Die 3er-Kette als taktisches Mittel

Grundlagen der 3er-Kette

Die 3er-Kette funktioniert als eine Formation der Abwehr im Spielverlauf. Es agieren zwei Außen- und ein Innenverteidiger, wobei der Innenverteidiger nicht als Libero spielt.

Die drei Verteidiger spielen auf einer Linie und haben keine festgelegten Gegenspieler im Verlauf des Fußballspiels. Sie spielen in der Funktion der Verteidigung im Rahmen der Raumdeckung. Während sich die Kette in der Spielphase der Offensive tendenziell zurückhält, erfüllen die beiden Außenverteidiger in einer 4er-Kette weitere offensive Aufgaben im Spiel.

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Damit auch defensive Funktionen von den Spielern umgesetzt werden können, positioniert sich die Formation mit echten Flügelspielern im Mittelfeld. Das System bietet jedoch keine große Spielfeldbreite. In diesem gewählten System können diagonal gespielte Pässe im Vergleich zu einer Viererkette nicht so gut bewältigt werden. Vorteilhaft ist jedoch die Überzahl an Spielern im Mittelfeld mit dem Innenverteidiger und den zwei Außenverteidigern.

Bei einem Spielaufbau über drei Innenverteidiger beginnt die Spieleröffnung beim mittleren Innenverteidiger. Die Außenverteidiger schieben dann hoch bis in die gegnerische Hälfte.

Nicht zu verwechseln ist die 3er-Aufstellung mit der im Amateurfußball verwendeten Verteidigung aus einem Libero und zwei Manndeckern. Im heutigen modernen Spielsystem ist sowohl die 3er-Kette als auch die 4er-Kette vertreten.

Die 3er-Kette ist in der Geschichte des Fußballs ein klassisches Element im Spiel, das immer wieder aufgetaucht ist.

Taktische Grundlagen in der 3er-Kette

Wichtig bei dieser Aufstellung ist, dass die Spieler, die die 3er-Kette bilden, ungefähr 22 Meter vor dem Tor die Linie konsequent halten. Die Spieler coachen sich gegenseitig und verschieben sich entsprechend im Spielverlauf. Der Gegner wird dabei von einem Verteidiger aus der Linie attackiert und unter Druck gesetzt, während die beiden anderen Verteidiger nachrücken, damit keine Lücke in der Breite der Linie entstehen.

Im Falle einer schlechten Ballannahme des gegnerischen Spielers, der mit dem Rücken zum Abwehrspieler der 3er-Kette(+1) steht, bietet es sich für den zu der Kette zugehörigen Spieler an, jenen gegnerischen Spieler zu doppeln, während der Außenverteidiger der Linie von hinten angreift. In diesem Moment ist eine Balleroberung möglich, um alsbald mit einem Konter zu starten.

Sollte es dazu kommen, dass ein gegnerischer Spieler die 3er-Kette durchbricht bzw. eine Lücke findet, ist das Risiko einer Abseitsstellung hoch. Die Spieler der 3er-Linie müssen ein Gefühl dafür bekommen, wie sie zu laufen haben, um dem Spielverlauf die richtige Dynamik geben zu können.

In dem Spiel gibt es immer mehrere Dimensionen, die aus Reaktionen auf bestimmte Ketten-Formationen der Spieler bestehen. Daraus ergeben sich taktische Möglichkeiten. Bei einer 3er-Formation über drei Innenverteidiger beginnt der Spielaufbau über einen der drei Innenverteidiger. Die Außenverteidiger schieben hoch bis in die gegnerische Hälfte. Im Falle des Entgegenkommens einer gegnerischen 6er-Kette, wird der Ball in der 3er-Formation hin und her gespielt, während die Spieler, die im Mittelfeld außen stehen hochschieben und nach innen einrücken.


Die restlichen drei Spieler bewegen sich zwischen der gegnerischen Mittelfeld- und Abwehrkette und gehen dort immer auf Lücke, damit das Zuspiel von einem der drei Innenverteidiger erhalten werden kann. Wird einer dieser Innenverteidiger angespielt und kann sich drehen, bietet sich ihm die Möglichkeit nach vorne zu dribbeln und die zwei außenstehenden Spieler in Szene zu setzen bis es zum Abschluss kommt.

