18. November 2011

FC Bayern München gegen Borussia Dortmund, Trainingsreport 16.11.2011


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Aufgrund der Länderspielpause begrüßte Trainer Jupp Heynckes am frühen Mittwochmorgen erneut nur eine kleine Trainingsgruppe auf dem Gelände an der Säbener Straße. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt standen in der absolvierten Einheit erneut viele Passkombinationen im Mittelpunkt, die mit steigendem Gegnerdruck schließlich in hochgradig intensive Belastung mündeten. Eine wichtige Erkenntnis für den FC Bayern lautete, dass Arjen Robben das komplette Teamtraining absolvieren konnte.

Vorbereitung gegen Dortmund

Vorbereitung gegen Dortmund

Kombinationsübungen: Passschärfe und 2 Ballkontakte

Nach einer ausgiebigen Laufschule auf dem Nebenplatz marschierten die 12 Profis und zwei Torleute auf den Hauptplatz, um die von Co-Trainer Peter Hermann vorbereitete und in Grundzügen bekannte Kombinationsübung zu starten.

Bayern gegen Dortmund

In der ersten Variante sollten die Akteure folgende diagonal orientierte Kombinationsfolge einhalten (im Bild von unten nach oben). Spieler A passt zu B, der mit der Ballannahme aufdreht und weiter zu C spielt. Der im Bild in grauer Farbe dargestellte C lässt auf den nachrückenden B klatschen, der die Kugel wiederum auf D steil weiterleitet. D löst sich mit der Ballannahme nach Außen vom Hütchen und gibt das Leder mit dem zweiten Kontakt auf E weiter. E löst sich nach Auftaktbewegung ebenfalls, lässt den Ball prallen und wird per Steilpass und Antritt vom nachrückenden D in die Tiefe geschickt. Hermann legte hierbei insbesondere Wert auf Passschärfe und Präzision und gab als zusätzliche Anweisung mit höchstens zwei schnell aufeinanderfolgenden Kontakten zu agieren. Spieler C agierte stationär und wurde nicht ausgewechselt, alle anderen liefen immer auf die nächstfolgende Position im Passschema nach. Ebenso wurde im gesamten Übungsablauf nach jeder Aktion die initiierende Seite gewechselt, so dass im nächsten Durchgang bei A der andere Spieler begann.

Passfolgen mit Pass in die Tiefe

In der zweiten Variante wurde B überspielt mit einem direkten Pass von A in die Tiefe zu C. Anzumerken ist hier, dass Hermann viel Wert darauf legte, dass B den Passweg durch eine offene Seitwärtsbewegung freizog, um danach erneut spritzig in den von C zurückgelegten Ball zu starten. Denn C wurde erneut mit einem Druckpass auf D überspielt, der sich dieses Mal auf die innere Seite des Hütchens lösen sollte, um per Doppelpass mit C erneut auf Außen zu gelangen. Die Auftaktbewegung von E führte nun entgegengesetzt zuerst zum Ball, um nach anschließendem Antritt in die Gasse den Steilpass von D zu erhalten. Spieler C agierte nun nicht mehr stationär, sondern wurde stets vom nachrückenden B wieder aufgefüllt.

Bayern Training

In einer dritten Änderung wies Hermann seine Mannen an B erneut aufdrehen zu lassen und dieser sollte C wiederum auf D überspielen. D ließ das Leder auf C prallen, der die Kugel sofort auf Außen (E) weiterleitete. E spielte nun den aus Variante 1 bekannten Doppelpass mit klatschen lassen und steil gehen mit D und kam so wieder zum Anfang A zurück.

Bayern beim Training

Trainingsspiel: Handlungsschnelligkeit und Gegnerdruck

Vorbereitung gegen Dortmund

Anschließend erarbeiteten Heynckes und Hermann mit den Profis eine intensive Spielform, bei der viel auf sehr kleinem Raum (ca. 10x20m) viel Gegnerdruck simuliert und somit in großem Umfang Handlungsschnelligkeit gefordert wurde. Denn in diesem kleinen Feld spielten zwei Teams (6 gegen 6) mit zwei freien Mitspielern gegeneinander, ein Punkt konnte durch ein erfolgreiches Anspiel auf einen Mitspieler durch eines der Stangentore erzielt werden. Diese Vorgabe forcierte neben dem präzisen Kurzpassspiel insbesondere die Faktoren Raumaufteilung und das räumliche Orientierungsvermögen, um Passwege und Hütchentore zu öffnen bzw. zu schließen. Die beiden Freien stellten Philipp Lahm und Arjen Robben dar – wie vom Trainergespann gewohnt wurde einer der Beiden angewiesen eine zentrale Anspielstation zu bilden, während der Andere sich außen linienbezogen aufhalten sollte. Lahm besetzte hierbei die zentrale Rolle, während Robben sich außen aufhielt, was womöglich auch aufgrund seiner Verletzungshistorie geschuldet war. Denkbar wäre diese Anordnung in jedem Fall für Spieler, die nach einer Verletzungspause wieder zur Mannschaft stoßen und auf diese Weise intensive Defensivzweikämpfe umgehen können.

Nach einer Belastungszeit von ca. 10 Minuten in dieser Spielform unterbrach das Trainergespann für eine kurze Trinkpause. Die ausgelaugten Spieler, die streckenweise hervorragende Lösungen aus den verschiedenen Bedrängungssituationen fanden, nutzten die kurze Unterbrechung um anschließend in einem zweiten Durchgang die kleinen individuell erklärten Korrekturen umzusetzen und erneut hochkonzentriert an der Aufgabe arbeiteten.

Autor: Dominik Langenegger


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14. November 2011

FC Bayern München gegen Borussia Dortmund, Trainingsreport 12.11.2011


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Länderspielpause – das bedeutet an der Säbener Straße immer ruhige Tage mit wenigen Spielern und sehr wenigen Zuschauern. Nur ca. 100 Interessierte trieb es so an einem nebligen Sonntagmorgen zum Trainingsgelände zu FC Bayern, wo mit Philipp Lahm, Arjen Robben, Rafinha, Breno, Diego Contento und Hans-Jörg Butt doch einige hochkarätige Namen warteten. Die anwesende Rumpftruppe wurde von Peter Hermann und Hermann Gerland gecoacht, denn Trainer Jupp Heynckes übertrug seinen Assistenten für einige Tage die tägliche Trainingsarbeit.


Breno und Rafinha mit kurzen Hosen bei frostigen Temperaturen

Trotz frostiger Temperaturen in der Landeshauptstadt überraschten ausgerechnet die beiden Brasilianer Breno und Rafinha mit kurzen Hosen und mussten sich so auch einige Sprüche ihrer Mitspieler gefallen lassen. Allgemein wurde die Einheit insgesamt sehr locker und mit viel Spaß angegangen – so feierten die Profis des Rekordmeisters lautstark jeden gelungen Trick des Trainergespanns bei den Aufwärmübungen und brachten trotz der frühen Uhrzeit viel Enthusiasmus auf den Platz. Insbesondere der „Tiger“ (Gerland) ließ beim Aufwärmspiel 5 gegen 2 immer wieder sehenswerte Ballbehandlung aufblitzen und wurde dadurch lautstark gefeiert. Selbst der niederländische Superstar Arjen Robben, der sich mit Fitnesstrainer Thomas Wilhelmi auf dem Nebenplatz individuell aufwärmte, warf immer neugierigere Blicke auf die Trainingsgruppe und stieß schließlich auch zur kleinen Einheit hinzu.

