Charaktere einer Fußballmannschaft (Teil 2)

Persönlichkeitsprofile und Teamrollen nach Belbin

Obwohl zwischen den einzelnen Teamrollen von Belbin fließende Grenzen bestehen, lassen sich die persönlichen Tendenzen von individuellen Charakteren immer einer der Kategorien zuordnen. Die Zusammenstellung der einzelnen Rollen muss ausgewogen erfolgen, denn sie alle haben ihre Stärken und Schwächen.
Handlungsorientiert ist zum Beispiel gut. Steckt man allerdings ausschließlich handlungsorientierte Persönlichkeiten in ein Team, dann fehlen der Mannschaft Diplomatie und der Blick für das Ganze. Daher gilt für die Zusammenstellung einer funktionierenden Arbeitsgruppe ein ausgewogener Anteil an handlungsorientierten, kommunikationsorientierten und wissensorientierten Rollen. Nur so werden möglichst viele relevante Teameigenschaften abgedeckt.

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Wissensorientierte Rollen

  • Der Erfinder ist ein kreativer Introvertierter mit viel Phantasie und unorthodoxem Denken. Aus neuen Ideen und Strategien entwickelt er alternative Lösungen. So findet er auch bei scheinbar ausweglosen Problemstellungen einen Weg. Details ignoriert er als Nebensächlichkeiten. So entstehen Flüchtigkeitsfehler, die als seine größte Schwäche gelten. Auch Kritik an seinen Strategien kränkt den Erfinder oft stark.
  • Der Beobachter ist ein nüchterner und analytischer Stratege mit gutem Überblick aus der Distanz. Er ist introvertiert und wird ohne explizite Aufforderung selten aktiv.
  • Der Spezialist ist ein selbstbezogener und engagierter Techniker. Er hat Expertenwissen und außergewöhnliche Fähigkeiten, die sonst niemand im Team besitzt. Manchmal verliert er sich allerdings in technischen Details und konzentriert sich wenig auf die Effizienz und das größere Bild.

Kommunikationsorientierte Rollen

  • Der Teamplayer ist ein beliebter und kommunikativer Experte der Diplomatie. Er sorgt für ein angenehm harmonisches Klima, vermeidet Rivalität und motiviert introvertierte Kollegen. Er ist hilfsbereit und betrachtet sich immer im Team als Ganzes. Damit verfolgt er statt eigenen Interessen die übergeordneten Interessen des Teams. In plötzlichen Problemsituationen sind Teamplayer allerdings unentschlossen und geben die Entscheidung gerne an andere ab.Training Chelsea 1
  • Der Wegbereiter ist ein extrovertiertes und enthusiastisches Kommunikationstalent. Er ist gesellig und sozial und findet in der Kommunikation diplomatische Lösungsalternativen. Der Optimismus ist seine größte Stärke und Schwäche. Nach dem ersten Enthusiasmus verlieren Wegbereiter oft das Interesse und schweifen zu Unwichtigem ab.
  • Der Koordinator ist ein selbstsicheres und entschlusskräftiges Kommunikationstalent, das das Zuhören beherrscht. Die Koordination von Prozessen und die Priorisierung beherrscht er gut. Er sieht die Relevanz von Problemstellungen und gibt Aufgaben an die am besten geeigneten Kollegen ab. An externe Ziel- und Zeitvorgaben hält er sich strikt. Als Teamleiter ist er bestens geeignet. Weil er von den anderen Teammitgliedern aber gerne als manipulativ empfunden wird, entfernen sich die Kollegen auf persönlicher Ebene oft von ihm.

Handlungsorientierte Rollen

  • Der Macher ist ein dynamischer und energiegeladen Aktionsspezialist, der permanent unter Druck steht. Er mag Verantwortung und fordert die anderen Teammitglieder heraus. Er hilft der raschen Entscheidungsfindung und erledigt Aufgaben sofort. Durch seine Neigung zur Provokation streitet er oft mit seinen Teamkollegen und wird von externen Stellen für arrogant gehalten. Wegen seines hektischen Auftretens bringt der Macher manchmal Unruhe ins Team. In Führungspositionen muss er engmaschig kontrolliert und koordiniert werden.
  • Der Umsetzer ist ein zuverlässiger und disziplinierter Methodiker, der angeordnete Konzepte in durchführbare Pläne umsetzt. Er arbeitet am Aufbau stabiler Strukturen, reagiert auf Problemsituationen und Lösungsvorschläge allerdings oft unflexibel
  • Der Perfektionist ist zuverlässig, aber ängstlich. Er achtet auf Details und vermeidet Fehler. Delegieren kann er nicht. Wegen seiner Angst vor Detailfehlern verliert er schnell den Überblick.

Teil 1 findet Ihr hier
Teil 3 findet Ihr hier

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Bildquelle: Jose Gil / Shutterstock.com