Ein Blick in die 2. Bundesliga

Nach dem vierten Spieltag nimmt die Tabelle so langsam Konturen an. Überraschungen gibt es dabei an der Spitze und im Keller gleichermaßen.

In der ersten Bundesliga darf gern noch ein wenig gerätselt werden. Mainz 05 und Hannover 96 führen das nach dem zweiten Spieltag noch wenig aussagefähige Tableau an – ein Hinweis, dass die beiden Clubs wieder so stark sind wie in der letzten Saison? Oder doch nur eine Momentaufnahme? Kriegen die Kölner und die Hamburger die Kurve? Und sind die Bayern wirklich nicht so spielstark, wie alle gedacht haben? Die Zukunft wird die Antworten auf diese Fragen weisen.

In Liga Zwo hingegen sind schon doppelt so viele Spiele absolviert, und das bedeutet, dass zumindest ein Trend vorliegt. Vier Spielen wohnt eine Aussagekraft inne, es gibt ein sehr breites Mittelfeld (wie das immer so am Saisonbeginn ist), ein paar Teams, die vorneweg marschieren – und dann gibt es da noch die Aachener Alemannia, die es in vier Spielen auf sage und schreibe 1:8 Tore und null Punkte gebracht hat. Eine Bilanz, die der 1. FC Köln in zwei Spielen geschafft hat, so könnte man spötteln, aber weder in Aachen noch in Köln würden die Fans das wohl lustig finden. Ist es ja auch nicht. Gerade zu Saisonbeginn sind die Teams doch bestens motiviert, so könnte man meinen, und dann alle vier Spiele verlieren? Oder muss sich die Alemannia erst noch finden?

Löwen in bestechender Frühform

Andere Teams brauchten keine Findungsphase, das gilt vor allem für den Absteiger aus St. Pauli, die drei Siege und ein Remis zu Buche stehen haben und immerhin schon in Bochum – ein Mitfavorit für den Aufstieg – gewinnen konnten. Auch 1860 München ist mit neun Punkten bei nur einer Niederlage gut in die Saison gekommen, schon träumen die Fans der Löwen von einer Rückkehr in die erste Liga. Vor allem die Höhe der Siege in Cottbus (5:0) und gegen Erzgebirge Aue lässt aufhorchen; die Sechziger scheinen schon recht gut zu funktionieren. Zwei Siege in Folge mit 9:0 Toren, das spricht klar für den Club aus der bayrischen Landeshauptstadt.

Gewohnt schwer in Tritt kam der VfL Bochum. Ein Sieg bei einem Remis und zwei Niederlagen ist recht typisch für die Mannschaft aus dem Pott. Allerdings ist zu erwarten, dass die Bochumer nach der ihnen üblichen Findungsphase besser in Tritt kommen. Vom Lokalrivalen aus Duisburg weiß man erst recht nicht, was man da erwarten soll – gerade einmal zwei Punkte stehen dort nach vier Partien auf der Haben-Seite. Wie zu erwarten sind Greuther Fürth und, trotz der Klatsche gegen 1860, auch Cottbus mit oben dran. Von der Eintracht aus Braunschweig durfte man das nicht unbedingt erwarten, doch nach einem 0:3-Rückschlag am dritten Spieltag gegen den Namensvetter Eintracht Frankfurt und einem anschließenden Auswärtssieg beim KSC steht der Aufsteiger aus Niedersachsen mit neun Punkten auch ziemlich weit oben.

Mehmet Scholl beim Praktikum in Ingolstadt

Dynamo Dresden, der KSC, der SC Paderborn und Union Berlin bilden mit Bochum und Erzgebirge Aue das Mittelfeld, dahinter stehen mit drei Punkten Aufsteiger Hansa Rostock und der FSV Frankfurt. Zwischen dem 16. Duisburg und dem Letzten Aachen steckt mit zwei Punkten der FC Ingolstadt, wo Mehmet Scholl derzeit ein Praktikum absolviert. Viel gebracht hat das den „Schanzern“ noch nicht – sie werden es wohl schwer haben, die dauerhaft da hinten abzusetzen.

Fehlen nur noch der absolute Topfavorit auf den Aufstieg, nämlich Eintracht Frankfurt, der Absteiger aus der Bundesliga, und die Fortuna aus Düsseldorf, denen ebenfalls Ambitionen auf den Aufstieg nachgesagt werden. Die Fortuna hätte es schon vergangene Saison schaffen können – wäre da nicht der grandios verpatzte Saisonauftakt gewesen, in dem die Düsseldorfer erst am siebten Spieltag den ersten Sieg landeten. Sämtliche sechs Spiele zuvor hatten sie damals verloren.

Frankfurt bleibt ohne Heimsieg

Am Montag kam es in Frankfurt zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Clubs, schon nach drei Minuten ging die Eintracht durch Jung in Führung. Zwar war zu erwarten, dass das Spiel danach einseitig verlaufen würde, es schien nur noch um die Höhe des Frankfurter Sieges zu gehen. Doch Düsseldorf wachte nach 20 Minuten auf und kam besser ins Spiel, die Fortuna setzte die Eintracht mehr und mehr unter Druck – Frankfurt wurde nervös und musste kurz nach der Pause den Ausgleich durch Beister hinnehmen. Die Eintracht war kaum in der Lage, ordentlich nach vorn zu spielen, was auch daran lag, dass Gekas überhaupt nicht ins Spiel kam und dann, wenn er mal den Ball erhielt, fast nur Fehlpässe zustande brachte.

Jeweils ein berechtigter Elfmeter wurde nicht gegeben, was eine spannende Schlussphase nach sich zog. Die Eintracht schien den Sieg im Endspurt mehr zu wollen, doch Düsseldorf stand gut und ließ wenig zu, ohne selbst allerdings richtig gefährlich kontern zu können. Immerhin stimmte das Tempo in der Partie, die einer Spitzenbegegnung in spielerischer Hinsicht eher selten gerecht werden konnte. In der 84. Minute war Gekas dann noch einmal völlig frei vor dem Düsseldorfer Tor, doch Fortuna-Keeper Ratajczak reagierte glänzend. So blieb es letztlich beim gerechten Unentschieden, auch weil Frankfurts Alex Meier in der 89. Minute die Ampelkarte sah. Düsseldorf und Frankfurt lauern somit mit jeweils acht Punkten auf den Plätzen sechs und sieben, in Schlagdistanz zum Tabellenführer FC St. Pauli. Den beiden Auswärtssiegen konnte die Frankfurter Eintracht damit zuhause nur zwei Remis entgegensetzen.

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