Die dynamische 3er-Kette im Spielaufbau

Das 3er-System verhält sich im Spielaufbau dynamisch. Aufgrund des Mangels an einer breiten Verteidigungslinie, können während von den gegnerischen Spielern gespielte Diagonalpässe Lücken entstehen, die ein Durchbrechen der Kette ermöglichen. Deshalb wird der Ball in der 3er-Linie möglichst oft hin und her gespielt, um den Bereich der Verteidigung in der Breite möglichst gering zu halten und die gegnerischen Spieler zu zwingen, sich mit auf dieser Linie zu Bewegen.

Im Laufe des hin-und her-spielens können sich auf der gegnerischen Seite Lücken bilden, die für einen Vorstoß genutzt werden oder es ergeben sich Chancen zur Balleroberung sowohl auf der Abwehrseite als auch auf der Seite der Angreifer. Es ergeben sich damit unterschiedliche Ablaufwege.

Mit einer dynamischen 3er-Formation im Spielaufbau, ist die Bildung einer Überzahl möglich. Dies kann geschehen, wenn der 6er zwischen einem Außen- und einem Innenverteidiger zwangsläufig eine “abkippende” Position einnimmt.

In einem 3-5-2 oder einem 3-4-3 werden die Dreiecke gebildet, damit jeder Spieler zwei Anspielstationen bieten kann. Infolge des einen Spielers mehr im Mittelfeld kommt es zu einer Überzahl im zweiten Drittel. Auf diese Weise kann der Spielaufbau in Ruhe und mit Überlegung vorgetragen werden.

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Der Vorteil einer dynamischen 3er-Linie ist der Schutz des Zentrums bei einem Ballverlust durch eben diese drei Spieler der Verteidigungslinie.

Spielverhalten beim Torwart hinter der 3er-Aufstellung

Bei einem 3er-System geht das Spielverhalten des Torwarts dazu über, an dem Spiel selber als “mitspielender” Torwart zu agieren. Der spielerische Kurs setzt damit auf ein erhöhtes Risiko, womit ein dynamisches und raumdeckendes Spiel vor dem Torwart entsteht.

Bei einer 3er-Aufstellung, die sich ca. 22 Meter vor dem Torwart befindet können Lücken entstehen, die der spielerische Gegner zu einem Vorstoß nutzen kann. Der Torwart wird dann in der Regel mit einem kurzen Ball rechnen müssen, sobald der Gegner es schafft weit vorzustoßen. Für den Torwart heißt das, dass er dem Ball entgegengehen muss. Der Torwart wird seine Schrittfolge spontan dem Abstand zum Ball versuchen anzupassen, wenn der gegnerische Spieler zu seinem Abschluss kommt. Das richtige Abschätzen des Torwarts ist wichtig, damit bei entstehenden Flanken aus der gegnerischen Hälfte diese nicht von ihm aufgrund einer Fehleinschätzung unterlaufen werden.

Offensive 3er-Kette und Defensiv 5er-Kette

Werden die Spieler im Verlaufe des Spieles in die eigene Hälfte zurück gepresst, ist die Bildung einer 3er-Kette sinnvoll für ein effektives Abwehrverhalten. Im Strafraum positionieren sich ein Mittelstürmer und die offensiven Außenspieler. Diese Außenverteidiger rücken weit auf, damit sie dem Spielzentrum zu Hereingaben verhelfen können. Mit dem Zehner bilden sie gemeinsam die zweite 3er-Kette.


Die an der Strafraumgrenze positionierte 3er-Kette hat entweder die Möglichkeit in den Raum zu starten oder sich fallen zu lassen. Das “fallen lassen” hat dann den Sinn angespielt werden zu können.

Der Sinn der Bildung einer 3er-Formation besteht darin, den Ball im Falle des Ballbesitzes zirkulieren zu lassen und im umgekehrten Fall zu verhindern, dass es bei einer Ballzirkulation zu einer Durchbrechung der 3er-Aufstellung kommt und zu einem Vorstoß in den Raum.

