Die Koordinationsleiter als Teil eines guten Fußballtrainings

Für jeden Fußball-Trainer ist es immer wieder aufs Neue eine entscheidende Frage: Welche Übungen kann ich für meine Trainingseinheit verwenden? Dabei gehören neben dem Trainieren mit dem Ball auch Übungen ohne Ball zu einer gut strukturierten Einheit dazu. Dazu ist natürlich auch das richtige Trainingsmaterial von Nöten, beispielsweise Hütchen, Stangen und Reifen. Geräte, welche nicht nur im Fußball eine essenzielle Rolle spielen, sind die sogenannten Koordinationsleitern. Diese kann auf verschiedene Art und Weise im Training eingesetzt werden, um den Fußballer zu fördern.

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Koordination – Was ist das eigentlich?

KoordinationsleiterDer Begriff Koordination kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie etwas regeln oder ordnen. Dies umfasst im Kontext Fußball das Aufeinanderabstimmen der motorischen Fähigkeiten des menschlichen Körpers. Dazu gehören sowohl die Bewegungen im Unter- als auch dem Oberkörper. Eines ist sicher: Der Fußballer profitiert von einer guten Koordination. Die Koordination eines Fußballers wird durch das Training und diverse Übungen gefördert. Sie kann zudem in sieben Kategorien differiert werden: Kopplungsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit, Gleichgewichtsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit.

Wie wichtig ist die Koordination?

Am besten erlernt der Fußballer koordinative Fähigkeiten in jungen Jahren. Heranwachsende lernen über Bewegungserfahrungen, den eigenen Körper zu kontrollieren. In den Wachstumsphasen in denen sich der junge Fußballer befindet verändern sich auch körperliche Konstitutionen und Gegebenheiten ständig. Kinder profitieren daher vom Arbeiten an deren koordinativen Bewegungen. Auch im Hinblick auf das fußballerische Vermögen können sie daraus Positives ziehen: Je besser diese koordinative Grundlage ausgebildet ist, desto intensiver werden im positiven Maße die fußballspezifischen Bewegungen und Techniken beeinflusst. Doch nicht nur im Jugendbereich sollte im Training auf die Koordination geschaut werden. Auch Erwachsene sollten ihre koordinativen Fähigkeiten immer wieder auffrischen und weiter herausfordern. Denn falls die erlernten Fähigkeiten mit der Zeit nicht durchgehend gefördert werden, so kann es sein, dass sie ganz verloren gehen.

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Was ist eine Koordinationsleiter?

Eine Koordinationsleiter ist ein sehr beliebtes Trainingsgerät, das hauptsächlich für das Koordinationstraining verwendet wird. Das Gerät besteht aus einer Leiterform, welche von mit mehreren Sprossen zusammengehalten wird. Zudem sind die Sprossen an zwei Kunststoffstangen befestigt. Dadurch entstehen allerdings relativ kleine Segmente zwischen den Sprossen. Die Koordinationsleiter ist in verschiedenen Längen erhältlich, beispielsweise mit 8 Segmenten. Für den idealen Einsatz in der Übung sollte die Koordinationsleiter etwa fünf Segmente umfassen. Die Wirkungsweise des Geräts beruht darauf, dass in den einzelnen Bereichen der Leiter Sprünge oder Schritte in verschiedenen Variationen ausgeführt werden, welche im Umkehrschluss die koordinativen Fähigkeiten fördern sollen.

Für was ist sie hilfreich? Was und wie kann damit trainiert werden?

Die Leiter besteht aus einer jeweils unterschiedlichen Anzahl an Sprossen und trägt auf vielfältige Art und Weise dazu bei, die Koordination gezielt zu trainieren. Vor Beginn der Übungen wird die Leiter auf dem Boden befestigt, um damit trainieren zu können. Es gibt dabei verschiedenste Möglichkeiten durch die Koordinationsleiter hindurchzulaufen. Beispielsweise kann aus mehreren Leitern auch ein Parcours erstellt werden, bei dem die einzelnen Leitern mit unterschiedlichen Übungen durchlaufen werden müssen. Darüber hinaus besteht auch die Option, die Leiter an einer Steigung oder eine Fällung zu legen. Generell kann die Koordinationsleiter also für alle möglichen Sportarten eingesetzt werden. Ob im Tennis, Handball oder auch im Fußball – schnelle Bewegungen sind für jede Sportart von Bedeutung.

Welchen Nutzen hat sie im Fußballtraining?

