Sportclub Freiburg im scharfen Test gegen Racing Straßburg

Nach einem eher durchwachsenen Saisonstart und dem wichtigen Sieg am 7. Spieltag der Bundesliga gegen Hoffenheim, trat ein bunt zusammengewürfeltes Team des SC Freiburg gegen das gastierende Team von Racing Straßburg für ein Testspiel auf den Platz des Möslestadions.

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Das Testspiel gegen Racing Straßburg, einem Team, das sich innerhalb der letzten drei Saisons aus der dritten bis in die erste französische Liga gekämpft hat (in der es im Moment allerdings auf einem unglücklichen 19. von 20. Plätzen liegt), erwies sich sowohl für die angereisten als auch die heimischen Fans unter besten Bedingungen als eher wechselhaft.

Mit Gikiewicz – Stanko – Schuster – Koch – Kübler – Bulut – Höfler – Ravet – Kent – Guédé und Petersen startete das Team von Freiburg, das wohl so noch nicht auf dem Platz zu sehen war, in die Partie.

Die Freiburger fanden anfänglich eher schwer ins Spiel, das in der ersten halben Stunde etwas chaotisch erschien. Auch der Gegner aus Straßburg hatte seine Schwierigkeiten sich ins Spiel einzufinden. Im Gegensatz zu den Freiburgern starteten die anspielenden Gäste recht offensiv, jedoch unruhig in die Partie.

Ruhige und konzentrierte Verteidigung Freiburgs in der ersten Halbzeit

In der Verteidigung spielte Freiburg mit Kübler, Koch, Schuster und Stanko in einer Viererkette (4-4-2), in der der Ball ruhig laufen gelassen wurde, bis sich Optionen zum Angriff auftaten. Aus dem Mittelfeld versuchten sich Ravet und Höfler immer wieder anzubieten, um anschließend die Flügelspieler Bulut (links) und Kent (rechts) in Szene zu setzen. Das Abwehrspiel Freiburgs funktionierte über das Spiel vor allem auf der rechten Seite mit Koch, Kübler und seinem Flügelspieler Kent gut. Wenn sich der Gegner Chancen erarbeiten konnte, war auffällig, dass dies vor allem über die linke Seite, auf der Seite mit Flügelspieler Bulut spielte, geschah.

Gerade für dieses Spiel hatte Bulut, über dessen Seite gefährliche Angriffe des Gegners kamen und der auch einige technische Fehler machte, keinen guten Tag erwischt. So wurde er nach der 1. Halbzeit durch Kath ersetzt, der mit der Abwehr für etwas mehr Ruhe auf der linken Seite sorgte.

Insgesamt erwies sich die Abwehrleistung der Freiburger bis auf einige kleine Ungereimtheiten als gut. Der Ball wurde ruhig verarbeitet und im Spielaufbau sicher laufen gelassen. Die angreifenden Spieler von Straßburg wurden zügig gedoppelt, sodass es ihnen schwer fiel, einen Angriff zu Ende zu bringen. Dieser wurde von den Gegnern allerdings auch unruhig mit vielen langen Bällen aus der Abwehr direkt in den Angriff gestaltet. So dominierte Freiburg in der ersten Halbzeit, in der Straßburg kaum Angriffsmöglichkeiten bekam.

Aufbau über 6er mit folgendem Angriff über die Flügel

Bei eigenem Ballbesitz baute der Sportclub hauptsächlich aus einer 3-4-2-1 (ggf. auch 4-3-2-1) Formation heraus auf.

Hier fiel vor allem das Zusammenspiel von Kübler und Ravet auf, das zu einigen vielversprechenden Aktionen führte. Einen für das Spiel beispielhaften Angriff gestalteten die beiden, indem Kübler den Ball auf der Außenbahn führte und ihn zu Ravet spielte, der weiter innen mitlief. Dieser trug den Ball wiederum Richtung Außenlinie und spielte diesen auf den ihn hinterlaufenden Kübler entlang der Seitenlinie in die Tiefe, sodass der Ball geflankt werden konnte.


Über das komplette Spiel hinweg machte sich auch Guédé bis zu seiner Auswechselung (durch Kleindienst in der 2.HZ) durch engagierten Einsatz bemerkbar. Dieser stand mit Petersen im Sturm. Guédé war nicht nur im Angriff und durch gute Ballverteilung am Spielfluss beteiligt, er bot seinen Mitspielern immer eine Anspielstation und arbeitete auch defensiv mit. Ob er sich auch bei den Trainern bemerkbar machen konnte, werden wir in den nächsten Bundesligaspielen sehen.