Gefährlich wird es, wenn die Spieler mit nur geringem Tempo in die gegnerische Hälfte eindringen und der Ball aus diesem Grund auf die Außenspieler geht. Im Zentrum ergeben sich daher keine großen Räume. Hier macht das Agieren mit einer defensiven 5er-Kette Sinn. Die 3er-Formation im Strafraum kann mit drei Innenverteidigern und einer Manndeckung durchbrochen werden, während die beiden Außenverteidiger zusammen mit den Mittelfeldspielern weiter im Verbund verteidigen können.

Anlaufen des Gegners aus der 3er-Kette

Beim Anlaufen des Gegners aus dem 3er-System liegt ein Angriffspressing im Bereich des Möglichen. Sieben Spieler machen es dem Gegner in seiner Hälfte schwer sich im Spiel befreien zu können. Die Folge sind ungenaue Pässe. Bei ungenauen Pässen besteht die Gefahr, dass der Ball schnell abgefangen werden kann, weil die restliche Mannschaft längst nachgerückt ist.

Allerdings ist folgendes zu beachten: Je tiefer die eigene Mannschaft im Feld positioniert ist, umso riskanter stellt sich die Bildung einer Dreierkette dar. Oft wird hier in einem fließenden Übergang zu einem Spielaufbau mit fünf Spielern auf einer Linie agiert.

Spiel-und Mannschaftssystem in der Aufstellung 3-5-2 / 3-6-1 / 3-4-3

  • Vorteile 3-5-2 im Mannschaftssystem

    Mit der Aufstellung von fünf Mittelfeldspielern ist das Mannschaftssystem sehr gut bestückt, wodurch sich ein kompaktes Mittelfeld ergibt. Damit lässt sich der Gegner effektiv unter Druck setzen. Die Möglichkeit des Pressings liegt damit nah. Der Gegner hat dann häufig nur noch die Möglichkeit einen langen Ball nach vorne zu spielen, was oft zu einem Ballverlust führt. Denn je weiter der Ball gespielt werden muss, desto ungenauer der Pass.

    Ein weiterer Vorteil sind die zwei defensiven Mittelspieler. Das Zentrum im Mittelfeld ist damit kompakt durch die enge Raumabdeckung. Die äußeren Mittelfeldspieler haben auf den Außenfeldern viel Raum und Platz und können mit Tempo hineinlaufen und die Bälle auf diese Weise im Lauf fordern, um so mit Schwung in der Offensive für Gefahr sorgen.

    Der offensive Mittelfeldspieler kann die Stürmer gut bedienen und einen entscheiden Pass spielen, der zu einem Tor führt. Durch die kompakten Dreiecksbildungen haben die Spieler viele Anspielmöglichkeiten und es ergeben sich viele Kombinationsmöglichkeiten.

  • Nachteile 3-5-2 im Mannschaftssystem

    Ein großer Nachteil in diesem Mannschaftssystem ist die hintere Abwehr der 3er-Kette. Drei Spieler können nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken. In den Außenzonen gibt es viele Freiräume. Die drei Abwehrspieler agieren in diesem System zudem nur statisch.

    Wenn der Gegner es schafft die Abwehrspieler auseinanderzuziehen, ergeben sich Lücken.

  • Vorteile 3-6-1 im Mannschaftssystem

    Das 3-6-1 ist eine Staffelung, die im Mannschaftssystem nicht häufig gebraucht wird. Effektiv kann dieses System sein, damit in der Mitte mehr Präsenz entsteht. Durch die in die Breite gehende Aufstellung haben die Spieler einen besseren Zugriff auf die höheren Zonen und können sich im offensiven Spiel schneller verbinden. Damit ermöglicht die 3-6-1 – Kette Flexibilität sowohl im Defensiv- als auch im Offensivspiel.


