Gemeinsames Fördern der Kinder durch Eltern und Trainer

Nicht immer machen nur Spieler dem Trainer Schwierigkeiten, auch Eltern sorgen für Spannungen und bringen Unruhe in ein Mannschaftsgefüge. Egal, ob sie der Meinung sind, dass ihr Kind auf der falschen Position zum Einsatz komme oder der Junge zu wenig spiele. Man kann es den Eltern oft nicht recht machen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass ich als Trainer mit den Eltern in ständigem Kontakt stehe, um so prophylaktisch Konflikten entgegenzutreten.

 

Eltern dürfen nicht nur beim Jubel mit einbezogen werden! (Foto: Uwe Jansen)

Eltern dürfen nicht nur beim Jubel mit einbezogen werden! (Foto: Uwe Jansen)

 

Vor der Saison halte ich deshalb immer einen Elternabend ab. Hier kann ich mit den Eltern unmittelbar in Kontakt treten und Missverständnisse im Keim ersticken. Erwähnen sollte ich hier auch organisatorische Dinge. Als Trainer bin ich auf diese Besprechung natürlich vorbereitet und habe auch für die Eltern ein Informationsblatt dabei. Ein Elternabend ist auch dann sinnvoll, wenn sich die meisten Beteiligten schon untereinander kennen und ich die Mannschaft schon länger trainiere. Eine gute Gelegenheit, bestimmte Themen gemeinsam zu erörtern.

 

Auch während der Spielzeit halte ich den regelmäßigen Kontakt zu den Eltern. In kurzen Gesprächen erfahre ich dabei, was die Kleinen bedrücken könnte oder wie es in der Schule läuft. Diese Informationen helfen mir dabei, das Verhalten der Kinder korrekt einzuordnen. Wichtig ist auch, dass nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern von mir gelobt werden. Wenn sich ein Spieler zum Beispiel durch gutes Sozialverhalten charakterisiert, dann erzähle ich das auch seinen Eltern. Vor allem ist dies dann wichtig, wenn es im Vorfeld bei diesem Thema Probleme gegeben hat. Ich halte die Eltern auch im Nachhinein auf dem Laufenden und berichte stets vom Verhalten ihres Kindes.

 

Eine Art Elternsprechtag biete ich immer zur Winterpause an. Hier können im persönlichen Gespräch zwischen mir und den Eltern beide Seiten die Sicht der Dinge schildern. Es müssen keine langen Gespräche sein. Wichtig ist nur, dass man überhaupt miteinander redet. Es handelt sich schließlich um erfreuliche Informationen, wenn es von beiden Seiten nur positives zu berichten gibt.

 

Elterngespräche sind deshalb unabdingbar, damit ich meine Ziele und Absichten vermitteln kann. Schließlich geht es im Kindesalter nicht um die Resultate. Das muss ich als Trainer verinnerlichen und vor meinen Spielern auch entsprechend auftreten. Doch auch die Eltern muss ich mit ins Boot nehmen. Denn es nützt mir nichts, wenn ich die Leistung der Mannschaft auch nach Niederlagen lobe und die Eltern auf der Heimfahrt monieren, wenn ein Spiel verloren worden ist. Deshalb sollte ich meine Gedanken auch den Eltern mitteilen, damit wir die Kinder gemeinsam fördern können.

 

Leider ist es oft auch so, dass Eltern am Rand des Trainings- oder Spielfeldes stehen und ihren Kindern sagen wollen, wie sie sich auf dem Platz zu verhalten haben. Diesen Eltern mache ich ganz klar, dass dies auf das Kind irritierend wirkt, wenn es von allen Seiten Informationen bekommt. Schließlich habe ich schon vor dem Spiel erklärt, was die Kinder zu tun haben, weitere Informationen liefern die Mitspieler während des Spiels, wirken jetzt auch noch die Eltern von außen auf den Spieler ein, verliert er komplett den Überblick.

 

Auch wenn die Ratschläge gut gemeint sind, sind sie nicht hilfreich, sondern werden zum Problem. Viele Kinder empfinden es auch als Drucksituation, wenn die Eltern ständig ins Spiel oder Training hinein rufen, kritisieren und korrigieren. Deshalb spreche ich im Vorfeld mit den Eltern mache ihnen bewusst, dass Jubeln und Anfeuern klar erwünscht ist, aber bei Training und Spiel Anweisungen nur von Trainer kommen!

 

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