Lahm und Contento mit Gummi-Gurt zu mehr Schnellkraft


Nach einem halbstündigen 5 gegen 2 begann der Rekordmeister schließlich mit einer Athletiktrainingseinheit, die Fitnesstrainer Marcelo Martins in Zusammenarbeit mit Andreas Kronmayer leitete. Der Schwerpunkt lag hierbei auf intensivem und extensivem Schnellkrafttraining. Zuerst arbeitete das Team mit dem Sprintgurt im intensiven Bereich und forcierte insbesondere die Lateralbewegung der Spieler gegen Widerstand – zu Zweit fungierte der hintere Partner als „Bremse“, der Vordere arbeitete dagegen. Im lateralen Trainingsteil mussten die Spieler zuerst einen, dann zwei Sprünge gegen den Gurt auf eine Seite absolvieren. Nach jedem Übungsteil wurden innerhalb der Zweierteams gewechselt, so dass der andere Partner den ausführenden Part übernahm. Nachdem die seitlichen Antritte sowohl nach links als auch nach rechts erfolgt waren, zogen die Profis nochmals ohne Gurt zwei Schritte seitlich weg und sollten flüssig aus der Bewegung in einen kurzen Antritt über wenige Meter übergehen. Anschließend wurde der Gurt wieder angelegt und die Bayern mussten Kniehebeläufe gegen Widerstand absolvieren – zuerst gehend und in einem zweiten Durchgang mit erhöhter Schrittfrequenz. Als nächstes ging man direkt in den Hopserlauf mit Gurt über, der die letzte Sprintgurtübung einleitete. Dazu war ein Sprint über eine Distanz von ca. 20 Metern angesagt, bei dem der hintere Partner nach ca. 10 Metern den Gurt löste und dem Vordermann somit in frontale Bewegungsrichtung zusätzlichen Impuls mitgab.

Im Anschluss standen Martins und Kronmayer ca. zwei Meter gegenüben, spannten ein langes Gummiband um ihre Hüfte und bildeten somit ein ca. ein Meter hohes Hindernis, welches die Grundlage für die nächsten Übungen stellte. Zuerst sprangen die Spieler über das Band und sollten nach der Landung sofort wieder einen kurzen explosiven Sprint zeigen. Hierbei forderte der Übungsleiter immer wieder kurze Bodenkontaktzeit und sofortigen Abdruck zum Antritt um den plyometrisch angehauchten Gedanken der Übung zu entsprechen. Darauffolgend lies Martins die Spieler erneut über das Hindernis springen: Die Profis sollten stabil auf einem Bein landen und die Bewegungsenergie abfedern – erst nach einem sehr deutlich sichtbaren Gleichgewichtsgewinn (ca. drei Sekunden lang) durfte die Position wieder aufgelöst werden. Danach wurde nochmal der Antritt nach Landung geschult, allerdings mit einem kurzen Zwischensprung.

Arjen Robben mit Spezialtraining für Dortmund

Währenddessen absolvierte Arjen Robben mit Peter Hermann ein technisches Individualprogramm, welches nach jeder kurzen Belastung durch langsames Auslaufen mit Wilhelmi unterbrochen wurde.


Bei Übung A sollte der Niederländer immer rückwärts um eine Pylone herum starten und Hermann den folgenden Pass zu einem der beiden Hütchen direkt klatschen lassen. In einer weiteren Variante integrierte Hermann schließlich nicht nur flache Druckpässe, sondern auch hoch zugeworfene und Kopfbälle. In Übung B sollte Robben sich auf zwei Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks bewegen und die Pässe von Hermann immer wieder kurz verarbeiten, mit einem Kontakt in Bewegungsrichtung mitnehmen, zurückziehen und zum Übungsleiter zurückpassen. Dies wurde mit acht Pässen von Satz durchgeführt, bevor Robben wieder einige Runden auslief.

In Übung C bekam der 27-Jährige drei Bälle auf einer Seite des Korridors. Robben sollte nun je einen Ball im Slalom durch den Hütchenparcours dribbeln, auf der anderen Seite ablegen und diesen Vorgang sofort mit der nächsten Kugel wiederholen. Hierbei gab Hermann stets die Anweisung, mit welchem Bein der Linksfuß das Leder führen sollte – wobei hier in jedem Durchgang mit den drei Bällen stets alle Varianten (rechts, links, beide) angesprochen wurden.

Im Anschluss kam das Team nochmals gemeinsam zusammen und absolvierte Übungen im zyklischen Schnelligkeitsausdauerbereich. Die Spieler sollten immer wieder über steigende Distanzen von 25 bis 40 Metern mit höchster Intensität abspulen. Anschließend fanden ausgedehnte Regenerationsläufe in geringer Belastungsstufe statt – allerdings zeigte sich hier der große Nachholbedarf Brenos, der beim gemeinsamen „Auslaufen“ trotz des geringen Tempos jedes Mal hinter die Gruppe zurückfiel.

Autor: Dominik Langenegger


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8. November 2011

FC Bayern München gegen Borussia Dortmund, Trainingsreport 7.11.2011


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Mit 2:1 hatte der FC Bayern München am Sonntagabend gegen den FC Augsburg gewonnen. Dementsprechend baten Jupp Heynckes und seine Assistenten Hermann Gerland und Peter Herrmann am Montagmorgen nur die Spieler auf den Trainingsplatz, die am Vorabend pausierten oder nur wenig Spielzeit erhielten. Ergänzt wurde diese Truppe um Diego Contento, Nils Petersen und Jerome Boateng mit einigen Jugendspielern. Der zuletzt Genannte begeisterte die Fans mit einer lässigen Bommelmütze, die dem 23-Jährigen ein Nikolaus-ähnliches Aussehen verpassten.

Kurzpassspiel, Schwerpunkt: Passschärfe und Genauigkeit

Während auf dem Nebenplatz die zweite Mannschaft des Rekordmeisters schuftete, ließen es die Lizenzspieler zuerst ruhig angehen. Im Fokus stand nach einer ausgiebigen Laufschule die Arbeit am Kurzpassspiel. Hierfür postierte das Trainerteam die vorhandenen Akteure in die Tiefe gestaffelt mit folgendem Aufbau:


Ein zentraler Spieler, zwei Außen und zwei tiefer stehende Mannen – der Rest am unteren Bildrand mit Ball initiierte die Aktion durch einen Druckpass auf den entgegen startenden Zentralen. Dieser drehte in der ersten Variante mit der Ballannahme auf und leitete den Ball auf eine Seite in die Tiefe weiter. Der Angespielte ging in einen kurzen Doppelpass mit dem Außenspieler der jeweiligen Seite, anschließend lief jeder Akteur seinem Ball nach. Im nächsten Durchgang musste der zentrale Mann demnach über die andere Seite spielen. In einer zweiten Variante sollte der Zentrale den ersten Ball zurück zum Aufbauspieler klatschen lassen und wurde überspielt, die Aktion über Außen blieb unverändert. In der dritten Variante erhöhte das Trainerteam die Komplexität



 

Der zentrale Mann konnte klatschen lassen oder aufdrehen, der Ball musste beim tief stehenden Spieler landen. Dieser lies das Leder auf den nachrückenden Zentralen klatschen, der wiederum die Kugel direkt auf Außen weiterleitete. Der Außen sollte nun erneut das Doppelpassspiel mit dem tief Stehenden forcieren. Sämtliche sonstigen Laufschemata bleiben unverändert.

4 gegen 4 mit 2 neutralen Spielern

Anschließend führte Heynckes sein Rumpfteam etwas weiter und lies ein intensives“ 4 gegen 4 plus 2“ spielen. Hierfür markierte der Übungsleiter ein 5mx10m-großes Viereck und sorgte so für hohen Gegnerdruck und forderte immense Passschärfe und – genauigkeit. Je vier Spieler mussten den Ball gegen vier aus der Mitte Attackierende behaupten und wurden hierbei von zwei freien Akteuren unterstützt. Die Vier in Ballbesitz sollten sich außen linientreu anbieten und wurden hierbei ausführlich gecoacht. Einer der beiden Freien agierte in der Spielfeldmitte und besetzte immer wieder die Passmöglichkeit in die kurze Diagonale, während der andere Freie angewiesen wurde, mit auf den Linien für Anspielmöglichkeiten zu sorgen. Bei Ballverlust musste direkt gewechselt werden und das andere Team rückte in die Mitte. Für viel Unmut sorgte hierbei das Münchener Sorgenkind Breno, der offensichtlich noch nicht seine Form gefunden hat. Der Brasilianer agierte sehr fahrig und wurde von seinen Mannschaftskollegen abwechselnd motiviert und gescholten.

