Eine Mannschaft während der Saison übernehmen

Für einen Trainer ist es keineswegs ungewöhnlich, eine Mannschaft während der Saison zu übernommen. Da Entlassungen meist wegen Erfolgslosigkeit erfolgen, ist es sogar der Regelfall, dass ein neuer Trainer nur wenig Zeit hat, sich auf seine neue Mannschaft einzustellen. Doch das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Nach einem Trainerwechsel gibt es häufig positive psychologische Effekte. Wenn diese richtig genutzt werden, kann ein neuer Trainer schnell Erfolg haben.

Analyse der aktuellen Situation

Die Tabellensituation und die letzten Spiele sind objektive Kriterien, die in die Beurteilung einfließen müssen. Doch noch wichtiger ist es, sehr schnell den Zustand der einzelnen Spieler und des Teams zu erfassen. Das ist möglich durch ausführliche Einzel- und Teamgespräche sowie durch intensive Beobachtung des Trainings. Wenn Aufzeichnungen der letzten Spiele vorhanden sind, sollten auch diese in die Betrachtung einbezogen werden. Jede Information kann wertvoll sein.

Klares und realistisches Ziel vorgeben

Um schnell auf die Erfolgsspur zurück zu kommen, muss ein erreichbares Ziel gesteckt werden. Es ist z.B. völlig sinnlos, von einer Mannschaft einen einstelligen Tabellenplatz zu erwarten, wenn de facto schon die Verhinderung des Abstiegs ein kleines Wunder wäre. Schon vor einem Engagement muss dies mit den Verantwortlichen geklärt werden. Ein Minimalziel, mit dem alle leben können, ist oft die beste Lösung. Gerade im Hinblick auf die nächste Saison ist es wichtig, möglichst mit einem Erfolgserlebnis die aktuelle Serie zu beenden.

Notfalls harte Entscheidungen treffen

Es ist selten die alleinige Schuld des Trainers, wenn eine Mannschaft erfolglos ist. Ein neuer Trainer sollte deswegen schnell ermitteln, ob es Spieler gibt, die einen negativen Einfluss auf die Mannschaft haben. Im Einzelfall ist das oft sehr schwer zu entscheiden, gerade wenn ein solcher Spieler fußballerisch zu den Besseren gehört. Letztlich muss es aber darum gehen, ein gutes Team auf den Platz zu bringen. Wenn es gar nicht anders geht, muss ein Trainer den einen oder anderen Spieler aus dem Team nehmen. Auch dieses Thema sollte vor der Unterzeichnung eines Vertrags mit dem Vorstand abgesprochen werden. Ein Trainer braucht in einer solchen Situation die volle Rückendeckung des Vereins.

Spieler stark reden

Wenn eine Mannschaft viele Spiele verloren hat, ist die Psyche am Boden. Es ist dann nicht hilfreich, wenn ein Trainer noch zusätzlichen negativen Druck aufbaut. Vielmehr muss es darum gehen, das Potential der Spieler wieder zum Vorschein zu bringen. Dazu sind persönliche Gespräche wichtig, in denen die Stärken des jeweiligen Spielers hervorgehoben werden. Aber auch im Training kann durch Lob und positive Motivation viel erreicht werden. Negative Einflüsse sollten von der Mannschaft ferngehalten werden.

Zuerst die Abwehr stärken

Wenn eine Mannschaft oft verliert, dann kann die Abwehr nicht besonders gut sein. Deswegen muss das Hauptaugenmerk auf einer Verbesserung der Defensive liegen. Wenn es gelingt, die Zahl der Gegentore deutlich zu reduzieren, wird eine Mannschaft ganz automatisch mehr Punkte holen. Notfalls muss in den ersten Spielen auch der sprichwörtliche „Beton“ angerührt werden. Wenn ein Mindestmaß an Stabilität wieder vorhanden ist, kann auch die Offensive gestärkt werden. Doch zunächst muss das Abwehrverhalten im Fokus stehen.

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