Teamgeist im Amateurfußball – so funktioniert eine Mannschaft

Die Quintessenz im Mannschaftssport ist es den kameradschaftlichen Teamgeist zu fördern. Ohne ihn würden viele Amateurmannschaften nicht die entsprechenden Leistungen abrufen können, um Spiele für sich zu entscheiden. Einerseits ist der Trainer des Teams dafür verantwortlich, eine gute Teamchemie und Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen, andererseits hängt es auch von den individuellen Spielern ab, wie gut der Teamgeist ausgeprägt ist. Zu Beginn soll jedoch zunächst die Frage im Raum stehen, welche Ziele der Mannschaftsgedanke im Amateurfußball überhaupt verfolgt.

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Teamgeist

Jugendmannschaft zeigt Teamgeist und Motivation vor dem Spiel.

Ziele von Teamgeist

Ziel im Mannschaftssport und somit auch innerhalb einer Fußballmannschaft ist es immer, gemeinsam einem sportlichen Ziel nachzugehen und dabei an einem gemeinsamen Strang zu ziehen. Dazu zählen alle Mitglieder, die der Mannschaft in irgendeiner Form helfen und die Stärkung des Kollektivs fördern. Das betrifft Spieler, Trainer, Betreuer und aber auch Physiotherapeuten, falls vorhanden. Innerhalb der einzelnen Spieler herrscht im Idealfall ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl und ein kameradschaftliches Verhältnis. Dies sorgt dafür, dass innerhalb der Mannschaft ein angenehmes Klima und gute Stimmung angesagt sind.

Teamgeist zielt darauf ab, dass die Fußballmannschaft in einem funktionierenden Gefüge auftritt. Ein funktionierendes Team, dessen Mitglieder zusammenhalten und die Qualitäten des jeweils anderen geschätzt werden, ist näher am Erfolg als ein Team mit Einzelspielern. Hinzu kommt noch, dass mit dem Teamgeist auch der Spaß am Sport nicht zu kurz kommt.

Teamgeist und weitere Faktoren die eine gute Mannschaft ausmachen

Will eine Amateurmannschaft erfolgreich sein, dann ist jedoch mehr von Nöten als die bloße individuelle Klasse der Spieler. Vor allem im Amateurbereich ist der Fußball oft nur ein Hobby, das neben Beruf und familiärem Alltag zur Ablenkung dient. Dadurch ist das Zusammenhalten innerhalb des Teams essenziell und auch Freundschaften innerhalb der Mannschaft sind zu fördern. Kommt dann auch noch der sportliche Ehrgeiz hinzu, kann dies dazu führen, dass sich das Team auf dem Fußballplatz gegenseitig anpeitschen und motivieren kann. Dies ist definitiv förderlicher für einen funktionierenden Mannschaftszusammenhalt, als das gegenseitige Anmeckern aufgrund von Fehlern auf dem Platz. Somit ist eine Fußballmannschaft mit funktionierendem Teamgeist in der Lage, Rückstände und schwierige Situationen während eines Spiels zu meistern und sich gemeinsam daraus zu befreien. Das essenzielle Stichwort hierbei lautet positive Kommunikation auf dem Feld und den Teamgedanken fördern.

Der Trainer

Auch der Trainer ist ein wichtiger Faktor, wenn es um die Qualität der Mannschaft geht. Er ist ebenfalls von kameradschaftlicher Bedeutung, wenn es darum geht, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mannschaft zu fördern. Denn er muss im Prinzip dafür sorgen, dass in seiner Fußballmannschaft eine gewisse Ausgeglichenheit und Fairness innerhalb des Teams herrscht. Trotzdem ist es auch wichtig, dass der Trainer für eine klare Aufgabenverteilung und eine Hierarchie sorgt. Denn diese zählt ebenfalls zu einem guten Teamgeist. Beispielsweise besitzt ein Kapitän einer Fußballmannschaft immer eine bestimmte Vorbildfunktion für seine Mitspieler, an der diese sich orientieren können. Dieser Rolle kommt der Mannschaftskapitän mit seiner Leistung und seinem Einsatz im Spiel nach und kann damit für seine Mannschaft auch einmal ein Zeichen setzen. Der kameradschaftliche Trainer muss daher durch seine Aufstellung und auch seine „Transferpolitik“ dafür sorgen, den Teamgedanken zu fördern. Er muss sich die Frage stellen, welche Typen in seine Mannschaft hineinpassen und welchen Charakter er benötigt.

