Bewegungsspiele als Abwechslung beim Fußballtraining

Ein Fußballtraining ist umfangreich und zielt darauf ab, unterschiedlichste Fähigkeiten der Spieler zu schulen. Das fußballerische Talent spielt zwar eine Rolle, kann aber nicht das Trainieren von Ausdauer, Koordination, Schnelligkeit oder Kraft ersetzen. Da gerade ambitionierte Spieler fast täglich trainieren, ist Abwechslung wichtig. Diese kann durch verschiedenste Bewegungsspiele gewährleistet werden, die ins normale Fußballtraining eingebaut werden.

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Was sind Bewegungsspiele?

Sportwissenschaftler definieren Bewegungsspiele als Ganzkörperbewegungen, welche vor allem die körperliche Bewegung sowie die Motorik fördern sollen. Bewegungsspiele aktivieren nicht nur einzelne Muskeln und Körperteile, sondern zielen darauf ab, den ganzen Bewegungsapparat zu fordern und so auch die wichtigsten Organe wie Herz und Lunge, also das Herz-Kreislaufsystem anzuregen. Ganz allgemein können solche Spiele nicht nur die Fitness steigern, sondern auch als Motivation dienen.

In welchem Alter sind Bewegungsspiele sinnvoll?

Aufwärmübung
Solche Bewegungsspiele können schon mit kleineren Kindern durchgeführt werden. Je jünger die Teilnehmenden sind, umso stärker sollte aber der Spaßfaktor im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen. Kinder sollen ja vor allem Freude an der Bewegung haben. Für sie sind vor allem Hüpf- und Laufspiele, Ballspiele oder Wurfspiele geeignet. Diese Spielformen können genutzt werden, um einen Übergang vom ungesteuerten, vollkommen ungezwungenen Kinderspiel hin zum Bewegungsspiel mit Lerneffekt zu ermöglichen.

Vorab die besten Bewegungsspiele für Dich und Dein Training!

1. Übung „Ballnot
2. Übung „Fußball Rugby
3. Übung „Hase und Jäger
4. Übung „Karottenziehen
5. Übung „Schweinchen in der Mitte
6. Übung „Stoppball
7. Übung „Vier gewinnt

Sind Bewegungsspiele nur etwas für Kinder?

Diese Frage darf man mit Nein beantworten. Bewegungsspiele sind nicht nur für Kinder geeignet, sondern gehören inzwischen auch in Sportarten wie Fußball zum Standardrepertoire im Training. Gerade bei Mannschaftssportarten können sie nicht nur zur Steigerung der körperlichen Fitness genutzt werden, sondern tragen auch zur Abwechslung im oft wiederkehrenden, manchmal monotonen Trainingsplan bei, weil sie einen gewissen Spaßfaktor haben. Sie können den durch das Training beabsichtigten Aufbau von Koordinationsfähigkeit, Muskelkraft oder Ausdauer durch ihre Methodik sehr viel interessanter und abwechslungsreicher gestalten als dies mit Hilfe von langweiligen Übungsreihen möglich wäre.

Wie lange sollten Bewegungsspiele dauern?

Die Dauer von Bewegungsspielen hängt vor allem vom Alter der Teilnehmenden sowie der Größe der Gruppe ab. Je jünger die teilnehmenden sind, desto kürzere Spiele sollte der Trainer in den Trainingsplan einbauen. Da solche Bewegungsspiele anstrengend sein können, werden meist 10 bis 15 Minuten angesetzt. Eine andere Richtschnur könnte das vorgegebene Ziel des Spiels sein. Das bedeutet, dass es zu Ende ist, wenn eine Mannschaft einen bestimmten Punktestand erreicht oder die gegnerische Mannschaft ausgeschaltet hat.
Für ältere Jugendliche oder Erwachsene darf die Dauer etwas länger sein. Letztlich geht es ja darum, einen Trainingseffekt zu erzielen.

Wie viele Pausen sollte ich in Bewegungsspiele einbauen?

