Welche unterschiedlichen Mannschaftstypen gibt es?

Eine Fußballmannschaft könnte nicht funktionieren und erfolgreich sein, wenn sie aus komplett gleichen Charakteren bestehen würde. Vielmehr ist es durchaus von Vorteil, wenn sich in einem Team unterschiedliche Mannschaftstypen befinden. Denn diese haben jeweils einige Stärken und auch Schwächen. Und Letztere werden dann beim Fußball auf dem Platz von den Kollegen ausgeglichen – das macht eine gute Mannschaft aus. Dennoch ist es nicht immer einfach, die unterschiedlichen Typen so zusammenbringen, dass sie bereit sind füreinander zu laufen und zu kämpfen.

Mannschaftstypen

Der Fußballtrainer hat die Aufgabe auf alle Spieler passend einzugehen und aus der Gruppe ein Team zu bilden. Das kann, je nachdem welche Charaktere hierbei aufeinandertreffen, eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe sein. Denn gerade dann, wenn die Spieler sich noch nicht untereinander kennen, kann es immer Mal wieder sein, dass es zu Unstimmigkeiten kommt. Elf Individualisten, die jeweils nur ihren Weg gehen wollen, bringen das Team nicht weiter. Dennoch sind, wie oben erwähnt, unterschiedliche Charaktere durchaus von Vorteil. Die Kunst ist es aber, sie zu einer homogenen Einheit zusammenzuführen.

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Wie sollte ein Trainer im Fußball mit den unterschiedlichen Mannschaftstypen umgehen?

Zunächst einmal sollte der Fußballtrainer wissen, wen er vor sich hat. Und wenn er seiner Spieler bereits länger kennt, muss er wissen, wie er jeden Einzelnen am besten motivieren kann. So sollte er die Ansprache auf den jeweiligen Charakter individuell anpassen, um ihn zu Höchstleistungen zu treiben. Wichtig ist hierbei, dass die Spieler dem Fußballtrainer das abnehmen, was er sagt. Nur dann werden sie ihm folgen und die Anweisungen so gut es geht umsetzen. Zudem sollte der Coach seinen Spielern Vertrauen schenken und Ihnen dies auch übermitteln, um das Selbstbewusstsein jedes Einzelnen zu stärken. Denn bekanntermaßen ist Fußball Kopfsache. Und wenn ein Team an sich glaubt, kann es mehr erreichen, als wenn es mit negativen Gedanken in ein Spiel geht.

Wo der Eine im Fußball eher eine ruhige und ermutigende Ansprache benötigt, hilft es anderen, wenn sie laut angesprochen und motiviert werden. Dennoch sollte der Coach stets sachlich bleiben und immer die richtigen Worte parat haben. Fußball ist ein Mannschaftssport, der nur funktionieren kann, wenn alle Beteiligten zusammenhalten. Da ein Team aber aus unterschiedlichen Typen besteht, sollten keineswegs alle Beteiligten gleichbehandelt werden. Denn wie bereits erwähnt, gibt es nicht die eine perfekte Ansprache. Das ist die Aufgabe, die ein Fußballtrainer bewältigen muss, um aus den unterschiedlichen Mannschaftstypen eine Einheit zu formen.

Zudem gibt es auch einige Spieler, die nicht in jeder Situation den gleichen Charakter an den Tag legen und dementsprechend unterschiedlich reagieren. Auch damit muss der Fußballtrainer umgehen können. Einige Kicker sind sehr sensibel und brauchen mehr Zuspruch nach einer Niederlage oder auch einfach nach einer Auswechslung. Andere reagieren dagegen eher impulsiv auf solche Situationen und brauchen zunächst ihre Ruhe. Ein bekanntes Beispiel aus dem Profibereich ist Franck Ribéry vom FC Bayern München. Wenn dieser in der Vergangenheit ausgewechselt wurde, kam es schon mehrfach vor, dass er dem Trainer den Handschlag verweigert oder sein Trikot auszog und auf den Boden warf. Er hat zum Beispiel einen sehr impulsiven Charakter, wogegen andere Spieler solche Dinge eher im Ruhigen mit dem Fußballtrainer besprechen.

Welche unterschiedlichen Mannschaftstypen gibt es?

