Rangnicks Scheitern in Helsinki und die Folgen

Bereits der Start von Schalke 04 war verpatzt: das 3:0 in Stuttgart sorgte bereits unter den Fans für Irritationen. Am zweiten Spieltag konnte sich Rangnick zwar mit einem 5:1 gegen den FC Köln rehabilitieren, doch der Friede war nur von kurzer Dauer. Als Schalke nach einem fantasielosen Spiel, in dem es an Ideen – im Gegensatz zu vergebenen Torchancen – deutlich mangelte, aus der Europa League flog, kochten die Emotionen hoch. Im Fokus der frustrierten Fans: Raul saß in Helsinki auf der Bank.

Rangnick rechtfertigte diese Entscheidung offiziell mit der Begründung, dass Raul auf Kunstrasen, wie er im finnischen Stadion ausgelegt war, Probleme habe. Der wahre Grund dürfte allerdings tiefer liegen: wäre Raul in Helsinki aufgelaufen, hätte er für andere Clubs nicht mehr international spielen können – was die Chancen, ihn zu verkaufen, deutlich mindern würde. Ob Rangnick diese einsame Entscheidung tatsächlich vorrangig aus wirtschaftlichen Gründen getroffen hat, ist natürlich ungewiss – allerdings ist in diesem Falle davon auszugehen, dass er diese Entscheidung nicht ohne Mitwirkung des Managements getroffen hat.
Letztlich hat Rangnick aber unabhängig von den Gründen das getan, was ein Trainer tun muss: Entscheidungen treffen, die bisweilen auch missliebig sind. Das fällt natürlich insbesondere bei fannahen traditionsreichen Clubs wie Schalke etwas schwerer als in manch anderem Verein, doch Fakt ist: der Trainer muss sich durchsetzen. Auch wenn er sich damit bisweilen Feinde macht. Allerdings sollte er auch nach außen hinter seinem Entschluss stehen – auch wenn er zum Misserfolg führte.

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