Der Hoff-Test zur Leistungsdiagnostik

Der Hoff-Test als fußballspezifische Variante der Leistungsdiagnostik

Neben den vielen Möglichkeiten ohne Ball, die Fitness einer Mannschaft zu testen, bietet der Hoff-Test eine Chance, mitunter als langweilige empfundenes Fitnesstraining mit Technikschulung zu kombinieren. Jan Hoff entwickelte dazu einen Parcours, der mit Ball am Fuß durchdribbelt werden muss. Die Vorbereitung dieser Testmöglichkeit ist komplizierter als etwa für Cooper-Test oder Shuttle Run Test, dafür ist der Hoff-Test noch spezifischer auf Fußball ausgerichtet und wird von den Spielern in der Regel mit mehr Leidenschaft ausgeführt.

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Der Aufbau

Für den Aufbau des Parcours benötigt man 22 Hütchen, 3 Hürden mit einer Sprunghöhe von etwa 35 Zentimetern und Bälle, Stoppuhr sowie Pfeife. Wichtig ist eine möglichst exakte Aufstellung der Hütchen, weshalb auch die Verwendung eines Maßbandes sinnvoll ist. Zum Start erfolgt eine Dribbelstrecke von 12 Metern, ehe der Parcours mit einem Slalomdribbling richtig beginnt. Dazu werden zehn Hütchen in einem Abstand von jeweils zwei Metern zueinander in einer geraden Linie aufgebaut, die dann vom Spieler im Slalom durchdribbelt werden müssen. Anschließend folgt ein Dribbling über 7,5 Meter ohne Hindernis, ehe die drei erwähnten Hürden in einem Abstand von jeweils 7 Metern übersprungen werden müssen. Der Fußball wird jeweils durch die Hürde oder an ihr vorbeigespielt. Anschließend biegt der Spieler mit Ball am Fuß rechts ab und dribbelt zum 30,5 Meter entfernten Hütchen. Von da aus beginnt ein deutlich weitläufigerer Slalom mit einer Dribbelstrecke von jeweils 25,5 Metern zwischen zwei Hütchen, ehe am Ende ein Rückwärtsdribbling über zehn Meter und ein Vorwärtsdribbling über 15 Meter folgen. Dann geht es zurück zum Ausgangspunkt und die zweite Runde beginnt. Der genaue Aufbau ist in unserer Grafik nachzuvollziehen.Hoff-Test-Grafik

Die Zielstellung

Theoretisch kann der Parcours beliebig oft wiederholt werden, was sich zu Trainingszwecken auch absolut anbietet. Für den Hoff-Test soll er jedoch nur zehn Minuten lang durchlaufen werden mit dem Ziel, so viele Runden wie möglich zu schaffen. Das Tempo sollte also in allen Bereichen des Spielfeldes so hoch wie möglich gehalten werden. Neben einer guten Kondition wird damit auch die Konzentration und die Ballfertigkeit auf eine Probe gestellt, denn wer die Hütchen im Slalom nicht eng umdribbelt, sondern einen großen Bogen läuft, der verliert viel Zeit und damit auch die Chance auf ein Topergebnis. Der Trainer sollte in gewissen Abständen bekannt geben, wie viel Zeit bereits absolviert ist, um den Spielern die Möglichkeit zu geben, ihr Tempo an ihre Kraftreserven anzupassen – beispielsweise nach fünf und neun Minuten. Die Messung der zurückgelegten Strecke erfolgt am Ende ähnlich wie beim Cooper-Test in Metern. Der Puls kann in dieser kurzen Zeit phasenweise im anaeroben Bereich liegen, also jenseits von 90 Prozent der maximalen Herzfrequenz.

Was bringt ein Hoff-Test?

Soccer Ball and Pylons on Grass. Youth Soccer Player Training. Young Footballer with Ball Training with ConesSowohl Cooper-Test als auch Shuttle Run Test ermitteln ein klares Ergebnis, das quantifizierbar ist und die Möglichkeit bietet, die Fitness der Spieler miteinander zu vergleichen. Beim Hoff-Test fällt das auf den ersten Blick schwerer, denn die Anzahl der absolvierten Runden ist nicht allein abhängig von den physischen Möglichkeiten eines Spielers, sondern auch von seinen technischen Fähigkeiten in der Ballbehandlung. Trotzdem oder gerade deshalb wird der Test sehr gern auch im Leistungssport Fußball genutzt, um die Entwicklung der Spieler zu verfolgen. Kein anderer leistungsdiagnostischer Test kombiniert die im Fußball wichtigen Faktoren Kondition, Ballbehandlung und Konzentration so gut wie der Hoff-Test. Einem Spieler bringt es im Wettkampf wenig, viel laufen, dabei aber den Ball nicht kontrollieren zu können. Der Hoff-Test lässt das nicht außen vor wie andere Konzepte, sondern stellt es in den Mittelpunkt der Leistungsmessung. Die vielleicht wichtigste Komponente eines guten Testergebnisses ist eine enge und schnelle Ballführung.

Jeder Spieler arbeitet gegen sich selbst

Tests jeglicher Art vermitteln immer den Eindruck, verschiedene Personen miteinander vergleichen zu wollen. Oft existieren Wertetabellen, nach denen die Teilnehmer in verschiedene Gruppen eingeordnet werden können. Der Hoff-Test hat zum Ziel, Spieler ganzheitlich weiterzuentwickeln und vergleicht deshalb die Werte eines Spielers mit denen seines letzten Testergebnisses. Vielleicht hat der kleine, dribbelstarke Außenstürmer bessere Voraussetzungen, Top-Leistungen abzurufen als der etwas hüftsteife Innenverteidiger, der 1,90 Meter misst. Beide sollten versuchen, ihre eigene Leistung des letzten Tests zu verbessern und nicht gegeneinander antreten. Zu etwa 60 Prozent führen Fachleute das Testergebnis auf die konditionellen Möglichkeiten eines Spielers zurück, etwa 40 Prozent liegen in Wendigkeit und Technik begründet. Nicht zuletzt deshalb existieren auch keine Wertungstabellen, die Leistungen in gut oder schlecht einteilen. Der Test hat vielmehr das Potential, eine Entwicklung vielseitiger fußballspezifischer Fähigkeiten zu dokumentieren.