Die Mitspieler

Teamgeist

Starker Teamgeist führt zu einer zuversichtlichen und motivierten Mannschaft.

Zu einem guten Teamgeist zählt auch hinzu, dass innerhalb des Teams ein gewisses Vertrauen zum Nebenmann bzw. Mitspieler . ein kameradschaftliches Verhältnis – vorhanden ist. Da beispielsweise auch in vielen Amateurmannschaften mittlerweile mit einer klassischen Viererkette agiert wird, sind vor allen Dingen in der Innenverteidigung das gemeinsame Agieren und Aufeinander abstimmen der Innenverteidiger relevant für das Gelingen dieser Verteidigungsformation.

Andererseits wird auch bei der altmodischen Variante „Libero“ das Vertrauen benötigt, dass hinter den Manndeckern immer noch der letzte Mann agiert, der im Notfall die Mannschaft vor einem Gegentor bewahrt. Selbiges gilt natürlich auch für den Torhüter. Hier spielt aber auch wiederum der Teamgeist und das Zusammengehörigkeitsgefühl eine Rolle. Ist der Zusammenhalt innerhalb des Teams groß, kämpft jeder der elf Feldspieler für seinen Nebenmann und arbeitet sich für das Team auf.

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Der Teamgeist spiegelt sich zudem nicht nur auf dem Platz wider. Ein kameradschaftliches Verhältnis des Teams zeigt sich auch dann, wenn sich die Spieler auch in ihrer Freizeit und privat treffen und befreundet sind. Zudem trägt das zu einer besseren Teamchemie bei, wenn alle Mitspieler sich untereinander kennen und auch abseits des Fußballplatzes miteinander zu tun haben. Gefördert kann die freundschaftliche und kameradschaftliche Komponente beispielsweise vom Trainer mit einem Trainingslager in der Sommer- oder Wintervorbereitung. Im Optimalfall wird das Team dabei nicht nur auf dem Platz zusammengeschweißt, sondern auch bei anderen Aktivitäten, z.B. einer Canyoning-Tour gemeinsam aktiv.

Dies bedeutet also, dass der Teamgeist ein wichtiger Bestandteil einer guten Mannschaft ist. Natürlich benötigt jede Fußballmannschaft darüber hinaus eine gewisse individuelle Klasse, sowie Führungs- und Schlüsselspieler, an denen sich die Mannschaft orientieren und sich identifizieren kann. Zudem kommt dem Trainer eine wichtige Rolle zu, um den Teamgeist zu fördern. Unterschiede gibt es zwischen dem Teamgedanken im Jugendbereich und bei Erwachsenen.

Teamgeist bei Kindern

Bereits im frühen Kindesalter und bei Junioren-Fußballmannschaften sollte ein Augenmerk auf einen ausgeprägten Teamgeist und ein kameradschaftliches Zusammengehörigkeitsgefühl geworfen werden. Jedoch muss hier hinzugefügt werden, dass das Entwickeln von „Mannschaftsdienlichkeit“ und Teamspirit oft ein langer Prozess sein kann, der sich erst im Laufe des Juniorenfußballs entwickelt und vervollständigt. Zwar sind Kinder innerhalb der Mannschaft oft untereinander befreundet, da sie möglicherweise zusammen in eine Schulklasse gehen, jedoch bedeutet dies auch nicht gleichzeitig, dass ein Teamgeist-Gedanke vorhanden ist. Bei manchen Kindern ist aber das Denken für das Kollektiv noch nicht da, weshalb es die Aufgabe des Jugendtrainers ist dieses zu fördern. Dass dies jedoch nicht immer ganz so leicht ist, davon kann eine Vielzahl von Jugendtrainern ein Lied singen.

