Eine Mannschaft in der Winterpause übernehmen

Die Winterpause ist ein guter Zeitpunkt für einen Verein, den Trainer zu wechseln. Wenn Sie die Möglichkeit haben, eine Mannschaft in der Winterpause zu übernehmen, sollten Sie sich allerdings ganz genau anschauen, ob diese neue Trainerstelle für Sie tatsächlich gut geeignet ist. Insbesondere sollten Sie herausfinden, ob die Mannschaft und der Verein über genügend Potenzial verfügen, um in kurzer Zeit eine sportliche Wende herbeizuführen. Trainer werden in der Winterpause üblicherweise entlassen, weil die Ergebnisse nicht stimmen. Wenn Sie der Ansicht sind, dass die Mannschaft sich unter Wert verkauft hat, ist das Angebot vielleicht eine große Chance.

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Den Zustand der Mannschaft ermitteln

Wenn Sie im Amateurbereich eine Mannschaft angeboten bekommen, dann kennen Sie wahrscheinlich die Mannschaft zumindest in Grundzügen. Jedenfalls ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein Verein Sie verpflichten möchte, der überhaupt keinen Bezug zu Ihnen hat. Als Amateurtrainer haben Sie allerdings den großen Nachteil, dass Sie allenfalls stichprobenartige Eindrücke sammeln können, da die Spiele nicht aufgezeichnet werden. Deswegen müssen Sie sich weitgehend bei der Beurteilung der Erfolgschancen auf Ihr Wissen, Ihre Erfahrung und Ihre Intuition verlassen. Wenn Sie einige Spieler im Team kennen, ist das ein großer Vorteil.

Mit einigen Spielern sprechen

Unabhängig davon, ob Sie die Spieler kennen oder nicht, sollten Sie vor Ihre Entscheidung das Gespräch mit einigen Spielern suchen. Der erste Ansprechpartner ist der Mannschaftskapitän, aber vielleicht gibt es auch den einen oder anderen bekannten Leistungsträger, mit dem Sie sich unterhalten können. Dabei sollten Sie versuchen herauszufinden, ob es irgendwelche fundamentalen Probleme im Team gibt. Nicht jeder Spieler ist dazu bereit, einem neuen Trainer gleich alles zu verraten. Oft können Sie aber zwischen den Zeilen lesen. Nach mehreren Gesprächen sollten Sie dann zumindest einen ersten Eindruck von der Mannschaft haben.winterpause1

Probleme erkennen und beurteilen

Wenn Sie das Gefühl haben, dass die schlechten Ergebnisse in der Hinrunde mit mangelnder Qualität im Kader oder anderen fundamentalen Problemen zusammenhängen, sollten Sie auf ein Engagement als Trainer verzichten. Derartige Probleme können Sie nicht in einem halben Jahr lösen. Wenn Sie allerdings Verletzungsprobleme, mentale Probleme oder auch einfach nur taktische Probleme vermuten, haben Sie durchaus die Chance, in der Mannschaft auch relativ schnell etwas zu bewegen. Eine definitive Antwort bekommen Sie allerdings erst dann, wenn Sie den Job angetreten haben. Aber Sie sollten sich nicht blind in ein Abenteuer stürzen, denn der Ruf eines Trainers ist schnell ruiniert.

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Den Job übernehmen – Erste Maßnahmen

Im Idealfall können Sie mit Ihrem neuen Team ins Trainingslager fliegen und 2 Wochen hart trainieren. Das Problem ist nur, dass Sie nur wenige Vereine im Amateurbereich finden werden, die spontan ein Wintertrainingslager im Süden finanzieren und organisieren können. Deswegen bleibt Ihnen wahrscheinlich nichts anderes übrig, als die ersten Trainingswochen entweder in der Halle oder auf dem gefrorenen Platz zu absolvieren. Deswegen sollten Sie die Trainingsphase bis zum Start der Rückrunde dazu nutzen, an grundlegenden Fähigkeiten zu arbeiten. Insbesondere das Konditionstraining lässt sich auch bei schlechtem Wetter problemlos durchziehen. Wenn Ihre Mannschaft beim Rückrundenstart fit ist, ist das schon einmal ein Vorteil.

Damit die Mannschaft aber nicht nur körperlich, sondern auch mental fit in die Rückrunde gehen kann, sollten Sie viele Gespräche führen und die Spieler stark reden. Dabei geht es gar nicht darum herauszufinden, welche Spieler dieses Lob tatsächlich verdient haben. Jeder Spieler reagiert positiv auf Zuspruch und da Sie möglichst schon im ersten Rückrundenspiel ein Erfolgserlebnis haben möchten, brauchen Sie Spieler, die an die eigenen Fähigkeiten glauben. Im Laufe der Rückrunde können Sie dann Ihre Vorgehensweise verfeinern und vielleicht auch den einen oder anderen Spieler einmal etwas härter anpacken. Aber zu Beginn sollten Sie ausschließlich mit Lob arbeiten.

Hören Sie auf Ihre Spieler!

Wenn Sie Ihre Spieler erst kennen lernen müssen, dann sollten Sie unbedingt auf die erfahrenen Spieler hören, wenn es um Taktik und die Mannschaftsaufstellung geht. Selbstverständlich sollten Sie sich nicht diktieren lassen, wie die Mannschaft spielen soll, aber Sie sind gut beraten, die Erfahrung Ihrer Spieler zu nutzen. Wenn Sie gleich am Anfang in einer ohnehin schon verunsicherten Mannschaft alles umstellen und die Spieler auf Positionen aufstellen, die sie noch nie bekleidet haben, müssen Sie schon sehr viel Glück haben, um damit erfolgreich zu sein.

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Machen Sie die Schotten dicht!

Ihr erstes Anliegen muss es sein, die Defensive zu stärken. Das ist ganz unabhängig davon, ob die Defensive in der Hinrunde sehr schlecht oder nur schlecht war. In jedem Fall hat die Mannschaft zu viele Tore bekommen, denn ansonsten wäre der Tabellenplatz besser. An der Offensive können Sie während der gesamten Rückrunde noch arbeiten, aber in der Winterpause sollten Sie das Augenmerk auf eine gute Defensivorganisation legen. Oftmals sind nur ganz wenige Umstellungen nötig, um eine verunsicherte Mannschaft wieder in die Spur zu führen. Wenn dann noch in den ersten Spielen das eine oder andere Erfolgserlebnis gelingt, sind Sie auf einem hervorragenden Weg mit Ihrem neuen Team.

 

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Ververidis Vasilis / Shutterstock.com

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