Torabschluß mit kreuzenden Laufwegen

In einer dritten Übungsform griff Heynckes noch den Torabschluss nach einer Ablage aus Stürmerposition und anschließender Kreuzbewegung auf.


Aus dem Mittelfeld wurde der Ball steil auf den entgegen startenden Stürmer geleitet. Dieser ließ die Kugel auf den nachrückenden Mittelfeldmann tropfen, der wiederum den von der Gegenseite kreuzenden Stürmer bediente. Heynckes forderte: Ein Kontakt zur Ballannahme und anschließend der platzierte Abschluss mit dem gegnerfernen äußeren Bein. Die Aktionen wurden schließlich abwechselnd von beiden Seiten gestartet und gewährleisteten somit eine beidseitige Schulung.

Autor: Dominik Langenegger

Alle Grafiken erstellt mit www.easy2coach.net


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27. Oktober 2011

FC Bayern München gegen 1. FC Nürnberg, Trainingsreport


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Badstuber in Sechziger Farben

Nach dem deutlichen 6:0-Heimsieg im DFB-Pokal gegen Ingolstadt vom Vortag bat Trainer Jupp Heynckes nur die Akteure auf den Trainingsplatz, die gegen den FCI nicht (oder nur wenig) spielen durften. Doch da der Rekordmeister nach ausgiebiger Rotation gegen den Zweitligisten lediglich mit der zweiten Garde aufgelaufen war, bekamen die vielen Zuschauer an der Säbener Straße 51 nicht die Reservespieler, sondern die ganz großen Namen zu sehen. Darunter auch Nationalspieler Holger Badstuber, der viele anwesende Fans vor große farbliche Fragen stellte. Denn der Innenverteidiger lief mit einer blauen Thermounterwäsche unter seiner Trainingshose auf, die immer wieder hervor blitzte. Dabei gilt Blau als die Farbe der Sechziger, die spätestens seit dem Farbbeutelanschlag vom 26.3.2011 auf dem Bayerntrainingsgelände keine Freude mehr hervorruft.

Bastian Schweinsteiger wieder im Training

Die geschonten Leistungsträger mussten somit im kalten Münchner Herbstwetter ran, während die am Vorabend eingesetzten Spieler gesondert regenerieren durften. Nach auskuriertem Infekt gesellte sich auch Bastian Schweinsteiger wieder zum Mannschaftstraining und komplettierte damit das achtköpfige Team, welches von Heynckes und Co-Trainer Peter Hermann lautstark instruiert wurde. Trotz der geringen Besetzung achtete der Trainerstab auf intensive und abwechslungsreiche Belastungsphasen, die immer wieder von kurzen Pausen umrahmt wurden.

Passfolgen mit Kreuzen

Zu Beginn standen kurze Passkombinationen im Vordergrund, die mittels eines Rundbetriebs gewährleistet wurden.


Hierbei starteten immer zwei Spieler parallel vom unteren Bildrand, einer der Beiden führt hierbei einen Ball und spielt den näheren der stationären Spieler an. Die zwei festen Akteure, die in der Spielfeldmitte hintereinander postiert wurden, ließen den zugespielten Ball immer wieder diagonal auf den jeweils anderen Startspieler klatschen. Anschließend wurde das Leder per Druckpass auf das vordere Duo weitergeleitet, welches sich mit Ball wieder hinten anstellte. Nach wenigen Durchgängen stellte das Trainergespann jedoch um und lies das zuletzt angespielte Duo (im Bildrand oben) das Spiel umdrehen. Das bedeutet, dass die Spielrichtung nun mit demselben Ablauf von oben nach unten verlief und sich die zwei stationären Akteure schlicht umdrehen mussten. In einer weiteren Variante mussten die Spieler nun nach jedem Zuspiel gegenseitig die Laufwege kreuzen.

Spiel 3 gegen 3

Anschließend wurde ausgiebig auf kleinem Raum (ca. 10x10m) 3 gegen 3 mit zwei „Freien“ gespielt. Die „Freien“ konnten von beiden Teams angespielt werden und mussten somit keine Defensivarbeit verrichten. Heynckes wechselte hier sehr schnell durch, so dass immer wieder andere kleine Mannschaften zustande kamen. Eine Besonderheit stellte auch die räumliche Anordnung der beiden „Freien“ dar, denn dieses Duo wurde immer mit einem zentralen und einem Außenbahnenspieler besetzt. Ein solches Duo bildeten beispielsweise Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm – Schweinsteiger wurde angewiesen möglichst seiner Spielposition gemäß sich im Zentrum des Geschehens anzubieten, während Lahm stets auf den Außenlinien Anspielpositionen kreierte.

Flankenspiel mit Torabschluß

Das soeben eingeübte Kurzpassspiel wurden im Anschluss wieder aufgebrochen und Wert auf präzise Flankenkombinationen gelegt, dies wurde mittels einer Spielform auf doppelter Strafraumgröße umgesetzt. Neben den Seitenauslinien wurden kleine Randstreifen markiert, in denen jeweils zwei Flügelspieler postiert wurden. Diese legten sich die Kugel gegenseitig kurz vor und versuchten die im Zentrum befindlichen Angreifer per Hereingabe zu bedienen, während die beiden Defensivakteure (Daniel van Buyten und Holger Badstuber) und der Torwart (Manuel Neuer) dies zu verhindern versuchten.

Positionsspezifische Passkombinationen mit Torabschluß

Auch diese Flankenforcierende Spielform wurde bereits nach weniger Zeit wieder aufgegeben um am Torabschluss nach Zuspiel aus der Tiefe zu arbeiten. Heynckes lies somit keinerlei Langeweile aufkommen und setzte den FCB-Profis immer wieder neue Situationen vor.


Um die spielnahe Umsetzung zu verstärken stellten die Übungsleiter hierbei erneut mögliche Abläufe im Spiel dar. Aus zentraler Position wird der Ball auf einen diagonal davor postierten Vordermann gespielt – dieser löst sich seitlich von seiner Stangenmarkierung, dreht mit der Ballannahme auf und spielt das Leder erneut diagonal auf den Stürmer, der sich ca. 16m vor dem Tor ebenfalls seitlich von seiner Markierung löst und den Abschluss sucht. Jeder läuft seinem Anspiel nach, die nächste Aktion startet auf die andere Seite. Als erste Variante eröffnete das Trainerteam dem Stürmer die Möglichkeit nach dem seitlichen Angebot zu kreuzen, somit im Rücken der Markierung durchzustarten und per Steilpass bedient zu werden.


In der letzten Variante sollte sich der Stürmer in den Raum Richtung Tor lösen und mittels eines diagonalen Flugballs angespielt werden.

Frank Ribéry und Takashi Usami duellieren sich

Anschließend marschierte der Bayerntross erneut auf das Spielfeld mit doppelter Strafraumgröße und gestaltete ein kurzes Abschlussspiel. Kurz vor Schluss durften die Spieler dann noch aus 15-20m ruhende Bälle auf das Gehäuse von Neuer schießen. Hierbei tat sich insbesondere Frank Ribéry hervor, der sich mit Takashi Usami eine kleine Fehde lieferte.

Allerdings gestaltete sich dieses Duell sehr einseitig, denn während Ribery einen Ball nach dem anderen traumwandlerisch sicher verwandelte, brachte der Japaner kaum eine Kugel im Kasten unter. Nach jedem Treffer verpasste Ribéry dem Youngster eine ordentliche „Kopfwäsche“, indem er ihm mehrmals spielerisch auf den Kopf schlug und somit die Haarpracht von Usami durcheinander wirbelte. Dieser gab jedoch nicht auf und forderte den Franzosen immer wieder heraus, so dass sich dieses Spiel zur Belustigung der Zuschauer mehrmals wiederholte.

