Wie gehe ich mit Aggressivität auf dem Platz richtig um?

Es heißt, Aggressivität sei ein wichtiger Faktor im Fußball, um Spiele gewinnen zu können. Das ist durchaus richtig, allerdings ist das Wort eventuell falsch gewählt. Denn Aggressivität beziehungsweise Aggression kann auch schnell falsch verstanden werden. Es gibt immer Mal wieder Spieler, die zu hart einsteigen oder schon mit einer zu hohen Grundaggressivität ins Spiel gehen. Der folgende Text geht genauer darauf ein, was Aggression überhaupt ist, welche Arten es gibt und wie damit am besten umgegangen werden sollte.

ahgrressivem verhalten im fußabll entgegnenWas bedeutet Aggressivität?

Aggression sollte auf dem Fußballplatz niemals bedeuten, den Gegner mit unfairen Mitteln und gezielten Fouls zu stoppen. Denn das ist zum einen nicht Sinn der Sache und kann zudem auch schlimme Verletzungen mit sich bringen. Gegen eine positive Aggressivität gibt es nichts einzuwenden. Damit ist nämlich nur gemeint, dass die Spieler um jeden Ball kämpfen und nicht aufgeben. Allerdings versuchen Sie sich nur mit fairen Mitteln einen Vorteil zu verschaffen. Das Ziel ist also, dem eigenen Team einen Vorteil zu bringen und nicht dem gegnerischen Team zu schädigen. Im Idealfall sorgt das Pressing dafür, dass dem Gegner das Spiel aufgezwungen wird. Denn wenn die eigene Mannschaft agiert, können die Kontrahenten nur reagieren und kommen selbst zu keinen gefährlichen Angriffen

Positive Aggression förder

Wie bereits erwähnt, ist Aggression durchaus etwas Positives, wenn sie richtig interpretiert und angewendet wird. Viele Fußballspiele werden dadurch entschieden, dass eine Mannschaft einfach bissiger ist und den Sieg mehr will. Sicherlich kommt es auch hierbei immer Mal wieder zu einem Foul, aber eben nicht bewusst und geplant. Der Trainer sollte seinen Spielern immer wieder im Training beibringen, dass es durchaus wichtig ist, jeden Zweikampf anzunehmen und eine gewisse Härte und einen eisernen Willen an den Tag zu legen. Genauso wichtig ist es aber auch, dass er ihnen den Fair-Play-Gedanken vermittelt. Denn dieser steht im Sport und auch im Fußball an erster Stelle.

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Um die nötige Zweikampfhärte zu üben, kann er seine Schützlinge das sogenannte PSG (Power-Spieler-Gen) vermitteln. Diese neumoderne Bezeichnung wird gerne von der neuen Trainergeneration verwendet. Denn ein sogenannter Powerspieler ist im Zweikampf bissig und nervt seinen Gegner nur mit fairen Mitteln, um sich schließlich einen Vorteil zu verschaffen. Zudem strahlt er stets zu jeder Zeit eines Spiels Stärke aus und will unbedingt gewinnen. Um einige seiner Spieler zu einem solchen zu machen, kann der Trainer viele praktische Übungen durchführen.

Wie unterscheidet sich die konstruktive Aggression von der destruktiven Aggression?

Zunächst einmal ist das Wort Aggression häufig negativ gemeint. Dabei ist diese, wie bereits erwähnt, für den Fußball sehr wichtig und für den Erfolg unverzichtbar. Dabei muss zwischen der konstruktiven und der destruktiven Variante unterschieden werden.

Die konstruktive Aggression im Fußball

Zu der sogenannten konstruktiven Aggression gehören einige Dinge, die im Fußball unbedingt vorhanden sein sollten, wie zum Beispiel eine sehr große Leistungsbereitschaft, eine gesunde und vor allem gesunde Härte in jedem Zweikampf und jeder Einzelne muss an seine Leistungsgrenze gehen, damit das Team Erfolg hat. Wenn alle Spieler eines Teams eine positive Aggressivität zeigen, setzt das den Gegner sehr häufig sehr stark unter Druck und es kommt zu Fehlpässen. Allerdings ist ein dauerhaftes Pressing auch durchaus anstrengend. Daher sollte der Coach auch regelmäßig einige Übungen in das Training einbauen, mit denen die Spieler ihre Ausdauer verbessern. Hierfür eignen sich neben normalen Laufeinheiten auch bestimmte Spielformen mit Ball. Dadurch kommt nie Langeweile auf und die Spieler bleiben stets motiviert. Somit ist die konstruktive Aggression im Fußball nicht nur akzeptiert, sondern sogar ausdrücklich gewollt.