Torgefährlich in Standardsituationen

Das Tor zur 1:0 Führung entstand durch eine Standardsituation:

Der Ball wird auf den langen Pfosten gespielt. Mit der hier optimalen Freilaufbewegung von Koch, durch die ihn sein Verteidiger nicht mehr effizient decken kann, kommt der Ball auf einen freistehenden Spieler, der den Ball für den Torwart nicht mehr haltbar ins Tor bringt.

Aber auch die Gegner waren über außen (trotz des Wechsels vermehrt über die linke Verteidigung Freiburgs) torgefährlich:

Hier fällt auf: der Gegner steht eigentlich in Unterzahl (3:5) direkt vor dem Tor und kommt trotzdem gefährlich zum Abschluss. Aus einer solchen Szene entstand auch das 1:1, in der allerdings der Ball ans (vom SC aus gesehenen) rechte Torraumeck geflankt wurde, wo ein Spieler komplett freistand.

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Für die Abwehr bei Standardsituationen gilt es sich bei einem torgefährlicheren Gegner definitiv besser zu organisieren. Denn, dass der Gegner trotz Überzahl der verteidigenden Mannschaft zum Abschluss kommt, ist eigentlich nicht zuzulassen.

Hektische zweite Halbzeit

Die zweite Halbzeit gestaltete sich wieder sehr hektisch auf Freiburger Seite. Im Gegenzug zu den Gegnern aus Frankreich, fand die Mannschaft nach der Pause nicht mehr geordnet ins Spiel. Es fanden einige Wechsel statt: Kleindienst für Guédé, für Höfler und Schuster kamen Günther und Haberer, für Petersen und Ravet wurden der Torschütze aus dem letzten Spiel Niederlechner und Terrazzino eingesetzt. Dennoch kamen die Freiburger nicht mehr zu optimalen Angriffssituationen.

Nach der Pause schienen sich die Straßburger, die über das gesamte Spiel offensiv orientiert und schnell unterwegs waren, neu geordnet zu haben. Außerdem setzten sie die angreifenden Freiburger schneller unter Druck, indem sie den Ballführenden aggressiv doppelten, sodass der Aufbau über Außen nicht mehr zielführend gelang.

Kurz vor Spielende gab es zwei Schlüsselszenen, die zeigten, wie aus dieser Hektik torgefährliche Situationen gegen Freiburg entstehen können:

Nach einem chaotischen „Ballwechsel“ von Freiburg und Straßburg wird von diesen ein langer Ball in den Sturm weggeschlagen. Der schnelle, französische Angreifer schaltet schnell und hätte das Tor gemacht, wäre Gikiewicz nicht aus seinem Tor gekommen und hätte den Ball weggeköpft. Allerdings fiel über das Spiel hinweg auf, dass dieser im Gegensatz zu Schwolow nicht so sicher mit dem Ball am Fuß bzw. Kopf erscheint.

Ein Zuschauerkommentar zu dieser Szene lautete: „Da trabt er zurück ins Tor..“. Durch genau solch eine Szene, die sich allerdings unmittelbar am Sechszehner abspielte, in der Gikiewicz den Weg in den Kasten nicht schnell genug fand, gelang den Gegner kurz vor Spielende den Siegtreffer zu erzielen. Der Freiburger Torwart kam (völlig berechtigt) aus dem Tor heraus und köpfte den Ball weg. Dieser landete allerdings direkt im Fuß vom Gegner, der den Ball an dem zurück ins Tor „trabenden“ Torhüter vorbei ins Tor beförderte.

Zufriedenstellendes Spiel für den Gegner aus Frankreich

Insgesamt ist wohl zu sagen, dass die Gäste aus Frankreich mit ihrem Sieg in Freiburg zufrieden sein konnten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ins Spiel zu finden, sammelte sich die französische Mannschaft nach der Pause und spielte geordneten, angriffslustigen Fußball.

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Im Gegensatz dazu stand die so wohl nicht besonders eingespielte Truppe des SC Freiburg, die zwar anfänglich überlegen war, in der zweiten Halbzeit allerdings – trotz einiger guter Aktionen und Chancen – aber ihren Rhythmus nicht mehr zu finden schien. Ob sich die Spieler Guédé. Kübler, Kent (der überragend schnell unterwegs war) und Ravet den Trainern vor dem Bayern Spiel genauso auffällig präsentierten, bleibt die Frage. Gerade das Zusammenspiel von letzteren Dreien über Außen hat in diesem Spiel Potenzial gezeigt.

von Irina Schepp

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