Deutsches Finale in Wembley?

Wachablösung im Weltfußball? Der BVB und die Bayern begeistern zwar, doch ob damit schon eine neue Ära beginnt, bleibt abzuwarten.

Deutschland acht, Spanien eins, so lautete der Tenor in vielen Gazetten, nachdem Bayern Barcelona und Dortmund Real Madrid jeweils überraschend deutlich besiegt hatten. Und es waren aus deutscher Sicht ja auch zwei fantastische Fußballabende in einer Woche, in der sich der Fußball hierzulande geradezu überschlagen hatte. Hoeneß‘ Selbstanzeige, Götzes Wechsel nach München, und dann die beiden Galas gegen die vermeintlich besten Clubs der Welt. Die Rückspiele sollten kaum mehr als eine Formsache sein, und dann winkt ein deutsch-deutsches Finale – ausgerechnet in Wembley, werden viele sagen.

Dass die Münchner den FC Barcelona und die Dortmunder Real Madrid so klar beherrschten, war so nicht erwartet worden. Hier wie da zeigten sich die deutschen Teams mit herrlichem Passspiel, kaltschnäuzig vor dem Tor und sicher in der Abwehr (bis auf Hummels‘ Aussetzer vor dem 1:1). Doch hat der deutsche Fußball den spanischen dadurch überholt? Erst, wenn sich derlei Erfolge wiederholen und auch die Nationalelf ihr Spanien-Trauma ablegt, darf dergleichen wohl behauptet werden.

Zwei direkte Duelle um Europa

Die Bundesliga biegt auf die Zielgerade ein, und noch sind ein paar wichtige Fragen offen – etwa, wer die Zweitligaplätze von Hertha und Braunschweig einnehmen wird und wer sich den Relegationsspielen stellen muss. Augsburg, das gegen den wiedererstarkten VfB ran muss, will Düsseldorf (zuhause gegen Dortmund) noch abfangen, von hinten drängt Hoffenheim (Heimspiel gegen den Club), und auch die seit neun Spielen sieglosen Bremer auf Platz 14, die in Leverkusen spielen, müssen bang nach unten schauen. Oben streiten sich immer noch fünf Teams um Platz vier, der zu Qualifikation um die Champions League berechtigt: Schalke (das im direkten Zweikampf den HSV erwartet), Freiburg (in München), Frankfurt und Mainz – auch diese beiden duellieren sich direkt, und zwar am Bruchweg.

Nur in der Partie SpVgg Greuther Fürth gegen Hannover 96 geht es im Prinzip um nichts mehr. Die Franken haben sich, neun Punkte hinter Platz 16, mit dem Abstieg abgefunden, vielleicht können sie genau deswegen befreit aufspielen. Hannover jedoch hat nach der 1:6-Klatsche gegen die Bayern jede Menge gutzumachen. Die 96er werden womöglich die komplette Viererkette austauschen: Sakai für Cherundolo, Haggui für Djourou, Hoffmann für Schulz und Pocognoli für Pander.

Und noch ein Hinweis in eigener Sache: In der kommenden Woche müssen die Fußball-News urlaubsbedingt entfallen. Die nächste Meldung gibt es dort nach dem 32. Spieltag.

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