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Die destruktive Aggression im Fußball

Anders als bei der konstruktiven Aggression schießen die Spieler bei der destruktiven Aggression immer wieder über das Ziel hinaus. Das bedeutet, dass sie auch mit unfairen Mitteln und einer übertriebenen Härte versuchen, sich einen regelwidrigen Vorteil zu verschaffen. Hierzu gehört ein ständiges Provozieren, versteckte und hinterhältige Fouls, verbale Drohungen und Beleidigungen und leider auch immer wieder Tätlichkeiten. Im Profibereich gibt es mehrere Schiedsrichter und mittlerweile auch einen Videobeweis. Dadurch kommen die Spieler in solchen Situationen nur ganz selten davon.

In der Regel werden diese Szenen aber noch im Spiel und sonst im Nachhinein geahndet und bestraft. Im Amateurbereich ist das leider nicht der Fall. Denn gerade in den unteren Ligen gibt es meist nur einen Referee, der gar nicht alles sehen kann, was auf dem Platz geschieht. Wenn der Ball beispielsweise in der linken Spielfeldhälfte geführt wird und auf der anderen Seite, fernab vom Spielgeschehen, eine Tätlichkeit stattfindet, übersieht er diese. Dann sieht er häufig nur einen Spieler am Boden liegen oder schreien und es herrscht eine große Aufregung. Leider gibt es auch immer wieder einige Mannschaften, die genau das zum Ziel haben. Provozieren und hoffen, dass der Gegner sich dadurch eine rote Karte abholt.

Damit das nicht passiert, sollte der Coach seinen Spielern erläutern und auch zeigen, wie sie sich in einer solchen Situation zu verhalten haben. Darauf wird aber noch in einem späteren Absatz genauer eingegangen. Fakt ist aber, dass eine destruktive Aggression auf dem Fußballplatz nichts zu suchen hat. Denn Beleidigungen, Provokationen und Tätlichkeiten stimmen mit dem Fair-Play-Gedanken in keinem Punkt überein. Auch gezielte Fouls sind absolut zu verurteilen. Denn durch diese wird eine Verletzung des Gegenspielers in Kauf genommen, was unter Umständen schlimme Folgen haben kann.

Aggressionen positiv steuern im Fußball

Schon Sigmund Freud war der Meinung, dass Aggression als Veranlagung anzusehen ist. Das bedeutet, dass sie zum Teil wenigstens angeboren und in der Genetik eines Sportlers verankert ist. Mittlerweile wurde aber in vielen Studien herausgefunden, dass Aggressionen bei der Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen mehr oder weniger stark ausgeprägt sind. So können bestimmte Ereignisse und Tragödien im Leben dafür sorgen, dass er schneller aggressiv wird. Wenn der Trainer bemerkt, dass einer seiner Schützlinge sich sehr schnell aufregt und auch im Training sehr hart in jeden Zweikampf geht, sollte nach der Einheit das Gespräch mit ihm suchen. Handelt es sich noch um einen Jugendspieler, kann auch einmal mit den Eltern des Sportlers sprechen, um herauszufinden, was los ist. Denn Fußball kann in positiver Hinsicht ein Ausgleich zu den Problemen des Alltags sein, sollte aber niemals als Plattform zum Ausleben von negativen Aggressionen missbraucht werden.

Starke Gegner machen einige Sportler schneller aggressiv

Wenn die gegnerische Mannschaft klar besser ist und das Spiel beherrscht, werden einige Akteure schneller aggressiv, als wenn das eigene Team das Geschehen bestimmt. Aber auch das sollte unbedingt vermieden. Es ist einfach gesagt, dass es akzeptiert werden sollte, wenn jemand besser ist, aber es ist tatsächlich die beste Reaktion. Denn mit unnötigen Fouls, Beleidigungen und sogar Tätlichkeiten wird die Situation nur noch schlimmer gemacht.

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Fazit – wie kann ich mit Aggressivität auf dem Fußballplatz am besten umgehen?

Zunächst einmal sollten alle Beteiligten ruhig bleiben. Das ist aber manchmal einfacher gesagt als getan. Denn wenn der Gegner jede Situation ausnutzt, um zu provozieren, fällt es einigen Akteuren schwer, das einfach so hinzunehmen. Wenn es immer wieder zu solchen Situationen kommt, sollte der Schiedsrichter darauf hingewiesen werden. Allerdings kann dieser, wenn er das Spiel allein leitet, nicht zu jedem Zeitpunkt der Partie jeden Sportler im Auge haben und übersieht daher auch leider einige Aktionen. Die Akteure selbst sollten versuchen, auf die Provokationen des Gegners so gut es geht nicht einzugehen und sich stattdessen auf das Wesentliche zu konzentrieren: das Spiel. Und wenn der Schiedsrichter bemerkt, dass eine Mannschaft nur das Ziel hat, dem anderen Team mit ihrem Verhalten zu schädigen, hat er immer noch die Möglichkeit, die Partie abzubrechen.

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