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Test in Gruppen absolvieren

Ein kleiner Nachteil dieses Tests besteht darin, dass er nicht von der ganzen Mannschaft gleichzeitig ausgeführt werden kann, weil die Spieler sich nicht gegenseitig aufhalten, sondern mit maximalem Tempo agieren sollen. Folglich können maximal drei Spieler gleichzeitig am Test teilnehmen – abhängig von der Qualität der Mannschaft, die ausschlaggebend ist für die Zeit, die eine Umrundung ungefähr dauert. Die Einteilung der Mannschaft in Testgruppen sollte nach den Dribbelfähigkeiten der Spieler erfolgen, um ein ungefähr gleiches Tempo aller Spieler zu erreichen, so dass nicht zu viele Überholungen nötig werden. Möglich ist die Einteilung der Gruppen nach Positionen. Die anderen Spieler müssen sich parallel warmhalten, um für Ihren eigenen Test vorbereitet zu sein, sollten gleichzeitig aber nicht zu sehr gefordert werden, um im Vollbesitz ihrer Kräfte in den Test gehen zu können. Fußballtennis oder eine kleine Ecke, in der vier gegen 2 gespielt wird, sind dafür gute Möglichkeiten.

Welche Schlüsse können aus den Ergebnissen gezogen werden?


Vor allem sollten alle Spieler sich weiterentwickeln, also eine größere Distanz zurücklegen als bei vorherigen Tests. Sonst sollte die Auswertung individuell mit jedem Spieler erfolgen. Dabei gilt es, einen positionsspezifischen Maßstab anzulegen. Wenn ein Torhüter den Test mit dem schlechtesten Werten abschließt, ist das kein Grund zur Besorgnis. Zwar müssen Torhüter im modernen Fußball deutlich mehr laufen als noch vier 20 Jahren und auch fußballerisch deutlich besser ausgebildet sein als ihre Vorgänger, doch im Hoff-Test sind dazu keine Spitzenleistungen nötig. Anders sieht es aus, wenn ein Mittelfeldspieler die rote Laterne des mannschaftsinternen Rankings mit sich herumträgt. Dann gilt es, gemeinsam mit dem Trainer auf Ursachenforschung zu gehen. Möglicherweise liegen technische Mängel vor, die mit einem gezielten Training der kurzen Ballführung und des schnellen Richtungswechsels mit Ball trainiert werden können. Diesbezügliche Übungen können dann individuell in jedes einzelne Training einbezogen werden. Ist ein starkes konditionelles Nachlassen der Grund für das mangelhafte Abschneiden, kann das Trainingsprogramm auf Ausdauertraining ausgerichtet werden. Genauso kann Koordination einen gesteigerten Stellenwert in der Trainingsarbeit einnehmen.

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Wie bereitet man sich auf einen Fitnesstest vor?

sport, technology and people concept - soccer player playing with ball on football fieldIm Fußball ist oft die Vorbereitung entscheidend. Das gilt für Spiele, für das Training – aber auch und ganz besonders für Leistungstests. Um die optimale Leistung abrufen zu können, ist es notwendig, sich körperlich bestmöglich auf die Belastung vorzubereiten. Dazu gehört eine sportgerechte Ernährung. Im Vorfeld des Tests sollten die Spieler viel Wasser zu sich nehmen, am besten ohne zugesetzte Kohlensäure und in kleinen Schlucken, damit sich kein Wasserbauch bildet. Besser ist es, über mehrere Stunden vor dem Test hinweg regelmäßig kleine Wassermengen zu sich zu nehmen. Die letzte größere Mahlzeit sollte spätestens zweieinhalb Stunden vor dem Test abgeschlossen sein, etwa 30 Minuten vorher kann noch etwas Energie zu sich genommen werden, beispielsweise über eine halbe Banane. Neben der Ernährung spielt auch Schlaf eine wichtige Rolle. Wer ausgeruht zum Test kommt, wird in der Regel bessere Ergebnisse erzielen. Trainer sollten deshalb versuchen, einen Testtag auszuwählen, an dem die Spieler nicht vorher schon einen langen Arbeits- oder Schultag hinter sich gebracht haben, sondern einen Termin in den Ferien, am Wochenende oder im Trainingslager finden, an dem sich die Spieler bewusst vorbereiten können. Dazu gehört es auch, am Abend vor dem Test spätestens 23 Uhr im Bett zu liegen, um Energie für den Lauf zu gewinnen. Denn Vorbereitung ist bereits die halbe Miete.

Fazit

Wir haben euch drei verschiedene Leistungstests aufgezeigt:

  • Cooper Test
  • Shuttle Run
  • Hoff Test

Den größten Bezug zum Fußball bietet der Hoff Test, der Cooper Test den geringsten. Trotzdem lassen sich alle gut auf das Training anwenden, prinzipiell spricht auch nichts dagegen die Spieler entscheiden zu lassen. Gelingt es die Leistungstests spielerisch in das Training einzubauen, z.B. durch spaßige Elemente für das Training der kleinen oder bei den Erwachsenen, durch eine Belohnung in Form von Bier bei signifikanter Leistungssteigerung, so sind Leistungstest ein richtiger Mehrwert für das Fußballtraining.

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