begeisterte die Fans mit einer lässigen Bommelmütze, die dem 23-Jährigen ein Nikolaus-ähnliches Aussehen verpassten.

Kurzpassspiel, Schwerpunkt: Passschärfe und Genauigkeit

Während auf dem Nebenplatz die zweite Mannschaft des Rekordmeisters schuftete, ließen es die Lizenzspieler zuerst ruhig angehen. Im Fokus stand nach einer ausgiebigen Laufschule die Arbeit am Kurzpassspiel. Hierfür postierte das Trainerteam die vorhandenen Akteure in die Tiefe gestaffelt mit folgendem Aufbau:


Ein zentraler Spieler, zwei Außen und zwei tiefer stehende Mannen – der Rest am unteren Bildrand mit Ball initiierte die Aktion durch einen Druckpass auf den entgegen startenden Zentralen. Dieser drehte in der ersten Variante mit der Ballannahme auf und leitete den Ball auf eine Seite in die Tiefe weiter. Der Angespielte ging in einen kurzen Doppelpass mit dem Außenspieler der jeweiligen Seite, anschließend lief jeder Akteur seinem Ball nach. Im nächsten Durchgang musste der zentrale Mann demnach über die andere Seite spielen. In einer zweiten Variante sollte der Zentrale den ersten Ball zurück zum Aufbauspieler klatschen lassen und wurde überspielt, die Aktion über Außen blieb unverändert. In der dritten Variante erhöhte das Trainerteam die Komplexität



 

Der zentrale Mann konnte klatschen lassen oder aufdrehen, der Ball musste beim tief stehenden Spieler landen. Dieser lies das Leder auf den nachrückenden Zentralen klatschen, der wiederum die Kugel direkt auf Außen weiterleitete. Der Außen sollte nun erneut das Doppelpassspiel mit dem tief Stehenden forcieren. Sämtliche sonstigen Laufschemata bleiben unverändert.

4 gegen 4 mit 2 neutralen Spielern

Anschließend führte Heynckes sein Rumpfteam etwas weiter und lies ein intensives“ 4 gegen 4 plus 2“ spielen. Hierfür markierte der Übungsleiter ein 5mx10m-großes Viereck und sorgte so für hohen Gegnerdruck und forderte immense Passschärfe und – genauigkeit. Je vier Spieler mussten den Ball gegen vier aus der Mitte Attackierende behaupten und wurden hierbei von zwei freien Akteuren unterstützt. Die Vier in Ballbesitz sollten sich außen linientreu anbieten und wurden hierbei ausführlich gecoacht. Einer der beiden Freien agierte in der Spielfeldmitte und besetzte immer wieder die Passmöglichkeit in die kurze Diagonale, während der andere Freie angewiesen wurde, mit auf den Linien für Anspielmöglichkeiten zu sorgen. Bei Ballverlust musste direkt gewechselt werden und das andere Team rückte in die Mitte. Für viel Unmut sorgte hierbei das Münchener Sorgenkind Breno, der offensichtlich noch nicht seine Form gefunden hat. Der Brasilianer agierte sehr fahrig und wurde von seinen Mannschaftskollegen abwechselnd motiviert und gescholten.

Torabschluß mit kreuzenden Laufwegen

In einer dritten Übungsform griff Heynckes noch den Torabschluss nach einer Ablage aus Stürmerposition und anschließender Kreuzbewegung auf.


Aus dem Mittelfeld wurde der Ball steil auf den entgegen startenden Stürmer geleitet. Dieser ließ die Kugel auf den nachrückenden Mittelfeldmann tropfen, der wiederum den von der Gegenseite kreuzenden Stürmer bediente. Heynckes forderte: Ein Kontakt zur Ballannahme und anschließend der platzierte Abschluss mit dem gegnerfernen äußeren Bein. Die Aktionen wurden schließlich abwechselnd von beiden Seiten gestartet und gewährleisteten somit eine beidseitige Schulung.

