Der Meniskus

Der Meniskus ist eine leider ziemlich anfällige Knorpelscheibe im Kniegelenk. Er überträgt die Kräfte, die im Oberschenkel wirken, auf das Schienbein, und so leicht man sich den Meniskus verletzt, so unterschiedlich sind die Möglichkeiten der Therapie. Ob der Meniskus nun angerissen oder komplett gerissen ist, spielt zwar für den Schmerz eine wesentliche Rolle, nicht jedoch für die Behandlung. Eine Operation ergibt in den meisten Fällen Sinn, jedoch dann nicht, wenn nur ein winziger Einriss vorliegt, in dem Fall wird konservativ vorgegangen (Ruhigstellung).

Die heutzutage meistangewandte OP am Meniskus ist die arthroskopische. Sie erfolgt per Spiegelung des Gelenks und unter Teil-, manchmal auch Vollnarkose. Es werden über zwei Einschnitte in die Haut die Mikrokamera und das OP-Besteck eingeführt, wobei die Kamera ein Bild auf einen angeschlossenen Monitor überträgt. Je nach Verletzungsgrad wird der gerissene Meniskus dann genäht, was besonders dann sinnvoll ist, wenn die Verletzung frisch und der Riss nah an der Gelenkkapsel ist. Das Nähen selbst erfolgt mittels selbstauflösender Fäden. Ist die Verletzung anders geartet, so kann der Meniskus auch mit einem Stift oder einer Schraube fixiert werden, um die auseinandergerissenen Teile der Knorpelscheibe aneinanderzupressen.

Die schlechte Nachricht für Meniskuspatienten ist jedoch, dass nur etwa zehn bis fünfzehn Prozent aller Risse auf eine dieser beiden Arten behoben werden kann. Wenn der Riss nämlich an einer von der Kapsel entfernteren Stelle auftritt, kommen die Methoden Nähen respektive Verschrauben nicht zum Tragen, da eine Verheilung dann sehr unwahrscheinlich ist. Die einzige Lösung: eine Teilentfernung des Meniskus. Die einfache Faustregel lautet, dass immer so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich abgeschnitten wird, da der Meniskus nie wieder nachwächst. Und weil der Knorpel eine so eklatante Wichtigkeit für das Knie besitzt, gilt es, so viel wie möglich davon zu bewahren. Um eine mögliche Zerfaserung des Risses zu verhindern, sollte die Rissstelle geglättet werden, sonst kann es durchaus vorkommen, dass sich Teile des Knorpels lösen und im Gewebe des Gelenks schwimmen, wo sie sich nach und nach auflösen.

Wurde eine Teilentfernung durchgeführt, so ist das Knie normalerweise nach zwei Wochen voll wiederbelastbar, auch das Training kann dann bereits aufgenommen werden. Allerdings sollten als flankierenden Maßnahmen gymnastische Übungen gemacht werden. Wenn der Knorpel geklammert oder genäht wurde, bedarf es einer Orthese, um das Knie langfristig – es muss von sechs Wochen ausgegangen werden – zu stabilisieren. Zudem sind Krücken zwingend notwendig, um das Gelenk nicht zu belasten. Doch sind auch hier die Chancen gut, dass der Meniskus vollkommen verheilt.