Ein schneller Antritt, ein kurzer Richtungswechsel oder ein Haken vor dem Torabschluss – alle diese Situationen treten in einem gewöhnlichen Fußballspiel ein. Um dafür gerüstet zu sein, ist das Training mit der Koordinationsleiter eine wichtige Grundlage. Im Fußball wird die Leiter auch zur Verbesserung der Schnellkraft verwendet. Durch die verschiedenen Übungsformen, mit welchen die Leiter durchlaufen werden kann, werden unterschiedlichste motorische Fähigkeiten gefördert. Um die Effektivität und Wirkung noch zu verstärken, können an den Längsseiten der Koordinationsleiter noch Hütchen oder Stangen eingesetzt werden, so dass eine größere Bandbreite an Übungen möglich wird. Dadurch wird beispielsweise das Gleichgewichtsgefühl, die Reaktionsschnelligkeit und -fähigkeit, sowie das räumliche Orientierungsvermögen trainieret. Zudem kann durch die Hinzunahme von Bällen das Training mit Koordinationsleiter für den Fußballer erleichtert werden. Beispielweise muss der Fußballer die Leiter mit einer bestimmten Übung hinter sich lassen, um dann den Pass eines Mitspielers anzunehmen und zurückzupassen.

Welche verschiedenen Ausführungen/Längen gibt es?

Wie bereits erwähnt, können die Leitern in unterschiedlicher Länge gekauft werden. Sie unterscheiden sich somit in der Länge der Kunststoffstange bzw. der Anzahl der Sprossen und Segmente der Koordinationsleiter. In aller Regel besitzen die Utensilien Längen von etwa 2 bis 12 Metern. Je nach gewünschter Intensität können Sie sich für die jeweilige Ausführung entscheiden.

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Welche Übungen mit einer Koordinationsleiter gibt es?

Geradlinig oder auch seitlich kann die Leiter durchlaufen werden – wie die Übung genau aussehen soll, entscheidet der Trainer. Allgemein sollte beim Training mit mehreren Leuten immer solange abgewartet werden, bis einer der Sportler die Übung ganz abgeschlossen hat, bevor der nächste Fußballer den Parcours betritt und seinerseits mit der Übung beginnt. Dafür eignen sich beispielsweise etliche Sprungübungen, wie etwa gestreckte Sprünge, ein- oder beidbeinige Sprünge oder auch seitliche Bewegungen.

KoordinationsleiterÜbung 1: Zwei Kontakte pro Segment – Vorwärts
Hier wird mit einem Fuß das Segment zuerst betreten und der zweite Fuß nachgezogen. Wichtig ist hierbei dass das Segment wirklich nur pro Fuß einmal berührt wird. Bei der Ausführung muss darauf geachtet werden, dass der Kopf gerade bleibt und der Blick nach vorne geht. Der Körperschwerpunkt und die Hüfte gehen in eine tiefere Position, die Wirbelsäule sollte hingegen gerade bleiben. Die Arme mitzunehmen hilft bei der Durchführung. Bei vier Kontakten pro Feld schaut das Ganze folgendermaßen aus: Diese Übung beginnt genauso wie Übung 1 mit dem Betreten der Leiter. Jedoch werden bei dieser Übung vier Kontakte pro Segment durchgeführt. Rechts – Links – Rechts – Links und dann weiter in das folgende Feld.

Übung 2: Einbeinig – Vorwärts /Rückwärts
Vom Prinzip her genau wie Übung 1 wird die Einheit mit nur einem Fuß ausgeführt. Dabei besteht die Möglichkeit, den einen Kontakt pro Feld, mit dem starken oder dem schwachen Fuß auszuführen (oder auch beiden nacheinander). Zudem kann die Leiter und ihre Sprossen auch rückwärts durchlaufen werden.

Übung 3: Grätschsprünge – Vorwärts
Bei dieser Übung steht der Fußballer beidbeinig vor dem ersten Leitersegment. Mit dem ersten Sprung hüpft er in das Segment beidbeinig hinein, der zweite Sprung wird dann außerhalb der Leiter, in einer Grätschstellung, gelandet. So wird zwischen beidbeinigem Landen im Segment und der Grätsche abgewechselt und so die Leiter durchlaufen.

Übung 4: Seitenlauf – Seitwärts
Schnelle seitliche Bewegungen sind im Fußball das A und O. Deswegen kann auch bei der Koordinationsleiter dahingehend trainiert werden. Der Fußballer stellt sich bei dieser Übung parallel zum Startpunkt der Leiter auf und geht im Gegensatz zu den vorherigen Aufgaben quer in die Leiter hinein. Dabei muss er immer zwei Kontakte pro Segment aufweisen. Hilfreich ist es auch hier, wenn die Knie und Arme mitgeschwungen werden.


Mit der Koordinationsleiter besitzt der Fußball-Trainer die Möglichkeit, sein Team fit zu bekommen und koordinativ weiterzubilden. Durch die Vielzahl an Übungen, die mit der Leiter offen stehen, ist die Koordinationsleiter ein häufig gesehenes Mittel bei Fußballmannschaften. Vor allem im Profibereich führt an ihr kein Weg vorbei.

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