Autor: Dominik Langenegger

Alle Grafiken erstellt mit www.easy2coach.net

27. Oktober 2011

FC Bayern München gegen 1. FC Nürnberg, Trainingsreport


(1 Bewertungen, Durchschnitt: 1,00 von 5)
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Badstuber in Sechziger Farben

Nach dem deutlichen 6:0-Heimsieg im DFB-Pokal gegen Ingolstadt vom Vortag bat Trainer Jupp Heynckes nur die Akteure auf den Trainingsplatz, die gegen den FCI nicht (oder nur wenig) spielen durften. Doch da der Rekordmeister nach ausgiebiger Rotation gegen den Zweitligisten lediglich mit der zweiten Garde aufgelaufen war, bekamen die vielen Zuschauer an der Säbener Straße 51 nicht die Reservespieler, sondern die ganz großen Namen zu sehen. Darunter auch Nationalspieler Holger Badstuber, der viele anwesende Fans vor große farbliche Fragen stellte. Denn der Innenverteidiger lief mit einer blauen Thermounterwäsche unter seiner Trainingshose auf, die immer wieder hervor blitzte. Dabei gilt Blau als die Farbe der Sechziger, die spätestens seit dem Farbbeutelanschlag vom 26.3.2011 auf dem Bayerntrainingsgelände keine Freude mehr hervorruft.

Bastian Schweinsteiger wieder im Training

Die geschonten Leistungsträger mussten somit im kalten Münchner Herbstwetter ran, während die am Vorabend eingesetzten Spieler gesondert regenerieren durften. Nach auskuriertem Infekt gesellte sich auch Bastian Schweinsteiger wieder zum Mannschaftstraining und komplettierte damit das achtköpfige Team, welches von Heynckes und Co-Trainer Peter Hermann lautstark instruiert wurde. Trotz der geringen Besetzung achtete der Trainerstab auf intensive und abwechslungsreiche Belastungsphasen, die immer wieder von kurzen Pausen umrahmt wurden.

Passfolgen mit Kreuzen

Zu Beginn standen kurze Passkombinationen im Vordergrund, die mittels eines Rundbetriebs gewährleistet wurden.


Hierbei starteten immer zwei Spieler parallel vom unteren Bildrand, einer der Beiden führt hierbei einen Ball und spielt den näheren der stationären Spieler an. Die zwei festen Akteure, die in der Spielfeldmitte hintereinander postiert wurden, ließen den zugespielten Ball immer wieder diagonal auf den jeweils anderen Startspieler klatschen. Anschließend wurde das Leder per Druckpass auf das vordere Duo weitergeleitet, welches sich mit Ball wieder hinten anstellte. Nach wenigen Durchgängen stellte das Trainergespann jedoch um und lies das zuletzt angespielte Duo (im Bildrand oben) das Spiel umdrehen. Das bedeutet, dass die Spielrichtung nun mit demselben Ablauf von oben nach unten verlief und sich die zwei stationären Akteure schlicht umdrehen mussten. In einer weiteren Variante mussten die Spieler nun nach jedem Zuspiel gegenseitig die Laufwege kreuzen.

Spiel 3 gegen 3

Anschließend wurde ausgiebig auf kleinem Raum (ca. 10x10m) 3 gegen 3 mit zwei „Freien“ gespielt. Die „Freien“ konnten von beiden Teams angespielt werden und mussten somit keine Defensivarbeit verrichten. Heynckes wechselte hier sehr schnell durch, so dass immer wieder andere kleine Mannschaften zustande kamen. Eine Besonderheit stellte auch die räumliche Anordnung der beiden „Freien“ dar, denn dieses Duo wurde immer mit einem zentralen und einem Außenbahnenspieler besetzt. Ein solches Duo bildeten beispielsweise Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm – Schweinsteiger wurde angewiesen möglichst seiner Spielposition gemäß sich im Zentrum des Geschehens anzubieten, während Lahm stets auf den Außenlinien Anspielpositionen kreierte.

