Sengende Hitze und Gebete: Training in Katar

Vor zweieinhalb Jahren packte Uli Stielike seine Koffer und wanderte aus nach Katar in die Hauptstadt Doha. Das war, kurz nachdem er vom Vorstand des Schweizer FC Sion entlassen wurde – zuvor hatte er bereits mehrere Jahre als Trainer in der U19, der U20 und der U21 sowie als Co-Trainer in der deutschen Nationalmannschaft gearbeitet. In seiner aktiven Karriere gehörte er acht Jahre lang zum Stamm der Königlichen, bis er von Real Madrid zu Neuchatel Xamax wechselte, wo er seine aktive Karriere an den Nagel hängte. Nun wirkt er fernab des Trubels in dem winzigen arabischen Emirat Katar am Rande des persischen Golfes – hier wird sich die WM 2022 abspielen.

Die Bedingungen in Katar sind ungewöhnlich und bieten einen Vorgeschmack auf die noch weit entfernte WM. Fußball wird hier gefördert, eine Infrastruktur aus gigantischen Stadien und Plätzen ist vorhanden. Erschwert wird das Training insbesondere durch die Gluthitze, die von der Wüste herübergeweht wird. Im Juli, wo traditionell die Endspiele der WM ausgetragen werden, herrschen hier Temperaturen von 40 Grad – und mehr. Die Nacht bringt auch kaum Abkühlung, schon jetzt im Mai steht das Thermometer abends bei 35 Grad.
Stielike muss sein Training bei Al-Sailiya daran anpassen. Das Gebet vor dem Anstoß, wenn der Muezzin ruft, irritiert den Badener nicht mehr. Er hat sich an das arabische Leben in Doha gewöhnt und hat seinen Vertrag bereits bis 2013 verlängert. Und 2022, wenn er längst seine Rente genießt, kann er der deutschen Mannschaft vielleicht ein paar Tipps geben, wie Fußballtraining in der Wüste gelingt…

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