Blasen an den Füßen – wie ich die unangenehmen Begleiter vermeiden kann

Blasen können das Fußballtraining unerträglich machen. Doch wie entstehen sie, welche Stellen sind besonders betroffen und wie kann man der Blasenbildung vorbeugen? Muss man wegen Blasen vielleicht sogar pausieren?

Wie entstehen Blasen?

Aufbau der Haut

Aufbau der menschlichen Haut
Unsere Haut besteht aus mehreren, sehr dünnen Schichten, die durch feine Strukturen miteinander verbunden sind. Ganz außen liegt die sog. Oberhaut (lat. Epidermis), zu der auch die Hornhaut zählt. Direkt darunter befindet sich die sog. Lederhaut (lat. Dermis), die sich wiederum in verschiedene Schichten teilt. In ihr befinden sich z. B. die Schweißdrüsen und Haarwurzeln. Die sog. Unterhaut (lat. Subcutis) stellt die dritte und letzte große Schicht der Haut dar. In ihr finden sich subkutanes Fettgewebe, Bindegewebe sowie Blutgefäße und größere Nervenstränge.

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Reibung, Wärme und Feuchtigkeit – die drei Risikofaktoren für Blasen

Im Schuh entsteht Reibung, die sich auch auf die Hautschichten auswirkt. Die Haut wird wiederholt hin- und hergerieben. Dadurch können sich die feinen Strukturen, die die Hautschichten normalerweise miteinander verbinden, lösen. In den entstandenen Hohlraum zwischen Ober – und Lederhaut kann nun Gewebeflüssigkeit eindringen. Je nachdem wie massiv die Reibung ist und wie lange sie anhält, können auch tiefere Hautschichten betroffen sein. So kann, wenn die Blase bis auf die Unterhaut hinunterreicht, auch Blut in die Blase einströmen.
Dabei handelt es sich um eine schmerzhafte Angelegenheit, denn diese Gewebeflüssigkeit übt Druck auf die darunterliegenden Nervenenden und -bahnen aus.

Feuchte Haut, wie sie beim Sport im Fußballschuh entsteht, stellt einen weiteren Risikofaktor für Basen dar. Feuchte Haut rutscht im Schuh weniger glatt hin und her. Dadurch erhöht sich die Kraft, die zwischen Schuh und Haut entsteht und es kommt verstärkt zur Blasenbildung.
Die durch Reibung und Muskelaktivität entstehende Wärme führt dazu, dass die Füße in Sportschuhen vermehrt schwitzen. Das verstärkt wiederum die Reibung, die dann zur Blasenbildung führt.

Entstehung und Entwicklung einer Blase

Eine Blase entsteht im Normalfall immer nach einem gleichen Schema und heilt auch immer ähnlich ab. Die fünf Stadien der Blasenentstehung lassen sich anhand der Symptome gut unterscheiden.

  • Stadium 1 – Wundlaufen
  • Am Fuß zeigt sich eine kleine Rötung und man verspürt ein leicht brennendes Gefühl.

  • Stadium 2 – Blasenbildung
  • Aufgrund der Reibung löst sich die oberste Hautschicht von der Darunterliegenden. Eine mit Flüssigkeit gefüllte Blase bildet sich und führt zu einem unangenehmen Druckgefühl. Jetzt kann es bereits sehr unangenehm sein das Training fortzusetzen.
    Oft bilden sich Blasen in diesem Stadium noch innerhalb wenigen Stunden oder Tagen von selbst zurück- ohne aufzuplatzen.

  • Stadium 3 – Offene Wunde
  • Platzt die Blase auf, tritt Gewebeflüssigkeit aus und fängt die Haut an sich abzuschälen, sind die Schmerzen oft so stark, dass es unmöglich ist, das Training fortzusetzen. In diesem Fall sollte unbedingt pausiert werden und die Wunde desinfiziert und geschützt werden.

  • Stadium 4 – Verschorfung
  • Verschorft die geplatzte Blase, entsteht ein unangenehm juckendes Gefühl und es kann zudem zu Beschwerden aufgrund der einsetzenden Hautverhärtung kommen.