Flankenspiel mit Torabschluß

Das soeben eingeübte Kurzpassspiel wurden im Anschluss wieder aufgebrochen und Wert auf präzise Flankenkombinationen gelegt, dies wurde mittels einer Spielform auf doppelter Strafraumgröße umgesetzt. Neben den Seitenauslinien wurden kleine Randstreifen markiert, in denen jeweils zwei Flügelspieler postiert wurden. Diese legten sich die Kugel gegenseitig kurz vor und versuchten die im Zentrum befindlichen Angreifer per Hereingabe zu bedienen, während die beiden Defensivakteure (Daniel van Buyten und Holger Badstuber) und der Torwart (Manuel Neuer) dies zu verhindern versuchten.

Positionsspezifische Passkombinationen mit Torabschluß

Auch diese Flankenforcierende Spielform wurde bereits nach weniger Zeit wieder aufgegeben um am Torabschluss nach Zuspiel aus der Tiefe zu arbeiten. Heynckes lies somit keinerlei Langeweile aufkommen und setzte den FCB-Profis immer wieder neue Situationen vor.


Um die spielnahe Umsetzung zu verstärken stellten die Übungsleiter hierbei erneut mögliche Abläufe im Spiel dar. Aus zentraler Position wird der Ball auf einen diagonal davor postierten Vordermann gespielt – dieser löst sich seitlich von seiner Stangenmarkierung, dreht mit der Ballannahme auf und spielt das Leder erneut diagonal auf den Stürmer, der sich ca. 16m vor dem Tor ebenfalls seitlich von seiner Markierung löst und den Abschluss sucht. Jeder läuft seinem Anspiel nach, die nächste Aktion startet auf die andere Seite. Als erste Variante eröffnete das Trainerteam dem Stürmer die Möglichkeit nach dem seitlichen Angebot zu kreuzen, somit im Rücken der Markierung durchzustarten und per Steilpass bedient zu werden.


In der letzten Variante sollte sich der Stürmer in den Raum Richtung Tor lösen und mittels eines diagonalen Flugballs angespielt werden.

Frank Ribéry und Takashi Usami duellieren sich

Anschließend marschierte der Bayerntross erneut auf das Spielfeld mit doppelter Strafraumgröße und gestaltete ein kurzes Abschlussspiel. Kurz vor Schluss durften die Spieler dann noch aus 15-20m ruhende Bälle auf das Gehäuse von Neuer schießen. Hierbei tat sich insbesondere Frank Ribéry hervor, der sich mit Takashi Usami eine kleine Fehde lieferte.

Allerdings gestaltete sich dieses Duell sehr einseitig, denn während Ribery einen Ball nach dem anderen traumwandlerisch sicher verwandelte, brachte der Japaner kaum eine Kugel im Kasten unter. Nach jedem Treffer verpasste Ribéry dem Youngster eine ordentliche „Kopfwäsche“, indem er ihm mehrmals spielerisch auf den Kopf schlug und somit die Haarpracht von Usami durcheinander wirbelte. Dieser gab jedoch nicht auf und forderte den Franzosen immer wieder heraus, so dass sich dieses Spiel zur Belustigung der Zuschauer mehrmals wiederholte.

Autor: Dominik Langenegger

12. Oktober 2011

Neuer Trainingsreport: FC Bayern München, 12.10.2011


(3 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
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Nach der langen Länderspielpause konnte Jupp Heynckes alle Nationalspieler gesund wieder zurück begrüßen. Bei wolkenverhangenem Himmel durften die Profis, die am Vortag noch mit ihren Auswahlmannschaften aktiv waren, regenerativ auf dem Nebenplatz arbeiten – währenddessen wurden die restlichen Akteure mit einigen Nachwuchsspielern auf den Haupttrainingsplatz gebeten.
Einen neuen Modetrend präsentierte dabei der dick eingepackte Bastian Schweinsteiger. Während einige seiner Kollegen noch fast in sommerlicher Montur aufliefen, präsentierte sich der 27-Jährige in dicken Winterklamotten mit interessanter gelb-roter Bommelmütze.

