Eintracht steigt ab, Daum steigt aus

Selten stand ein Trainer nur so kurze Zeit im Amt: bis zum Samstag sah es aus, als würde Eintracht Frankfurt in die Relegation gehen. Dann trat der unerwartete Fall ein, dass Borussia Mönchengladbach in der ersten Halbzeit gegen den HSV in Führung ging und Van Nistelrooy erst in der 71. Spielminute ausglich – das Spiel endete unentschieden. Wolfsburg hingegen triumphiere in Hoffenheim über die Gastgeber mit einem 3:1, schließlich blieb nur noch Eintracht Frankfurt mit der erwarteten Niederlage übrig und rutschte rettungslos auf den Abstiegsplatz. Nun verlässt Christoph Daum nach nur 55 Tagen das sinkende Boot.

Daum hatte noch kurz zuvor mitgeteilt, er erwäge, mit der Eintracht auch in die zweite Liga abzusteigen. Doch dabei handelte es sich offenbar nur um aufmunternde Worte: längst ist bekannt, dass Daum just zu dieser Zeit eine Pressekoferenz gibt, in der er seinen Abschied bekanntgibt. Die Eintracht steigt ab – aber ohne Daum. Ohnehin ist fraglich, ob Heribert Bruchhagen bei dieser Konstellation mitgespielt hätte. Am 22. März feuerte er Michael Skibbe fristlos, weil die Eintracht auf dem 14. Tabellenplatz festhing, und holt als Sensation Christoph Daum zurück in den Fußballzirkus. Unter ihm erspielte Eintracht Frankfurt bei 7 Spielen allerdings nur 3 Punkte – und rutschte auf Platz 17. Der Fairness halber: Daum hatte es nicht leicht. Eine kampfesunlustige Mannschaft binnen weniger Wochen wieder auf Kurs zu bringen ist kein leichtes Unterfangen, und auch Felix Magath hatte mit dem Erbe von Steve McClaren zu kämpfen. Der Trainer ist eine Schlüsselfigur, kann aber auch keine Wunder vollbringen.

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