  • Stadium 5 – Heilung
  • Hat sich die Blase nicht entzündet, heilt sie nun innerhalb weniger Tage von selbst ab. Unterstützt werden kann das Abheilen durch Desinfektion, verminderte Druckbelastung und eine sterile Abdeckung.

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Wo treten Blasen am häufigsten auf?

Blasen am Fuß treten besonders häufig an der Ferse, dem Fußballen und den Zehen auf.
Begünstigt werden die Blasen an Ferse und Zehen besonders durch schlechtsitzende Sportschuhe. Blasen an den Ballen entstehen in der Regel durch Reibung, z. B. wenn der Fuß beim Training im Schuh immer wieder vor- und zurückrutscht.

Sind Blasen gefährlich?

Blasen sind zwar sehr häufige, aber in der Regel harmlose Begleiterscheinungen des Trainings. Lediglich infizierte Blasen benötigen ärztliche Unterstützung. Deshalb solle ein Herummanipulieren an bereit entstandenen Blasen unter allen Umständen vermieden werden.

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Wie lassen sich Blasen vermeiden?

  • #1 Schuhe immer einlaufen
  • Bevor man sich mit seinen neuen Fußballschuhen ins Training stürzt, sollte man die Schuhe ein wenig einlaufen. Dazu wird der Schuh innen und außen leicht befeuchtet. Alternativ kann man feuchte Socken tragen. Zu Beginn sollte man neue Fußballschuhe nicht länger als ein bis zwei Stunden am Stück tragen, später kann man die Zeit immer weiter verlängern. Die Feuchtigkeit sorgt dafür, dass sich die Schuhe leicht verformen und besser individuell an den eigenen Fuß anpassen.

  • #2 Die richtigen Socken tragen
  • Um unnötige Feuchtigkeit im Fußballschuh zu vermeiden, sollten die richtigen Socken getragen werden. Ideal sind atmungsaktive Fußball- oder Sportsocken. Diese leiten Wärme und Feuchtigkeit schnell ab und eliminieren so zwei der drei Risikofaktoren für Blasen.
    In der Praxis hat es sich auch bewährt, ein Paar Seidenstrümpfe unter die Sportsocken zu ziehen. Das glatte Nylongewebe minimiert die Reibungskräfte und leitet zudem Flüssigkeit gut nach außen ab.

  • #3 Füße richtig pflegen
  • Je besser die Füße gepflegt sind, desto seltener entstehen Blasen. Denn eine gesunde Hautschicht ohne Risse und trockene Stellen, ist gegen Umwelteinflüsse besser geschützt.
    Die Füße können vor dem Training mit speziellen Fußcremes, Hirschtalg o. Ä. eingerieben werden. Das stärkt die Hautbarriere und sorgt gleichzeitig für weniger Reibung im Schuh.

  • #4 Vorbeugend ankleben
  • Oft entstehen Blasen immer wieder an den gleichen Stellen. Diese können schon im Voraus, z. B. bei neuen Fußballschuhen oder vor einem besonders langen Training, mit speziellen Pflastern angeklebt werden. Geeignet sind z. B. normales Sporttape oder spezielle, druckreduzierende Pflaster.

Wie lassen sich Blasen behandeln?

Fuss mit BlaseBlasen, die wie beim Fußballtraining durch mechanische Reizzustände entstanden sind, sind in der Regel harmlos. Um die Schwellung nicht zu vergrößern, sollte die belastende Tätigkeit unterbrochen werden. Eine ärztliche Behandlung kleinerer Blasen ist meist nicht notwendig und nach der Heilung bleiben üblicherweise auch keine Narben zurück.

