An der Gabelung des Weges

Hertha BSC wartet seit drei Ligaspielen auf einen Sieg, Mainz 05 ebenfalls. Während die Hauptstädter in Freiburg dabei aber wenigstens einen Punkt holten, hat Mainz die Punktspiele und nun auch das Pokal-Heimspiel gegen Köln allesamt verloren. Doch die Berliner zogen am Mittwoch gleich – und verloren in Kaiserslautern.

Alles wie immer. Hertha BSC Berlin hat keine Chance, einmal das Pokalendspiel im heimischen Stadion zu erreichen. Nicht in den vergangenen Jahren, und nicht in dieser Saison. Von Trainer Jos Luhukay schien die Niederlage in Kaiserlautern (1:3) billigend in Kauf genommen worden zu sein, schickte er doch Spieler auf das Feld, die den Fußballplatz in einem Pflichtspiel schon lang nicht mehr betreten hatten. Wenn es ein Club aus der Bundeshauptstadt überhaupt noch irgendwohin bringen kann, was den diesjährigen Pokalwettbewerb angeht, dass der 1. FC Union.

Das Team von Uwe Neuhaus gewann 1:0 beim VfL Osnabrück, dem Drittligisten, der in der Relegation zur 2. Bundesliga an Dynamo Dresden gescheitert war – jenem Club, der für den DFB-Pokal übrigens gesperrt ist. „Gesperrt“ ist nun auch Mainz 05, dank der 0:1-Heimpleite gegen den noch ungeschlagenen 1. FC Köln. Ausgerechnet zwei in Mainz aussortierte Spieler, Marcel Risse und Anthony Ujah, ragten aus dem Team der Domstädter heraus, Risse erzielte gar den entscheidenden Treffer. Und riss seinen Ex-Verein noch tiefer in die Krise.

Schafft Braunschweig den ersten Dreier?

Am Samstagnachmittag, beim direkten Aufeinandertreffen der kriselnden Berliner und in der Krise steckenden Mainzern, wird zumindest eine der beiden Serien reißen. Entweder die Hertha gewinnt mal wieder – oder Mainz punktet nach drei Spielen ohne etwas Zählbares. Es ist ein Spiel, in dem es darum geht zu erfahren, wo die Reise hingehen soll. Von hinten drängen zahlreiche Teams, um Mainz von Rang sieben und Berlin von Rang zehn zu verdrängen. Dabei wird es spannend sein zu beobachten, ob Luhukay wieder auf seine angestammte und besser eingespielte Truppe setzt und ob es Thomas Tuchel trotz der vier Pleiten am Stück schafft, seiner Mannschaft das Selbstvertrauen zurückzugeben, das sie durch die ersten drei (gewonnenen) Saisonspiele getragen hat.

Und sonst? Die beiden Clubs an der Tabellenspitze haben zwei vermutlich lösbare Heimspiele vor der Brust (Dortmund gegen Freiburg, Bayern gegen Wolfsburg), im Kampf um den Anschluss treffen in Leverkusen die Werkself als Dritter und Hannover als Vierter direkt aufeinander. Augsburg und Bremen (gegen Gladbach bzw. Nürnberg) können oben dran bleiben, im Mittelfeldduell empfängt Hoffenheim den FC Schalke 04. Die Frankfurter Eintracht empfängt den HSV, der mit seinem neuen Trainer Bert van Marwijk nach Hessen reist. Die Hamburger benötigen dringend Punkte, um nicht weiterhin unten festzuhängen. Das gilt noch mehr für Eintracht Braunschweig – mit nur einem Punkt aus sechs Spielen. Gegen den VfB soll am Sonntag nun endlich der erste Dreier her.

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