Kreatives Torwarttraining in Gladbach

Zwischen Europapokal und Bundesliga bekommt man bei Borussia Mönchengladbach auf dem Trainingsplatz überwiegend die Ersatzspieler zu Gesicht. So waren Co-Trainer Frank Geideck und Chef Dieter Hecking diesmal ausnahmsweise selbst mittendrin im Geschehen. Außerdem absolvierten einige Rekonvaleszenten individuelle Einheiten.

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Schon vor allen anderen Akteuren schwitzte Flügelflitzer Thorgan Hazard auf einem Nebenplatz mit Physiotherapeut Andreas Bluhm für seine Rückkehr und schrieb im Anschluss fleißig Autogramme. Dann kamen schließlich sieben Feldspieler sowie zwei Keeper – die etatmäßige Nummer 2 Tobias Sippel und Janis Blaswich aus der U23 – auf den Trainingsplatz. Währenddessen begannen abseits der schaulustigen Fans wiederum Athletiktrainer Alexander Mouhcine sowie Andreas Bluhm mit Marvin Schulz und Moritz Nicolas beziehungsweise Ibrahima Traoré am Comeback zu arbeiten. Für die Reservisten vom Vortag stand zunächst ein lockeres Warmlaufen mit anschließendem, größtenteils statischem, Dehnen an.

Hecking tauscht sich während Passübung mit van Lent aus

Unter der Leitung der Assistenten Frank Geideck und Dirk Bremser folgte eine Passübung, bei der sich immer zwei Spieler in der Mitte befanden und die äußeren, im Kreis stehenden, Kollegen anspielten. Diese prallten den Ball umgehend zurück. Geideck kickte engagiert mit, Bremser beobachtete seine Schützlinge. Zunächst wurde nach etwa 30 Sekunden auf Ansage gewechselt, später fließend nach je zwei bis drei Anspielen der Akteure im Zentrum.

Chefcoach Hecking, der leicht verspätet auf dem Rasen erschien, unterhielt sich derweil knapp zehn Minuten angeregt mit dem Trainer der Gladbacher U23, Arie van Lent.

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Kamps kreativ bei Übungsauswahl

Uwe Kamps ließ die beiden Torhüter zunächst ein spezifisches Warm-Up absolvieren, danach passten sie sich das runde Leder zu, um Ballgefühl zu entwickeln. Kamps legt großen Wert auf die spielerische Komponente bei den Schlussmännern. In der ersten Form auf den Kasten sollte je ein Keeper, der einen Ball in der Hand und einen am Fuß hatte, mehrfach einen Abschluss antäuschen, um letztlich das Spielgerät ihrer Wahl tatsächlich auf das Tor zu schießen oder zu werfen. Der wartende Torhüter war dadurch gezwungen dauerhaft fokussiert zu bleiben und sich auf Schüsse aus verschiedenen Richtungen einzustellen. Als Steigerung kamen im Anschluss gar zwei Versuche direkt hintereinander auf das Tor.

Für die nächste Übung stellte Kamps ein Netz zum Hineinprellen das Balles sowie zwei kleine Tore seitlich des großen Kastens auf. Der Keeper in Aktion stand vom Schützen abgewandt und prellte seine Kugel in das Netz, bis Kamps das Kommando „Jetzt!“ gab. Sofort musste dann der eine Ball in eines der Mini-Tore gerollt und ein weiterer, vom anderen Torwart geschossener, pariert werden. Abschließend schoss Kamps auch hier eigens einen zweiten Ball hinterher, der im Gegensatz zum ersten hoch auf den Keeper zukam. Wieder hatte er es darauf abgesehen Konzentration, Koordination und Reaktion zu schulen. Physiotherapeut Bluhm zeigte sich beeindruckt und rief vom Nebenplatz: „Uwe, du gräbst immer wieder was Neues aus. Wahnsinn!“

Hecking versucht sich im 5 gegen 2

Unterdessen begrüßten die Feldspieler beim obligatorischen 5 gegen 2 zwei „Neuzugänge“: Hecking und Geideck mischten munter mit und machten dabei nicht die schlechteste Figur. Von der Niederlage am Vortag war atmosphärisch offensichtlich nichts hängen geblieben. Durch Maßnahmen wie diese sorgen die sportlich Verantwortlichen zudem für gute Laune, um möglichem Frust gleich einen Riegel vorzuschieben.

Abschlussspiel mit 4 gegen 4

Nachdem sowohl die Arbeit der Keeper als auch das 5 gegen 2 beendet waren, ging es im Abschlussspiel mit 4 gegen 4 plus Torwart in insgesamt vier Durchgängen á drei Minuten zur Sache. Geideck füllte ein Team auf, Hecking verabschiedete sich vorzeitig vom Trainingsplatz. Schulz und Nicolas absolvierten zum Ende ihres Aufbautrainings intensive Läufe direkt neben dem Abschlusskick.

Die Schattenseiten des Erfolgs

Die 60-minütige Einheit bedeutete einen lockeren Aufgalopp ohne Stammkräfte. Allerdings ist eine Wahrheit englischer Wochen auch: Zur ernsthaften Vorbereitung mit allen Profis bleibt teilweise nur ein Tag. Viele taktische Inhalte können dementsprechend nicht umgesetzt werden. Darin besteht – neben der körperlichen Belastung durch den eng getakteten Spielplan – das Dilemma der Teilnahme am internationalen Wettbewerb.

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Trotz der Abstinenz der Topstars auf dem Rasen harrten zahleiche Anhänger aus und ergatterten schließlich noch Unterschriften und Fotos mit Yann Sommer und Co, was eine junge Dame gar zu Tränen rührte. Präsidiumsmitglied und Ex-Gladbach-Coach Hans Meyer erzählte Bremser, Geideck und Kamps nach dem Training noch einige seiner berühmt-berüchtigten Anekdoten; die Herren lauschten aufmerksam. Die letzte Niederlage: Schnee von gestern. In Gladbach herrscht Ruhe. Das war nicht immer so.

von Tom Trilges

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