Was genau bedeutet Pressing?

Ein Begriff, der aus modernen Berichten über Fußballspiele schon länger nicht mehr wegzudenken ist, ist der des „Pressing“. Doch was genau bedeutet dies eigentlich? Wann und für wen empfiehlt es sich Pressing zu spielen? Fragen, denen wir uns im Folgenden widmen wollen.

Der Begriff Pressing kommt, wie man schon vermuten kann, aus dem Englischen und bedeutet frei übersetzt quasi „drücken“. Dies ist bereits ein treffender Begriff für diese taktische Spielart. Der Gegner soll zu Ballverlusten gezwungen werden, in dem er in die Enge getrieben bzw. gedrückt wird. Doch wie und wann stellt man dies an?
Prinzipiell bedeutet Pressing, dass schon die Stürmer in vorderster Front aktive Verteidigungsarbeit leisten, indem sie die Verteidiger angreifen bzw. anlaufen. Wie genau dies geschieht, wird später noch näher erläutert. Wichtig ist dabei aber, dass der gesamte Mannschaftsverbund eng bzw. in festen Abständen zusammenbleibt. Es nützt nichts, wenn die Stürmer sich vorn auf die gegnerischen Verteidiger schieben und die eigenen Defensivspieler nicht mit nachrücken. So entstünden zu große Abstände, die der Gegner leicht nutzen kann, um sich in Richtung Tor zu spielen.

Unterschieden wird in der Regel zwischen drei Bereichen, in denen das Pressing stattfinden soll (wie auf der Grafik zu sehen). Das sogenannte Forechecking beginnt bereits weit in der gegnerischen Hälfte und führt bei Erfolg bzw. tatsächlichem Ballgewinn dazu, dPressing Zonenass der anschließende Weg zum gegnerischen Tor besonders kurz ist. Risiko dagegen ist, dass der eigene Mannschaftsverbund inklusive Abwehr so weit nach vorn aufgerückt ist, dass in der eigenen Hälfte viel Raum für lange Bälle und/oder schnelle Stürmer des Gegners bleibt. Das Mittelfeldpressing findet, wie der Name bereits andeutet, in der Mitte des Spielfeldes, um die Mittellinie herum, statt. Es ist daher die Variante die am ehesten einen Kompromiss darstellt und so auch am ehesten ein ganzes Spiel lang gespielt werden kann. Forechecking und Variante 3, nämlich das Abwehrpressing, werden eher nur phasenweise angewendet, da sie noch etwas laufintensiver sind. Also beispielsweise nur die erste und die letzte Viertelstunde einer Halbzeit. Beim Abwehpressing steht der Mannschaftsverbund eher tief und lässt den Gegner bis in die eigene Hälfte kommen. Dort wird er dann gepresst, sodass mit eigenen schnellen Stürmern der nun aufgerückte Gegner ausgekontert, bzw. der Platz in dessen Hälfte für schnelle Angriffe genutzt werden kann. Wichtig ist jederzeit hochkonzentriert zu sein, im kompletten Mannschaftsverbund zu verschieben und bei Ballgewinn schnell umzuschalten. Voraussetzung für diese kräftezehrende Spiel ist vor allem eine gute Fitness des gesamten Teams und regelmäßige Üben im Training.

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Viele Teams, die Pressing spielen, machen dies vor allem von einem speziellen Pass des Gegners abhängig: Dem des Innenverteidigers zum Außenverteidiger. Gerade im Amateurbereich spielen auf den Außenverteidigerpositionen nicht selten Spieler, die nicht so ballsicher sind wie ihre Kollegen in der Zentrale. Zudem bieten sich ihnen aufgrund der Spielfeldbegrenzung oft nur ein bis zwei Möglichkeiten der Passrichtung.

Pressing1

Meist läuft das Pressingspiel dann folgendermaßen ab: Der ballnahe Stürmer läuft langsam den Innenverteidiger an, der den Ball hat. Der Rest der Mannschaft schiebt nach. Spielt der Innenverteidiger dann den Außenverteidiger an, ist dies das Kommando für das gesamte Team zu pressen. Der ballnahe Stürmer stellt den Passweg zurück zum Innenverteidiger zu und macht dann den Weg zum Außenverteidiger. Dieser sollte nun keinen freien Mitspieler haben, der angespielt werden kann, da alle vom pressenden Team zugestellt sind. Entscheidet er sich nicht dafür den Ball lang zu schlagen, um ihn aus der Gefahrenzone zu bringen, resultiert dies im Optimalfall in einem Ballverlust, der nach schnellem Umschalten direkt die Stürmer einsetzt, die wiederum ohne Umwege versuchen den Abschluss zu finden.

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Je weiter vorn dieses Pressing stattfindet, desto kürzer wird bei Ballgewinn der Weg zum Tor. Auf der anderen Seite bleibt das erhöhte Risiko, dass ein langer Ball in den Rücken der weit aufgerückten Abwehr von einem schnellen Stürmer des Gegners erlaufen wird, welcher nun seinerseits genug Platz vorfindet, um den Torabschluss zu suchen. Elementar für diese Taktik ist, dass tatsächlich alle Spieler des Teams mit arbeiten, bzw. im kompletten Mannschaftsverbund verschieben. Kommt auch nur ein Spieler seiner Aufgabe nicht genügend nach, entstehen gefährliche Lücken, die der Gegner gegen das aufgerückte, eigene Team ausnutzen kann.

Manche Teams treiben ihr Pressing-Spiel gar soweit, dass sie prinzipiell gar nicht wirklich an einem eigenen Spielaufbau interessiert sind. Dies äußert sich darin, dass sie bei Ballbesitz in der eigenen Hälfte nicht versuchen durch eingeübte Spielzüge zum Torabschluss zu kommen, sondern diesen direkt wieder hergeben. Beispielsweise durch hohe, lange Diagonalbälle hinter die gegnerischen Außenverteidiger, um diese direkt wieder überfallartig zuzustellen und zu pressen. Auch absichtliche Bälle ins Seitenaus tief in des Gegners Hälfte werden manchen Teams als teilweise verpöhntes taktisches Mittel nachgesagt. Dies bietet den zusätzlichen Vorteil, dass man noch ein paar Sekunden mehr Zeit hat, um sich tatsächlich zu stellen und nachzurücken.

Eng mit dem Thema Pressing verwandt ist natürlich auch das sogenannte Gegenpressing. Was es hiermit auf sich hat soll in Kürze ebenfalls bei uns erläutert und mit Trainingsübungen garniert werden.

Trainiert wird das Pressing am besten in vielen verschiedenen Spielformen. Wir versuchen euch trotzdem einige weitere, spezifische Übungen vorzustellen

Weitere Links zum Thema „Pressing“:

1. Übung „Pressing – Laufwege automatisieren
2. Übung „Pressing – Doppeln im 6 gegen 4
3. Übung „Pressing – 4 gegen 4 nach Flugball
4. Trainingskartothek „Pressing

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