Passkombinationen unter der Zielsetzung scharf und präzise
Nach einem leicht dosierten Aufwärmprogramm begann die FCB-Truppe schließlich mit schlichten diagonalen Passkombinationen. Hierbei wurde von Heynckes und Herrmann ausdrücklich Wert auf scharfe und präzise Druckpässe in einer spielnahnen Umsetzung gelegt. Aus einer ruhenden Position (beispielsweise IV) wird das Leder zuerst in eine zentrale Position gespielt (beispielsweise Sechser). Dieser dreht mit der Ballannahme auf und leitet die Kugel auf einen stationären Stürmer weiter, der als Wandspieler dient und den Ball nach einer kurzen Auftaktbewegung klatschen lässt (fast durchgängig nahm Nils Petersen diese Rolle ein). Der nachrückende Sechser spielt den Ball schließlich weiter in die Tiefe (beispielsweise offensiver Flügelspieler), der die Kugel in die Gegenrichtung mitnimmt und nochmals mit einem Partner (beispielsweise Außenverteidiger) einen Doppelpass spielt. Jeder Akteur außer dem stationären Stürmer (in der Grafik rot) läuft seinem Anspiel nach, so dass ein konstanter Bewegungsfluss sichergestellt ist. Die rechte und linke Diagonale wechseln sich hierbei konstant ab.


In der ersten Variante wird der entgegenkommende Sechser vom IV sofort überspielt. Alle weiteren Pass- und Laufwege bleiben identisch. Schließlich führte das Trainerteam noch eine intensivere Möglichkeit ein. Der Sechser wird weiterhin überspielt, der Stürmer lässt den Ball kurz klatschen. Der zentrale Spieler rückt nach und spielt nun einen einfachen Doppelpass mit dem offensiven Flügelspieler und gibt den Rückpass direkt auf den Außenverteidiger weiter. Dieser spielt zurück auf den Flügelspieler, startet in die Tiefe und bekommt von diesem den Ball nochmals per Gassenpass.


4 gegen 4 auf 2 Feldern mit Anspielmöglichkeiten auf der Außenlinien
Damit schloss Heynckes die Aufwärmphase ab und begann den Hauptteil mit einer Spielform, bei der zwei Teams jeweils gegeneinander auf „Ballhalten“ spielten. Hierbei unterteilte der Trainer die Mannschaft in zwei Teile, so dass sehr gut zwei homogene Spielgruppen gebildet wurden. Dies stellt den großen Vorteil dieser Übung dar, da Leistungsdifferenzierungen vorgenommen werden können und somit der individuelle Lernerfolg für jede Gruppe gesteigert werden kann. Demnach spielt jeweils eine Seite vier gegen vier auf Ballhalten. In der Mitte und auf den beiden Positionen der Grundlinie stehen zusätzliche neutrale Anspielestationen, die von beiden Teams bedient werden können. Nach einer gewissen Belastungsphase wies Heynckes den zentralen neutralen Mann an, beim nächsten Anspiel aufzudrehen und mit dem zweiten Feld weiterzuspielen. Somit findet ein stetiger Wechsel von intensiver Belastung und gemäßigter Regeneration statt.


Die zweite Spielform im Hauptteil war ein Spiel auf zwei Tore, wobei vor jedem Kasten ein zwei gegen zwei im Strafraum gespielt wurde. Zwei Innenverteidiger agierten hier gegen zwei Stürmer, die von zwei Spielern auf den jeweiligen Außenpositionen unbedrängt per Flanke bedient werden konnten. Die beiden Keeper wurden hierbei angewiesen mit weiten Abwürfen auf die Flügelspieler diese Spielform noch mehr zu forcieren.
Zum Abschluss wählte das Trainergespann ein Spiel mit zwei zusätzlichen Minitoren auf den jeweiligen Grundauslinien, die halb so viel zählten, wie das große Tor. Damit wollte Heynckes nochmals Wert auf das mannschaftsgeschlossene Verschieben legen.

Autor: Dominik Langenegger

7. Oktober 2011

Neuer Trainingsreport: FC Bayern München, 06.10.2011


(3 Bewertungen, Durchschnitt: 3,67 von 5)
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Mit lediglich 12 Spielern betraten die Bayern das Trainingsgelände an der Säbener Straße. Aufgrund der Abwesenheit der Nationalspieler waren vom Profikader lediglich  Ivica Olic, Nils Petersen, Daniel Pranjic, Diego Contento sowie die beiden Torhüter Jörg Butt und Rouven Sattelmaier dabei. Die restlichen Akteure setzten sich aus Nachwuchsspielern der Münchener zusammen.

