Der Südschlager im Pokalfinale

Am Samstag kommt es in Berlin zum letzten Spiel der Saison: das Pokalendspiel steht an. Klarer Favorit ist der FC Bayern. Der frischgebackene Meister und Gewinner der Champions League kann sich eigentlich nur selbst schlagen, da sind sich die Mannschaft selbst und viele Beobachter einig.

Entgegen aller anderslautenden Vorhersagen fiel die Münchner Feier in London wohl doch heftiger aus, als zunächst geplant. Anders ist nicht zu erklären, weswegen Karl-Heinz Rummenigge ohne Not den nicht besonders fairen Spruch tätigte, dass die Bayern „selbst mit 1,8 Promille“ noch eine Chance hätten. Im Allgemeinen werden die Chancen des Gegners VfB Stuttgart auch ohne alkoholische Zutaten nicht arg viel höher eingeschätzt.

Doch die Schwaben wissen auch, dass an einem einzigen Tag und in einem einzigen Spiel alles möglich ist, sollten die Münchner keinen besonders guten Tag erwischen. Aber wie gehen sie taktisch vor gegen einen Gegner, der von allen Beobachtern als kommender Triple-Champion gesehen wird? Laufintensiv muss das Spiel der Stuttgarter sein; anbieten, freilaufen, diese Worte werden gerade für den Spielaufbau des VfB besonders wichtig werden. Dazu muss sich der unbedingte Wille gesellen, ohne den man gegen die Bayern sowieso keine Chance hat. Bei den Stuttgartern wurde dieser Wille in der Rückrunde oft vermisst. Doch als positiv hat sich herausgestellt, Arthur Boka auf die zuvor von William Kvist besetzte Sechs neben Christian Gentner zu stellem.

Bayern muss ohne Dante auskommen

Boka ist ballsicher, offensiver orientiert als der Däne, sich aber auch nicht zu schaden, viel nach hinten zu leisten. Und Gentner hat sich im Laufe der Saison immer mehr zu einem Führungsspieler entwickelt. Doch was ist das wert, wenn es nun gegen einen Gegner geht, dessen Sechser Martinez und Schweinsteiger heißen? Und wie werden die Bayern aus taktischer Sicht agieren – gehen sie auf ein frühes Tor? Lassen sie die Stuttgarter erst einmal kommen, um sie dann im Umschaltspiel zu überrumpeln? Fest steht, dass der bayrische Abwehrfels Dante fehlen wird, er muss zur Nationalelf, genauso wie Luiz Gustavo.

Allzu viel Hoffnung sollte sich der VfB deswegen jedoch nicht machen, die Defensive der Münchner auszuhebeln, das ist auch ohne Dante schwer genug. Der VfB kann taktisch gesehen ebenfalls zwei Strategien fahren: Entweder man presst extrem hoch und will Ballverluste des Gegners am eigenen Strafraum erzwingen. Oder man lässt die Bayern kommen, steht defensiv kompakt und versucht, das 0:0 zu halten – um dann mit zunehmender Spieldauer Nadelstiche in Form von Kontern zu setzen.

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