Neuer Trainingsreport: FC Bayern München, 12.10.2011

Nach der langen Länderspielpause konnte Jupp Heynckes alle Nationalspieler gesund wieder zurück begrüßen. Bei wolkenverhangenem Himmel durften die Profis, die am Vortag noch mit ihren Auswahlmannschaften aktiv waren, regenerativ auf dem Nebenplatz arbeiten – währenddessen wurden die restlichen Akteure mit einigen Nachwuchsspielern auf den Haupttrainingsplatz gebeten.

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Einen neuen Modetrend präsentierte dabei der dick eingepackte Bastian Schweinsteiger. Während einige seiner Kollegen noch fast in sommerlicher Montur aufliefen, präsentierte sich der 27-Jährige in dicken Winterklamotten mit interessanter gelb-roter Bommelmütze.

Passkombinationen unter der Zielsetzung scharf und präzise
Nach einem leicht dosierten Aufwärmprogramm begann die FCB-Truppe schließlich mit schlichten diagonalen Passkombinationen. Hierbei wurde von Heynckes und Herrmann ausdrücklich Wert auf scharfe und präzise Druckpässe in einer spielnahnen Umsetzung gelegt. Aus einer ruhenden Position (beispielsweise IV) wird das Leder zuerst in eine zentrale Position gespielt (beispielsweise Sechser). Dieser dreht mit der Ballannahme auf und leitet die Kugel auf einen stationären Stürmer weiter, der als Wandspieler dient und den Ball nach einer kurzen Auftaktbewegung klatschen lässt (fast durchgängig nahm Nils Petersen diese Rolle ein). Der nachrückende Sechser spielt den Ball schließlich weiter in die Tiefe (beispielsweise offensiver Flügelspieler), der die Kugel in die Gegenrichtung mitnimmt und nochmals mit einem Partner (beispielsweise Außenverteidiger) einen Doppelpass spielt. Jeder Akteur außer dem stationären Stürmer (in der Grafik rot) läuft seinem Anspiel nach, so dass ein konstanter Bewegungsfluss sichergestellt ist. Die rechte und linke Diagonale wechseln sich hierbei konstant ab.


In der ersten Variante wird der entgegenkommende Sechser vom IV sofort überspielt. Alle weiteren Pass- und Laufwege bleiben identisch. Schließlich führte das Trainerteam noch eine intensivere Möglichkeit ein. Der Sechser wird weiterhin überspielt, der Stürmer lässt den Ball kurz klatschen. Der zentrale Spieler rückt nach und spielt nun einen einfachen Doppelpass mit dem offensiven Flügelspieler und gibt den Rückpass direkt auf den Außenverteidiger weiter. Dieser spielt zurück auf den Flügelspieler, startet in die Tiefe und bekommt von diesem den Ball nochmals per Gassenpass.

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4 gegen 4 auf 2 Feldern mit Anspielmöglichkeiten auf der Außenlinien
Damit schloss Heynckes die Aufwärmphase ab und begann den Hauptteil mit einer Spielform, bei der zwei Teams jeweils gegeneinander auf „Ballhalten“ spielten. Hierbei unterteilte der Trainer die Mannschaft in zwei Teile, so dass sehr gut zwei homogene Spielgruppen gebildet wurden. Dies stellt den großen Vorteil dieser Übung dar, da Leistungsdifferenzierungen vorgenommen werden können und somit der individuelle Lernerfolg für jede Gruppe gesteigert werden kann. Demnach spielt jeweils eine Seite vier gegen vier auf Ballhalten. In der Mitte und auf den beiden Positionen der Grundlinie stehen zusätzliche neutrale Anspielestationen, die von beiden Teams bedient werden können. Nach einer gewissen Belastungsphase wies Heynckes den zentralen neutralen Mann an, beim nächsten Anspiel aufzudrehen und mit dem zweiten Feld weiterzuspielen. Somit findet ein stetiger Wechsel von intensiver Belastung und gemäßigter Regeneration statt.


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Die zweite Spielform im Hauptteil war ein Spiel auf zwei Tore, wobei vor jedem Kasten ein zwei gegen zwei im Strafraum gespielt wurde. Zwei Innenverteidiger agierten hier gegen zwei Stürmer, die von zwei Spielern auf den jeweiligen Außenpositionen unbedrängt per Flanke bedient werden konnten. Die beiden Keeper wurden hierbei angewiesen mit weiten Abwürfen auf die Flügelspieler diese Spielform noch mehr zu forcieren.
Zum Abschluss wählte das Trainergespann ein Spiel mit zwei zusätzlichen Minitoren auf den jeweiligen Grundauslinien, die halb so viel zählten, wie das große Tor. Damit wollte Heynckes nochmals Wert auf das mannschaftsgeschlossene Verschieben legen.

Autor: Dominik Langenegger

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