Freistoß mit indirektem Abschluss

Situation:

Diese Freistoß-Variante bietet sich vor allem bei klaren Spielständen an. Warum? Weil durch die komplexe Ausführung das Risiko eines Misserfolges zu groß ist. Im Gegenteil: Durch die genau auf einander abgestimmten Passfolgen kann die ausführende Mannschaft sogar eine Konteraktion des Gegners provozieren, auf die man bei einem Freistoß am gegnerischen Tor oftmals nur ungenügend vorbereitet ist.

Freistoss mit Ueberlaufen

Ablauf:

Im Prinzip nehmen an der eigentlichen Spielsituation drei Akteure teil: Spieler A, Spieler C und Spieler D. Während Spieler A, B und C ein Dreieck bilden und einen einfachen Freistoß simulieren, postiert sich D am oder um den Strafraum der gegnerischen Mannschaft. Spieler D muss so wenig wie möglich Aufmerksamkeit erzeugen und das Gefühl beim Gegner erwecken, am folgenden Freistoß in keinster Weise beteiligt zu sein. Er wird am Ende der Spieler sein, der den Ball aus kurzer Distanz im Tor unterbringen soll.

Spieler A passt auf kurze Distanz zu Spieler B, der den Ball stoppt. Mit der Auftaktaktion startet Spieler C und täuscht einen Direktschuss an. Der Kulminationspunkt liegt in Moment, indem Spieler C den Ball nicht direkt abnimmt, sondern über den Ball läuft und an der Mauer vorbei zieht. Wenn sich Spieler C ungefähr auf der Höhe der Mauer befindet, muss Spieler A den von Spieler B gestoppten Ball per Flachpass in den Lauf von C befördern. Dieser nimmt den Ball bis zur Grundlinie mit und spielt dann aus der Drehung einen Rückpass auf D, der plötzlich aus dem Hintergrund auftaucht und sich direkt in den torgefährlichen Raum (5-Meter-Raum) bewegt und versucht, den von C gespielten Ball direkt im Tor unterzubringen.

Was ist wichtig?

Schon auf der Vorbereitung dieser Freistoß-Aktion sollte gesteigertes Augenmerk gelegt werden. Wie postiert sich die Mauer, wie weit und in welchem Winkel sind wir mit dem Ausgangsball vom Tor entfernt? Unter Umständen macht es gar keinen Sinn, diese Freistoßvariante zur Ausführung zu bringen, da die Ausgangsbedingungen es nicht hergeben. So kann es zum Beispiel sein, dass zusätzliche Spieler durch den Gegner neben der Mauer aufgereiht werden und den möglichen Laufweg von C zustellen.

Auch die Entfernung oder der Winkel zum Tor kann diese Freistoß-Form verwerfen. Wenn der Ball nicht weit genug vom Tor, also direkt am Strafraum oder sogar im Strafraum sich befindet, entfernt ist, ist der notwendige Laufweg für C nicht mehr gegeben. Wichtig ist, dass die ausführende Mannschaft, die Freistoß-Variante gut vorbereitet und den Gegner in der Annahme lässt, dass eine direkte Freistoßabnahme erfolgt.

Ein Erfolgskriterium ist der stimmige Handlungsablauf, bei dem sich die Spieler aneinander orientieren und als Einheit funktionieren. Kommt ein Glied in der Kette ins Stocken, ist die Freistoß-Variante kaum noch zum Erfolg zu führen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass Spieler C eine gewisse Grundschnelligkeit mitbringt und in der Lage ist, schnell an der Mauer vorbeizuziehen. Zudem muss Spieler C darauf achten, trotz einer hohen Endgeschwindigkeit aus der Drehung einen Rückpass zu spielen, der von D ohne Probleme verwertet werden kann. Große Verantwortung kommt auch hier auf den passgebenden Spieler zu – der muss in der Lage sein, einen sowohl präzisen, als auch gut temperierten Ball auf C zu spielen, so dass der keinerlei Probleme hat, diesen weiter zu verarbeiten.

Auch Spieler D ist gefragt. Er muss sich im richtigen Moment (weder zur früh, noch zu spät) an die entscheidende Stelle im Strafraum bewegen und den Ball ins Tor schießen. Anzuraten ist, dass Spieler D aus kurzer Tordistanz die Innenseite zum Torabschluss nutzt, um eine gewisse Ballkontrolle zu ermöglichen.

Alternative Variante:

Es wäre möglich, noch eine dritte Teilhandlung einfließen lassen. Nachdem Spieler C über den Ball gelaufen ist und der Gegner vermutet, dass dieser jetzt auf Höhe des Strafraums durch A angespielt wird, wählt B die andere Mauer-Seite als Option und spielt D in den Lauf, der den direkten Abschluss sucht.

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