Hertha setzt erfolgreich auf Konter

Mit dem 3:2-Erfolg in Hoffenheim unterstreichen die Berliner ihre Form und zeigen, dass sie immer noch zu Recht den Anschluss an die Europacup-Plätze halten. Die taktische Marschroute von Trainer Jos Luhukay geht im Kraichgau auf.

Im 4-1-4-1 begegnete der Club aus der Hauptstadt den Gastgebern, die ihrerseits im 4-2-3-1 agierten. Und die Hertha schien früh zu erkennen, dass sie Hoffenheim durch schnelles Umschaltspiel gefährlich werden könnte, schon in der Anfangsphase kam Berlin zu zwei guten Chancen. Hoffenheim verstand zunächst nicht, dass von dieser Taktik eine immense Gefahr ausging, verschob dementsprechend zu halbherzig und ließ teilweise auch den Abstand zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen zu groß werden. Der ungewohnt auf der linken Außenbahn verteidigende Salihovic konnte zudem Ramos nicht bremsen, dessen Hereingabe von Ben-Hatira gekonnt zum 0:1 verwandelt wurde.

Bis zur Pause konnte sich Hoffenheim kaum einmal vor das Tor der Gäste kombinieren, was daran lag, dass die Berliner die Räume eng machen konnten und zudem gut gegen den Ball arbeiteten. Wenn den Hausherren Ballverluste unterliefen, war Hertha mit Kontern stets zur Stelle, und immer wurde es gefährlich. Hoffenheim hingegen konnte nur durch Standards Akzente setzen, die jedoch keinen Ertrag brachten. Ansonsten verstand es die Hertha, das Spielgeschehen in der eigenen Hälfte weit vom eigenen Tor wegzuhalten. Das war natürlich nur durch eine läuferisch starke Leistung möglich, gepaart mit der taktischen Intelligenz der Berliner Defensive, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen gering zu halten. So verhedderte sich die TSG oft in der Engmaschigkeit der Gäste.

Ausgleich nach taktischen Korrekturen

Vor den Augen seines Trainers Jürgen Klinsmann ersetzte der US-Nationalspieler Fabian Johnson den wirkungslos gebliebenen Elyounoussi in Halbzeit zwei und trieb seine Mannschaft offensiv an, kurzzeitig wankte die Hertha, bekam nach einem Konter dann jedoch einen zweifelhaften Elfmeter zugesprochen, der zum 0:2 führte. Kurz darauf warf Trainer Gisdol sein taktisches Konzept über Bord und brachte in Schipplock einen zweiten Stürmer für Sechser Polanski, was Hoffenheim gefährlicher machte. Berlin blieb bei der Kontertaktik, ließ jedoch Möglichkeiten zur Vorentscheidung ungenutzt. Durch einen Elfmeter und einen Freistoß von Salihovic stand es nach 81 Minuten dann auf einmal 2:2.

Die Gastgeber setzten nun auf geschockte Berliner und ihren Heimvorteil, die Zuschauer wollten ihre Mannschaft jetzt zum Sieg tragen. Doch die Hertha behielt die Nerven und blieb bei den taktischen Vorgaben, was sich auszahlen sollte. Bei einem erneut schnell vorgetragenen Angriff orientierten sich die Hoffenheimer Defensivkräfte Beck und Vestergaard räumlich falsch, nur drei Minuten nach dem Ausgleich gingen die Gäste durch einen Kopfball von Ramos wieder in Führung. Hoffenheim startete nun wütende Versuche, doch verfing sich dabei immer wieder in der taktisch hervorragend arbeitenden Berliner Defensive. Kurz vor dem Ende musste Torhüter Kraft gegen Johnson dennoch mit einem tollen Reflex die drei Auswärtspunkte retten.

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