Es gibt keine detaillierten Richtlinien für Pausen in solchen Bewegungsspielen. Sie hängen vor allem von der Intensität des jeweiligen Spiels ab. Man sollte aber zwischen einzelnen Übungsabschnitten Pausen einbauen, die denen ähnlich sind, welche man den Teilnehmenden beim Zirkeltraining gewährt. Pausen sollten so gestaltet sein, dass sich der Puls ausreichend beruhigt und man wieder zu Atem kommen kann. Eine Überforderung durch zu kurze Pausen wirkt sich nachteilig auf den Trainingseffekt aus.

Was kann mit Bewegungsspielen gezielt trainiert werden?

Zunächst einmal sorgen solche Spiele für eine Verbesserung des ganz allgemeinen Gesundheitszustandes. Leider bewegen sich immer mehr Menschen viel zu selten, was zu erhöhtem Blutdruck, Gewichtszunahme, Unbeweglichkeit und ähnlichen, gesundheitsgefährdenden Folgen führen kann. Bei Sportlern wie Fußballspielern können durch solche Spiele ganz gezielt die Schnelligkeit (Sprintausdauer), die Reaktionsfähigkeit, den Orientierungssinn und auch die Muskelkraft geschult werden. Zwar sind Bewegungsspiele grundsätzlich dazu bestimmt, den gesamten Körper zu trainieren, aber durch den Einsatz bestimmter Spiele (z. B. Lauf- oder Fangspiele für die Schnelligkeit und den Orientierungssinn) können auch bestimmte Fähigkeiten gestärkt werden.

Wann sollte man innerhalb eines Trainings Bewegungsspiele einbauen?

Diese Spiele lassen sich in jeden Teil des Trainings ohne Probleme integrieren. In der Aufwärmphase könnten Passspiele oder Lauf- bzw. Fangspiele zum „hochfahren“ des Körpers geeignet sein. Solche Spiele können mit oder ohne Ball durchgeführt werden. Auch Abstecher in andere Sportarten können das Aufwärmen bereichern. Beispielsweise könnten Handball- oder Basketballübungen in Form von Wurfübungen die Beinmuskulatur aufwärmen und zusätzlich die Sprungkraft schulen.

Den Hauptteil des Fußballtrainings kann der Trainer mit stationsgebundenen Spielen (es werden an festen Stationen Übungen durchgeführt) oder auch Torschuss-Turnieren interessanter gestalten. Grundsätzlich lässt sich aus fast jeder Übung ein Bewegungsspiel machen, wenn man sie zu einem Wettbewerb unter den Spielern macht.
Gerade am Ende einer harten Trainingseinheit kann ein Bewegungsspiel in Form eines kleinen Turniers mit eingeschränktem Platz oder besonders kleinen Toren für Spaß in der Mannschaft sorgen. Auch ein Wettschießen auf eine Torwand hat einen großen Spaßfaktor.



Trainingsmaterialien, die bei Bewegungsspielen eingesetzt werden können?

Bezüglich der zu verwendenden Materialien bei Bewegungsspielen sind dem Trainer keine Grenzen gesetzt. Er sollte lediglich darauf achten, dass diese Trainingshilfen möglichst keine Verletzungsgefahr besitzen. Bei Fangspielen werden gerne Leibchen oder Tücher eingesetzt, die dem Gegenspieler entwendet werden müssen. Bei Dribbling-Wettbewerben oder Abwerfspielen kommen meist zu umlaufende Hütchen sowie Bälle zum Einsatz. Für Laufspiele können Gummibänder genutzt werden, um den Widerstand zu erhöhen. Um den Torhütern Abwechslung zu verschaffen, sollten verschieden große Tore vorhanden sein.

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Gibt es Provokationsregeln, die man bei Bewegungsspielen einsetzen kann?