Autor: Dominik Langenegger


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12. Oktober 2011

Neuer Trainingsreport: FC Bayern München, 12.10.2011


(3 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
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Nach der langen Länderspielpause konnte Jupp Heynckes alle Nationalspieler gesund wieder zurück begrüßen. Bei wolkenverhangenem Himmel durften die Profis, die am Vortag noch mit ihren Auswahlmannschaften aktiv waren, regenerativ auf dem Nebenplatz arbeiten – währenddessen wurden die restlichen Akteure mit einigen Nachwuchsspielern auf den Haupttrainingsplatz gebeten.
Einen neuen Modetrend präsentierte dabei der dick eingepackte Bastian Schweinsteiger. Während einige seiner Kollegen noch fast in sommerlicher Montur aufliefen, präsentierte sich der 27-Jährige in dicken Winterklamotten mit interessanter gelb-roter Bommelmütze.

Passkombinationen unter der Zielsetzung scharf und präzise
Nach einem leicht dosierten Aufwärmprogramm begann die FCB-Truppe schließlich mit schlichten diagonalen Passkombinationen. Hierbei wurde von Heynckes und Herrmann ausdrücklich Wert auf scharfe und präzise Druckpässe in einer spielnahnen Umsetzung gelegt. Aus einer ruhenden Position (beispielsweise IV) wird das Leder zuerst in eine zentrale Position gespielt (beispielsweise Sechser). Dieser dreht mit der Ballannahme auf und leitet die Kugel auf einen stationären Stürmer weiter, der als Wandspieler dient und den Ball nach einer kurzen Auftaktbewegung klatschen lässt (fast durchgängig nahm Nils Petersen diese Rolle ein). Der nachrückende Sechser spielt den Ball schließlich weiter in die Tiefe (beispielsweise offensiver Flügelspieler), der die Kugel in die Gegenrichtung mitnimmt und nochmals mit einem Partner (beispielsweise Außenverteidiger) einen Doppelpass spielt. Jeder Akteur außer dem stationären Stürmer (in der Grafik rot) läuft seinem Anspiel nach, so dass ein konstanter Bewegungsfluss sichergestellt ist. Die rechte und linke Diagonale wechseln sich hierbei konstant ab.


In der ersten Variante wird der entgegenkommende Sechser vom IV sofort überspielt. Alle weiteren Pass- und Laufwege bleiben identisch. Schließlich führte das Trainerteam noch eine intensivere Möglichkeit ein. Der Sechser wird weiterhin überspielt, der Stürmer lässt den Ball kurz klatschen. Der zentrale Spieler rückt nach und spielt nun einen einfachen Doppelpass mit dem offensiven Flügelspieler und gibt den Rückpass direkt auf den Außenverteidiger weiter. Dieser spielt zurück auf den Flügelspieler, startet in die Tiefe und bekommt von diesem den Ball nochmals per Gassenpass.


4 gegen 4 auf 2 Feldern mit Anspielmöglichkeiten auf der Außenlinien
Damit schloss Heynckes die Aufwärmphase ab und begann den Hauptteil mit einer Spielform, bei der zwei Teams jeweils gegeneinander auf „Ballhalten“ spielten. Hierbei unterteilte der Trainer die Mannschaft in zwei Teile, so dass sehr gut zwei homogene Spielgruppen gebildet wurden. Dies stellt den großen Vorteil dieser Übung dar, da Leistungsdifferenzierungen vorgenommen werden können und somit der individuelle Lernerfolg für jede Gruppe gesteigert werden kann. Demnach spielt jeweils eine Seite vier gegen vier auf Ballhalten. In der Mitte und auf den beiden Positionen der Grundlinie stehen zusätzliche neutrale Anspielestationen, die von beiden Teams bedient werden können. Nach einer gewissen Belastungsphase wies Heynckes den zentralen neutralen Mann an, beim nächsten Anspiel aufzudrehen und mit dem zweiten Feld weiterzuspielen. Somit findet ein stetiger Wechsel von intensiver Belastung und gemäßigter Regeneration statt.


Die zweite Spielform im Hauptteil war ein Spiel auf zwei Tore, wobei vor jedem Kasten ein zwei gegen zwei im Strafraum gespielt wurde. Zwei Innenverteidiger agierten hier gegen zwei Stürmer, die von zwei Spielern auf den jeweiligen Außenpositionen unbedrängt per Flanke bedient werden konnten. Die beiden Keeper wurden hierbei angewiesen mit weiten Abwürfen auf die Flügelspieler diese Spielform noch mehr zu forcieren.
Zum Abschluss wählte das Trainergespann ein Spiel mit zwei zusätzlichen Minitoren auf den jeweiligen Grundauslinien, die halb so viel zählten, wie das große Tor. Damit wollte Heynckes nochmals Wert auf das mannschaftsgeschlossene Verschieben legen.

Autor: Dominik Langenegger


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7. Oktober 2011

Neuer Trainingsreport: FC Bayern München, 06.10.2011


(3 Bewertungen, Durchschnitt: 3,67 von 5)
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Mit lediglich 12 Spielern betraten die Bayern das Trainingsgelände an der Säbener Straße. Aufgrund der Abwesenheit der Nationalspieler waren vom Profikader lediglich  Ivica Olic, Nils Petersen, Daniel Pranjic, Diego Contento sowie die beiden Torhüter Jörg Butt und Rouven Sattelmaier dabei. Die restlichen Akteure setzten sich aus Nachwuchsspielern der Münchener zusammen.

Bei strahlendem Sonnenschein bekam sogar Trainer Jupp Heynckes frei, der von seinem Assistenten Peter Hermann lautstark vertreten wurde.

Kombinations- und Passspiel mit Positionswechseln

Nach einem Aufwärmprogramm per Laufschule formierte sich die FCB-Rumpftruppe zu einem Passspiel, welches als Schwerpunkte die Kombinationssicherheit und Passtiming beinhaltete. Ein simuliertes Aufbauspiel aus der zentralen Abwehrposition auf einen entgegenkommenden Sechser startete die Aktion. In den ersten Varianten sollte der defensive Mittelfeldspieler mit dem ersten Kontakt seitlich eindrehen (aufdrehen) und mit dem zweiten Kontakt den Ball per Druckpass diagonal weiterleiten.

Im Spiel kann diese Position von einem offensiven Flügelspieler (Winger) eingenommen werden, der in den Ball hineinstartet. Alle Spieler laufen ihren Passwegen direkt nach. Der Winger führt das Leder schließlich zur Anfangsstation zurück. Somit findet ein beständiger Seitenwechsel statt, so dass sämtliche Aktionen beidfüßig trainiert werden müssen. In der ersten Variante (graue Spieler in der Grafik) führte dies noch zu wenigen Problemen, so dass Hermann sogleich weitere spielnahe Varianten erproben lies. Zuerst war dies nach identischen Aufbauspiel ein Doppelpass zwischen offensivem Flügelspieler und Sechser um eine aufgestellte Pylone herum (siehe gelbe Spieler in der Grafik). Als weitere Möglichkeiten führte der Coach noch ein, dass der Sechser nun nicht mehr „aufdreht“, sondern den Ball direkt auf den Abwehrspieler zurück klatschen lässt, dieser die Zentrale überspielt und das  Leder direkt in die Tiefe weiterspielt. Der Sechser startet nach seinem Wandspiel in den freien Raum und spielt wiederum mit dem Winger einen Doppelpass um die Pylone.