    Ein 3-6-1 Mannschaftssystem ist in der Lage spontan Dreier-, Vierer- und Fünferreihen zu bilden. Die sechs Spieler können sich jederzeit aus dem Mittelfeld lösen und sich in den hinteren Raum schieben. Das funktioniert auch in die entgegengesetzte Richtung.

    Die 6er-Kette kann unterschiedliche Pressing-Ketten im Angriffspressing bilden und sich dynamisch gestalten.

  • Nachteile 3-6-1 im Mannschaftssystem

    Die 3-6-1 Formation ist eine eher defensive Aufstellung. Zwar kann ein schnelles Angriffspressing entstehen. Dieses gelingt aber nicht, wenn es nicht ausreichend taktisch versierte Spieler in der Mannschaft gibt. Das schnelle Umschalten sollte bestens beherrscht werden, damit alle Zonen im Spiel besetzt werden können.

    Die Spieler in diesem System müssen alle extrem ballsicher sein. Nur dann lassen sich Positionen in der Grundformation richtig einnehmen. Bei diesem System sind die Laufwege entscheidend. Das schnelle Angriffspressing, das entsteht, kostet den Spieler aufgrund der langen und schnell auszuführenden Laufwegen nach vorn viel Kraft und Energie, die auf Dauer zu einem schnellen Ermüden des Spielers führen.

  • Vorteile 3-4-3 im Mannschaftssystem

    Der Vorteil des 3-4-3 liegt hauptsächlich in der Offensive. Während vier Spieler die gegnerische Verteidigungskette auseinanderziehen, spielen die Mittelfeldspieler der verteidigenden Mannschaft im direkten Verbund. Das System ist ein mannorientiertes Spiel, bei dem nur einer den Ball spielt. Die zwei Außenverteidiger rücken auf, damit eine Überzahl an Spielern im Mittelfeld gewährleistet werden kann.

  • Nachteile 3-4-3 im Mannschaftssystem

    Nachteilhaft bei der Formation 3-4-3 ist die fast zu offensive Spielweise, die zwar auf einen hohen Ballbesitz-Anteil ausgelegt ist, aber auch risikoreiche Duelle fordert, bei dem der Erfolg einer Balleroberung nicht immer sicher ist. Hier ist eine disziplinierte Spielweise gefragt.

    Bei den dadurch schnell entstehenden Eins-gegen-Eins-Situationen, wird sich häufig dann mit taktischen Fouls weitergeholfen, die die Gefahr von Verwarnungen oder eines Platzverweises in sich bergen.

Worin liegen die Vorteile einer 3er-Kette im Vergleich zur 4er-Kette?

Im Vergleich zu einer 4er-Kette können beim Defensiv-Verhalten die äußeren Mittelfeldspieler während des Spielverlaufes die Position von Außenverteidigern übernehmen. Damit bietet sich die Möglichkeit eine 5er-Kette zu bilden.

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Die äußeren Mittelfeldspieler bilden in der Tendenz echte Flügelspieler. Auf diese Weise lässt sich das gesamte Spielfeld bearbeiten, während die Außenstürmer im 3-4-3 Spiel Unterstützung bieten können.

Beim gegnerischen Mannschaftssystem einer 4-4-2 Formation, ist in der 3er-Formation eine Überzahl im Mittelfeld möglich.

Unterschied zwischen der heutigen 3er-Kette und das Spiel mit Libero (letzter Mann) aus früheren Zeiten

Der Libero von früher ist ein mannorientierter Verteidigungsspieler, der keinen direkten Gegenspieler hat. Er trägt die Rolle des Spielers zur Absicherung. Weil ein Gegenspieler nicht da ist, ist es ihm möglich sich auch in einen Angriff einzuschalten. An sich hat der Libero eine defensive Stellung im Spiel.

Der heutige Fußball verzichtet meist auf einen Libero. Die 3er-Aufstellung hat eine dem Libero entsprechende Position nicht. Sie ist Ballorientiert und ist im Gegensatz zu der defensiven Stellung
des Liberos eben nicht per se defensiv, da der Torwart im Mannschaftssystem der 3er-Aufstellung “mitspielend” wirkt.

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