Geöffnete Blasen sollten zunächst gründlich desinfiziert werden. Dazu eignet sich z. B. handelsübliches Haut- oder Schleimhautdesinfektionsmittel. Dabei sollten die verletzten Hautschichten auf keinen Fall weiter geöffnet oder abgezogen werden.
Im Anschluss sollte man die Blase möglichst steril abdecken. Dazu eignen sich handelsübliche Schnellverbände oder spezielle Blasenpflaster. Diese schützen die verletzte Stelle zusätzlich vor Druck und beschleunigen so die Heilung.
Weiterer Druck und Reibung auf die verletze Stelle sollten in den folgenden Tagen unbedingt vermieden werden!
Chirurgische Do-it-yourself-Experimente sollten unbedingt vermieden werden!
Blasen sollten auf keinen Fall geöffnet oder aufgestochen werden, denn die obere Hautschicht wirkt wie ein natürliches Pflaster und schützt die Verletzung vor eindringenden Keimen. Zudem ist die Gefahr groß, dass beim Öffnen der Blase durch unsauberes Werkzeug oder die Hände Keime eindringen.

Muss man wegen einer Blase pausieren?

Ob man wegen Blasen pausieren muss, hängt von der Größe und Anzahl der Blasen ab und davon, ob sich die Blasen eventuell bereits entzündet haben.
Mit kleineren, geschlossenen Blasen, die richtig versorgt und mit einem polsternden Blasenpflaster abgedeckt sind, lässt sich weiterhin trainieren- solange das Training nicht mit Schmerzen verbunden ist.
Bei größeren, offenen, entzündeten oder sehr vielen Blasen, empfiehlt es sich, eine Ruhepause einzulegen, bis die Blasen soweit abgeheilt sind, dass schmerzfrei trainiert werden kann.

Wann muss man mit einer Blase zum Arzt?

Schwillt die Blase ungewöhnlich stark, ist sie entzündet oder ungewöhnlich schmerzhaft sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Blasen-Mythen

  • Mythos Nr. 1: Blasen treten nie zwei Mal an der gleichen Stelle auf
  • Das ist schlicht Blödsinn. Wie oft Blasen auftreten, hat nichts damit zu tun, ob bereits vorher einmal Blasen an der gleichen Stelle entstanden sind, sondern hängt vor allem von der Reibung ab. In einem neuen Schuh kann die Reibung zwar an einer anderen Stelle sein und dort zur Blasenbildung führen, die Haut ist jedoch nicht durch die Tatsache einer früheren Blase geschützt.

  • Mythos Nr. 2: In neue Schuhe zu pinkeln beugt Blasen vor
  • Dieses Mythos hat sogar einen wahren Kern. Um Schuhe einzulaufen, werden diese leicht feucht gemacht, damit sie sich dem Fuß besser anpassen. Die Flüssigkeit, die dafür verwendet wird, ist zweitrangig, aufgrund der Geruchsbelästigung raten wir jedoch von Urin dringend ab!
    Ein interessanter Fakt ist jedoch, dass Urin kleinere Mengen Harnstoff (Urea) enthält, der in der Medizin und Kosmetik als Feuchtigkeitsspender bekannt ist und auch in vielen Fußcremes Verwendung findet.

  • Mythos Nr. 3: Wund- und Heilsalbe beschleunigt die Heilung
  • In Internetforen findet man häufig den gut gemeinten Rat, Blasen aufzustechen und mit Wund- und Heilsalbe zu bestreichen. Davon raten wir dringend ab. Denn unter der aufgetragenen Fettschicht können sich Bakterien besonders gut vermehren. So kann es zu schmerzhaften und schlecht heilenden Entzündungen und Narbenbildung kommen.

Fazit:

Blasenbildung ist definitiv eine lästige Angelegenheit beim Training, dennoch gibt es einige Aspekte die wichtig sind. Mit der richtigen Vorbeugung lassen sich Blasen einfach vermeiden, falls doch welche entstehen sind sie mit der richtigen Behandlung schnell abgeheilt. Trotzdem sollte man Blasen ernst nehmen, da es eine Wunde am Körper darstellt, über die auch leicht Bakterien eindringen können. So sollte man, falls es die Blase erforder, pausieren und diese abheilen lassen.

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