8 (2 Mannschaften) gegen 4 auf begrenztem Raum

Anschließend eröffnete Hermann eine Variante des beliebten Spieles „5 gegen 2“ oder „Eckerlspiel“. Nachdem drei Teams á 4 Spieler eingeteilt wurden, erklärte der Co-Trainer der Bayern die Trainingsform. Eine Mannschaft (die den Ballverlust verschuldet) befindet sich in der Mitte und muss versuchen das Leder zurück zu erobern. Abgefälschte Bälle ins Seitenaus wurden hierbei definitiv ausgeschlossen.  Die restlichen beiden Teams befanden sich auf den Außenlinien und mussten aufgrund des kleinen Spielfeldes (ca. 5x15m) bei immens hohem Gegnerdruck stetig neue Handlungsmöglichkeiten generieren und die beste auswählen. Ein besonderes Augenmerk bei dieser Übung kann auf das Anbietverhalten eines zentralen Mittelfeldmannes gelegt werden. Denn bei jedem Team wurde ein Spieler bestimmt, der auch bei eigenem Ballbesitz in der Mitte bleiben sollte und hier ein zusätzliches Angebot in der Diagonalen schafft. Somit stehen von Blau und Gelb je drei Spieler außen, während sich je ein Blauer und ein Gelber im Zentrum anbieten. Rot versucht den Ball zu erobern (siehe Grafik). Selbstverständlich dürfen auch alle Spieler miteinander spielen, es gab auch keine Kontaktbegrenzung.

Zum Ende des Hauptteils ließ Hermann noch einige Flügelkombinationen trainieren, wobei aufgrund der Besetzung viele Abstimmungsprobleme auftauchten, während zum Abschluss der Einheit ein kleines Spiel auf doppelte Strafraummaße angesetzt wurde. Bis auf die Begrenzung auf drei Ballkontakte und die Belohnung bei Torerfolg erneut in Ballbesitz zu bleiben wurde dieses jedoch frei gestaltet.

Autor: Dominik Langenegger


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29. April 2011

Bayern Training: 27.04.2011, Säbener Straße


(6 Bewertungen, Durchschnitt: 3,17 von 5)
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- Training von Sprint, Koordination und Torschuss -

Hintergrund:
Wie schon zu erwarten, war die Partie in Frankfurt für den FC Bayern München alles andere als ein Sparziergang. Im Gegenteil: Die Bayern verloren am Wochenende wichtiger Punkte für das Ziel Champions League. Dem Spielverlauf nach hätte Eintracht Frankfurt sogar gewinnen können. Umso interessanter sind die heutigen Trainingseindrücke. Wobei man festhalten muss, dass die Übungen in gewohnter Art und Weise stattfanden und keine Auffälligkeiten zeigten. Nächstes Wochenende spielen der FC Bayern vor heimischer Kulisse gegen den FC Schalke 04. Zusätzliche Brisanz bekommt das Spiel durch den voraussichtlichen Wechsel von Manuel Neuer nach München. Sowohl das Hinspiel als auch das Halbfinale im DFB-Pokal konnte Schalke 04 für sich entscheiden.

Sprint- und Koordinationstraining

Übung 1:
Die erste Sprintübung ist geprägt durch eine hohe Anzahl an Richtungswechseln innerhalb einer Gesamthandlung. Nachdem der Spieler zur linken Fahnenstange angetreten ist, vollzieht er einen abrupten Richtungswechsel nach rechts. Am Ende umläuft er die rechte äußere Stange, indem er sie einmal umrundet, um dann einen geradlinigen Sprint über 10 bis 15 Meter hinzulegen. Besonders an den „Wendepunkten“ der Stangen ist neben der allgemeinen Aktionsschnelligkeit die Koordination und Wendigkeit des Spielers gefragt. Besonders die Umrundung der letzten Stange erfordert ein bestimmtes Geschick des Spielers. Große Spieler haben, ob ihrer längeren Hebel, dabei oft größere Schwierigkeiten, die Geschwindigkeit optimal umzusetzen.


Diese Übung wurde mit Easy2Coach erstellt.

Übung 2:
Eine zweite Sprintübung verbindet die Fähigkeit der Schnelligkeit mit einer weiteren wichtige Komponente im Fußball: dem Zweikampfverhalten. Zwei Spieler stehen an der Grundlinie und starten auf ein Signal hin in gerader Richtung. Nach 5 bis 10 Metern kommt es zum aktiven Körperkontakt beider Spieler – nach einem kurzen „Schulter-Rempler“ mit angelegtem Oberarm sprinten beide Spieler in entgegen gesetzte Richtungen. Diese Sprintübung ist äußerst spielnah und fußballspezifisch, da sie den direkten Körperkontakt mit einfließen lässt. Neben der Schnelligkeit und einer gewissen Robustheit im Zweikampfverhalten spielt die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten, eine wesentliche Rolle. Derjenige Spieler, der den Zweikampf störungsfreier übersteht, kann auch schneller wieder in den einfachen Lauf übergehen und vollzieht somit die Gesamthandlung auch schneller. Das Training des Gleichgewichts wird beim Fußballtraining oft vernachlässigt. Dabei muss sich ein Fußballer permanent im Gleichgewicht halten. Wer das besser kann oder einen tieferen Körperschwerpunkt hat, kann gewisse Situationen im Zweikampf oder beim Torschuss erfolgreicher lösen.


weiter zur kostenfreien Registrierung.

Torschusstraining

Übung 1:
Der Spieler startet von der rechten Strafraumgrenze aus. Der Trainer steht auf Höhe des Elfmeterpunktes und spielt den Ball kurz an. Dabei wählt der Trainer verschiedene Varianten (Anspiel nach vorn, hinten oder oben). Das Schwierige für den Spieler: Er hat nur eine relativ kurze Zeit, um auf das Anspiel zu reagieren und einen erfolgreichen Abschluss folgen zu lassen. Erst im letzten Moment erfolgt das Anspiel des Trainers. Da der Torschuss aus kurzer Distanz erfolgt, ist es sinnvoll, Vorgaben hinsichtlich der Ziel-Torecke zu machen. Nach einer Reihe von Wiederholungen erfolgt der gleiche Ablauf über die andere Seite. Eine andere Variante ist das Hinterlaufen des Trainers, der den Ball dann direkt in den Lauf spielt (Bayern Torschuss 2). Eine weitere Abwandlung würde einen Richtungs- und Tempowechsel voranstellen. (Bayern Torschuss 3) Wie schon angesprochen, liegt die Brisanz in der Kürze der Reaktionszeit. Der Spieler muss relativ schnell auf den willkürlich gespielten Ball reagieren und eine Entscheidung treffen. Auch im Spiel ist der Strafraum der Ort der kürzesten Reaktionszeiträume.

Grafiken:


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Übung 2:
Diese Übung ist eine Kombination aus Anspielen, Sprints und Torschüssen. Spieler 1 positioniert sich an der Grundlinie, der andere in der Nähe des Elfmeterpunktes – hinter ihm steht ein Trainer. Der Spieler 1 an der Grundlinie spielt den Ball zum Elfmeterpunkt, wo der Spieler 2 wartet und dann abschließt. Sofort nach dem Schuss dreht dieser sich um und sprintet die 2-3 Meter zurück zum Trainer, um abzuklatschen. Dann dreht er im vollen Tempo wieder Richtung Elfmeterpunkt ab, wohin schon der nächste Ball gespielt wird. Bei den Bayern-Profis musste jeder Spieler 8 Bälle in Serie auf das Tor schießen. Wobei Spieler 1 danach auch noch von der anderen Seite des Tores spielt. Bei dieser Übung gibt es zwei Schwerpunktebenen. Spieler 1 muss einen genauen und gut temperierten Pass spielen. Zudem muss er den Pass zu Spieler 2 im richtigen Moment spielen. Nur eine kleine zeitliche Differenz kann den Handlungsablauf stören oder zum Abbruch der Spielaktion führen. Der zweite Schwerpunkt ist der Torabschluss von Spieler 2. Aus einem kurzen Antritt heraus, muss Spieler 2 den Ball entsprechend einschätzen und gezielt im Tor unterbringen. Erst kurz vor dem Abschluss nimmt der Spieler den Ball entsprechend wahr. Der Schwierigkeitsgrad wird erhöht, wenn die Bälle von Spieler 1 auf unterschiedliche Art und Weise angeschlagen werden. So kann der Ball mal als scharfer Vollspannstoß getreten werden oder mit einem entsprechenden Effet. Auch ein hoher Ball oder Aufsetzer ist als Variante denkbar.


