Ronaldo misst sich mit Ibrahimovic

In acht Relegationsspielen werden am Freitag und am Dienstag die letzten europäischen WM-Teilnehmer ermittelt. In drei Duellen gibt es einen klaren Favoriten – im vierten stehen sich zwei Superstars gegenüber, die eine Begegnung auch allein entscheiden können.

Island gegen Kroatien, Griechenland gegen Rumänien, Ukraine gegen Frankreich. In diesen Partien sind die Anwärter auf die Teilnahme bei der WM 2014 die Kroaten, die Griechen und die Franzosen. Was nicht heißt, dass die jeweiligen Gegner chancenlos wären, gerade die früher oft belächelten Isländer könnten für Kroatien ein äußerst unangenehmer Gegner werden. Ob die Rumänen auf Augenhöhe mit den Griechen sind, wird sich zeigen müssen, die Erfahrung der hellenischen Mannschaft spricht jedoch für sie. Und wenn die Ukraine Frankreich aus dem Weg räumen würden, wäre das sicher eine große Überraschung, zumal „les Bleus“ im Rückspiel Heimrecht haben.

Die wohl interessanteste Paarung lautet aber ohne Zweifel: Portugal gegen Schweden. Sie wird von vielen Medien reduziert auf das Duell Cristiano Ronaldo versus Zlatan Ibrahimovic, und bei aller Berücksichtigung der weiteren Spieler dieser beiden Teams kommt man nicht umhin festzustellen, dass an dieser Zuspitzung sogar etwas dran ist. Warum? Weil beide Spieler in der Lage sind, Dinge zu tun, die ein Spiel bzw. ein Duell mit Hin- und Rückspiel entscheiden können. Sei es durch ein oder mehrere Tore, geniale Pässe oder einfach die Präsenz, die von diesen Fußballern ausgeht. Zwar ist Portugal in diesen Play-offs leicht favorisiert, da die Gesamtqualität der Mannschaft vielleicht ein bisschen höher ist. Aber Ibrahimovic ist fast noch mehr als Ronaldo dazu in der Lage, ein Spiel an sich zu reißen und unmögliche Dinge zu schaffen. Das haben auch die Deutschen beim schon legendären 4:4 im Herbst 2012 schließlich erfahren müssen.

Mehr Druck für Portugal?

Von den beiden Titanen abgesehen, sind beide Teams ansonsten eher durchschnittlich besetzt. Sie funktionieren in taktischer Hinsicht gut, setzen die Vorgaben der Trainer Bento (Portugal) und Hamren (Schweden) meist auf dem Platz um. Wobei auch in dieser Hinsicht Portugal die Nase vorn zu haben scheint; bei den Schweden geht es manchmal vogelwild zu. Das zeigte sich etwa auch im Rückspiel gegen die Deutschen, das 3:5 ausging, wobei die Nordeuropäer hier schon 2:0 geführt hatten.

Immerhin haben es beide Trainer geschafft, die Egos ihrer Superstars in der Nationalmannschaft zumindest im Zaum zu halten, beide gelten charakterlich als nicht besonders einfach. Womöglich kommt es auch darauf an, unter dem herrschenden Druck nicht zu egozentrisch zu agieren, sondern mannschaftsdienlich. Das könnte ein kleiner Vorteil für Schweden sein, Ibrahimovic versteht es blendend, auch seine weniger begabten Mitspieler vor dem Tor in Szene zu setzen. Außerdem dürfte der Druck für die Portugiesen größer sein: weil sie zuerst zuhause antreten müssen und immerhin als EM-Halbfinalist in die Partien gehen.

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