Für Kinder heißt es in einer Jugendmannschaft das kameradschaftliche Verhalten zu erlernen. Hierbei geht es also auch in gewisser Weise um das Erlernen und die Förderung von sozialem Verhalten. Dieser Teamgeist ist vor allem im Mannschaftssport ein Kerngedanke, schließlich gewinnt die Fußballmannschaft nur im Team Spiele.

Teamgeist bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen ist dies wiederum ein wenig anders. Viele Teams in unteren Amateurklassen mögen vielleicht fußballerisch nicht die Klasse haben, um Spitzenteams in ihrer Liga zu schlagen. Jedoch sind sie andererseits kämpferisch als auch einstellungstechnisch gut ausgerüstet. Vorbildfunktionen. Für eine kämpferische Einstellung im Amateurfußball sind immer Spieler von Nöten, die für ihren Nebenspieler alles geben und sich 90 Minuten zerreißen, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen.

Vorteile von einem guten, ausgeprägten Teamgeist

Wie schon beschrieben zählt der Teamgeist innerhalb einer Mannschaft unwiderruflich als Erfolgsrezept. Deswegen ist es auch die Aufgabe eines guten Trainers, diesen zu fördern.

Ist das Team mit einer guten Teamchemie ausgestattet, so besteht der Vorteil, dass sich die Spieler innerhalb des Kollektivs sehr wohl fühlen und beispielsweise den Verein nicht verlassen wollen. Zudem gibt es in den meisten Amateurmannschaften eine Ordnung, die sich durch den Teamgeist ebenfalls fast von alleine ergibt. Der erste und zweite Mannschaftskapitän ist dabei Diejenigen, die innerhalb des Teams vorrangehen sollen und das Team mitziehen.

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Hier ein Beispiel, wie sich ein ausgeprägter Teamgeist auf eine Mannschaft auswirken kann: Eine Amateurmannschaft aus Bayern ist in der Vorsaison 2016/17 souverän von der Kreisklasse in die Kreisliga aufgestiegen und hat sich dabei als Team sowohl auf als auch neben dem Platz ideal präsentiert. Nach dem Durchmarsch in die Kreisliga, steht nun das erste Heimspiel für die Mannschaft auf dem Programm, ausgerechnet gegen einen der Aufstiegsfavoriten zur Bezirksliga. Das Heimteam ist nicht die schlechtere Mannschaft, liegt aber nach 75 Minuten mit 1:3 aufgrund der Kaltschnäuzigkeit der Gäste zurück. Was dann passiert ist dem Teamgeist der Heimelf zuzuschreiben: Innerhalb von 10 Minuten dreht der Aufsteiger das Spiel und liegt mit 4:3 vorne. Der Führungstreffer wird von allen Spielern, Ersatzspielern und Betreuern an der Eckfahne frenetisch bejubelt. So sieht Teamspirit und Comeback Qualität aus.

Vor welchen Hürden stehen Mannschaften ohne Teamgeist?

Mannschaften ohne Teamgeist und Zusammengehörigkeitsgefühl haben hingegen Schwierigkeiten, sich aus solchen Situationen zu befreien. Bei Rückständen und schlechtem Tabellenstand geben sich manche Spieler schon zu früh auf, individuell denkende Akteure gehen nicht mehr in das Training und lassen die Mannschaft im Stich. Aus schwierigen Phasen kann sich das Team nur im Kollektiv befreien, weshalb der Teamspirit bei derartigen Teams nicht gut ausgeprägt ist.

Darüber hinaus kommt bei Teams ohne das notwendige Zusammengehörigkeitsgefühl der Spaß am Fußball oft zu kurz. Besteht die Mannschaft beispielsweise nur aus einem Kader von Individuen und keinen befreundeten Fußballern wird es schwierig hier den Spaß zu erhalten. Hier fehlen Freundschaften, die das Gemeinsame der Amateurmannschaft fördern.

Für einen Trainer, der sich mit einem Team ohne jegliches kameradschaftliches Verhalten befassen muss, wird es zudem schwierig, seine Mannschaft zu motivieren, sich in den Trainingseinheiten unter der Woche und für die Punktspiele am Wochenende wöchentlich neu zu motivieren.

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