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21. April 2011

Bayern Training: 20.04.2011, Säbener Straße


(1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
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- Gummiband-Training / Sprint- und Koordinationsübungen -

Hintergrund:
Nachdem dem der FC Bayern München in beeindruckender Art und Weise Bayer Leverkusen jeglicher Meisterschaftshoffnungen entledigt hat und sich selber wieder ins Champions- League-Geschäft manövriert hat, wartet mit Eintracht Frankfurt am Wochenende der nächste schwere Gegner. Die Eintracht steht mit dem Rücken zur Wand und benötigt jeden Punkt, um nicht weiter in den Abstiegsstrudel zu geraten. Mit Sicherheit eine spannende Partie. Das Hauptaugenmerk dieser Trainingseinheit an der Säbener Straße lag auf Sprint- und Koordinationseinheiten. Ein weitere Schwerpunkt waren Kräftigungs- und Dehnungsübungen mit dem Gummiband.

Teilnehmer:
Bayern-Profis plus eine Handvoll Amateure aus dem Kader der II. Mannschaft
Nicht dabei: Lahm, Schweinsteiger, Badstuber, Altintop und Olic

Impressionen (Bilder) vom Bayern-Training:

Übungen mit dem Gummiband (Theraband)

Übung 1:
Das Theraband wird knapp oberhalb der Knie positioniert – der Spieler steht mit leichter Spreizstellung mit beiden Beinen auf dem Boden. Nun wird abwechselnd jeweils zu einer Richtung das rechte oder linke Bein gegen den Widerstand des Gummibandes nach außen gespreizt, während das andere fest auf dem Boden stehen bleibt. Bei dieser Übung wird insbesondere die äußere Oberschenkelmuskulatur trainiert. Variieren kann man diese Übung durch das Abspreizen des Beines nach hinten oder vorne. Das Ziel dieser Übung ist die dynamische Kräftigung und Stabilisierung der Oberschenkelmuskulatur. Je nachdem, zu welcher Seite man das ausführende Bein wegspreizt, wird die innere, äußere, vordere oder hintere Oberschenkelmuskulatur stimuliert. Besonders im Fußball nehmen die Adduktoren (innere Oberschenkelmuskulatur) und die Abduktoren (äußere Oberschenkelmuskulatur) eine Schlüsselrolle ein. Sie sind für das Heranziehen und Abspreizen der Beine verantwortlich und sind bei fußballspezifischen Ausweichbewegungen (Abwehrhaltungen, Dribblings oder Antrittsbewegungen) von besonderer Wichtigkeit. Zudem regulieren sie eine Vielzahl von Oberschenkelbewegungen und stabilisieren das Becken. Selbst auf das Hüft- und Kniegelenk nehmen sie Einfluss. Gut ausgebildete Adduktoren bzw. Abduktoren minimieren das Risiko von Knieverletzungen. Das Training mit einem Theraband kräftigt die Muskulatur effektiver, weil es die natürliche Bewegung nachahmt und dadurch auch Teile der Bewegungskoordination mit tangiert. Das Training der Muskulatur findet wesentlich effektiver und schonender statt, als das mit Hanteln aus dem Fitnessstudio der Fall ist. Zudem lassen sich Gummibänder leicht transportieren beziehungsweise verstauen.

Bild:

Übung 2:
Auch hier spielt das Gummiband eine entscheidende Rolle. Wobei es weniger der Kräftigung als der Orientierung für den Fußballer dient. Zwei Trainer stellen sich im Abstand von 3 bis 4 Metern gegenüber und spannen in Höhe der Knöchel ein Gummiband als Rechteck zwischen ihren Beinen. Die Spieler starten von einer Seite und springen jeweils ein Gummistrang zwischen den Beinen im Schlusssprung von links nach rechts und dann wieder zum Ausgangspunkt zurück, von dem aus sie einen kurzen Antritt über 10 Meter folgen lassen. Mit leicht gebeugten Knien und aufrechten Oberkörper liegt auch hier der Fokus auf der Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur. Durch den Charakter der Sprünge erfahren alle unteren Extremitäten eine Kräftigung, insbesondere die Wadenmuskulatur. Der anschließende Sprint stellt den Bezug zum Training der Schnellkraft her. Die Schwelle vom letzten Sprung über das Gummiband geradewegs in den Sprint stellt hohe Anforderungen an die Bewegungskoordination. Im Spiel oder Wettkampf müssen immer wieder Antrittsbewegungen aus Sprungstafetten heraus praktiziert werden. Je fließender der Übergang beider Bewegungsmerkmale ist, umso schneller kann die Gesamthandlung ausgeführt werden. Das Springen mit nur einem Bein durch den Gummiband-Parcours erhöht den Schwierigkeitsgrad und die Anforderungen an die Bewegungskoordination.

Bild:

Sprint- und Koordinationstraining
Der zweite Hauptteil des Bayern-Trainings wurde durch Sprint- und Koordinationsübungen geprägt. Die Trainingshilfen waren Stangen, Hütchen und Hürden. Zuerst fanden sich zwei Gruppen auf Höhe der Grundlinie ein. In einem einfachen Slalomlauf wurde der erste Stangenparcours bewältigt. (Grafik 1) Neben der Antrittsschnelligkeit und der allgemeinen Sprintfähigkeit des einzelnen Spielers entscheidet die Güte der Koordination wie schnell oder mit welcher Gewandtheit der Spieler diesen Parcours durchläuft. Besonders an den Wendepunkten der Stangen, wo ein Richtungswechsel stattfindet, können wertvolle Zehntelsekunden verloren oder gewonnen werden. Die zweite Übung aus diesem Bereich (Grafik 2) verbindet den geradlinigen Sprint mit kurzen Sidestep-Kombinationen. Auch hier spielt der Gesamtrhythmus der Übung eine wesentliche Rolle. Die Übergänge vom Sprintmodus in die Sidestep-Bewegung müssen fließend sein, ohne die notwendige Dynamik zu verlieren. Dabei sollte der Trainer darauf achten, dass die technische und inhaltliche Ausführung sauber erfolgt. Gerade die Side-Step-Schritte müssen explosiv und kraftvoll praktiziert werden. Diese Übung wurde beim Bayern-Training in einer Gruppe über den gesamten Parcours ausgeführt. Die Abschlussübung (Grafik 3) bildete eine Kombinationsübung aus Sprint- und Sprungelementen – es wurde wieder in zwei Gruppen aufgeteilt. Nach einem Sprung über die auf der Grundlinie befindliche Hürde, folgte ein kurzer seitlicher Sprung zurück, dem ein Sprint zur nächsten Stange anschloss. Angekommen an dieser, wurde ein weiterer Schlusssprung ein, zwei Meter nach hinten vollzogen, um nach der Landung explosionsartig zur nächsten Stange zu starten. Es handelt sich dabei um ein sehr fußballspezifisches Sprinttraining, bei dem die unterschiedlichen Elemente und Bewegungsmuster des Fußballs angemessen Berücksichtigung finden. Es zeigt ganz deutlich, dass eine genetisch bedingte Grundschnelligkeit im Fußball nur einen Teil der Gesamtschnelligkeit im Sinne der höchsten Leistungsfähigkeit begründet. Eine nicht minder wichtige Rolle spielen die Handlungsschnelligkeit, die Qualität der Bewegungskoordination und die Gewandtheit eines Spielers. Deshalb sollten Sprinteinheiten auch im Amateurbereich diese Anforderungen an ein gezieltes Schnelligkeitstraining berücksichtigen.


