Die SpoWi-Ecke: Moderne Testmethoden zur Messung und Beurteilung der Sprintfähigkeit

Die Sprintfähigkeit nimmt in vielen Sportarten eine Schlüsselrolle ein. In Spielsportarten ist sie ein leistungsbestimmender Faktor. In den letzten Jahren hat sich herausgestellt, dass die elementare Sprintfähigkeit stärker differenziert werden muss.

Die Zeiten, wo die Schnelligkeit eines Sportlers nur anhand eines 100-Meter-Sprints analysiert wurde, sind vorbei. Längst hat die Sport- und Trainingswissenschaft Verfahren und Methoden entwickelt, die es erlauben, die Sprintfähigkeiten von Sportler spezieller und differenzierter zu analysieren.

Moderne Schnelligkeitsformen

Zu den moderneren Formen der Schnelligkeitsdiagnostik gehören neben der elementaren Sprintfähigkeit :

• Die reaktive Schnelligkeit
Sie ist bei jedem Laufschritt oder Absprung im Moment des Fußabsatzes von Bedeutung
• Die nicht-reaktive Schnelligkeit
Diese Sprintfähigkeit definiert den größtmöglichen Kraftimpuls in kürzester Zeit. Sie wird zum Beispiel beim Abdrücken aus einem Startblock deutlich oder beim Kaltstart aus dem Stand.
• Die Frequenzschnelligkeit
Spiegelt sich in der Schrittfrequenz wieder und beschreibt die Anzahl der Bodenberührungen in kürzester Zeit.
• Die Reaktionsfähigkeit
Die Zeit, die ein Spieler braucht, um auf einen äußeren Impuls zu reagieren. In Spielsportarten geht sie einher mit der Wahrnehmungsfähigkeit und der Antizipationsleistung.

Schnelligkeit-Testverfahren

Bei diesem Test ging es in erster Linie darum, die modernen Sprintfähigkeiten von Kindern und Jugendlichen zu messen. Der Test hatte keine sportartspezifische Intention. Die Schnelligkeit in ihrer gesamten Komplexität wurde anhand folgender Leistungstests erhoben und ausgwertet:

Folgende Testbatterien standen auf dem Programm:
• Der Drop-Jump
Diente zur Messung der reaktiven Schnelligkeit
• Der Squat Jump
Diente zur Messung der nicht-reaktiven Schnelligkeit
• Der Tapping Test
Diente zur Messung der Frequenzschnelligkeit

Zur Messung der Reaktionsschnelligkeit wurden spezielle Messgeräte herangezogen

Rückschlüsse für das Fußballtraining

Es zeigt sich, dass auch die Sprintleistungen von Fußballern in Zukunft viel differenzierter eingeschätzt werden müssen. Es reicht nicht aus, einen Fußballspieler nur nach seiner zyklischen Sprintfähigkeit zu beurteilen. Vielmehr müssen auch im Fußball modernere Messgeräte zur Analyse der Schnelligkeitsfähigkeiten hinzugezogen werden und Einsatz im täglichen Training auch bei Amateursportlern finden.

Je differenzierter Sprintleistungen analysiert werden, umso effizienter kann man den einzelnen Fußballer trainieren und einem individuellen Sprinttrainingsprogramm unterziehen.

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