Streit um Prämien: ETV Eimsbüttel ohne Spieler

Der Eimsbütteler Turnerverband war bislang allenfalls Sportamateuren in der Metropolregion Hamburg ein Begriff. Das änderte sich, nachdem die Fußballabteilung aus Hamburg am 1. Juni den Hamburger Pokal gewannen – dieser Tag sollte in die Geschichte des Vereins eingehen. Als Preis winkte eine Begegnung mit einem Zweitligisten – im konkreten Fall eine Partie gegen Greuther Fürth. Was dann folgte, war ein beispielloser Krieg zwischen Vorstand und Fußballmannschaft um die DFB-Fernsehgelder von rund 110.000 Euro. Vorschläge wurden unterbreitet und abgeschmettert, Schlichtungsversuche scheiterten: schlussendlich trat die Mannschaft geschlossen aus dem Club aus.

Nun hat sich auch noch ein Sponsor als Vermittler angeboten: Siegfried Spies, Geschäftsführer von Lotto Hamburg, hat sich den Parteien als Schlichter angeboten. Und er steht vor einer schweren Aufgabe, denn der ETV Eimsbüttel plante unter anderem, 47.000 Euro in einen neuen Kunstrasen zu stecken, der dem Training aller Abteilungen zugute käme. Die Mannschaft fordert 55.000 Euro, zudem sollen rund 7.500 Euro in neue Trainingsanzüge, Bälle und so weiter fließen, doch in den Vorgesprächen konnten sich Mannschaft und Vorstand nicht auf ein genaues Verteilungsmodell einigen.
Der kollektive Austritt der Mannschaft sei nicht aus Geldgier, sondern aus dem Gefühl der Vernachlässigung durch den Verein entstanden, erklärt der ebenfalls ausgetretene Trainer Dennis Mitteregger in einem Interview. Der Vorstand hingegen fühlt sich erpresst und muss sich nun in Windeseile auf die Suche nach einer neuen Mannschaft für die Begegnung mit Greuther Fürth machen – es sei denn, Lotto Hamburg hat mit den Vermittlungsbemühungen seines Geschäftsführers Erfolg…

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