Diese Übungen wurden mit Easy2Coach erstellt.


Diese Übungen wurden mit Easy2Coach erstellt.

14. April 2011

Bayern Training: 13.04.2011, Säbener Straße


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Bayern Training: 13.04.2011, Säbener Straße
- Trainingsinhalt: Spielformen -

Hintergrund:
Die Vorzeichen sind klar: Dem FC Bayern München bleiben noch 5 Spiele, um das ersehnte Ziel Champions League doch noch zu erreichen. Der neue Trainer Andries Jonker soll es richten. Viel Verantwortung für einen Trainer, der auf internationaler Ebene noch völlig unbekannt ist. Es wird interessant zu sehen sein, ob er aus dem großen Schatten seines Vorgängers Louis van Gaal heraustreten kann. Zumal durch die enge Freundschaft beider Trainer diese Tatsache noch an Brisanz gewinnt. Fast abzusehen: Beim Mittwoch-Training an der Säbener Straße waren keine besonderen Neuerungen zu erkennen. Andries Jonker wird wohl die taktische Grundausrichtung von van Gaal beibehalten. Allenfalls auf ein oder zwei Positionen scheinen sich Veränderungen abzuzeichnen. Es kann gut sein, dass Miroslav Klose am Wochenende gegen Bayer 04 Leverkusen die Chance bekommt, von Anfang an spielen zu können. Auch auf der Torwartposition wird es wohl einen Wechsel zu Gunsten Jörg Butts geben. Ein neues Gesicht war beim Bayern-Training am Mittwoch auch auszumachen: Nicolas Jüllich, ein 21 jähriger Mittelfeldspieler aus dem Kader von Bayern II. Wir werden sehen, ob der FC Bayern München nach dem mäßigen Auftritt gegen den 1.FC Nürnberg den Bock am Sonntag gegen Bayer 04 Leverkusen umstoßen kann und die ersehnte Champions League doch noch schafft.

Teilnehmer:
- 18 Bayern-Profis (Neues Gesicht: Nicolas Jüllich, Bayern 2. Mannschaft)
Nicht dabei: van Buyten (Einzeltraining), Olic und Altintop (beide verletzt)

Impressionen (Bilder) vom Bayern-Training:


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Trainingsspiele
– schnelle Abschlusshandlungen, Flankenspiel, Spiel auf engem Raum -

Die Mittwoch-Trainingseinheit beim FC Bayern München hatte eindeutig Spielcharakter. Es wurden drei Trainingsspiele mit verschiedenen Aufgabenstellungen absolviert.

Spielform1: Schnelle und direkte Abschlusshandlungen

Nachdem man sich ausreichend erwärmt hatte, spielten die Bayern-Profis ein 9 gegen 9 auf ein halbes Spielfeld – das zweite Tor wurde an der Mittellinie platziert. Aufgabenstellung: Freies Spiel mit maximal zwei Ballkontakten beim Torabschluss. Das heißt, vor dem Torabschluss darf der Ball höchstens einmal vorgestoppt oder mitgenommen werden. Die ideale Abschlusshandlung bildet dabei der direkte Torschuss. Das Ziel dieser Trainingseinheit: Spielzüge effizient aufbauen und schnell zum Torabschluss kommen. Die Spieler müssen einen Angriff so optimal vorbereiten, dass der abschließende Spieler direkt oder mit der zweiten Ballberührung auf das Tor schießen kann. Wichtig ist, den Spieler richtig in Szene zu setzen: Dass er zum einen gut zum Tor steht und zum anderen relativ freie Bahn beim Torschuss hat. Dribblings oder Slalomläufe mit Ball bieten sich vor einem Torschuss also weniger an. Trotzdem sind sie im Zuge der gezielten Vorbereitung auf einen Angriff ein probates Mittel. Durch ein gutes Dribbling kann eine Überzahlsituation in Tornähe erzwungen werden, in dessen Folge ein Spieler frei zum Torabschluss kommen kann. Die verteidigende Mannschaft muss den Angriff taktisch klug unterbinden. Ein wirksames Mittel ist das druckvolle Pressing gerade in Torraumnähe, um die gegnerischen Spieler vom Tor entfernt zu halten, beziehungsweise ein gutes Kombinationsspiel zu unterbinden. Im Idealfall zwingt man den Gegner dadurch zu Tor-Abschlüssen aus einer großen Entfernung. Auch kann es sinnvoll sein, den Ball führenden Spieler (mehr als eine Ballberührung) unter Umständen „laufen“ zu lassen – da er ja nicht abschließen darf – um durch den frei werdenden Gegenspieler eine Überzahl im Abwehrverbund zu erwirken.

Spielform 2: Flankenspiel

Bei dieser Spielform werden die Außenbahnen (ca. 15 Meter breit) durch Markierungsteller von der restlichen Spielfläche abgegrenzt. Der Fokus liegt auf Flanken aus den Außenräumen. Der Außenspieler darf dabei nicht angegriffen werden, andere Spieler dürfen den gekennzeichneten Außenstreifen also nicht betreten. Vorteil: Der Außenspieler kann unbegrenzt Flanken und hat genug Zeit, um sich auf die Flanke vorbereiten. Nachteil: Besonders die gegnerische Mannschaft kann sich gut auf die Flanke einstellen und sich entsprechend an den Stürmern ausrichten. Eigentlich dient ein solches Flankenspiel vor allem im Profibereich mehr der Sicherheit. Die Außenspieler sollen Sicherheit für den Flankenablauf bekommen und präzise Flanke in den Strafraum befördern. Wie schon angesprochen, ist es für die Stürmer aufgrund der „übersichtlichen“ Flanken-Vorbereitung enorm schwer, sich entscheidend von ihren Gegenspielern abzusetzen. Allerdings sollte man die Spielform als Stürmer als gute Herausforderung sehen. Wer sich bei diesem Flankenspiel durchsetzen kann und Tore erzielt, dem wird es bei einer „normalen“ Spielform noch leichter fallen. Grundsätzlich sollte man auf ein schnelles Umkehrspiel achten: Ball erkämpfen -schnell auf die Außenspieler passen – handlungsschnell Flanken. Ein probates Mittel der zu verteidigenden Mannschaft wäre, den Außenspieler durch Aufspringen am Rande der Außenbegrenzung zu irritieren oder im Idealfall den Ball abzufangen. Erhöhen könnte man den Schwierigkeitsgrad, indem dem Spieler nur ein bestimmtes Zeitlimit im Außenbereich zur Verfügung steht, bevor er flankt – also einem Zeitdruck ausgesetzt ist. Eine zweite Möglichkeit wäre, dem Außenspieler einen direkten Gegenspieler an die Seite zu stellen. Nur der Außenspieler und sein „Bewacher“ würden dann den Außenstreifen besetzen. Eine letzte Möglichkeit ist ein freies Spiel, auch auf der Außenbahn, wobei direkte Tore nach Flanken aus dem Außenraum doppelt gewertet werden.

Spielform 3: Spiel auf kleinem Raum

Nach dem Flankenspiel wurde das Spielfeld um die Außenbereiche verkürzt. Die Länge blieb bei stark verkürzter Breite erhalten. Dadurch verengt sich der Raum für alle Spieler. Angriffe können nicht mehr breit verlagert werden und müssen zwangsläufig über die Mitte laufen. Da der Weg zum Tor, gemessen an der Spielbreite, sehr weit ist, bieten sich schnelle Angriffszüge an, die durch lang geschlagene Bälle charakterisiert sind. Taktische Grundausrichtung könnten Bälle auf einen großen Mittelstürmer sein, der die Bälle auf seine Nebenleute ablegt. Als zu verteidigende Mannschaft sollte man entweder bereits vorne den Gegner angreifen und das Schlagen langer Bälle unterbinden oder sich auf das hintere Spielfeld konzentrieren, um den Gegner kommen zu lassen. Eine denkbar schlechte Lösung ist die gleichmäßige Verteilung aller Spieler auf die gesamte Spielfeldlänge. Wenn eine Mannschaft geschickt Ballungsräume provoziert, kann man den Gegner sehr gut unter Druck setzen und ihn zu Fehlabspielen zwingen. Die Gefahr liegt wie bei allen Pressing-Versuchen darin, dass ein Spieler zu spät an seinem Gegenspieler ist und ein anderer das entstehende Loch stopfen muss – dadurch kann eine nachteilige Kettenreaktion entstehen.