    • 1. Der Führungsspieler
      Jede Fußballmannschaft braucht mindestens einen Führungsspieler. Er geht voran, wenn es einmal nicht so gut läuft und geht dabei teilweise auch Risiken ein. In der Regel haben solche Spieler einen sehr starken Charakter, viel Ehrgeiz und geben alles für das Team. Wenn sie bemerken, dass sich beispielsweise einige Spieler hängen lassen, rütteln sie diese auf und ermutigen sie. Da beim Fußball oder allgemein beim Mannschaftssport genau solche Charaktereigenschaften gefragt sind, werden solche Mannschaftstypen sehr häufig vom Trainer zum Kapitän ernannt.Allerdings muss der Führungsspieler unbedingt darauf achten, dass er sich nicht zu sehr in den Mittelpunkt drängt. Denn dann könnte es passieren, dass sich seine Kollegen klein fühlen und sich nicht richtig entfalten können. Zudem sind sich Führungsspieler in der Regel sowohl ihrem Können wie auch ihre Rolle innerhalb der Mannschaft bewusst. Dadurch kritisieren sie nicht selten auch die Kollegen oder sogar den Trainer, was schnell zu Unruhe innerhalb des Teams führen kann. Und wenn es einmal nicht so gut läuft, versuchen sie häufig, das Spiel im Alleingang zu entscheiden, was natürlich nur sehr selten klappt.Daher sollte sich der Fußballtrainer intensiv mit seinem Führungsspieler beschäftigen. Denn dieser hat einen großen Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg. Idealerweise nutzt er seine positiven Eigenschaften und versucht an seinen negativen Eigenschaften zu arbeiten. Denn schließlich steht immer noch die Mannschaft und nicht ein einzelner Spieler im Vordergrund.
    • 2. Der ZurückhaltendeDer Zurückhaltende steht im Privatleben wie auch beim Fußball nicht gerne im Mittelpunkt und ordnet sich in seiner Mannschaft gerne unter. Dennoch erledigt er seine Arbeit zumeist sehr solide und gehört häufig sogar zu den Leistungsträgern des Teams. Dennoch will er nicht ausgiebig gelobt werden, da ihm dies schnell unangenehm wird. Nach einem Spiel oder nach einem Training bleibt er nicht besonders lange und ist einer der Ersten der das Gelände wieder verlässt. Zudem ist er in der Regel ein eher ruhiger Vertreter, sowohl auf dem Platz wie auch neben dem Platz. Häufig handelt es sich hierbei auch um einen sehr sensiblen Charakter, der sehr viel Zuspruch von seinem Trainer und von seinen Teamkollegen benötigt.Er ist sehr mannschaftsdienlich und kämpft für seine Teamkollegen, ohne hierfür ein großes Lob zu erwarten. Zudem kann er sich leicht anpassen und widerspricht seinem Trainer nicht. Vielmehr erledigt er alle ihm auferlegten Aufgaben sehr gewissenhaft. Allerdings übernimmt er auch nicht gerne Verantwortung, aus Angst davor, einen Fehler zu machen. Wenn er aber klare Ansagen bekommt, bringt er zumeist auch Leistung. Der Trainer kann eventuell noch mehr aus ihm herausholen, wenn er ihn dazu ermutigt, ab und zu auch einmal gewisse Risiken einzugehen und wenigstens eine Teilverantwortung zu übernehmen. Eventuell kann er ihm auch zu mehr Selbstvertrauen verhelfen, indem er bei der nächsten Besprechung dessen Bedeutung vor der kompletten Mannschaft betont.

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  • 3. Der TheoretikerEs gibt einige Spieler, die genau wissen, wie der Fußball funktioniert. Sie bilden sich kontinuierlich weiter und versuchen die unterschiedlichen Taktiken zu verstehen. Der Theoretiker bereitet sich gewissenhaft auf jedes Spiel vor und beschäftigt sich im Vorfeld unter anderem auch mit dem Gegner. In Profivereinen sind hierfür Scouts zuständig, die es allerdings im Amateurbereich in der Regel nicht gibt. Diese Mannschaftstypen sind zumeist sehr selbstkritisch und wollen sich immer verbessern. Sie nehmen Ratschläge ihres Trainers oder ihrer Teamkollegen gerne an und sind in der Regel auch sehr diszipliniert. Da Fußball allerdings auf dem Platz entschieden wird, muss die Theorie idealerweise auch in die Praxis umgesetzt werden.
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    Hierbei ist der Theoretiker oft übermotiviert und geht zu kritisch mit sich selber um, wenn einmal etwas nicht wie gewünscht funktioniert. Da er durch seine Vorbereitung der Meinung ist, dass er viele Dinge am besten weiß, lässt er sich häufig nichts sagen und ordnet sich auch nicht unter, was im Fußball aber sehr wichtig ist. Der Trainer sollte solchen Spielertypen mitteilen, dass es okay ist, wenn sie versehentlich einen Fehler machen. Zudem kann er sie dafür loben, dass sie sich so gut vorbereiten. Und wenn sie in einem Spiel einmal zu viel wollen, kann es helfen, ihnen mitzuteilen, dass sie es nicht alleine gewinnen müssen und die Last besser auch auf ihre Mitspieler verteilen. Somit wird also klar, dass der Theoretiker in vielen Punkten auch ein Führungsspieler ist, der ebenfalls sehr intensiv betreut werden sollte, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Wie kann ein Trainer die unterschiedlichen Spielertypen erkennen?

