Kinder-Fußball: Multikulti statt Ausgrenzung

Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. So brachte Sokrates einst seinen Unmut über jüngere Generationen zum Ausdruck. Nun soll die Jugend auch noch immer brutaler werden, glaubt man einschlägigen Medien, und ein Rechtsruck geht durch jüngere Generationen. Das ist das Bild, das die Boulevardpresse oftmals zu suggerieren glaubt. Wer die Wahrheit sucht, dem könnte ein Besuch im örtlichen Fußballclub die Augen öffnen. Beispielsweise der SC Sparta aus Bremerhaven: unter den fünf- bis zwölfjährigen Mädels finden sich auch Kinder mit türkischen, portugiesischen und amerikanischen Wurzeln. Und das stört dort niemand.

Dort geht es um den Fußball – aktuell natürlich neben dem eigenen Training um die bevorstehende Frauen-WM, die das derzeitige Thema klar dominiert. Die Hautfarbe hingegen ist dort völlig gleich – einzig beim Essen wird auf religiöse Hintergründe Rücksicht genommen und beim Grillen Putenfleisch statt Schwein gegrillt für muslimische Spielerinnen.
Das Geheimnis der Integration beim Fußballtraining wähnt Jens Ennen vom Amt für Sport und Freizeit in der simplen Struktur: „Die Regeln sind einfach. Jeder versteht sie und kennt sie – man muss also nicht die gleiche Sprache sprechen.“ Dazu kommt, dass Fußball ein klares Ziel vermittelt: zum Sieg geht es nur als Team. Einzelgänger haben im Fußball schlechte Karten – und das äußert sich in einer deutlich verbesserten Integration.
Wer also wieder einmal ob tausender Nachrichten über eine verrohte Jugend verzweifelt, sollte einmal das Jugendtraining besuchen…

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