Um die Spiele noch spannender zu machen, können Provokationsregeln durchaus hilfreich sein. Beim Dribbelspiel setzen Trainer häufig Zeitgrenzen fest, innerhalb derer der Spieler einen Parcours zu durchlaufen hat. Für einen Torschusswettbewerb könnte vorgegeben werden, dass vor dem eigentlichen Torschuss jeder einer Gruppe den Ball wenigstens einmal gespielt haben muss. Beim Abwerfspiel könnte eine vereinbarte, relativ kurze Spielzeit das Tempo erhöhen. Beim Einsatz von Provokationsregeln sollte der Trainer allerdings immer versuchen, eine Balance zwischen dem erhofften Trainingseffekt und der Freude am Bewegungsspiel zu schaffen. Das heißt, es darf ruhig ein harter Wettkampf entstehen, dieser soll aber auch Spaß machen.

Was sind die Vorteile von Bewegungsspielen?

Es gibt mehrere Vorteile, die ein Bewegungsspiel mit sich bringt. Zunächst einmal aktivieren solche Spiele den gesamten Organismus. Sie tragen einerseits zu einer insgesamt verbesserten Fitness bei, schulen aber andererseits auch einzelne Fähigkeiten der Spieler. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass sie Abwechslung in das Trainingsgeschehen bringen und eine ungemein motivierende Wirkung entfalten. Dies liegt am Wettkampfcharakter vieler Bewegungsspiele. Zudem sind sie für die Mannschaftsmoral unglaublich förderlich und sorgen für intensivere Kontakte zwischen Spielern. Nicht zu unterschätzen ist der Spaßfaktor, den diese Spiele haben. Die Spieler können bei solchen Spielen für kurze Zeit den anstrengenden Trainingsalltag hinter sich lassen und auch einmal ausgelassen spielen.

Was sind die sonstigen Vorteile von Bewegungsspiele?

Neben der Motivation der Spieler, dem Zusammenhalt der Mannschaft, der Abwechslung für das Trainingsprogramm und dem großen Spaßfaktor liegt der Vorteil der Bewegungsspiele natürlich bei den zahlreichen Trainingseffekten, die sie hervorrufen. Hier sind hauptsächlich die Verbesserung der Koordination und eine Steigerung der Beweglichkeit zu nennen. Aber auch die physische Schnelligkeit sowie die psychische Reaktions- und Orientierungsfähigkeit können durch Bewegungsspiele deutlich verbessert werden.

Welche Nachteile können Bewegungsspiele haben?

Falls Bewegungsspiele im Training mit Kindern falsch eingesetzt werden, können sie sich nachteilig auswirken. Vor allem, wenn ein Trainer bei ihrem Einsatz nicht auf die Balance zwischen dem sportlichen Effekt und dem Spaßfaktor achtet, kann ein Bewegungsspiel schnell zu einer zusätzlichen Belastung werden. Gerade im Kindesalter sollen Bewegungsspiele Freude vermitteln und nicht in erster Linie anstrengend sein. Aber auch im Erwachsenenalter können sich Bewegungsspiele nachteilig auswirken. Bei aller Freude an diesen Spielen müssen sie immer mit höchster Konzentration durchgeführt werden, sonst kann es aufgrund einer zu großen Ausgelassenheit schnell zu Verletzungen kommen. Gerade in der Aufwärmphase des Fußballtrainings kann übertriebener Eifer schwerwiegende Folgen haben.

Beschreibung guter Bewegungsspiele

Es gibt zahlreiche Bewegungsspiele, die ins Fußballtraining eingebaut werden können und einen großen Trainingseffekt erzielen. Dabei kommen sowohl Spiele zu zweit und auch Gruppenspiele in Betracht.

  • Reise nach Jerusalem
  • Benötigt wird ein 40 x 20 Meter großes Feld. Im Feld wird immer ein Hütchen weniger platziert, als Spieler teilnehmen. Jeder Spieler bekommt einen Ball und dribbelt zunächst frei. Vorgaben können gemacht werden (Ball pendelt zwischen den Füßen, wird überstiegen, mit der Sohle angetippt usw.). Bei Kommando dribbeln alle schnellstmöglich zu einem freien Hütchen. Wer kein Hütchen erreicht, bekommt einen Punkt. Bei 3 Punkten muss er ausscheiden und eine Zusatzaufgabe ausführen (z. B. 20 Crunches oder Liegestütz). Ein Hütchen wird entfernt und die übrigen Spieler setzen das Spiel fort.

