Die Viererabwehrkette

Das ballorientierte Verteidigen innerhalb einer Viererabwehrkette eröffnet einer Mannschaft Möglichkeiten, die in dieser Art nie mit einer manndeckenden Verteidigung zu realisieren wäre. Durch seitliches Einrücken in Richtung des ballführenden Gegners und durch Vorrücken der Abwehrreihe wird eine sogenannte Pressingzone geschaffen. Dies führt zu einer Überzahlsituation in Ballnähe. Entfernt postierte Gegner werden nicht mehr direkt gedeckt, sondern lediglich der Passweg zu ihnen blockiert (Gegner in den Deckungsschatten stellen). Der Ballführende kann auf diese Weise gezielt von einem Spieler unter Druck gesetzt, von einem Weiteren attackiert werden und das alles ohne den Absicherungsgedanken zu vernachlässigen. Bei einer daraus resultierenden Balleroberung ist ein geordneter Spielaufbau möglich, da sich viele Anspielstationen in Ballnähe befinden.

Folgende Hauptvorteile ergeben sich durch ein ballorientiertes Verteidigen:

  1. Gegner vom Tor ferngehalten
  2. Überzahl in Ballnähe
  3. Passwege sind zugestellt

Diese Vorteile können wie folgt erreicht werden:

  1. Befindet sich der Ball weit in der gegnerischen Hälfte, so rückt die Abwehr bis zur Mittellinie auf. Ist der Ball im mittleren Drittel des Spielfelds, wird eine Pressingzone geschaffen, bzw. es steht die Abwehr mit einem sicheren Abstand von ca. 23 Meter vor dem Tor. Befindet sich der Gegner mit Ball weit in der eigenen Hälfte, so gibt man den sicheren Abstand auf und man deckt den Gegner direkt.
  2. Die Mannschaft schafft eine Pressingzone. Dies geschieht durch seitliches Einrücken der Außenspieler und dem Aufrücken der Defensive, so dass sich die Abwehrreihe ca. 30 Meter tiefer befindet als der ballführende Gegner. Das Mittelfeld übt in der Pressingzone Druck auf den Ball aus.
  3. Durch geschicktes Verschieben wird dem Gegner die Möglichkeit genommen in die Tiefe zu passen und Doppelpass zu spielen. Der Gegner ist zu Querpässe gezwungen und diese können abgefangen werden.

Übt man in zentraler Position Druck auf den ballführenden Gegner aus, so wird ein sogenanntes Abwehrdreieck gebildet. Das bedeutet, dass ein ballnaher Spieler den Ballführenden bedrängt und nach Möglichkeit attackiert. Zwei weitere Mitspieler sichern in der Tiefe ab, um Passwege zuzustellen und bei einem eventuellen Durchbruch des Gegners einzugreifen (siehe Abb. 3. Trainingstag).

Grundparcours für alle Übungen

Beim ballorientierten Verteidigen ist das gegenseitige coachen unerlässlich. Die zentralen Spieler geben die Kommandos für Drangphasen und alle Spieler beteiligen sich daran, es sei denn sie werden von einem Hintermann zurückbeordert. Die hinteren Spieler dirigieren die Vorderen, da sie eine bessere Spielübersicht besitzen. Auch beim Übergeben von Gegenspielern muss man sich mit seinen Mitspielern verständigen.

Den abgebildeten 16×20 Meter großen Parcours für die erste Trainingseinheit zum Ballorientierten Verteidigen aufbauen. Jeweils zweimal zwei Spieler einem solchen Aufbau zuordnen. Bei 16 Spielern ergeben sich folglich vier Parcours.

Quelle: Martin Hasenpflug von abwehrkette.de

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