Die Arbeit mit einem Co-Trainer optimieren

Nicht nur in der Bundesliga gibt es Co-Trainer. Sogar in den untersten Amateurklassen gibt es Mannschaften, die von zwei Trainern gecoacht werden. Grundsätzlich ist das eine Konstellation, die viele Vorteile mit sich bringt. Allerdings kann es auch vorkommen, dass ein Co-Trainer zu einer Belastung für den Trainer wird. Deswegen ist es wichtig, bei der Zusammenarbeit einige Dinge zu beachten. Schon bei der Auswahl des Co-Trainers sind viele Fehler möglich.

Den richtigen Co-Trainer auswählen

Wenn ein Verein beschließt, neben dem Cheftrainer auch noch einen Co-Trainer zu engagieren, sollte der Cheftrainer bei der Auswahl unbedingt mitreden dürfen. Das ist ein ganz elementarer Punkt, denn es gibt durchaus Vereinsverantwortliche, die einen Co-Trainer installieren, um mehr Kontrolle über den Cheftrainer zu gewinnen. Wenn Sie sich auf eine solche Konstellation einlassen, haben Sie ein riesiges Problem. Deswegen sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie tatsächlich dazu bereit sind, mit einer Person zusammen zu arbeiten, mit der vielleicht von Anfang an kein Vertrauensverhältnis möglich ist.

Wenn der Verein Ihre Meinung bei der Entscheidungsfindung maßgeblich berücksichtigt, haben Sie die Möglichkeit, eine Person vorzuschlagen. Das hat den großen Vorteil, dass Sie auf jeden Fall einen Co-Trainer bekommen, dem Sie vertrauen können. Gleichwohl sollten Sie aber darauf achten, dass die Person, die Sie vorschlagen, zuverlässig und fachlich qualifiziert ist. Ansonsten bekommen Sie später vielleicht ein Problem mit dem Verein, denn schließlich ist der Co-Trainer dann auf Ihren Vorschlag hin eingestellt worden. Zudem haben Sie überhaupt nichts davon, wenn Ihr Mitarbeiter Ihnen beim Training der Mannschaft nicht helfen kann.

Wenn nur Personen zur Auswahl stehen, die Sie nicht kennen, sollten Sie das Gespräch mit allen Kandidaten, die infrage kommen, suchen. Besonders wichtig ist dabei, dass Sie die Motivation ergründen. Im Idealfall bekommen Sie einen engagierten Trainer, der ungern in der ersten Reihe steht, aber gerne mit talentierten Fußballern zusammenarbeitet. Vielleicht können Sie auch durch die Auswahl des Co-Trainers eine Kompetenzlücke schließen. Wenn Sie beispielsweise einen Mitarbeiter engagieren, der viel Erfahrung beim Torwarttraining hat, kann das für Sie sehr nützlich sein.

Eine klare Hierarchie ist wichtig

Es gibt relativ wenige Beispiele für Trainer-Duos, die langfristig erfolgreich zusammen arbeiten. Das Trainergeschäft ist letztlich nicht basisdemokratisch zu organisieren. Am Schluss muss eine Person Entscheidungen treffen und die Verantwortung übernehmen. Deswegen müssen Sie Ihrem Co-Trainer von Anfang an klarmachen, dass Sie zwar Wert auf seine Meinung und seinen Input legen, aber am Ende vielleicht auch ganz anders entscheiden. Diese Entscheidung muss der Co-Trainer dann mittragen.

Loyalität als Basis für die Zusammenarbeit

Wenn ein Cheftrainer eine Entscheidung trifft und die Mannschaft verliert, ist der Cheftrainer verantwortlich. Aber der Co-Trainer steht mit in der Verantwortung und muss sich loyal zeigen, selbst wenn er vorher eine ganz andere Strategie für sinnvoll gehalten hat. Das ist manchmal nicht einfach und erfordert eine besondere Charakterstärke. Schließlich wäre es sehr einfach, nach dem Spiel den Vereinsverantwortlichen detailliert zu erklären, dass die Mannschaft die falsche Taktik gespielt habe. Das geht natürlich überhaupt nicht.

Offener Meinungsaustausch für mehr Erfolg

Auch wenn Sie die Meinung Ihres Co-Trainers nicht teilen, so ist es doch immer ein Vorteil, wenn ein fachlich qualifizierter Fußballspezialist mit Ihnen diskutiert. Vielleicht erkennen Sie durch die Diskussion die eine oder andere Schwachstelle in Ihrer Strategie. Deswegen sollten Sie großen Wert darauf legen, dass der Co-Trainer nicht nur über fachliche Qualitäten verfügt, sondern diese auch in Diskussionen offen und selbstbewusst einbringt. Dazu gehört natürlich auch, dass Sie sich andere Meinungen anhören können, ohne Kritik als persönliche Beleidigung aufzufassen.

Klare Regeln für den Spielfeldrand

Sie sind der Cheftrainer und deswegen sollten Sie auch das Coaching an der Seitenlinie übernehmen. Der Co-Trainer kann durchaus auch mit Spielern auf dem Platz kommunizieren, aber es muss immer klar sein, dass Sie die Hauptrolle spielen. Wenn Sie einen Co-Trainer haben, der die ganze Zeit an der Linie rauf und runter läuft, gibt das zudem ein sehr seltsames Bild für die Zuschauer ab. Zu Beginn der Zusammenarbeit reicht es völlig aus, wenn Sie das Verhalten Ihres neuen Co-Trainers beobachten. Erst wenn es Grund zur Kritik gibt, ist eine Aussprache nötig.

Praktische Vorteile durch die Zusammenarbeit mit einem Co-Trainer

Wenn Sie einen zuverlässigen Co-Trainer haben, erleichtert das den Trainingsalltag erheblich. Die Trainingsvorbereitung wird einfacher, denn Sie können individueller trainieren, weil Ihr Co-Trainer auch eine Trainingsgruppe übernehmen kann. Zudem ist es angenehm zu wissen, dass Sie bei einer Grippe oder einer anderen Erkrankung auch einmal im Bett liegen bleiben können, weil der Co-Trainer die Leitung des Trainings übernehmen kann.

Anerkennung für den Co-Trainer

Ein Co-Trainer steht immer ein wenig im Hintergrund. Deswegen ist es besonders wichtig, dass Sie als Cheftrainer die Bedeutung und die Verdienste Ihres Co-Trainers regelmäßig erwähnen, sowohl vor der Mannschaft als auch bei den Gesprächen mit Vereinsverantwortlichen. Diese Anerkennung ist für die meisten Menschen viel wichtiger als die im Amateurbereich ohnehin überschaubare Entlohnung.

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