Aufsteiger im Check: Eintracht Frankfurt

Noch etwas mehr als drei Wochen ist es hin, bis die Bundesliga in ihre 50. Spielzeit startet. In unserer kleinen Serie prüfen wir darum die drei Aufsteiger auf Herz und Nieren. Nach Fortuna Düsseldorf vergangene Woche heute der zweite Teil: Eintracht Frankfurt, Erstliga-Rückkehrer nach einem Jahr Zweitklassigkeit.

Konnten wir in der vergangenen Woche an dieser Stelle im Bericht über Düsseldorf, Aufsteiger Nummer drei, sinngemäß schreiben, dass das Management der Fortunen im Prinzip eine neue Mannschaft in das Abenteuer Bundesliga schickt, dass sich also der Kader des Zweitliga-Dritten der vergangenen Saison enorm verändert hat, so gilt es über Eintracht Frankfurt tatsächlich Ähnliches zu sagen. Man ist schneller mit der Aufzählung fertig, wenn man die Namen jener Spieler erwähnt, die in Frankfurt bleiben dürfen, das wären dann: Köhler, Matmour Meier, Rode, Schwegler, Jung, Kittel, Nikolov und Jungprofi Dudda. Außerdem Tzavellas, der bei der ersten Mannschaft dem Vernehmen nach allerdings keine Chance mehr haben soll. Rob Friend, ehedem bei Hertha und Mönchengladbach unter Vertrag, besitzt bei der Eintracht ebenfalls noch bis 2014 gültige Arbeitspapiere – doch ob er noch einmal groß zum Zuge kommt, ist eher ungewiss. Und nicht einmal eine Handvoll weiterer Leistungsträger bleiben darüber hinaus noch in Frankfurt, wir kommen noch auf sie zurück.

 

Hellseherische Fähigkeiten sind also nicht unbedingt erforderlich, um zu behaupten, dass nicht nur Düsseldorf, sondern auch Frankfurt die erste Liga mit einem Handicap angeht. Das Handicap, ein funktionierendes Team verloren zu haben und ein neues aufbauen zu müssen, um der Mannschaft bald taktischen Feinschliff verordnen zu können. Allerdings galt das nach dem Abstieg aus der Bundesliga im letzten Jahr auch schon, und da haben es Manager Bruno Hübner und Trainer Armin Veh auch geschafft. Kleiner Pluspunkt für die Eintracht, jedenfalls gegenüber Mitaufsteiger Düsseldorf, dessen Kader sich in den vergangenen Spielzeiten kaum verändert hatte – bis jetzt eben.

Schlagen die Neuen gleich voll ein?

Identifikationsfigur und Gesicht der Eintracht, so schreibt die Frankfurter Rundschau, ist indes Oka Nikolov, 38, der als Torwart in sein 18. Jahr bei Frankfurt geht. Allerdings hat er mit Kevin Trapp einen starken Konkurrenten bekommen; zudem ist klar, dass ein Torhüter, sei er auch noch so erfahren, die taktischen Vorgaben des Trainers auf dem Platz am wenigsten umsetzen kann. Das müssen Spieler machen wie Amedick, Butscher oder Meier, die dem Kader ebenfalls weiter angehören und die oben erwähnten Leistungsträger sind oder sein sollen. Ob die getätigten Einkäufe wie Celozzi, Aigner, Inui, Lanig, Oczipka oder Occean gleich voll einschlagen, muss sich zeigen.

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Das Personal, das in Frankfurt das Zepter in der Hand hält, was Transfers angeht, besteht aus gleich drei Personen. Armin Veh, immerhin schon einmal Deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart (2007), äußert dem Vernehmen nach Wünsche, wen er gern hätte. Die Verhandlungen gestaltet Bruno Hübner, der vor der vor der Vorsaison vom MSV Duisburg kam, aber wenn Bernd Hölzenbein, der Abteilungsleiter Scouting, sein Okay nicht gibt, wird aus dem Wechsel nichts. Das letzte Wort hat zudem noch immer Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender der Fußball AG. Gibt er kein grünes Licht, können alle anderen noch so sehr mit dem Fuß aufstampfen, der Transfer kommt trotzdem nicht zustande. Dennoch scheint dieses Quartett den Sommer über recht harmonisch zusammengearbeitet zu haben, wenig ist aus dem sonst gern mitteilungs- und meinungsfreudigen inneren Zirkel der Eintracht zu hören gewesen.

Ein unprätentiöser Trainer, der ein intaktes Umfeld braucht

Die größte Strahlkraft der vier Herren besitzt Trainer Veh. Der unprätentiöse Schwabe hat sich einen gewissen humorvollen Abstand zum teils hektischen Geschehen in der Liga bewahrt bzw. erarbeitet, ihm eilt der Ruf voraus, eine Mannschaft zusammenschweißen zu können. Bewiesen hat er das in Reutlingen und Rostock, in Stuttgart und in seinem ersten Jahr in Frankfurt – allerdings muss das Umfeld halbwegs intakt sein, vor allem in den entscheidenden Gremien des Vereins. Geht es nicht überall aufrichtig zu, vor allem was den Umgang mit Veh selbst angeht, schafft er es auch nicht, souverän über diesen Dingen zu stehen. In Wolfsburg und besonders in Hamburg war das deutlich zu sehen. Immerhin – Veh bleibt stets Veh, er verbiegt sich nicht und lässt sich nicht verbiegen. Doch manchmal litt auch schon seine Bereitschaft zu Kompromissen darunter.

Ob seinem Team dieser Wesenszug auch in der ersten Liga zugutekommt, ist noch nicht absehbar. Doch scheinen sie in Frankfurt schon ein wenig besser gerüstet im Vergleich zu Fortuna Düsseldorf. Es wird sich zeigen. In drei Wochen fängt die Liga an.

Kommende Woche zum Abschluss der Serie dann der Zweitligameister Greuther Fürth.

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