Ein taktisches Plus namens Claudio Pizarro

Wenn ein Spiel in der Bundesliga schon mal 9:2 endet, müssen wir das natürlich besprechen. Unsere Analyse bringt eine Überraschung hervor: Stürmer Claudio Pizarro war nicht nur aufgrund seiner sechs Torbeteiligungen Bayern Bester gegen einen hilf- und wehrlosen Hamburger SV.

Ein Vollblutstürmer erzielt in einem Spiel vier Tore, gibt zwei Vorlagen und am Ende gewinnt seine Mannschaft mit 9:2. Eigentlich bleiben damit keine Fragen offen, wer offensichtlich der beste Mann auf dem Platz gewesen ist, oder? Nein, bleiben sie auch nicht. Allerdings auf eine andere Weise als gedacht. Gut, Claudio Pizarro war gegen den HSV vor dem Tor überragend und unglaublich effizient. Und doch muss man die Leistung des Peruaners auch und gerade in taktischer Hinsicht würdigen.

Normalerweise als Strafraumstürmer eingesetzt, hält sich Pizarro nämlich zumeist in der Nähe des gegnerischen Tors auf. Gegen Hamburg, obwohl defensiv dort nicht benötigt, war er jedoch fast überall auf dem Platz zu finden. Abgesehen davon, dass er vor dem Tor fast immer richtig stand und auch Traumtreffer erzielte, erkannte er es sofort, wenn er sich im Raum anbieten oder auf den Flügeln helfen musste. So half Pizarro seiner Mannschaft, permanent Überzahlsituationen zu schaffen, die Bayern gnadenlos ausnutzte. Am Ende des Spielzugs stand dann oft wieder: Pizarro.

Kein Mittel gegen die bayrischen Rochaden

Der HSV wusste nicht, wie er das exzellente taktische Verhalten des Angreifers stoppen sollte oder konnte. Gingen Schweinsteiger oder Martinez mit nach vorn, war es Claudio Pizarro, der sich auf die Sechs fallen ließ, um schon im nächsten Augenblick hinterherzugehen. Oder er blieb etwas tiefer und führte dort das Mittelfeldpressing an, wobei er von Shaqiri und Robben unterstützt wurde. Eroberten die Bayern dort den Ball, lief das Umschaltspiel auch meist über Pizarro.

Defensiv nicht gefordert, konnten allerdings auch die übrigen Münchner ihren Teil dazu beitragen, dass der HSV schwindlig gespielt wurde. Der größte Trumpf der Bayern war dabei, dass die Außenspieler Robben und Shaqiri oft rochierten oder mittig auftauchten, wobei in diesen Fällen Toni Kroos auf die jeweilige Seite verschob, meist nach links. Die Defensive der Hamburger war hilf- und wehrlos gegen diese Rochaden, lediglich René Adler verhinderte dann und wann, dass die Münchner zweistellig gewannen, obwohl diese immens effektiv waren vor dem Tor. Auch das Pressing der Bayern, zunächst ertraglos, wurde im Spielverlauf immer zwingender, so dass die Hamburger sich nach und nach immer schlechter befreien konnten und der Druck der Bayern laufend zunahm.

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