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7. April 2011

Bayern Training: 06.04.2011, Säbener Straße


(3 Bewertungen, Durchschnitt: 4,67 von 5)
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Bayern Training: 06.04.2011, Säbener Straße
- Schnelligkeitstraining und Torschusstraining -

Hintergrund:
Nachdem sich der FC Bayern München am letzten Wochenende mit einem knappen 1:0 Sieg gegen Abstiegskandidat Borussia Mönchengladbach wieder im Kampf um die Champions League zurückgemeldet hat und das Ziel nun unmittelbar vor Augen hat, fand das Mittwoch-Training unter dem Motto: „Gute-Laune-Einheit“ statt. Die Stimmung der Bayern-Profis war außerordentlich gut. Es wurde hoch konzentriert gearbeitet und das eine oder andere Späßchen getätigt. Auf das anstehende Derby am Samstag beim 1.FC Nürnberg scheint der FC Bayern gut vorbereitet. Nachdem die gesamte Mannschaft ein Aufwärmprogramm absolvierte, fanden sich 14 (gesunde) Spieler zum Sprinttraining ein. Abgeschlossen wurde die Trainingseinheit am Mittwoch mit einem komplexen Torschusstraining.

Teilnehmer:
- 14 Bayern-Profis
Nicht dabei: van Buyten, Olic (beide verletzt,) Kraft, Tymoshchuk, Gomez, Robben und Contento. Gomez, Contento und Robben absolvierten nur eine leichte Laufeinheit – die anderen fehlten gänzlich auf dem Trainingsgelände an der Säbener Straße.

Impressionen (Bilder) vom Bayern-Training:


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Übung 1: Training der motorischen Grundschnelligkeit
Es handelt sich um eine sehr einfache Laufeinheit. Im Vordergrund stehen Sprintstrecken von 30 Metern. Die Spieler absolvierten gestern immer zwei Abläufe danach diente eine Runde der Lockerung. Insgesamt wurden 8 Sprintsequenzen durchgeführt.

Zyklische Grundschnelligkeit
Bei dieser Schnelligkeitseinheit geht es grundsätzliches um zyklische Bewegungsabläufe. Ein azyklisches Schnelligkeitstraining wären Wendeläufe oder Laufeinheiten in Verbindung mit anderen fußballspezifischen Übungen. Dadurch dass alle Spieler auf einer Linie laufen entsteht eine zusätzliche Konkurrenzsituation, welche die Motivation stimulieren kann. Nach dem akustischen Signal des Trainers laufen die Spieler im höchst möglichen Tempo zur Markierung, die ungefähr 30 Meter von der Grundlinie entfernt liegt. Da dieses Schnelligkeitstraining einen geradlinigen Charakter aufweist und ohne fußballspezifische Merkmale durchgeführt wird, steht hierbei das Training der Grundschnelligkeit im Vordergrund.

Reaktionsschnelligkeit
Aber auch hier gibt es diverse Möglichkeiten, dass Sprinttraining fußballspezifischer zu gestalten und so mehr in den Bereich Handlungsschnelligkeit zu gehen. So ist es zum Beispiel möglich, dass Fußballer nicht nur auf akustische Reize wie die Pfiffe oder Worte reagieren, sondern auch auf unvorhersehbare Signale. Eine Variante: Der Trainer gibt durch optische Zeichen das Startsignal. So könnte der Trainer alternativ mit dem Kopf nicken oder nur den linken Fuß anheben. Auch könnten gespielte Bälle als Startzeichen dienen. Wichtig ist dabei, dass der Spieler vorab nicht weiß, auf welches Signal er reagieren muss und vor allem zu welchem Zeitpunkt. Der Spieler sollte das Signal als solches erst einmal wahrnehmen und mit einer adäquaten Handlung reagieren.

Handlungsschnelligkeit
Noch komplexer und „Kopflastiger“ wird die Sprintübung, wenn der Spieler nur auf bestimmte Signale reagieren darf: Zum Beispiel nur auf einen blauen Ball – den weißen Ball muss er außen vor lassen. Der klassische 30-Meter-Sprint enthält alle Komponenten, welche die Grundschnelligkeit eines Fußballers determinieren: Reaktionsschnelligkeit, Antrittschnelligkeit, Beschleunigungsfähigkeit und die motorischen Endgeschwindigkeit.

Grafik Laufeinheit


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Übung 2: Komplexes Torschusstraining (Fokus: Handlungsschnelligkeit und Abschluss)
In der letzten Übungseinheit absolvierten die 14 Bayern-Profis ein Torschusstraining. Wobei der Fokus ganz klar auf Abschlüssen aus kurzen Distanzen lag.

Passfolge mit Torabschluss
Die Spieler finden sich in einer 4er Konstellation ein. Ein Spieler A befindet sich auf der Grundlinie. Von hier aus wird der Ball auf einer geraden Bahn zu einem Spieler B an der Strafraumgrenze gespielt. Dieser lässt den Ball kurz etwa 5 Meter zu einem seitlich positionierten Spieler C prallen. Dabei wird eine Art Doppelpass gespielt – der Spieler C spielt den Ball direkt auf Höhe des 11-Meter-Punktes in den kurzen Lauf des Spielers B. Dieser kommt schnell zum Abschluss, indem er den Ball direkt auf das Tor schießt. Diese komplexe Torschussübung lebt vor allem von der Qualität ihrer Ausführung.

Variationen erhöhen den Schwierigkeitsgrad
Ein Trainer kann dieses Torschusstraining vom Schwierigkeitsgrad nach Belieben variieren. So können die Spieler die Bälle zum Beispiel auch erst vorstoppen, bevor sie den Ball wieder weiter spielen. Schwieriger wird die Übung, wenn die Spieler die Bälle direkt spielen und die Passfolgen mit einer bestimmten Schärfe versehen müssen. Auch kann man bestimmte Ballpassagen hoch spielen. So kann der Ausgangsspieler auf Spieler B einen kurzen Hochball spielen, diese lässt ihn in der Luft zu Spieler C prallen, der wiederum den Ball auch „oben“ behält und ihn in Richtung 11-Meter-Punkt befördert, um eine Volleyabnahme des abschließenden Spielers zu provozieren.

Leistungsbestimmende Kriterien
Das Entscheidende bei dieser Übung ist die Passgenauigkeit und -schärfe. Im Strafraum bleibt naturgemäß nur wenig Zeit zum Handeln. Außerdem befinden sich mehrere Spieler auf engstem Raum zusammen. Nicht immer ist das direkte Spiel die beste Spiellösung. So kann zum Beispiel eine kurze Annahme notwendig sein, wenn ein Gegenspieler die Situation und damit die beabsichtigten Ballstationen vorausahnt. Um die Übung sehr praxisnah zu gestalten, sollten daher alle Möglichkeiten durchgespielt werden und der Fokus auf einer variantenreichen Durchführung liegen. Auch das Timing ist bei dieser Torschussübung ein leistungsbestimmender Faktor. Nur wenige Zehntelsekunden reichen, um den Bewegungsablauf zu stören oder zum Abbruch zu zwingen. Noch spielnaher könnte man praktizieren, wenn man Gegenspieler im Strafraum positioniert, die passiv eingreifen, um die ausführenden Spieler unter Druck zu setzen und zu einer variantenreichen Ausführung zu provozieren.

Grafik Torschuss


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