Düsseldorf lässt Punkte in Gladbach liegen

Im rheinischen Derby siegte Borussia Mönchengladbach am 19. Spieltag mit 2:1 gegen Fortuna Düsseldorf. Die Gäste wurden kalt erwischt und lagen nach nicht einmal 15 Minuten bereits mit 0:2 hinten. Zwar konnte die Fortuna in der zweiten Hälfte zulegen, doch gelang es ihr nicht, zu zwingenden Chancen zu kommen.

Gladbachs Trainer Lucien Favre schickte seine Mannschaft im 4-4-2 auf das Feld, wobei Nordveit und Marx den defensiven, Arango und Cigerci den offensiven Teil des Mittelfelds bildeten und Herrmann und de Jong an vorderster Front agierten. Düsseldorfs Coach Norbert Meier hielt mit einem 4-5-1 dagegen, wobei Robbie Kruse den offensivsten aller Mittelfeldspieler stellte. Dieser unterstützte Dani Schahin je nach Situation in dessen Rolle als Sturmspitze. Überhaupt: Vier neue Spieler baute die Fortuna gegenüber dem 2:3 gegen Augsburg in der Vorwoche in die Startelf ein. Den vom HSV ausgeliehenen Robert Tesche, Leon Balogun und Martin Latka in der Viererkette sowie Adam Bodzek, der Andreas Lambertz vertrat.

Diese personellen Umstellungen verhinderten jedoch nicht, dass von Beginn weg die Hausherren den Ton angaben. Gladbach drückte sofort aufs Tempo und spielte mitunter ansehnlich und oft über die Außen nach vorn. Arango setzte in der 6. Minute Wendt in Szene, dessen Hereingabe Düsseldorfs Verteidiger Juanan klären wollte. Doch er traf den Ball nicht richtig, die Kugel bekam so viel Effet mit, dass sie sich über den herauskommenden Torhüter Fabian Giefer in die Maschen senkte – Eigentor. Und für Juanan und die Fortuna doppelt ärgerlich, denn Giefer hätte die Flanke von Wendt wohl locker abgefangen; der Keeper hatte goldrichtig gestanden. Nach der Führung der Gladbacher änderte sich zunächst einmal überhaupt nichts. Herrmann spielte Doppelpass mit de Jong und konnte nur ganz knapp vor der Vollendung dieser Kombination im Sechzehner der Gäste gestoppt werden, Gladbach blieb also am Drücker.

Doppelschlag durch die Borussia

Das sollte sich in der 14. Minute auszahlen. Düsseldorfs van den Bergh bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone, das Gegenpressing der Borussia führte so zum Ballgewinn durch Cigerci. Dann kam das Spielgerät zu de Jong, der kurz den Kopf hob und im Fünfmeterraum den heraneilenden Herrmann sah, der aus ein paar Metern keine Mühe hatte, auf 2:0 zu erhöhen. Nun erst schienen die Gäste ein wenig aufzuwachen und versuchten, selbst nach vorn zu spielen, doch zunächst strahlte die Fortuna so gut wie keine Gefahr aus. Immer dann, wenn die Borussia Ballgewinne hatte und schnell und direkt nach vorn kombinierte, gab es Chancen für die Gastgeber, so etwa nach 32 Minuten, als Cigerci Arango in Szene setzte. Dass der die ganz einfachen Chancen nicht macht, sondern nur die sehr schwierigen, hatte der Venezolaner in der Hinrunde zur Genüge bewiesen – und auch jetzt vergab Arango leichtfertig. Giefer hatte wenig Mühe, den schwachen und unplatzierten Schuss zu entschärfen.

Fußball-Rebounder

Bis zur Pause passierte kaum etwas, Düsseldorf wollte, konnte aber nicht, und Gladbach verwaltete das Ergebnis. Zur zweiten Hälfte kamen die Gäste bissiger aus der Kabine. Reisinger zog einfach mal ab, und nur das leichte Touchieren des Balls durch einen Abwehrspieler der Hausherren verhinderte wohl den Anschlusstreffer. Doch der fiel dann in der 50. Minute. De Jong nahm bei einem Abwehrversuch im Sechzehner gegen einen Kopfball von Latka den Arm zu sehr zu Hilfe, Schiri Gagelmann entschied richtigerweise auf Strafstoß, den Dani Schahin sicher verwandelte.

Düsseldorf zwar kompakter, aber weiter ungefährlich

Auch in den nächsten zehn Minuten drückte vor allem Düsseldorf, es sah so aus, als hätten die Gladbacher ihren Mut verloren. Auch das Zusammenspiel passte kaum noch, falsche Laufwege kamen hinzu und die Tatsache, dass die Gäste nun wussten, wie sie das Angriffsspiel von Mönchengladbach zu unterbinden hatten. Allerdings kam es dabei auch immer wieder zu individuellen Fehlern, wie dem in der 56. Minute, als Latka den Ball vertändelte und Arango auf Cigerci spielte, der sich in aussichtsreicher Position den Ball jedoch ein Stück zu weit vorlegte. Ansonsten machten die Gäste einen wesentlich kompakteren Eindruck als noch im ersten Durchgang, vor allem das Mittelfeld verschon nun besser hin zum Ball, was einige Ballgewinne bedeutete. Allerdings konnte Meiers Elf die Gastgeber nicht richtig in Gefahr bringen. Zwar sah das nun optisch überlegen aus, was Düsseldorf spielte, doch echte Chancen sprangen dabei eigentlich nicht heraus.

Etwa ab der 75. Minute schienen die Kräfte bei Düsseldorf dann etwas zu schwinden, und Gladbach konnte die Schlagzahl wieder etwas erhöhen, nicht jedoch das Resultat – obwohl die Gastgeber noch drei gute Chancen verzeichnen konnten. So etwa in der 78. Minute, als die Fortuna nur mit viel Glück nicht sogar noch ein zweites Eigentor produzierte, Latka hatte eine Flanke ans eigene Gehäuse gesetzt. Doch auch danach roch es mehr nach dem dritten Tor der Gladbacher denn nach dem Ausgleich für Fortuna Düsseldorf. Arango tauchte in der 82. und in der 88. Minute jeweils frei vor Giefer auf, der beide Male toll reagierte und das Spiel bis zum Schluss offen hielt. Doch seine Vorderleute konnten bis zum Abpfiff und dem unter dem Strich verdienten Heimsieg der Borussia nicht mehr für Gefahr vor dem Tor der Hausherren sorgen. Für Düsseldorf wird es nach unten hin nun wieder ein kleines bisschen enger, wenn auch noch nicht bedrohlich. Am kommenden Spieltag kommt es dann in der Esprit-Arena in Düsseldorf zum Duell gegen den VfB Stuttgart, der in der Rückrunde – wie die Fortuna – auch noch ohne Punkt ist (wie auch Greuther Fürth und Werder Bremen).

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