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  • Fußball-Tennis
  • Es wird ein Feld in der Mitte mit Hilfe eines Gummibandes bzw. einer Schnur geteilt, die sich etwa in 1 Meter Höhe befindet. Es gibt auf jeder Seite der Schnur eine Mannschaft. Der Ball muss über die Schnur befördert werden und darf dabei auftippen oder ohne Bodenkontakt mit den Beinen, dem Oberkörper oder dem Kopf gespielt werden. Berührt der Ball auf einer Seite mehr als einmal den Boden erhält die gegnerische Mannschaft einen Punkt. Wer zuerst 8 Punkte erreicht, hat gewonnen. Anschließend werden die Felder getauscht und erneut gespielt.

  • Kastenball
  • Benötigt wird ein Feld, zwei rechteckige Kästen, die als Tore dienen und ein Ball. Um jeden Kasten wird ein Kreis mit einem Durchmesser von 4 bis 5 Meter gezogen. Dieser Kreis darf nicht betreten werden. Es gibt zwei Mannschaften, die versuchen, den Ball ins jeweils gegnerische Tor zu spielen. Einen Torwart gibt es nicht. Wer zuerst eine vorher festgelegte Zahl an Toren erreicht, hat gewonnen. Anschließend tauschen die Mannschaften die Seiten.

  • Tiger im Kreis
  • Eine Gruppe aus 7 Spielern bildet einen Kreis. In der Mitte steht ein weiterer Spieler (der Tiger). Die Gruppe spielt sich einen Ball durch den Kreis hindurch zu. Der Spieler in der Mitte versucht, den Ball zu berühren oder zu fangen. Gelingt es ihm, wählt er einen aus der Außengruppe aus, der in die Mitte wechselt, während er seinen Platz einnimmt.

  • Vier gewinnt
  • Es werden insgesamt 16 Punkte wie Schachbrettfelder am Boden platziert. Es gibt zwei Mannschaften, bei denen die ersten vier Mitglieder je ein Leibchen haben, das sie so platzieren müssen, dass diese in einer geraden oder diagonalen Reihe liegen. Wer sein Laibchen platziert hat, läuft zurück und klatscht den nächsten ab, so dass dieser starten kann. Sobald alle Leibchen liegen, müssen die jeweils nächsten Teammitglieder versuchen, die Platzierung so zu verändern, dass die eigene Mannschaft zuerst eine Viererreihe bildet. Gleichzeitig muss bei der Auswahl des Platzes verhindert werden, dass die gegnerische Mannschaft gewinnt.

    Weitere Bewegungsspiele für Dich und Dein Training!

    1. Übung „Ballnot
    2. Übung „Fußball Rugby
    3. Übung „Hase und Jäger
    4. Übung „Karottenziehen
    5. Übung „Schweinchen in der Mitte
    6. Übung „Stoppball
    7. Übung „Vier gewinnt

    Fazit zum Thema Bewegungsspiele

    Für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene bilden Bewegungsspiele eine effektive Methode des Trainings. Wenn sie korrekt eingesetzt werden, schulen sie nicht nur die fußballerischen Fähigkeiten der Spieler, sondern machen auch eine Menge Spaß und können für einen engen Zusammenhalt in einer Fußballmannschaft sorgen. Gerade für Spieler, die neu in eine Mannschaft gekommen sind, können solche Bewegungsspiele geeignet sein, die neuen Mitspieler und deren Fähigkeiten kennen zu lernen. Setzt der Trainer diese Spiele also richtig ein, kann er nicht nur die Motivation und spielerische Qualität seines Teams verbessern, sondern auch die Stimmung.

    Hier findest du Übungen zu diesem Thema:

    1. Übung „Ballnot
    2. Übung „Fußball Rugby
    3. Übung „Hase und Jäger
    4. Übung „Karottenziehen
    5. Übung „Schweinchen in der Mitte
    6. Übung „Stoppball
    7. Übung „Vier gewinnt

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