WM-Auftakt: Nordkoreanische Frauen in Leipzig

Allmählich beginnt es für die DFB-Frauen ernst zu werden: die nordkoreanische Damenmannschaft ist heute in Leipzig gelandet, um sich in Ruhe auf die bevorstehende WM vorzubereiten. Die Presse musste mit leeren Händen von dannen ziehen, denn auf die Nordkoreanerinnen wartet ein straffes Trainingsprogramm – und auch die angespannten politischen Beziehungen dürften das ihre tun, um wenig Wohlfühlatmosphäre aufkommen zu lassen.

Die nächsten drei Tage verbringen die Damen in der Eigidius Braun-Sportschule des Sächsischen Fußball-Verbands. Chef-Coach Kim Kwang Min kündigte nach der 0:2-Niederlage gegen Kanda beim Testspiel am Dienstag in Rom ein hartes Intensivtraining an, zumal auch die Niederlage aus dem Mai gegen die deutsche Nationalelf noch nicht vergessen ist. Das Testspiel gegen England, das am 21. Juni unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Halle stattfinden wird, dürfte ein wichtiges Stimmungsbarometer für die WM werden – im Vordergrund steht bis dahin intensives Training, um Stärken auszufeilen und Schwächen durch Konzentration zu vermindern.
Ein Großteil des touristischen Programms wurde von den nordkoreanischen Verantwortlichen abgesagt – wobei hier wohl auch politische Gründe nicht nur eine untergeordnete Rolle spielen dürften. Auf die Frage hin, ob die Verantwortlichen die WM auch als Raum für zwischenmenschliche Beziehungen betrachten würde, antwortete der Coach knapp: „Ich bitte um Verständnis, dass ich diese Frage übergehen möchte.“
Sport, der die Welt verbindet – zumindest in diesem Fall wird dieser Leitgedanke aller Voraussicht nach diplomatischen Spannungen unterworfen werden.

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