Bei strahlendem Sonnenschein bekam sogar Trainer Jupp Heynckes frei, der von seinem Assistenten Peter Hermann lautstark vertreten wurde.

Kombinations- und Passspiel mit Positionswechseln

Nach einem Aufwärmprogramm per Laufschule formierte sich die FCB-Rumpftruppe zu einem Passspiel, welches als Schwerpunkte die Kombinationssicherheit und Passtiming beinhaltete. Ein simuliertes Aufbauspiel aus der zentralen Abwehrposition auf einen entgegenkommenden Sechser startete die Aktion. In den ersten Varianten sollte der defensive Mittelfeldspieler mit dem ersten Kontakt seitlich eindrehen (aufdrehen) und mit dem zweiten Kontakt den Ball per Druckpass diagonal weiterleiten.

Im Spiel kann diese Position von einem offensiven Flügelspieler (Winger) eingenommen werden, der in den Ball hineinstartet. Alle Spieler laufen ihren Passwegen direkt nach. Der Winger führt das Leder schließlich zur Anfangsstation zurück. Somit findet ein beständiger Seitenwechsel statt, so dass sämtliche Aktionen beidfüßig trainiert werden müssen. In der ersten Variante (graue Spieler in der Grafik) führte dies noch zu wenigen Problemen, so dass Hermann sogleich weitere spielnahe Varianten erproben lies. Zuerst war dies nach identischen Aufbauspiel ein Doppelpass zwischen offensivem Flügelspieler und Sechser um eine aufgestellte Pylone herum (siehe gelbe Spieler in der Grafik). Als weitere Möglichkeiten führte der Coach noch ein, dass der Sechser nun nicht mehr „aufdreht“, sondern den Ball direkt auf den Abwehrspieler zurück klatschen lässt, dieser die Zentrale überspielt und das  Leder direkt in die Tiefe weiterspielt. Der Sechser startet nach seinem Wandspiel in den freien Raum und spielt wiederum mit dem Winger einen Doppelpass um die Pylone.

8 (2 Mannschaften) gegen 4 auf begrenztem Raum

Anschließend eröffnete Hermann eine Variante des beliebten Spieles „5 gegen 2“ oder „Eckerlspiel“. Nachdem drei Teams á 4 Spieler eingeteilt wurden, erklärte der Co-Trainer der Bayern die Trainingsform. Eine Mannschaft (die den Ballverlust verschuldet) befindet sich in der Mitte und muss versuchen das Leder zurück zu erobern. Abgefälschte Bälle ins Seitenaus wurden hierbei definitiv ausgeschlossen.  Die restlichen beiden Teams befanden sich auf den Außenlinien und mussten aufgrund des kleinen Spielfeldes (ca. 5x15m) bei immens hohem Gegnerdruck stetig neue Handlungsmöglichkeiten generieren und die beste auswählen. Ein besonderes Augenmerk bei dieser Übung kann auf das Anbietverhalten eines zentralen Mittelfeldmannes gelegt werden. Denn bei jedem Team wurde ein Spieler bestimmt, der auch bei eigenem Ballbesitz in der Mitte bleiben sollte und hier ein zusätzliches Angebot in der Diagonalen schafft. Somit stehen von Blau und Gelb je drei Spieler außen, während sich je ein Blauer und ein Gelber im Zentrum anbieten. Rot versucht den Ball zu erobern (siehe Grafik). Selbstverständlich dürfen auch alle Spieler miteinander spielen, es gab auch keine Kontaktbegrenzung.

Zum Ende des Hauptteils ließ Hermann noch einige Flügelkombinationen trainieren, wobei aufgrund der Besetzung viele Abstimmungsprobleme auftauchten, während zum Abschluss der Einheit ein kleines Spiel auf doppelte Strafraummaße angesetzt wurde. Bis auf die Begrenzung auf drei Ballkontakte und die Belohnung bei Torerfolg erneut in Ballbesitz zu bleiben wurde dieses jedoch frei gestaltet.

Autor: Dominik Langenegger