Wenn ein Trainer eine neue Mannschaft übernimmt, ist es sehr wichtig, dass er schnell erkennt, wen er alles vor sich hat. Denn anhand der unterschiedlichen Typen und Charakteren baut er sein Training auf. Findet er keinen Führungsspieler vor, muss er entscheiden, wer diese Rolle im Fußball am ehesten ausfüllen kann. Gibt es zu viele Individualisten, müssen diese lernen, sich dem Team unterzuordnen. Und wenn mehrere Theoretiker vorhanden sind, sollten diese ihre Ideen gemeinsam auf dem Platz umsetzen. Um herauszufinden, welche Typen sich in dem übernommenen Team befinden, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Zum Beispiel kann jeder Spieler einen Fragebogen ausfüllen, indem er seine eigene Rolle innerhalb der Mannschaft beschreibt. In den kommenden Trainingseinheiten bildet sich der Trainer dann auch eine eigene Meinung und überprüft, ob diese mit den Selbsteinschätzungen übereinstimmt. Zudem kann es helfen, in den Trainingsplan einige teambildende Aktivitäten einzubauen, die eigentlich mit Fußball nichts zu tun haben, wie zum Beispiel zusammen klettern gehen. Denn auch bei solchen Aktivitäten zeigt sich, welche Charaktere die Spieler haben. Hierzu kann zum Beispiel auch ein sogenannter Escape-Room besucht werden. Dort muss das Team gemeinsam Rätsel lösen, um aus einem Raum zu entkommen. Dort zeigt sich sehr schnell, wer die Initiative übernimmt und wer lieber im Hintergrund bleibt. Auch daraus kann der Trainer wertvolle Erkenntnisse ziehen, um zu beurteilen, welche Spielertypen sich in seiner Mannschaft befinden.

Ansprache im Fußball – für jeden Typ die richtigen Worte finden

Jedes Spiel beim Fußball verläuft anders. Daher ist es sehr wichtig, dass der Trainer auf alle Situationen eine Antwort hat. Zudem sollte sein Team nicht leicht von den Gegnern durchschaut werden können. Die Qualität einer Fußballmannschaft ergibt sich sozusagen durch die Summe der einzelnen Spieler. Und damit sind nicht nur die fußballerischen Fähigkeiten gemeint. Vielmehr spielen hierbei auch charakterliche Unterschiede eine wichtige Rolle. Wenn ein Spiel zum Beispiel sehr hektisch verläuft, sind Spielertypen gefragt, die auch einmal auf den Ball treten und zurück zum Torwart spielen. Manchmal werden im Fußball aber auch Charaktere gebraucht, die ungewöhnliche Dinge machen und mit dem Kopf durch die Wand gehen.

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Und damit auch wirklich alle Spielertypen in einem Mannschaftsverbund ideal zur Geltung kommen und zurückhaltende Typen nicht in dem Wirbel des extrovertierten Leistungsträgers untergehen, muss der Trainer individuelle Ansprachen halten. Wo einige Spieler eventuell einen Rüffel brauchen, um zu verstehen was sie falsch gemacht haben, ist dieser bei sehr sensiblen Charakteren vielleicht das falsche Mittel. Denn diesen ist ihr Fehler bestimmt bewusst und er macht ihnen sowieso schon zu schaffen. Daher sollte der Trainer mit Fingerspitzengefühl vorgehen und die Spieler aufbauen.

Teambuilding braucht Zeit

Was viele Menschen nicht wissen ist, dass das Wort „Team“ frei übersetzt so viel wie „Familie“ oder „Gespann“ bedeutet. Dadurch wird noch einmal mehr deutlich, wie wichtig der Zusammenhalt in einer Fußballmannschaft ist. Dennoch braucht es Zeit, bis sich ein Team findet und alle an einem gemeinsamen Strang ziehen. Der Trainer sollte bereits in der Sommervorbereitung damit beginnen, die einzelnen Charaktere zu ermitteln die ersten Gespräche zu führen. In den Testspielen vor der Saison kann er dann schauen, wie sich die einzelnen Spieler verhalten und wie sie sein Konzept umsetzen. Teambuilding ist also keine Tagesaufgabe, sondern ein ständiger Prozess, der immer wieder gefördert werden sollte.

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